Mein Werder (132): Kerstin Hoppe

Richtig sportlich: Kerstin Hoppe, die Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee. Alle Fotos: privat

Kurz & knackig

Name: Kerstin Hoppe
Alter: 52 Jahre
Wohnort: Schwielowsee

Seit wann sind Sie in Schwielowsee zu Hause? Seit 25 Jahren.
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? Ich hätte sehr gerne Kinder gehabt – leider gab es persönliche Schicksalsschläge im Leben, die man verarbeiten muss.

Kerstin Hoppe - Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee. Foto: privat

Über Schwielowsee und Werder

Wie würden Sie Schwielowsee einem Fremden beschreiben?
Wir leben dort, wo andere Urlaub machen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin leidenschaftlich gern Bürgermeisterin unserer Gemeinde Schwielowsee und arbeite sehr gern.

Was würden Sie lieber machen?
Ich würde sehr gern einmal 14 Tage Urlaub machen.

Wie würden Sie die nachbarschaftlichen Beziehungen zu Werder (Havel) beschreiben?
Eine ganz tolle konstruktive Zusammenarbeit auf allen Gebieten, insbesondere im touristischen Bereich.

Bestimmt waren Sie schon mal auf dem Baumblütenfest in Werder – Rummel oder Muckergarten?
Ich denke, jedes Fest hat seinen Reiz und die vielen Besucher sprechen für sich. Ich liebe den Muckergarten.

Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
In den Obstgärten von Werder und in Schulzens Siedlerhof.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Kirschwein.

Kerstin Hoppe mit dem Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth und dem stellvertretendem Landrat Christian Stein. Foto: wsw

Sie – ganz speziell

Sie sind Vize-Chefin des Sädte- und Gemeindebundes Brandenburg – was machen Sie da und wie wirkt sich das auf uns Bürger aus?
Meine Aufgabe besteht darin, für die Interessen der Gemeinden/Ämter im Land Brandenburg einzutreten und immer wieder daran zu arbeiten, dass der Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung auch zukünftig gefördert und nicht eingeschränkt wird. Die größte Herausforderung besteht darin, bei Problemen auf der kommunalen Ebene für alle eine Lösung bzw. Kompromiss zu finden.

Über 10.000 Menschen leben in der Gemeinde Schwielowsee – wie leicht oder wie schwer ist es, die Interessen der verschiedenen Ortsteile unter einen Hut zu bekommen?
Das ist eine der größten Herausforderungen und ich bin unheimlich stolz, dass sich so viele Menschen in unserer Gemeinde in Vereinen, Verbänden organisieren und somit wie ein bunter Blumenstrauss das gesellschafliche Leben mitgestalten. Dabei war und ist immer wichtig gewesen, die eigene Identität der Ortsteile zu wahren und zu erhalten aber auch die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Was ist das Schöne am Bürgermeister-Job?
Sie erhalten sofort ein Feedback durch die Bürgerinnen und Bürger, ob unsere Entscheidungen gut oder weniger gut waren/sind. Aber das allerschönste ist, wenn ich in der Kita oder auf dem Schulhof bin und die Kinder zu mir kommen und mich umarmen und sagen, das ist unsere Frau Hoppe  – unsere Bürgermeisterin oder einfach nur sagen, schön, dass sie bei uns sind. 

Und was ist so richtig nervig?
Wenn Diskussionen in Endlosschleifen geführt werden, weil nicht der Mut besteht, Entscheidungen zu treffen.

Sie stammen aus Luckenwalde – Sie dürfen hier ein kleines Loblied auf Ihre Geburtsstadt singen …
Ich bin stolz in Luckenwalde geboren zu sein und hatte das Glück, in einem kleinen Dorf aufwachsen zu können, wo tatsächlich noch Gemeinschaft und Nachbarschaft zählte.

Bei einem der traditionellen Fährfeste - Kerstin Hoppe als Bestandteil der Wassershow. Foto: privat

Sie kommen ja aus dem Feiern kaum raus. Im vergangenen Jahr waren es „700 Jahre Caputh und Ferch“, 2018 feiern Sie das 1025-jährige Bestehen des Ortsteils Geltow – was ist das Schöne an Geltow?
Geltow ist der älteste Ortsteil unserer Gemeinde und wir haben tatsächlich in den letzten 16 Jahren soviele Investitionen in Schule/Kita, Straßenausbau umsetzen können, dass die Menschen sich wohl fühlen und Tradition pflegen, wenn ich an unsere Handweberei denke.

Am 4. August wird das traditionelle Fährfest am Caputher Gemünde gefeiert. Wann sind Sie selbst das letzte Mal mit der „Tussy II“ gefahren?
Am Wochenende und ich fahre immer, wenn ich kann mit der Fähre, weil die Überfahrt ein unglaublich schöner Moment ist – insbesondere am Morgen oder am Abend, wenn die Stille in unseren Ort einzieht, einwenig Nebel aufsteigt oder die Sonne im Gemünde glitzert.

Wird man Sie beim Fährfest wieder auf dem Wasser erleben dürfen? Und welche Höhepunkte des Festes empfehlen Sie uns Blütenstädtern außerdem?
Wir haben ein schönes buntes Programm zusammengestellt und ich würde mich freuen, wenn Sie die Wasserskishow erleben würden (und lassen sich einfach überraschen, wer alles dabei sein wird) und natürlich die Bands auf der Geltower und Caputher Seite am Abend. Das Feuerwerk ist einmalig und das muss man einfach erlebt haben.

Sie sind ja ohnehin als sehr sportlich bekannt – wie lief der Rennsteiglauf?
Das war seit langer Zeit ein Traum von mir, einmal beim Rennsteiglauf dabei sein zu können und ich bin so glücklich, das ich mir diesen Traum erfüllt habe in diesem Jahr und vor allem auch läuferisch geschafft habe.

Wie kamen Sie zum Sport und womit halten Sie sich ansonsten fit?
Der Sport hat mich seit meiner Schulzeit immer begleitet und mein Bruder war mein großes Vorbild. Ich laufe unheimlich gern und das Bergwandern ist noch einmal eine ganz neue und schöne Herausforderung, um die Alltagssorgen einmal vergessen zu können. Wenn Sie auf dem Gipfel stehen oder sitzen, merken Sie, wie klein wir doch sind und ich genieße einfach nur diesen Moment der Stille und des inneren Friedens.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Als erstes möchte ich gesund bleiben, in Würde alt werden mit meinem neuen Lebenspartner und die schönen Momente des Lebens genießen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Barack Obama

Welche Fragen würden Sie ihm stellen?
Welches die schwierigste Entscheidung in seiner Amtszeit war und was er in seiner Amtszeit am meisten vermisst hat.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Das Lavendelzimmer von Nina George.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier.

Beide haben die Stärke mit Mut, Ausdauer, Konsequenz, Verhandlungsgeschick für uns scheinbar unlösbare Probleme doch noch auf einen guten Weg zu bringen und vor allem immer im Sinne der Menschen und dem Wohl unseres Landes zu entscheiden.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
“Jenseits von Afrika” und “Cast Away – Verschollen” mit Tom Hanks.

Warum – weil der Glaube an das Leben und die Liebe immer wieder deutlich macht, das der Mensch Unglaubliches leisten und überstehen kann.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Früher habe ich seh gern gemalt.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Beides.