Mein Werder (136): Ines Lenius

Kurz & Knackig

Name: Ines Lenius
Alter: 56
Wohnort: Schwielowsee
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
1994 bin ich mit meiner Familie nach Werder gezogen, und im Jahr 2008 hat es mich dann auf die andere Havelseite verschlagen.
Haben Sie Kinder?
Ich habe zwei erwachsene Töchter.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein unglaublich idyllisches Fleckchen Erde. Das viele Wasser um uns herum, das satte Grün und natürlich die romantisch verwinkelte Insel lassen das Herz eines jeden Besuchers vor Freude höher schlagen. Ich sage immer, ich lebe dort, wo andere Urlaub machen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Schulleiterin der Carl-von-Ossietzky Oberschule in Werder. Gemeinsam mit meinem Team bin ich jeden Tag bestrebt, unsere Schule zu einem attraktiven Bildungsstandort auszubauen, in dem alle Kinder entsprechend ihrer Fähigkeiten gefordert und gefördert warden. Und natürlich möchte ich, dass sich Schüler, Eltern und das gesamte Team der Schule bei uns wohlfühlen.

Was würden Sie lieber machen?
Ich habe meinen Traumberuf gefunden. Als Schulleiterin kann ich aktiv in die Schulentwicklung eingreifen und so dafür sorgen, dass die Qualität in der Schule verbessert wird. Diese Möglichkeit habe ich in der Form an keiner anderen Stelle.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Die Insel hat es mir besonders angetan. Deshalb liebe ich es, durch die vielen Gassen und am Ufer entlang zu spazieren. Ich verbringe generell meine freie Zeit gerne am Wasser.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf der Insel natürlich! Und auf dem Weinberg.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Ich bevorzuge den Muckergarten, wo man mit anderen fröhlichen Besuchern des Baumblütenfestes den einen oder anderen Obstwein und bei klarer Sicht einen fantastischen Blick über die Havel bis nach Potsdam bzw. Berlin genießen kann.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johannisbeere

Sie – ganz speziell

Wie kommt man darauf, Lehrer zu werden? Gibt es eine familiäre Vorprägung?
Eine familiäre Vorprägung gibt es nicht, aber den Wunsch Lehrer zu werden, den hatte ich schon als Kind. Als ich in der zweiten Klasse war, habe ich eine Standtafel von meinen Eltern geschenkt bekommen. Aus Sicht meines jüngeren Bruders war das ein großer Fehler, denn fortan mussten er und meine Plüschtiere mehrmals in der Woche aufgereiht vor mir sitzen. Ich wollte meinen großen Wissensschatz (!) mit ihnen teilen. So ganz verziehen hat er mir die unfreiwillige Vorschule bis heute nicht, die Teddys waren da weniger nachtragend.

Bei 650 Schülern und 53 Kollegen muss man tagtäglich einen kühlen Kopf bewahren. Wobei können Sie besonders gut abschalten?
Beim Lesen! Wenn ich ein gutes Buch lese, kann ich schonmal alles um mich herum vergessen. Ich entspanne aber genauso gut beim Spazierengehen, am liebsten mit meinem Mann an der Ostsee.

Wie sieht für Sie die perfekte Schule aus?
Mein Traum ist eine Schule für alle Kinder, in der man sich auf Augenhöhe begegnet und Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam am gleichen Ziel arbeiten.

Sie haben vorher jahrelang in Potsdam gearbeitet. Was ist das Besondere an dem Schulalltag in Werder und was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie die Schule betreten haben?
Ich habe vor zehn Jahren an die Ossietzky-Oberschule gewechselt und war vom ersten Augenblick an von dem wunderschönen historischen Schulgebäude im Herzen von Werder begeistert. Im Gegensatz zu Potsdam findet man schneller Kontakt zu den Schülern und Eltern. Werder ist ländlicher, die Wege sind kürzer, die Arbeit ist transparenter und weniger anonym und das schätze ich sehr.

Seit neun Jahren ist die Oberschule gemeinsam mit der Grundschule zu einem Campus zusammengewachsen. Wieso war dieser Schritt wichtig?
Die Fusion wurde 2008 vorbereitet und ist 2009 in Kraft getreten. Der Grund hierfür waren die zu geringen Schülerzahlen in der Grundschule. Es bestand die Gefahr der Schließung der z.T. nur einzügig geführten Grundschule. Im neu gegründeten gemeinsamen Schulcampus konnten sowohl die Schüler als auch die Lehrer der Grundschule am Standort verbleiben. Mittlerweile gibt es an der Schule 28 Klassen in zehn Jahrgangsstufen. Die Schule wächst und das ist gut so!

Erinnern Sie sich an ein besonderes Erlebnis Ihrer Lehrerlaufbahn?
Da brauche ich gar nicht weit zurückzudenken. Bei der diesjährigen feierlichen Verabschiedung unserer 10. Klassen hat die Lehrerband unserer Schule für unsere Absolventen gespielt. Das war Gänsehaut pur!

Besonders schön sind darüberhinaus alle Aktionen unserer sogenannten Patenklassen. Ziel dieser Patenschaften ist es, dass die Großen für die Kleinen Verantwortung übernehmen und sich die Kleinsten bei gemeinsamen Projekten nicht so verloren fühlen. Die Großen sitzen dann auch schon einmal in den Bänken der Kleinen, um genau wie sie zu schreiben bzw. zu rechnen und umgekehrt dürfen die Kleinen mit den Großen chemische Experimente durchführen oder gemeinsam Plakate gestalten.

Erst letztes Jahr wurde die Grundschule um einen Neubau erweitert. Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?
Unser Fokus liegt ganz klar auf dem gemeinsamen Lernen und der weiteren Ausstattung mit modernen Medien. Mein Traum ist es, dass unsere Schüler möglichst lange zusammen im Klassenverband bleiben und bestenfalls von der ersten bis zur zehnten Klasse zusammen lernen.

Was wir sonst noch wissen wollen…

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Che Guevara.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
„Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich würde mich da nicht auf eine Person festlegen wollen. Ich bewundere Menschen, die sich für eine Sache, an die sie glauben, bedingungslos einsetzen. Blinden Fanatismus und Extremismus lehne ich allerdings ganz entschieden ab.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Ich bin der klassische Sonntagabend Tatort-Gucker.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich liebe alle Tiere! Zu Hause haben wir zwei Kater. Wie sagt man so schön: Das letzte Kind hat Fell.

Fotos: privat