Mein Werder (137): Stephan Willy Hoyer

Stephan Willy Hoyer ist für seinen Job viel unterwegs. Der Werderaner hat mehrere Facebook-Gruppen für die Blütenstadt gegründet. Fotos (3): privat

Kurz & knackig

Name: Stephan Willy Hoyer
Alter: 44 Lenze
Wohnort: Blütenstadt Werder / Havel
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
Seit 1986, als ich von Potsdam hier her gezogen bin.

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Ich habe drei wundervolle Kinder.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist wie das Auenland aus „Der Herr der Ringe“ – bloß noch schöner und genau wie Mordor ist Berlin auch nicht weit entfernt. 

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Als Ernährungswissenschaftler habe ich mich auf das Thema Künstliche Ernährung bei schwerstkranken Patienten spezialisiert. Als Außendienstmitarbeiter berate ich bundesweit Fachärzte vor Ort.

Was würden Sie lieber machen?
Arbeitstechnisch nichts anderes. Natürlich hätte ich gerne mehr Freizeit, um mehr zu angeln.

Stephan Hoyer wünscht sich etwas mehr Zeit für sein Hobby Angeln. Foto: privat

Rummel oder Muckergarten?
Kein ODER – besser ein UND.

Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Der Blütenzauber am Bahnhof von Hakke Musik und die Obstgärten auf dem Panoramaweg, speziell die vom Zuckerbaum e.V., gefallen mir besonders.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Ein Becher schwarze Johanna, am besten von Wache, darf nicht fehlen. Dann wechsel ich lieber auf Bier.

Sie – ganz speziell

Sie arbeiten für die biamed GmbH – sind Sie da viel unterwegs?
Ich fahre über 100 Dialysepraxen jährlich an, da können schon einmal 60.000 Kilometer zusammen kommen und etliche Hotelübernachtungen.

Stephan Hoyer ist Ernährungswissenschaftler. Foto: privat

Arbeit, Familie … dennoch finden Sie noch die Zeit, sich für Ihre Heimatstadt zu engagieren. Verschiedene Facebookseiten für die Blütenstadt haben Sie ins Leben gerufen – warum?
Vor rund zwei Jahren bin ich willkürlich aus einer Facebookgruppe ausgeschlossen worden, in der Themen rund um Werder diskutiert wurden. Das hat mir sehr gefehlt. Daraufhin habe ich eine eigene Gruppe, die heutige „Blütenstadt“ erstellt, die sich dank vieler engagierter Moderatoren entwickelt hat: Über 1700 Mitglieder tauschen sich dort über das, was Werderaner bewegt, aus. Zwei weitere Gruppen folgten, um die Flut der Information übersichtlicher zu gestalten. „Veranstaltungshinweise“ und „Gesuche“ haben daher eine eigene Gruppe erhalten.

Wie viele Stunden verwenden Sie täglich im Durchschnitt dafür?
Das möchte ich lieber nicht zusammenrechnen, viel Lebenszeit. Ich habe meiner Familie versprochen, mehr Zeit mit ihr und weniger mit social Media zu verbringen.

Welche Veranstaltung in Werder hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Werder hat für seine Größe ein bemerkenswertes kulturelles Programm. Da fällt es mir schwer, nur eine zu nennen. Die von mir besuchten Veranstaltungen in der Scala, in der Kulturgarage und im Theater Comedy Solei haben mir immer gut gefallen. Das Theaterschiff, das Anfang August in Werder angelegt hat, war für meine Kinder und mich auch ein Highlight.

Fotografieren Sie auch selbst?
Mit meinem Handy mach‘ ich Schnappschüsse. In den Facebookgruppen posten wirkliche Fotoprofis.

Wie bewerten Sie die Toleranz, die „Netiquette“ der Facebook-Nutzer in Werder? Viele sind ja nicht unter ihrem echten Namen dabei und vergreifen sich schon manchmal im Ton.
Für mich verhalten sich die Facebook-Nutzer aus Werder nicht anders als die aus anderen Regionen. Die Anonymität im Internet enthemmt Menschen leicht. Da wird schneller etwas geschrieben, was von Angesicht zu Angesicht nicht geäußert würde. Da schaukelt sich auch schnell etwas hoch.
Sollte sich jemand in den von mir gegründeten Gruppen nicht an die Netiquette halten, wird er mit einer persönlichen Nachricht darauf angesprochen. Beispielsweise radikalen und menschenverachtenden Äußerungen geben wir in den Gruppen keinen Raum.

Social Media und Selbstinszenierung contra wahres Leben – wie wichtig ist Ihrer Meinung nach Facebook in der heutigen Zeit?
Die sozialen Medien sind eine große Chance, um mit Menschen in Kontakt zu treten, Informationen zu verbreiten und Netzwerke zu pflegen. Persönliche Kontakte werden sie nie ersetzten. Richtige Freunde hat man nur offline.

Wenn Sie drei Wünsche für Werder frei hätten – welche wären das?
Ausreichend kostenfreie Kita- und Schulplätze mit gut ausgebildeten pädagogischen Fachkräften und besserem Betreuungsschlüssel.
Schnelle Eröffnung der Therme und vergünstigte Eintrittspreise für Werderaner.
Eine Autounterführung am Bahnhof.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Quentin Tarantino

Welche Fragen würden Sie ihm stellen?
„Was hat Sie zu den völlig durchgeknallten Dialogen in seinen Kultfilmen inspiriert?“ und „Wie sieht sein Quarter Punder mit Käse aus?“.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
„Nicht gekauft hat er schon“ von Martin Limbeck – quasi meine Bibel im Verkauf.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Hape Kerkeling. Ich schätze seinen Humor und seine Wandlungsfähigkeit sehr.
Er schafft es mit Menschen zu lachen – jedoch ohne die Menschen vorzuführen oder auszulachen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
Ich bin einer der vielen Millionen, die sich sonntags den Tatort ansieht. Mich überrascht immer wieder, welche neuen Facetten menschlicher Abgründe dort dargestellt werden.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Selbstverständlich. Ich denke: „Wer keine Tiere mag, der mag auch keine Menschen“. Leider habe ich eine Katzenallergie entwickelt, vertrage mich seitdem mit Hunden besser.