Mein Werder (144): Thomas Herzog

Kurz & knackig

Name: Thomas Herzog
Alter: 40
Wohnort: Werder (Havel)
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? Seit meinem zweiten Lebensjahr.
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? Ja, ich habe eine Tochter. Sie heißt Nele und ist neun Jahre alt.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein kleines Idyll und hat für jeden etwas zu bieten. Wunderschön gelegen, inmitten von Wasser und im Grünen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag? 
Ich betreibe seit zehn Jahren den „Branden Burger“. Ein kleinen Laden auf der Insel, in dem man zu vernünftigen Preisen gut essen und trinken kann. Zudem verkaufe ich hier Werderaner Spezialitäten und regionale Produkte sowie Obst und Gemüse.

Was würden Sie lieber machen?
Reisen. Mich interessieren andere Länder und Kulturen. Ich möchte gern die ganze Welt sehen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Weder noch. Mein Lieblingsplatz zur Baumblüte ist in meinem Laden. Hier verkaufe ich meinen selbst produzierten Obstwein und erlebe damit das Baumblütenfest sozusagen von der anderen Seite.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
So genau lässt sich das nicht sagen. Jedes Jahr habe ich einen neuen Favoriten unter meinen selbst gemachten Weinen.

Sie – ganz speziell

Wo wir gerade beim Obstwein sind – Sie gehören ja zu den Herstellern, die jährlich bei der Vergabe der „Goldenen Kruke“ meist gleich mehrere Auszeichnungen mit nach Hause nehmen. Wie kamen Sie zur Obstweinherstellung?
Angefangen hat alles mit Opas Pfirsichen. Es war ein besonders ertragreiches Jahr und mein Opa bot mir die Früchte zum Verkauf in meinem Laden an. Da diese aber optisch nicht sehr ansehnlich waren, habe ich diese nicht verkauft, sondern sie zur Weinherstellung genutzt. Dieser Wein hat mir so gut geschmeckt, dass ich ihn zur Verkostung der „Goldenen Kruke“ eingereicht habe. Dort gewann ich gleich eine Bronzene Kruke.
Im darauffolgenden Jahr habe ich vier Weine eingereicht, von denen zwei eine Auszeichnung erhielten. Durch die Auszeichnungen wurde mein Ehrgeiz geweckt, sodass ich jedes Jahr mehr Sorten produzierte.

Nach dem Baumblütenfest ist vor dem Baumblütenfest. Welche Weine werden Sie im kommenden Jahr anbieten? 
Ich werde 13 Sorten anbieten, darunter auch die Klassiker wie Erdbeere, Kirsch, Johannisbeere usw. Neu ist, dass ich das erste Mal auch Honigwein angesetzt habe.

Woher kommt das Obst für Ihren Wein?
Zum Teil aus Opas Garten. Hauptsächlich kaufe ich die Früchte aber bei regionalen Anbietern. Manchmal kommen auch Kunden in den Laden und bieten mir ihr Obst zur Weinherstellung an.

Wie viele Stunden verbringen Sie mit der Weinherstellung? Gibt es einen Trick oder eine kleine Hilfestellung bei der Herstellung, den Sie uns verraten können?
Die Stunden zähle ich nicht. Die Weinherstellung ist mein Hobby und die Freude auf den Wein und das positive Feedback der Kunden entschädigt für die Arbeit und den Zeitaufwand.
Einen Trick habe ich nicht, aber ich nutze immer mehr Früchte als nötig sind und achte darauf, dass nur gute Früchte verarbeitet werden.

Ihren Arbeitstag verbringen Sie im „Branden Burger“ auf der Insel. Wie kamen Sie dazu, in dieser ehemaligen Fleischerei dieses Geschäft einzurichten?
Ich habe damals noch aktiv im Werderaner FC Fußball gespielt und nach einem Spiel hat man auf der Insel vergeblich nach einem Imbiss gesucht … und schon war die Idee geboren.
Da mir bewusst war, dass das Angebot von Imbiss und Getränken nicht ausreichend sein würde, habe ich von Anfang an auch regionale Produkte, Werderaner Spezialitäten und frisches Obst und Gemüse der Region angeboten. Auch im Hinblick auf die sich immer mehr entwickelnde Stadt als Tourismus-Magnet.

Welche Angebote gibt es bei Ihnen – und – Hand aufs Herz – welche Gäste sind Ihnen lieber – Touristen oder Werderaner?
Angefangen von der hausgemachten Bulette mit Kartoffelsalat, die typische Currywurst mit Pommes oder eine Suppe bis zum selbstgemachten Burger ist alles im Angebot. Wir haben 20 verschiedene Sorten Obstwein im Sortiment, Brände, Liköre, Whisky und Gin sowie selbstgemachte Marmeladen und Inselhonig.
Beide Gäste sind mir lieb. Mit den Einheimischen plaudert es sich immer nett. Man ist oft Anlaufstelle und Treffpunkt. Die Touristen sichern mir mein Einkommen – nur von Werderanern könnte ich nicht leben. Daher schließe ich den Laden auch über die Wintermonate und kann mich nach einer anstrengenden Saison etwas erholen.   

Ist man als Gastwirt immer auch eine Auskunftsstelle für alle Gäste der Stadt, die über die Inselbrücke kommen?
Das ist man auf jeden Fall. Von der Frage nach der nächsten Toilette bis hin zu, wie man wieder von der Insel runter kommt … Ich stehe immer mit Rat und Tat zur Seite und freue mich über jeden, der unsere Stadt besucht und Interesse an meiner Heimat zeigt.

Sie haben ja mal sehr erfolgreich für den WFC Fußball gespielt. Von wann bis wann war das?
Angefangen habe ich mit sechs Jahren. Ich war mehrere Jahre als Nachwuchstrainer tätig und habe ein Jahr lang eine Männermannschaft trainiert. Heute spiele ich nur noch, wenn es die Zeit und meine Knochen zulassen, beim Volkssport einmal wöchentlich im Werderaner FC.

Sind Sie immer noch Fußballfan? Für welchen Bundesligaverein schlägt Ihr Herz?
Ich schaue gern Fußball, einen richtigen Lieblingsverein habe ich aber nicht. Aber, was die Bundesliga betrifft, bin ich immer für den Gegner von Bayern München.

Gehen Sie noch zu den Spielen des WFC?
Das lässt sich leider mit meinen Ladenöffnungszeiten nicht vereinbaren. Der WFC spielt an den Wochenenden um 15 Uhr, da ist bei mir oft Hochbetrieb.

Ist es eigentlich schlimm, als Zwilling durchs Leben zu gehen und so oft mit dem Bruder Andreas verwechselt zu werden?
Nein, das ist nicht schlimm. Ich kenne es ja auch nicht anders.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Das wären wohl die typischen drei Wünsche: Gesundheit für die ganze Familie und ein langes, erfülltes Leben. Es wäre schön, wenn es auf der Welt wieder etwas ruhiger werden würde und jeder in Frieden lebt. Der dritte Wunsch wären noch einmal drei Wünsche. 😊

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Bundestrainer Jogi Löw.

Welche Fragen würden Sie ihm stellen?
Ich würde ihn fragen, warum er als Trainer bei der letzten WM so versagt hat und die Fehler ignoriert oder nicht erkannt hat.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
„Volle Pulle – Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“ von Uli Borowka.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ja, meinen Opa. Er ist 82 Jahre alt, hat immer ein offenes Ohr und hilft jedem, wo er kann.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –serie? Warum?
Ich habe weder Lieblingsfilm noch -serie. Im Winter schaue ich oft Sport, am liebsten Biathlon.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Bestimmt, aber ich habe es noch nicht gefunden. 😉

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja. Ich bin definitiv ein Hundemensch. Unser Hund Moritz ist ein Jahr alt und hält uns ordentlich auf Trab.

Vier silberne Kruken gab es 2015 für Thomas Herzog. Foto: wsw