Mein Werder (148): Peter Hinze

Der Sonntagsfragebogen "Mein Werder" mit Peter Hinze. Foto: privat

Kurz & knackig

Name: Peter Hinze
Alter: noch 65 Jahre
Wohnort: Werder Havel Zentrum

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
Seit 1952, also schon immer, mit kurzen Unterbrechungen, wie Lehre in Nauen, Studium Berlin oder Potsdam. 

Es war lustig, entweder habe ich in Werder gewohnt und in Potsdam gearbeitet, oder in Potsdam gewohnt und in Werder gearbeitet. In Werder war ich fast immer.

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Ich habe drei eigene Söhne 42, 38 und 30, drei Kinder angeheiratet – macht sechs in der Familie. Fünf Enkel und einen 4-jährigen Urenkel. Auf einige Enkel können wir da auch noch hoffen.

Peter Hinze mit Ehefrau in Werder auf dem Eis. Foto: privat

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Mein Werder hat Charme, ein sehr gutes Klima und Geschichte. Der Obst- und Weinbau, das Zentrale Jugendobjekt Havelobst um Werder mit 10 000 Hektar Obst in der DDR-Zeit prägte die Stadt über Jahrzehnte. Blühende Bäume lockten schon immer Gäste an und der berühmte Obstwein, der Bretterknaller, im Frühjahr auch. Werder muss man selbst erleben, ob ein Spaziergang über unsere romantische Insel oder vom Wasser aus bei einer erfrischenden Bootstour. Der Reichtum meiner Stadt sind Havel, Plessower- und Glindower See. Unsere schnelle Anbindung mit Bahn und Bus an Berlin und Potsdam ist ein Plus.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Bis vor wenigen Monaten war ich Gewerkschaftssekretär bei der IG Bauen Agrar Umwelt, kurz IG BAU. Waldarbeiter, Gärtner, Floristinnen und alle grünen Berufe habe ich betreut. In den letzten Jahren die Gebäudereinigerinnen in ganz Berlin und Brandenburg. Dabei war ich selbst in der Organisation Gesamtschwerbehindertenvertreter und Betriebsrat. Seit dem Unruhestand widme ich mich mehr den Ehrenämtern als Stadtverordneter, im Kreistag oder als Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung.

Was würden Sie lieber machen?
Nix – ich bin so! Nur Terminüberschneidungen tun mir immer weh und belasten mich auch.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Mit Freunden am Wochenende in den Muckergarten, in der Kürze des Tages am Abend Rundgang durch den gesamten Rummel in der Stadt.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Kirsch (mit Kern) oder guten Himbeerwein.

Sie – ganz speziell

Haben Sie jemals daran gedacht, Werder zu verlassen, umzuziehen?
Nein, eigentlich nicht.
Nach dem Studium hatte ich mal einen Blick in die Prignitz geworfen. Werder war mir lieber.

Sie gehören zu den Politikern in der Blütenstadt, die aufgrund ihrer Bekanntheit auf der Straße angesprochen werden. Unter dem Motto – „Darum müsst Ihr Euch mal kümmern …“. Hand aufs Herz – nervt das manchmal?
Mich nicht! Aber ich will es dann auch schriftlich noch im Kasten haben. Übrigens denken manche Werderaner, wir Linken könnten zaubern oder wir hätten für alle Wünsche die Mehrheit der Stimmen.

Seit vielen Jahren im Kreistag, seit Jahren in der Stadtverordnetenversammlung – was macht Politik so spannend für Sie?
Spannend ist es, den Werderanern aufs „Maul“ zu schauen. Daraus Politik in der Stadt zu machen, begeistert mich fast immer. Ich bin immer auf eine schöne kulturvolle und sichere Stadt bedacht gewesen. Dabei sind Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, bezahlbarer Wohnraum, Sicherheit, Kinderfreundlichkeit und Bildung sowie das Vereinsleben.

Hilfe in Einzelschicksalen, Sozialer Beistand bei Hilfesuchenden war immer Motivation bei mir. Ich kann gut mit der Agentur für Arbeit, der IHK Potsdam und der Handwerkskammer und den Verwaltungen im Kreis und der Stadt.

Wann und wieso begannen Sie, politisch aktiv zu sein?
Politisch schon in der Lehre und bin dabei geblieben. Menschen gehören bei mir in den Mittelpunkt, dann Soziales und immer wieder FRIEDEN.

Erzählen Sie uns von Ihrem politisch größten Erfolg?

  1. Die HGW ist immer noch eine Stadteigene Gesellschaft. Dank des gemeinsamen Einsatzes des damaligen jungen Abgeordneten Christian Große und meiner Aktivitäten
  2. Werder, meine Heimatstadt, ist eine Stadt des Friedens geworden. Alle haben mitgezogen. Sogar die größten „Meckerköppe“.

Und gab es Niederlagen, die immer noch schmerzen?
Wenn ich die Kraft wie ein Bürgermeister hätte, hätte die HGW längst bezahlbare Wohnungen geschaffen! UND was mich immer härter trifft: wir haben immer noch keinen B-Plan auf den Uferzonen, kein durchzusetzendes Stegkonzept zum Schutz der Ufer, des Schilfes und der Ansicht und nutzen nicht die Macht der Stadt beim Ankauf der Wassergrundstücke für Uferwege zwischen Eisenbahnbrücke und Hartplatz oder Scheunhornviertel und Strengbrücke.

Zu Peter Hinzes Hobbys gehört seit vielen Jahren das Motorrad. Foto: privat

Welche Hobbys haben Sie, fahren Sie noch Motorrad?
Ja, im Sommer gerne meine selbst auf den Feldern erarbeitete MZ TS 150 (Baujahr: 1976), ansonsten liebe ich das Lesen, Reisen, Skilaufen und Nitrox-Tauchen (aber nur im warmen Wasser). In letzten Jahren gern auch Fahrradtouren am Elberadweg, um den Bodensee oder jetzt die Oder entlang.

Peter Hinze beim Tauchen in Ägypten. Foto: privat

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?

1. Den neuen bösen Hass in den Menschen beseitigen und wieder Vertrauen schaffen, auch in Werder!

2. Die Stadt soll sich gut weiter entwickeln. Therme, Tunnel, Familienzentrum, Jugendclub müssen fertig werden.

3. Gesundheit für meine Familie und mich und immer wieder Frieden in Deutschland und der Welt.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Einen von den Klassikern, Marx, Engels oder Lenin.

Welche Fragen würden Sie stellen?
Wie wir das mit dem Sozialismus wieder besser hinkriegen.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
DER BÄR von James Curwood, ein Roman über die Lebensweise der Bären in Kanada.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum? 
Mehrfach wechselnd, Ernst Thälmann war mal mein Vorbild, mit zunehmender Lebenserfahrung orientiert man sich an vielen Charakteren.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
„AVATAR – Aufbruch nach Pandora“. Warum? – In diesem Film wird auf das unsinnige Treiben der Menschen hingezeigt, spannend, und wie wichtig es ist, die Natur zu erkennen.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Wenn ich eins hätte, ist es auch mir verborgen geblieben! Vielleicht???

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja, ich liebe Tiere, immer die frei lebenden.