Mein Werder (150): Ingrid Neubert

Ingrid Neubert liest aus ihrem Buch "Wie ein Schneemann zu einem Freund kommt", Fotos: privat

Kurz & knackig

Name: Ingrid Neubert geb. Nebert
Alter: 63 Jahre
Wohnort: Werder (Havel)
Haben Sie Kinder? Zwei Söhne

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist nicht nur Baumblüte, Werder ist ein Lebensgefühl.

Was machen Sie den lieben langen Tag?
Seit 43 Jahren bin ich Lehrerin. 18 Jahre davon war ich Schulleiterin an der Grundschule Glindow.

Was würden Sie lieber machen?
Ich gehe tatsächlich immer noch mit Freude zur Schule.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Der Haussee in Petzow.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Wenn sich ihm die Möglichkeit bietet, einmal mit dem Tretboot oder SUP–Board um die Insel fahren.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Zum Festumzug mit der Grundschule Glindow auf die Insel, dann mit Freundin Gabi in den Muckergarten. Privat gehe ich gern mit meinen drei Enkeln auf den Rummel.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schlehenwein

Sie – ganz speziell

Wie kamen Sie auf die Idee, das Kinderbuch „Wie ein Schneemann zu einem Freund kommt“ zu schreiben?
Vor 28 Jahren schrieb ich für meinen jüngsten Sohn Mathias diese Geschichte auf. Die Motivation war, dass er Lesen lernt. Da sein älterer Bruder Christian gern zeichnete, sollte er die Geschichte illustrieren. Aber beide Söhne fanden keinen Zugang zur Geschichte. Die ursprünglichen Akteure, Peter und Susi, konnten ihre Begeisterung nicht wecken. Das Manuskript verschwand für Jahre in der Schublade.

Den Wendepunkt brachte der Film: “Das Beste kommt zum Schluss„ mit Morgan Freemann und Jack Nicholson. Hier arbeiteten zwei ältere Männer eine Löffelliste ab, um ohne Reue den letzten Weg zu gehen.
Diese Idee einer To-Do-Liste fürs Leben begeisterte mich. 2012 sendete ich mein überarbeitetes Skript an mehrere Verlage. Aber auch hier konnten die neu besetzten Hauptfiguren, Annabell und Finn, nicht überzeugen. So wanderte das Skript zum zweiten Mal in die Schublade. Von einem Besuch der Buchmesse in Leipzig im Jahr 2015 brachte Christian mehrere Kinderbücher mit. In einem las ich den auffordernden Satz: „Wenn Sie eine Idee für ein Kinderbuch haben, dann wenden Sie sich an mich. Daniel Bauer“

Mein erster Gedanke war, endlich kann ich mir meinen Traum vom eigenen Buch erfüllen. Ohne meine nun erwachsenen Söhne zu informieren, schrieb ich dem Grafiker Daniel Bauer eine Mail. Er überraschte mich mit dem Vorschlag, das Kinderbuch zu meiner Geschichte zu machen. Die Hauptfiguren sind nun nach meinen Söhnen Mathias und Christian benannt.
Ich suchte Kinderfotos heraus und Daniel zeichnete danach die Bilder. Die Arbeit am Kinderbuch dauerte aber noch zwei weitere Jahre, denn zwischendurch wollte Daniel seine Arbeit aufgeben, weil er den vereinbarten Zeitplan aus persönlichen Gründen nicht einhalten konnte. Meine Antwort: „Ich habe 27 Jahre gewartet, da kommt es auf ein Jahr nun auch nicht mehr an.“

Jetzt nach 28 Jahren können meine Söhne miterleben, wie der Traum ihrer Mutti wahr wird. Sie staunten nicht schlecht, als sie sich auf dem Cover erkannten. Das ist unsere Geschichte!
Von meinem Kinderbuch erzählte ich Freunden, Kolleginnen und Bekannten. Jeder, wirklich jeder meinte, dass ist eine so schön illustrierte Geschichte, die solltest du veröffentlichen. Meine ersten fünfzig Exemplare waren schnell vergriffen. Mir machte nun die Sache noch mehr Spaß und ich freue mich, wenn viele Kinder unter ihrem Weihnachtsbaum die Geschichte finden und sie das Buch nun zu ihrem eigenem machen.

Wie ist das möglich?
Es gibt eine Seite im Buch, wo der Leser selbst kreativ werden darf.

Sie haben vor kurzem Schülern der ersten, zweiten und dritten Klasse aus Ihrem Buch vorgelesen. Stehen demnächst weitere Vorlesetermine an?
Im Blumenladen “Landblume“ in Glindow stelle ich mein Buch zum Adventswochenende  am 25.11.2018 vor.
Am 1.12.2018 bin ich auf dem Weihnachtsmarkt in Deetz.
Am 2.12.2018 verkleide ich mich als vorlesender Zwerg auf dem Weihnachtsmarkt bei Christine Berger und am 5.12.2018 freue ich mich auf die kleinen kreativen Werderaner, wenn ich ihnen in der Bibliothek aus dem Buch vorlesen darf.

Sie sind als Lehrerin der Grundschule Glindow tätig. Was schätzen Sie an der Arbeit mit den Kindern besonders?
Kinder sind besonders wissbegierig, kreativ und ehrlich. Man muss ihnen zuhören und geduldig sein, wenn ihnen nicht gleich alles gelingen will. Loben ist wichtig und das nicht nur in der Schule. Kinder vertrauen uns und wir dürfen sie nicht enttäuschen!!!

Ich habe es nicht verlernt, wie ein Kind zu sein, und das hilft mir oft, unbeschwert und aus dem Bauch heraus die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei Fehlentscheidungen mache ich es wie Balu aus dem Dschungelbuch – Mit Gemütlichkeit (singt) In diesem Sinne freue ich mich auf den anstehenden Ruhestand ab August 2019!!! (lacht)

Ihr Buch „Wie der Schneemann zu einem Freund kam“  ist für Kinder gedacht. Warum finden sie es so wichtig, dass auch die Kleinen schon zu Büchern greifen?
Bücher sind so wichtig, weil sie die Fantasie der Kinder wecken und ihren Wissensdurst stillen. Ein Buch kann auch ein guter Freund sein.

Was wir sonst noch wissen wollen…

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Dass alle Kinder Zugang zu guten Büchern haben. Eltern sich Zeit nehmen, ihren Kinder vorzulesen.
Dass Kinderträume in Erfüllung gehen – wie bei dem kleinen Schneemann.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachtisch?
Die Rückkehr des Tanzlehrers von Henning Mankel und die Biografie von Tina Turner.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Meine Eltern, welche einen Platz geschaffen haben, wo unsere Familie gern zusammen kommt.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –serie?
Life of Pi, weil mich die fantastischen Bilder und die Geschichte dahinter beeindruckt haben.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Meine Aprilscherze sind in der Familie und im Kollegium seit Jahren berüchtigt und berühmt. Freude habe ich am Theaterspielen und Verkleiden.

Haben Sie ein Motto?
Kinder brauchen Wurzeln und Flügel (Zitat von Goethe)