Mein Werder (154): Almut-Susanne Gaedt

Almut Gaedt arbeitet als Pfarrerin in den Orten Töplitz, Nattwerder, Marquardt, Uetz, Phöben und Kemnitz, Fotos: privat

Kurz & Knackig

Name: Almut-Susanne Gaedt
Alter: 48
Wohnort: Töplitz
Haben Sie Kinder? Einen 10-jährigen Sohn

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Eine Perle in der Havel

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite als Pfarrerin in den Orten Töplitz, Nattwerder, Marquardt, Uetz, Phöben und Kemnitz. Ich bin Begleiter in Freud und Leid, Kummerkasten, Seelentröster, Landverpachter, Kirchenerhalter, Kulturmanager, Lehrer, Kommunikator, Botschafter einer guten Nachricht.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts, ich kann mir nichts schöneres vorstellen!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Die Brücke über die Wublitz zwischen Grube und Leest

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
In den Kirchen – Heilig Geist auf der Insel, aber auch Töplitz, Phöben, Kemnitz – am besten im Dorfkirchensommer oder zu einem Gottesdienst.

Rummel oder Muckerhaften? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Weit weg vom Rummel unter einem blühenden Kirschbaum.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Johannisbeere

Sie – ganz speziell

Sie haben in diesem Jahr zum zweiten Mal den Dorfkirchensommer in Ihre Gemeinde geholt, bei dem in jeder Kirche mindestens ein Konzert stattfand. An welche Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gerne zurück und gibt es schon Pläne für einen Dorfkirchensommer 2019?
Der Dorfkirchensommer war wieder sehr bunt. Vom Duo „con emozione“ mit einem klassischen Liedprogramm über Drehorgel in Kemnitz bis zu einer sehr amüsant, heiteren Lesung in Marquardt war das Programm sehr ansprechend. Für das nächste Jahr sind die Planungen noch nicht abgeschlossen, aber die Drehorgel wird wieder dabei sein, diesmal in Phöben. In Uetz und Marquardt wird uns das Fontanejahr beschäftigen. Vom klassischen Streichquartett über Digeridoo bis Saxomania fällt die Auswahl schwer. Lassen Sie sich überraschen.

Wie ein Musikstar sind Sie in diesem Jahr erstmals auf Tour gegangen. Unter dem Motto „Kirche unterwegs“ waren Sie den ganzen September mit Ihrem Sohn und Hund in einem 20 Jahre alten Wohnwagen in den verschiedenen Dörfern unterwegs und haben die Kirche zu den Menschen gebracht. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Die Idee verfolgt mich schon lange. Ich hatte eine Freundin, die als Clown in einem Zirkus gearbeitet hat und mir das Leben im Zirkuswagen schmackhaft machte. Außerdem kommen in die Dörfer die Wagen der Bäcker, Fleischer, Lebensmittelhändler – Warum nicht auch die Kirche? Die Pfarrbezirke werden immer größer, der Kontakt zu den Menschen ist immer schwerer zu halten, da suche ich nach neuen Wegen.

Fand die „Kirche unterwegs“-Tour großen Anklang und ist im nächsten Jahr eine Wiederholung geplant?
Ich habe noch keine Hallen gefüllt ☺ Aber das ist ja auch nicht der Sinn…
Mein Aufenthalt ist in den verschiedenen Orten unterschiedlich gut angekommen. Die Tour ist aber grundsätzlich eine richtige Idee. Nur hat diese erste „Testfahrt“ gezeigt, wo es Änderungen braucht. Zum einen werde ich nicht so lange am Stück unterwegs sein, sondern die Reisewochen auf das Jahr verteilen und vor Ort mehr Menschen besuchen. Außerdem brauche ich noch ein mobiles Büro.
Aber ich freue mich schon auf die Zeiten des Unterwegsseins – weil es für mich bedeutet, in den Orten anzukommen.

Wie viele Mitglieder hat Ihre Gemeinde? Und wie würden Sie das Gemeindeleben beschreiben?
In den fünf Gemeinden zusammen gibt es etwa 750 Gemeindeglieder. Das Gemeindeleben ist bunt. Vom „lebendigen Advent“ über Kirchenkino, Gesprächskreis, Konfirmandenunterricht, Gottesdienste, Kulturveranstaltungen bis hin zu kreativen Glaubenskursen gibt es viel zu entdecken und zu gestalten. Glücklicherweise gibt es auch Mitarbeiter, die in der Arbeit mit Kindern und der Kirchenmusik das Gemeindeleben bereichern. Wer Infos braucht findet sie in der „Brieftaube“.

Hat Ihr Sohn schon einmal den Wunsch geäußert, in Ihre Fußstapfen treten zu wollen?
Ja ☺
Aber das Schöne in der Kindheit ist ja, dass man die Freiheit des Träumens noch nicht aufgegeben hat – also vom Astronauten über den Popstar bis zum Organisten oder Pfarrer alles möglich ist.

Haben Sie als Pfarrerin einen besonderen Wunsch zu Weihnachten? 
Ich wünsche mir mehr Zeit mit meinen Lieben.
Ich wünsche mir, dass die Menschen glauben können, dass sie geliebt sind und dadurch entspannter und toleranter mit sich und anderen umgehen lernen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Dass wir alle lernen zuzuhören.
Dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben.
Dass wir tatkräftig für Verständnis und Versöhnung unter den Menschen eintreten.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Da gibt es niemanden – mich interessieren alle Menschen mit ihren Lebensgeschichten – jeder ist etwas Besonderes.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
David Safier „Jesus liebt mich“

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Nein, aber es gibt Lebensgeschichten, die regen mich an, nach eigenen Lebensbildern zu schauen. Zum Beispiel der Mut meiner Großmutter im zweiten Weltkrieg, Dietrich Bonhoeffer, der Generalsekretär der UNO Dag Hammarskjöld, Jesus …

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? 
Biene Maja (alt), Tatort

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich kann gut improvisieren – das ist Segen und Fluch zugleich – und nicht verborgen …

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja, ich liebe Tiere – Katzen und Hunde (Habe auch beides) – vor allem aber liebe ich ESEL!