Mein Werder (161): Robert Flassig

Foto: THB/S. Parsch

Kurz & knackig

Name: Robert Flassig
Alter: 37
Wohnort: Glindow
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? Seit 2016
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? Ja, wir haben vier Kinder.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist für mich eine lebens- und liebenswerte Stadt in einer wunderbaren Umgebung mit Natur, Wasser und Naherholungsmöglichkeiten für Jung und Alt. Werder ist aber auch ein Ort im Wandel. Viele junge Familien und Großraumpendler ziehen in den Ort und beleben das Stadtbild. Dadurch sind drängende infrastrukturelle Probleme entstanden, welche zeitgemäße Lösungsansätze durch die Stadtverantwortlichen erfordern. Es gilt Schritt zu halten, um Möglichkeiten zur nachhaltigen Stadtentwicklung nicht zu verwirken.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin seit Mai 2018 Professor für technische Energieeffizienz im Fachbereich Technik an der Technischen Hochschule in Brandenburg. Unsere Hauptaufgaben sind Fachkräftesicherung, Forschung und Technologietransfer für Unternehmen der Region. Meine Studenten lernen etwas über nachhaltige Energiesysteme. Das ist ein breites Feld vom konventionellen Dampfkraftwerk, über erneuerbare Energien und Brennstoffzellentechnik bis hin zu urbanen Energiesystemlösungen, deren Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Dabei hat Effizienz nicht ausschließlich etwas mit Steigerung zu tun, es hat auch etwas mit Genügsamkeit und ganzheitlichem Handeln bei gegeben Rahmenbedingungen zu tun. Neben der Lehre setze ich diese Ideen zur Energie- und Ressourceneffizienz konkret mit meinen Studenten in Industrie, Kommunen und Städten um.

Was würden Sie lieber machen?
Aktuell bin ich zufrieden. Im Semester kann ich einen wichtigen Beitrag für die gesellschaftliche Bildung leisten, und in den Ferien fahre ich mit meiner Familie Campen, um neue Energie zu tanken.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Für uns steht beides an. Riesenrad, Entenangeln und Eis auf dem Rummel, Bratwurst, Kaffee und Kuchen bei Bauer Wels am Panorama Weg.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johanna.

Sie – ganz speziell

Sie sind stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Glindow – wie kam es dazu?
Da muss ich zurück nach 2014 blicken. Wir hatten gerade unser Grundstück in Glindow erworben und sind bei der Freiwilligen Feuerwehr Glindow zufällig zum Tag der offenen Tür vorbeigekommen. Natürlich haben wir das Angebot genutzt, und so kam es schnell mit Konrad Lorentz – aktives Mitglied der FFW Glindow –  zu einem intensiven Gespräch über Löschfahrzeugtechnik und Einsatztaktiken, aber auch über die Organisation der Feuerwehr im Landkreis an sich. Konrad ließ durchblicken, dass Bedarf an Unterstützung besteht, zum einen als aktives Mitglied, aber auch als Unterstützer hinter den Kulissen. Ich meine, dass er damals schon von der Idee eines Fördervereines sprach. Ich konnte mir das gut vorstellen, da ich selbst eine Zeit lang bei den Johannitern in Hannover als Rettungssanitäter gefahren bin. Damals konnte ich im Rahmen meines Zivildienstes die Sanitäterausbildung machen. Das war eine wirklich tolle Zeit. Mit einem meiner damaligen Kollegen sind wir immer noch sehr gut befreundet. Wir haben eine richtige Ost-West Connection aufgebaut.

Wir sind 2016 nach Glindow gezogen und unser ältester Sohn kam in die Schule. Durch die Schulaktivitäten als Elternvertreter, aber auch weil mein ältester Sohn mit Konrads Tochter in einer Klasse ist, kamen wir öfter auch privat ins Gespräch. Letztes Jahr im Herbst kam dann die Anfrage von Familie Lorentz Junior, ob ich nicht aktiv mit im Vorstand arbeiten möchte. Ich war natürlich erfreut, dass mir diese Ehre zuteil wurde. Die Chance, einen örtlichen Verein aufzubauen, welcher Feuerwehr- und Jugendarbeit fördert, alt Eingesessene und neu zugezogene BürgerInnen zusammenbringt und gleichzeitig hiesige Traditionen pflegt, wollte ich mir – trotz ausgefüllter familiärer und beruflicher Aktivitäten – nicht entgehen lassen. Eine Kommilitonin hat mal zu mir gesagt: „Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich“, also habe ich mich bei der Gründungsveranstaltung zur Wahl gestellt.

Der Förderverein wirbt für Mitmacher, Fotos: privat (3)

Im September 2018 hat sich der neue Förderverein gegründet – wie ist der aktuell Stand – wo können sich noch Interessenten melden?
Die Gründung des Vereins ist nahezu abgeschlossen. Die Steuernummer ist erteilt, ein Vereinskonto besteht bereits und wir erwarten jeden Tag die Eintragung in das Vereinsregister durch das Amtsgericht Potsdam. Auf unserer Webseite www.feuerwehr-glindow.de oder auch auf Facebook @FFGlindow kann man sofort mit uns in Kontakt treten, Mitglied werden oder spenden. Jeder ist willkommen, um sich mit seinen Fähigkeiten einzubringen, aber auch Neues durch die Vereinsarbeit zu lernen.

Wie geht ihre Familie damit um, dass Sie sich intensiv um die Förderung der Feuerwehrkameraden in der FF Glindow kümmern?
Unser Lebensentwurf funktioniert nur im Team. Meine Frau unterstützt meine Projekte und ich ihre. Vieles erledige ich abends oder nachts. Außerdem kann ich meine Familie super in Aktivitäten des Fördervereines und der Feuerwehr einbinden.

Bleibt da noch Zeit für andere Hobbys?
Aber sicher. Wir haben ein tolles Vorstandsteam und bereits einige motivierte Mitglieder. Ich schaffe es regelmäßig, laufen zu gehen und manchmal sogar – da ist meine Frau deutlich konsequenter – eine Yoga Session. Zu Weihnachten haben meine Kinder und ich musiziert, Gesang und Gitarre. Mittelfristig will ich wieder mehr Wasser- und Mannschaftssport betreiben.

Welche Zielsetzung verfolgt der Verein und gibt es schon eine konkrete Planung für 2019?
Für 2019 wollen wir den Verein in seiner Struktur aufbauen, sichtbar machen und Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der FFW Glindow und hiesigen Glindower Vereinen sammeln. Für dieses Jahr haben wir deshalb bereits einen vollen Aktivitätenplan mit Jugendarbeit und direkter Unterstützung der Kameradschaft beschlossen.

Werben Sie doch mit drei guten Gründen für die Mitgliedschaft im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Glindow e.V.
Jede Gelegenheit für ein gemeinsames und besseres Miteinander ist Grund genug. Speziell für die Mitgliedschaft im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Glindow e.V. heißt das: Es tut gut, anderen in Not zu helfen. Aber: aktiv als Kamerad dabei zu sein, kommt nicht für jeden in Frage. Hier bietet der Förderverein eine Plattform für all diejenigen, welche die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr dennoch direkt unterstützen wollen.

Wer der Jugend ein Vorbild sein und Jugendangebote mitgestalten möchte, ist bei uns genauso richtig, wie Leute, die sich selbst weiterentwickeln wollen, um z.B. Erfahrung in der Organisation von Veranstaltungen oder Förderanträgen zu sammeln. Durch die Vereinsarbeit erfährt man vieles über örtliche Gepflogenheiten, Geschichten und Traditionen des Feuerwehrdienstes, und lernt dadurch auch Glindow, Werder und die Region besser kennen. Helfen ist ein wirklich tolles und gebendes Ehrenamt.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Gesundheit für jedermann. Ein vernünftiges Miteinander in Deutschland und der Welt. Viele neue motivierte und aktive Mitglieder im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Glindow.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Alexander Gerst. 

Welche Fragen würden Sie Ihm stellen?
Wie sich das anfühlt, so aus der schwerelosen Vogelperspektive die Welt zu überschauen.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Ich lese gerade zwei:
„Ich kann, ich will und ich werde: Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU und die Macht“ von K. Dunz und E. Quadbeck. Eine begleitende Berichterstattung mit Interviews, die aktuelle Einblicke in das Leben von Politikern und die letzten fordernden Jahre der Politik einschließlich Regierungsbildung und Migrationsproblematik geben.
„21 lessons for the 21st century“ von Y. N. Harari. Für mich bis jetzt (ich bin bei 2/3 des Buches) ein gelungener Blick nach vorn mit den Erfahrungen aus Vergangenem; gibt es auch als deutsche Ausgabe.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Es gibt viele, folgendes Vorbild soll hier genügen:
Barack Obama als Mensch und Politiker. Mir imponieren sein Werdergang und seine Reden: „Wir sollten alles dafür tun, damit dieses Land den Erwartungen unserer Kinder gerecht wird.“ (Attentat von Tucson, USA, 2011, Barack Obama).

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
Ich mag die Serie “Shaun das Schaf”; einfach mit den Kindern gemeinsam lachen. Bei Filmen fallen mir spontan „Gravity“ und „Can A Song Save Your Life” ein. Beides geniale Filme in den jeweiligen Kategorien Science-Fiction und Musik-Drama-Komödie.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nein, ich denke nicht.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja schon, auch wenn ich meine Frau immer aufziehe. Wir haben eine Katze, einen Kater (der ab und zu mal kommt und sich von der Nachbarschaft verköstigen lässt) und einen Hund.

Erdebergsee in Glindow
Erdebergsee in Glindow
Werder aus dem Karussell
Werder aus dem Karussell