Mein Werder (164): Michael Kassin

Michael Kassin entstammt nicht nur dem Werderaner "Uradel", sondern ist auch Karnevalist durch und durch, Fotos: Privat

Kurz & knackig

Name: Michael Kassin
Alter: 47
Wohnort: Werder (Havel)
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? Seit meiner Geburt
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? Wir haben eine Tochter, die inzwischen aber auch schon erwachsen ist.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist, dort zu wohnen und zu leben, wo andere gern Urlaub machen. Werder ist Ruhe wenn ich will, oder Leben – mit der Nähe zu Potsdam und Berlin – wenn mir danach ist. Werder hat viel Traditionelles, aber auch eine rasante Entwicklung zu einer modernen Stadt!

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite in Berlin-Mitte und leite dort eine größere Geschäftsstelle der Debeka.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts! Ich hatte das Glück, einen Beruf zu erlernen, der zu meiner Berufung wurde, und einen Arbeitgeber, für den ich auch nach fast 29 Jahren noch gern arbeite!

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Eindeutig Muckergarten! Die Gärten auf dem Hohen Weg, insbesondere bei Lindicke, oder der Panoramaweg sind die Orte, auf denen wir bei der Baumblüte die meiste Zeit verbringen!

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Eine spezielle Sorte habe ich nicht. Ich schaue immer ein wenig auf die Kruken und auf Produzenten, die einen guten Namen haben. Unter der Woche tauscht man sich ja dann auch mit anderen aus und probiert mal was, was die dann empfehlen.

Sie – ganz speziell

Wie lange bestimmt der KCW schon einen großen Teil Ihres Lebens? Das ist ja gewachsene Familientradition – hätten Sie eine Chance gehabt, sich dem zu entziehen?
Ich bin mit dem Karneval aufgewachsen. Bei meiner Geburt waren meine Eltern schon aktive Karnevalisten und ich von Anfang an dabei. Als Kind wäre es schwierig gewesen, sich dem zu entziehen, das wollte ich aber auch gar nicht. Mit den Karnevalisten war immer was los! Wenn ich als Jugendlicher dann andere Wege gegangen wäre, nicht jedes „Karnevalistenkind“ ist beim Verein und Karneval geblieben, hätten meine Eltern das sicher akzeptiert.

Warum sind Ihnen der Karneval und die damit verbundene zeitaufwendige Mitarbeit in einem Verein so wichtig?
Wie gesagt, ich bin mit dem Verein und Karneval einfach aufgewachsen und es ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich bin ja nicht (mehr) auf der Bühne aktiv, aber mir macht es einfach Spaß, hier etwas zu gestalten, zu entwickeln und zu organisieren. Und ich möchte, dass der Karneval als Teil des kulturellen Lebens in Werder auch künftig besteht. Daran arbeite ich gerne mit! 

Erinnern Sie sich an eine für Sie besonders schöne Veranstaltung?
Da gibt es sogar einige, aber ganz herausragend waren sicherlich die Veranstaltungen im November 1989 und 2010. Im November 1989 marschierten nur ein paar Tage nach der Maueröffnung die Siegburger Karnevalisten mit vollem Ornat in die Friedrichshöhe ein und der ganze Saal tobte vor Begeisterung! 2010/11 hatten wir unsere 50. Saison. Ich war Prinz und im November hatten wir nicht nur viele ehemalige Mitglieder als Gäste im Saal, sondern auch auf der Bühne. Das ganze Programm war eine tolle Mischung aus „früher und jetzt“, der Saal der Bismarckhöhe voll bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz! Es war riesig!

In der 50. KCW-Saison, 2010/11, war Michael Kassin der Prinz.

Die IG Werderaner Karnevalsvereine bereitet derzeit zum dritten Mal einen gemeinsamen Rosenmontagsball auf der Bismarckhöhe vor. Beteiligt sind der Glindower GCC, der Töplitzer TKC und der Werderaner KCW. Ist das nicht besonders schwer, alle unter eine „närrische Kappe“ zu bekommen?
Eigentlich nicht! Wir singen ja nicht umsonst “Wir sind eine große Familie“ und so ist es bei uns eben auch: In jeder Familie müssen mal Kompromisse gemacht werden, gibt es mal verschiedene Ansichten und wird mal diskutiert. Solange immer miteinander gesprochen wird, der Umgang herzlich, respektvoll und ehrlich ist und alle am gleichen Ziel und der gleichen Idee arbeiten, ist das alles machbar.

Was erwartet die Gäste am 4. März 2019?
Wir bieten ein ca. zweistündiges Programm mit Highlights der Programme der Vereine und – darauf freuen wir uns selbst sehr – wird es gemeinsame Programmpunkte der Sänger, Garden und Männerballette geben! Anschließend haben wir wieder Peats Partyband engagiert, die im letzten Jahr so gut eingeschlagen ist, dass der KCW sie gleich ganz verpflichtet hat. Die Jungs spielen eine große Bandbreite an richtig guter Livemusik, sodass für jeden auch die Gelegenheit ist, mal wieder so richtig zu tanzen. Außer dem Baumblütenball gibt es so eine Veranstaltung in Werder ja nicht mehr!

Anderes Thema: Der Name „Kassin“ gehört zu den ältesten in Werder. Wie gehen Sie damit um und wie oft haben Sie schon die Herkunft der „Kassinschen Frühen“ erklären müssen?
Na ja, wenn man sich hier irgendwo vorstellt oder bekannt gemacht wird, werde ich schon öfter auf meinen Namen angesprochen. Das macht mich selbst jetzt zu nichts besonderem, aber stolz bin ich schon darauf, hier zum Werderaner Uradel zu gehören, denn die Kassins haben die Stadt schon immer auch mitgestaltet. Wie oft ich das mit der Kassinschen Frühen schon erklärt habe, weiß ich nicht so genau. Seit ein Baum bei mir im Garten steht und wir auch einen Obstbrand haben brennen lassen, allerdings immer öfter … 😉

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
1. Gesundheit für alle Menschen
2. Mehr Freizeit und etwas weniger Hektik in meinem Leben
3. würde ich gern sicherstellen, dass es der nächsten und übernächsten Generation meiner Familie und Freunde auch künftig gut geht und die Welt nicht noch verrückter für sie wird.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Hier habe ich niemanden bestimmtes im Sinn. Ich habe durch meinen Beruf einfach viele interessante Menschen kennengelernt, sehr viel über Menschen erfahren. Das finde ich spannend und bin daher gar nicht so auf berühmte Personen aus.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Jan Stocklassas „Stieg Larssons Erbe“. In dem Buch geht es um den Mord an Olof Palme und die Recherchen dazu.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich hatte und habe beruflich und privat verschiedene Vorbilder, weil diese sich entweder in bestimmten Situationen entsprechend verhalten haben, oder in meinen Augen besonderes geleistet haben. Auch da bin ich nicht auf Berühmtheiten aus, eher normale Menschen!

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Ich schaue relativ wenig Fernsehen, sondern suche mir in den Mediatheken interessante Sendungen raus oder gehe mal ins Kino. Die Stieg Larsson-Verfilmungen fand ich gut und jüngst Bohemian Rhapsody, den Queen-Film. 

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich glaube nicht!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Für Haustiere fehlt mir schlicht die Zeit. Mir fallen allerdings manchmal besonders schöne Tiere, sowohl Hunde als auch Katzen auf, aber das ist schon alles dazu!