Mein Werder (191): Maren Sahl-Bauer

Kurz & Knackig

Name: Maren Sahl-Bauer
Alter: 36
Wohnort: Werder
Haben Sie Kinder? Ja, zwei

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein kleines Städtchen an der Havel. Das Besondere ist, dass die Havel hier richtig breit ist und sich in alle möglichen Richtungen ausdehnt – Wasser findet man hier überall und viele Seen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite selbstständig als Schmuckgestalterin und Goldschmiedin. Ich entwerfe alle Schmuckstücke selbst und stelle sie selbst her. Das ist eine wunderbare Arbeit, die mir viele Möglichkeiten eröffnet/gibt. Dadurch kann ich selbst bestimmen, was mein Schmuck mitbringen soll. Mir ist es besonders wichtig, dass meine Schmuckstücke Begleiter im Alltag sind und die Persönlichkeit der einzelnen Träger unterstreicht. Außerdem lege ich Wert auf den verantwortungsvollen Umgang mit den verwendeten Materialien. Z.B. das Gold, mit dem ich arbeite, kommt aus recyceltem Altgold. Am Nachmittag hole ich dann meist meine Kinder von Schule und Kindergarten ab und wir haben eine gute Zeit.

Was würden Sie lieber machen?
Ich mache das eigentlich alles ziemlich gern. Vielleicht würde ich gerne mehr tanzen und dann fällt mir noch sehr viel anderes ein, aber ich beschränke mich mal auf das Wesentliche.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Ich liebe mein Atelier in den Keramischen Werkstätten Glindow und den ganzen Hof dort. Und was ich an Werder so mag, neben dem Wasser natürlich, dass es so viele Orte gibt, die langsam gewachsen sind und eine Geschichte erzählen. Dass es noch Trampelpfade zwischen den Häusern gibt, versteckt an den Gärten vorbei. Da mache ich gerne einen Umweg.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf die Insel kommt man wohl als erstes… Etwas abgelegener davon, aber umso sehenswerter, ist die historische Ziegelei im Ortsteil Glindow. Früher war der ganze Glindower See gesäumt von Ziegeleien, übrig geblieben ist diese eine am Ende der Alpenstraße. Es gibt dort auch ein Museum und an einer Führung teilzunehmen, empfehle ich jedem, das ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Auf jeden Fall der Muckergarten.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Da bin ich eher auf der herberen Seite – es gibt Schlehe – den mag ich gerne.

Sie – ganz speziell

Im Juli haben Sie Ihr Schmuckatelier in den Keramischen Werkstätten Glindow e.V. eröffnet. Auf dem Gelände der ehemaligen Wassermühle arbeiten somit fünf Künstler. Wie kam es zu dieser Gemeinschaft und gibt es gemeinsame Projekte?
Die vier Keramiker haben sich auf der Fachschule für Keramikgestaltung gefunden. Ich habe Julia Winter auf meinem ersten Kunsthandwerkermarkt kennengelernt und die Sympathie füreinander und die gegenseitige Bewunderung unserer Arbeiten hat uns über Jahre Kontakt halten lassen. Als ich dann 2016 von Berlin nach Werder zog, konnte ich in Julias Werkstatt zur Untermiete arbeiten. Seit Juni habe ich die ehemalige Werkstatt von Mike Wagner übernommen.
Wir veranstalten jedes Jahr am letzten Novembersonntag eine gemeinsame Ausstellung auf dem Hof und zum Kirsch- und Ziegelfest in Glindow gibt es bei uns ein Sommerfest. Zu diesen Anlässen laden wir befreundete Künstler ein und natürlich gibt es immer auch etwas Feines für das leibliche Wohl.

Ihre Schmuckstücke sind allesamt Unikate. Wie kann man sich den Entstehungsprozess im Atelier vorstellen?
Wenn ich eine komplett neue Idee entwickle, ist das meist eine schwere Geburt. Ich habe ein Bild von etwas und dann wird probiert und verworfen, liegen gelassen und wieder in die Hand genommen. Vieles bleibt liegen und manches bringe ich zu einer Form, die in viele Richtungen funktioniert. Ist dies einmal gefunden, freue ich mich sehr, denn dann geht es mir leicht von der Hand, dann wird abgewandelt und kombiniert, das macht viel Spaß.

Sie haben 2002 eine Ausbildung zur Pantomime gemacht. Beschreiben Sie uns in Worten wie es dazu kam.
Das ist schwer 😉 Ich wollte eigentlich immer tanzen, aber wenn man mit 19 Jahren erst aus der Schule kommt, ist es für den Bühnentanz etwas spät, das dachte ich jedenfalls damals. Ich habe in dieser Zeit eine klassische Pantomimen-Aufführung gesehen und war begeistert. Das ist ja wie Tanz, nur dass der Körper den Rhythmus selbst bestimmt. Also habe ich mit viel Leidenschaft die Ausbildung begonnen und mich dabei Richtung Tanz orientiert.

Man kann Sie auch auf Märkten besuchen. Wo finden wir Sie demnächst?
Auf dem Kunsthandwerkermarkt „Kunst trifft Handwerk“ in Frohnau.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Das geht leider nicht, sind schon alle tot.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
„Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich bewundere immer wieder Menschen für verschiedene Dinge, aber ich glaube ich hatte noch nie ein Vorbild in dem Sinne, dass ich jemanden es gleich tun wollen würde.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich tanze Balboa, ist jetzt aber weniger überraschend 😉

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Mir sagt das unabhängige Gemüt der Katze mehr zu. Aber ich mag die meisten Tiere.