Mein Werder (194): Serina Wick

Kurz & Knackig

Name: Serina Wick
Alter: 62
Wohnort: 14542 Werder / OT Töplitz
Haben Sie Kinder? Mein Mann und ich haben zwei wunderbare Töchter, die fest im Leben stehen, sich ebenso tolle Männer gesucht haben und uns im Februar das 3. Enkelkind schenken werden. Das Älteste wurde gerade eingeschult.
Seit wann sind Sie in Töplitz zu Hause? Seit 1980!

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein beschauliches Städtchen mit stetigem Bevölkerungszuwachs in sehr erholsamer Symbiose von Natur und urbanem Umfeld bis hin in alle Ortsteile. Töplitz als ehemalige Kirschinsel und einzige Insel Deutschlands mit direktem Autobahnanschluss erfüllt alle Bedingungen für ein glückliches Leben. Über Kindertagesstätte, Grundschule, Einkaufsmöglichkeiten, Handwerksbetriebe, Kirche und einem intakten Vereinsleben können sich Einheimische wie auch Touristen schnell vernetzen. Potsdam und Berlin werden nicht wirklich vermisst. Nie stellte sich der Wunsch nach einem Ortswechsel bei uns ein!

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich gehe seit über 55 Jahren zur Schule und habe es nie bereut! Ich lasse mich bilden und reiche Wissen weiter.

Was würden Sie lieber machen?
Dazu gibt es bald „Perspektiven“! Freizeit genießen und aktiv sein zu wollen… in jeder Hinsicht!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Es gibt eine Vielzahl wunderschöner naturbelassener Räume nicht nur entlang der Havel. Darüber hinaus verweile ich gern auch in der Altstadt, am liebsten jedoch im eigenen Garten.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Nach dem Baumblütenumzug raus in die Gärten und Höfe.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Querbeet; als saisonaler trockener „bunter“ Wein!

Sie – ganz speziell

Am 26. September wurden Sie an der Inselschule Töplitz als Rektorin in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Können Sie Ihre Laufbahn und die vergangenen Jahre für uns Revue passieren lassen?
Ja gerne! Nach dem Abitur 1976 am Bautzener „Friedrich-Schiller-Gymnasium“, damals als Erweiterte Oberschule/EOS bezeichnet, zog es mich zum Sport-/Geografie Studium an die Humboldt-Universität Berlin. In Töplitz konnten mein Mann und ich 1980 eine sogenannte Lehrerwohnung beziehen, obwohl die Stelle an der damaligen POS „Ernst Schneller“ bereits vergeben war. Damals sicher kein Problem! Zwei Sportlehrerinnen teilten sich auch den Unterricht in Geografie. Astronomie erteilte ich zusätzlich. Unterrichtsausfall war bis 1989 nicht zu beklagen. Jeweils im Wechsel wurde die „Familienvergrößerung“ vollzogen. Beide Fächer zählten wohl auch deshalb zu den Lieblingsfächern vieler Schüler.
Im Wendejahr wurde ich als stellvertretende Schulleiterin zur Schulleiterin der damaligen POS beauftragt, die ich als berufene Leiterin der Grundschule ab 1990/91 28 Jahre führte. Seit 1993 trägt sie den Namen „Inselschule“.

An welche Momente an der Inselschule Töplitz denken Sie am liebsten zurück?
Seltsamerweise an die Schwierigen! Die Schule in Töplitz zu erhalten, stand außer Zweifel. Kommunale Gebietsreformen und anfängliche rückläufige Schülerzahlen erschwerten den Start. Eine Gemeinschaft von Eltern, Freunden und Kommunalvertretern kämpfte mit dem Lehrerteam um den Erhalt des Schulstandortes. Grubener, Golmer, Phöbener und Werderaner schätzten das Schulprofil „Eine Schule für alle“ und belohnten uns mit dem Zugang ihrer Kinder. Dankbar und mit der Freude an der Arbeit wuchsen wir über uns hinaus und schufen ein inhaltlich vielseitiges anerkanntes Schulprogramm.

Gab es auch schlimme Erlebnisse während Ihrer Laufbahn?
Zum Glück keine!

Haben Sie schon Pläne für die nächsten Jahre? Haben Sie Hobbys, denen Sie nachgehen?
Viele! Dafür wird wohl die Zeit kaum reichen. Aktiv Gipfel erklimmen, um die Welt von oben erblicken zu können, ist auch zukünftig unser Plan. Darüber hinaus „Wasser mit Bewegung“ zu verknüpfen, wird uns fordern!

Hat sich im Laufe Ihrer Lehrerlaufbahn das Bild vom klassischen Lehrer geändert?
Grundsätzlich nicht! Pädagogisches Agieren durch Methodik, Didaktik und den fachwissenschaftlichen Kenntnis-und Könnenserwerb in den Fächern war und ist für das erfolgreiche Lernen unverzichtbar. Neue Sichtweisen ermöglichen heute differenziertere Vorgehensweisen, die nicht immer zielführend sein müssen. „Eine Schule für alle“ bedeutet Respekt und Anerkennung der Lehrer- und Schülerleistungen gleichermaßen! Hinderlich sind Raumnot und die leider noch immer nicht genügend zugewiesenen Lehrerstunden für erforderliches schülerorientiertes Lernen.

Was möchten Sie jungen Lehramtsstudenten mit auf den Weg geben?
Mut, Zuversicht niemals verlieren, persönliche Stärken im Studium und Referendariat erkennen, um mit optimalen Voraussetzungen in die Praxis einsteigen zu können. Es gibt keine „schwere“ Arbeit, es sei denn, man fühlt sich tatsächlich fehl am Platze!

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Weltfrieden, respektvolles Miteinander in der Gesellschaft und Gesundheit für die Familie!

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Diese muss ich nicht persönlich treffen! Dafür sind alle viel zu wichtig! Berühmt kann jeder werden, der an seinem Platz „Gutes“ tut!

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Nach „Unter Leuten“/Juli Zell und „Die Tote im Wannsee“/Lutz Willhelm Kellerhof nun die berührende Lebensgeschichte von Tino und Antje Kässner als Autoren, die 2002 im Afghanistankrieg im Einsatz waren und nach ihrer Rückkehr in ein neues Leben finden müssen. Mein Mann und ich hatten im Sommer Gelegenheit, diesen Ausnahmeathleten als Paraolympikteilnehmer und heute als Guide auf einer Mountainbiketour durch die Alpen kennenlernen zu dürfen. 

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Vorbilder sind heute ganz klar meine beiden Töchter. Es ist beeindruckend, wie sie Beruf, Familie und ihre wissenschaftliche Arbeit organisieren und ihren großen Freundeskreis pflegen.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Denke schon, zumindest sagt man mir u.a. nach, ich sei in der Gestaltung unseres Gartens kreativ! Ideen gehen mir selten aus, aber nicht nur dort!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich achte Tiere, muss sie aber nicht lieben!