Mein Werder (197): Doreen Recknagel

Kurz & Knackig

Name: Doreen Recknagel
Alter: 38 Jahre
Wohnort: Werder (Havel) OT Glindow
Haben Sie Kinder? Ja, zwei Jungs, knapp zwei und fünf Jahre alt


Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein toller Ort, den jeder mal besucht haben muss! Ganz besonders wenn die zahlreichen Obstbäume blühen, im Sommer, wenn die Sonne in den zahlreichen Gewässern glitzert oder im Herbst, wenn der Wein auf den Weinbergen geerntet wird. Aber auch im Winter, vor allem wenn die Havel zugefroren ist, lohnt sich ein Besuch in unserer wunderschönen Stadt.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Teamleiterin in einem großen Berliner Unternehmen und verantworte verschiedene Zollthemen, die bei der Ausfuhr von Teilen oder Baugruppen relevant sind. Hier geht es einerseits um die Klärung der EU-Wertschöpfungskette, um mögliche Zollersparnisse zu generieren, andererseits um Erklärungen, die zur Erfassung des tatsächlichen Warenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft dienen.

Was würden Sie lieber machen?
Diese Themen gewinnen nicht nur immer mehr an Bedeutung, sondern sind wegen der ständigen Anpassungen auch immer wieder super spannend. Hinzu kommt, dass ich ein super Team habe. Von daher kann ich mir aktuell keinen anderen Job vorstellen!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Die Insel: Hier gibt es so viele tolle Orte für jeden von uns. Egal ob allein, zu zweit oder mit der Familie. Und wenn es der Platz auf dem familieneigenen Steg ist.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf unserem Weinberg, der nördlichst weingesetzlich erfassten Reblage der Welt.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Ganz klar der Muckergarten, da ich auch aus einer Muckerfamilie komme. Meine Großeltern hatten selbst einen Obstanbaubetrieb, wo ich früher auch gern mit auf den Plantagen war. Aber auch privat gehört ein Garten mit seinen Leckereien immer für mich dazu.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Ich mag nicht so süße Obstweine, kann dementsprechend Erdbeerwein so gar nichts abgewinnen. Dieses Jahr fand ich den halbtrockenen Kirschwein bei Lehnst echt lecker!

Sie – ganz speziell

Im letzten Jahr haben Sie aktiv dazu beigetragen, dass der Kita-Elternbeirat Potsdam-Mittelmark gegründet wird. Welche Aufgaben und Ziele verfolgen Sie und Ihre Mitstreiter?
Es ging uns letztendlich darum, dass wir Eltern mittels eines entsprechenden Gremiums in allen wesentlichen, die Kindertagesbetreuung betreffenden Fragen vom örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe gehört werden möchten. In den vergangenen Jahren hat sich viel in der Kindertagesbetreuung und bei den Bedürfnissen der Eltern verändert. Und so galt es, die geltende Kannbestimmung im Brandenburger Kitagesetz mit den Forderungen von uns Eltern zu untersetzen und die Grundlage für Mitbestimmung zu legen. In der Zwischenzeit hat auch die Politik die Notwendigkeit erkannt und die Kreiselternräte ab 1. August 2019 als festen Bestandteil mit entsprechenden Rechten im Kitagesetz verankert. Das freut uns sehr und gibt uns noch mehr die Möglichkeit, uns einzubringen.
Der Elternbeirat vertritt die Interessen aller im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Tagesbetreuung betreuter Kinder sowie ihrer Sorgeberechtigten, insbesondere gegenüber den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Weiterhin unterstützen wir die Elternvertreter der Kindertagesstätten und vertreten mit ihnen gemeinsam die Interessen der dort betreuten Kinder und ihrer Eltern auch gegenüber dem jeweiligen Träger der Einrichtung und der zuständigen Kommune.
Ebenfalls motivieren wir die Eltern zur Teilnahme an der aktiven Elternarbeit in der Kindertagesbetreuung sowie in den einschlägigen Gremien im Landkreis Potsdam-Mittelmark, fördern sie dabei und unterstützen den Aufbau demokratischer Mittbestimmungsstrukturen in den Einrichtungen.
Jede Kindertageseinrichtung in Potsdam-Mittelmarkt kann aus ihrer Mitte eine Vertreterin oder einen Vertreter als Mitglied für den KiTa-Elternbeirat Potsdam-Mittelmark wählen und entsenden. Weiterhin engagieren wir uns im Landeselternbeirat.
Unsere Ziele sind einerseits die Verbesserung der pädagogischen, personellen, finanziellen, räumlichen und ernährungsphysiologischen Situationen in den Einrichtungen der Tagesbetreuung, aber auch die Sicherstellung einer angemessenen Finanzierung der Kindertagesbetreuung sowie die Förderung und Unterstützung einer transparenten Vergabe von Kitaplätzen in kommunaler Trägerschaft. Auch die Förderung der Kommunikation, des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen den für die Tageseinrichtungen zuständigen Organen und Fachbereichen im Landkreis PM, den Trägern der Einrichtungen, den Elternvertretern in den Kindertagesstätten-Ausschüssen nach §7 Abs. 1 KitaG, den Sorgeberechtigten und den sonstigen Beteiligten gehört zu unserer Zielsetzung. Ganz wichtig sehen wir die Förderung des Austauschs und der Weitergabe von Erfahrungen und Informationen von Elternvertretern der Einrichtungen für Kindertagesbetreuung im Landkreis Potsdam-Mittelmark untereinander und dafür setzen wir uns ebenfalls fest ein.

Sie haben zwei Kinder, arbeiten beruflich in Berlin und sind im Kita-Elternbeirat Potsdam-Mittelmark aktiv. Wie bringen Sie alle Tätigkeiten unter einen Hut?
Zugegeben ist das manchmal gar nicht so einfach. Allerdings habe ich eine tolle Familie, die mir immer den Rücken freihält und mich von Beginn an immer bei meinem Vorhaben unterstützt hat.
Um im KiTa-Elternbeirat die Arbeit auf möglichst vielen Schultern zu verteilen, haben wir uns bei der Gründung ganz bewusst für einen fünfköpfigen gleichberechtigten Vorstand entschieden. Unsere Vorstandssitzungen halten wir aktuell einmal monatlich via Skype ab, um auch hier möglichst wenig Wegezeiten für jeden Einzelnen zu verursachen.
Aber das wichtigste für mich ist, dass wir nur gemeinsam für unsere Kinder Veränderungen auf den Weg bringen können und das spornt immer wieder aufs neue an.
Viele Themen, die uns und viele andere Eltern gerade beschäftigen, sind so nicht hinnehmbar und müssen gezielt angegangen werden. Werder (Havel) hat beispielsweise den größten Fehlbedarf an Betreuungsplätzen im ganzen Landkreis. Jede Familie ist froh, einen der begehrten Plätze zu erhaschen. ABER laut Kitagesetz haben unsere Kids ab Vollendung des ersten Lebensjahres nicht nur einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz, nein sogar ein Wahlrecht.

Sie sind eine der größten Kritikerinnen, wenn es um Kita-Angelegenheiten in Werder (Havel) und Umgebung geht. Was wünschen Sie sich von den Verantwortlichen für die Zukunft?
Ich wünsche mir mehr Transparenz und dass wir Eltern auch in unserer Stadt im zuständigen Gremium (Ausschuss für Soziales, Sport, Kultur, Bildung und Ordnung) in allen wesentlichen, die Kindertagesbetreuung betreffenden Fragen gehört und nicht – wie so oft – vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Hierzu zählt für mich auch ein von der Stadt organisiertes, regelmäßiges Treffen von Mitgliedern der verschiedenen Kita- und Hortausschüssen. Denn viele Themen betreffen nicht nur die einzelnen von der Stadt geführten Einrichtungen, sondern alle.

Und gibt es auch etwas, dass Sie sich von anderen Eltern wünschen?
Natürlich habe ich auch Wünsche an die Eltern. Sich aktiv für die einzelnen Themen rund um die Betreuung ihrer Kids zu interessieren und nicht gleichgültig die Erziehung an die Einrichtungen zu schieben. Wir haben eine gemeinsame Aufgabe, wo jeder ein Teil einer Erziehungspartnerschaft ist. Nur gemeinsam können wir das Beste für unsere Kinder und die Einwohner Werders von morgen erreichen. Deshalb sollte auch positive Kritik offen an die Einrichtungen herangetragen werden und nicht immer nur negatives.

Wie nutzen Sie Ihre wenige Freizeit am liebsten?
Gern unternehme ich dann mal etwas mit meinem Mann allein. Auch etwas Sport und Treffen mit Freunden gehören dazu. Aber ein entspannter Abend bei einem guten Glas Wein und einer selbst gebackenen Pizza hat auch seinen Charme.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
1) Mehr Zeit für meine Familie
2) Manchmal etwas mehr Zeit für mich
3) Dass unser Baumblütenfest zu seinen Wurzeln zurückkehrt und es wieder ein schönes Familienfest wird, was nicht so negativ in der Presse in Erscheinung tritt. Es gehört nun einmal zu unserer Heimat dazu!

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Hm, keine Ahnung.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Seit langem Sebastian Fitzek „Das Paket“. Nur leider haben immer wieder andere Bücher wie „Die Raupe Nimmersatt“ oder ähnliche Vorrang 😉

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich, als zweifache Mutter, finde immer wieder beeindruckend, was Alleinerziehende täglich leisten und schaffen. Das beeindruckt mich sehr!

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Serien sind schon lange out, da ich meine Zeit lieber sinnvoller verbringe. Bei Filmen stehe ich nicht auf Horror oder Abstraktes, was so völlig weltfremd erscheint.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Wenn ich mal Zeit habe, nähe ich gern. Damit habe ich begonnen, als unser Großer geboren wurde. Ich habe mir alles selbst beigebracht und finde es nicht nur toll, sondern auch entspannend.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
KATZE! Vor allem unsere dreifarbige Diva Klara, die zweite mussten wir leider vor kurzem über die Regenbogenbrücke gehen lassen.