Mein Werder (199): Hendrik Scholz

Kurz & Knackig

Name: Hendrik Scholz
Wohnort: auf einem Motorschiff vor der Insel von Werder (Havel)
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit 20 Jahren
Haben Sie Kinder? Ich habe einen Sohn, der mit seiner Familie in Mannheim wohnt.

Über unsere Blütenstadt

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein genialer Lebensort mit kleinen Schönheitsfehlern. Aber das macht auch den besonderen Charme dieser Stadt aus. Denn etwas, was nur schön ist, wird schnell langweilig.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Werbegrafiker und Inhaber zweier Agenturen. Wir haben Kunden in sechs Bundesländern. Wir vermarkten Produkte und Dienstleistungen im Printbereich und im world wide web.
Zweimal im Jahr bin ich zudem Veranstalter von “Rock ‘n Church” in der Heilig-Geist-Kirche auf der Insel. Und in meiner Freizeit treibe ich intensiv Sport, bei dem dann ab und zu auch mal was “in die Brüche” geht.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts. Mein Beruf und meine Freizeit erfüllen mich zu 100 Prozent.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Ja habe ich, aber den verrate ich nicht 🙂

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf der Havel, auf der Insel und den Glindower Alpen und natürlich in den neu entstandenen Havelauen am Hafen und der hoffentlich bald fertiggestellten Blütentherme.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Auf jeden Fall in den Gärten.

Sie – ganz speziell

In diesem Jahr fand bereits zum 17. Mal „Rock ‘n Church“ in Werder (Havel) statt. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Rockmusik in einer Kirche aufzuführen?
Ich bin Atheist und habe schon immer bedauert, dass die Kommunikation zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen kaum stattfindet. Was gibt es da für einen besseren Ansatz, als Leute mit Musik zusammen zu führen? Unser leider nicht mehr in diesem Amt tätige Pfarrer Georg Thimme sagte einmal: “Kirche hat schon immer etwas mit Musik zu tun und es steht nirgends etwas darüber, welche das sein muss.” Da ich selbst seit meiner frühesten Jugend Rockmusik einsauge, damals über den RIAS oder den SFB, war die Idee schnell geboren.

Wie hat sich die Resonanz für dieses besondere Event in den letzten Jahren entwickelt?
Es kommen mittlerweile Fans aus mehreren Bundesländeren extra zu diesem Event. Wir haben Besucher aus NRW, Hessen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern … Die Resonanz ist einfach überwältigend.

Welche Erfahrungen nehmen Sie aus den vergangenen 17 Aufführungen von „Rock ‘n Church“ mit?
Eine absolut friedliche und respektvolle Atmosphäre. Mein größter Lohn sind die vielen glücklichen Augen. Freitags und samstags beim Aufbau kommen sehr viele Touristen aus ganz Deutschland. Nach ungläubigen Blicken kommt immer eine große Bewunderung über diese Aktivitäten und die Toleranz der hiesigen Gemeinde. Ich habe schon mehrere Einladungen in andere Gemeinden und Bundesländer bekommen, auch dort diese Konzerte durchzuführen. Da ich das nicht aus kommerziellen Gründen mache, bleibt dieses Event eine Marke, die ausschließlich auf der Insel Werder zu finden ist.

Welche Musik hören Sie gerne und spielen Sie selbst auch ein Instrument?
Ich glaube, der erste Teil der Frage ist schon beantwortet. Seit einem Jahr nehme ich Bongo Unterricht und lerne fleißig diese komischen schwarzen Zeichen auf den fünf Linien. Das Ziel ist, im nächsten Jahr mit meinem wilden Schlagzeuglehrer ein paar Takte des Schlagzeugsolos aus “In a gadda da vida” zu spielen. Ihr könnt gerne jetzt schon mal anfangen zu lachen 🙂

Wir haben gelesen, dass Sie auf einem Motorschiff leben. Können Sie uns hiervon kurz erzählen?
Ich bin auf dem Wasser in Köpenick groß geworden und seit ca. zehn Jahren wohne ich auf einem Motorschiff. Mein gesamter Lebensbereich inkl. Büro befindet sich darauf. Man lernt einfach, sich mit seinem Hab und Gut auf das Nötigste zu beschränken und genießt den Wohlstand des Wenigen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Ich habe nur einen: Ich möchte gerne so lange wie möglich weiter leben wie bisher. Die zwei restlichen Wünsche gebe ich gern an die weiter, die es nicht so gut haben wie ich.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Jimi Hendrix

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
“So managt die Natur” von Matthias Nöllke. Sehr empfehlenswert, vor allem für Unternehmer.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Oh, da ziehe ich mir zuviel rein. Das wechselt ständig.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Das Verborgene kenne ich ja leider nicht.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja sehr. So sehr, dass ich außer Mücken nichts umbringen kann. Zu der “Entwederoderfrage”: Katzen. Sie machen einfach, was sie für richtig halten. Da fühle ich mich verwandter.