Mein Werder (209): John Benad

Kurz & Knackig

Name: John Benad
Alter: 41
Wohnort: Werder (Havel)
Wie lange leben Sie schon in Werder? seit elf Jahren
Haben Sie Kinder? Ja zwei, einen Jungen (10) und ein Mädchen (6)

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Ein Ort, an dem man ankommt und dann unbedingt bleiben möchte. Für mich auf der Welt „the best Place to be…“
Werder hat für jeden etwas zu bieten und ist vielseitig – wem das nicht reicht, für den sind Potsdam oder Berlin direkt um die Ecke.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Das, was mir Spaß macht: Ich betreibe zwei junge Unternehmen, die Marktgut GmbH – ein Beratungsunternehmen zur Optimierung von Unternehmensprozessen, und die wohlvertraut GmbH, welche sich mit Lösungen zum besseren Umgang mit zukünftigen Versorgungproblemen beschäftigt. Daneben versuche ich natürlich auch, möglichst viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen. 

Was würden Sie lieber machen?
Nichts würde ich lieber machen, nur mehr von allem, was ich schon mache. Dazu fehlt mir leider oft die Zeit ☺

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Bei Sonnenuntergang mit dem Boot auf der Havel, den Blick auf die Insel gerichtet.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf der Insel, aber auch die Promenade in den Havelauen muss man gesehen haben. Solche Orte, wie das Duval, Scala oder Colonial Café, machen Werder genauso aus, wie das Strandbad oder die Eisläden.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Muckergarten, zusammen mit den richtigen Leuten und guter Livemusik.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johanna

Sie – ganz speziell

Sie haben die digitale Versorgungsplattform „wohlvertraut“ gegründet. Können Sie uns etwas über die Entstehung und die Idee hinter „wohlvertraut“ erzählen?
Das ist nicht so leicht zu erklären. Ein Beratungsmandat hat mich in die Gesundheitsbranche geführt. Danach hat sich meine Sicht auf die Gesundheitsversorgung verändert. Leider geht durch Komplexität, durch Fachkräftemangel und finanziellen Druck die konsequente Fokussierung auf den Menschen oft verloren. Menschen sind bei der Kommunikation ihrer Bedürfnisse oft auf sich gestellt und manchmal auch überfordert. Den Menschen in den Mittelpunkt einer komplexen Struktur aus Krankenkassen, Dienstleistern, Versorgern, Angehörigen und gemeinnützigen Einrichtungen zu setzen, ist die Basis der Arbeit von wohlvertraut. Das Ziel der wohlvertraut-App ist es, den Menschen ein Netzwerk zur digitalen Kommunikation ihrer Bedürfnisse zu geben und damit ihre Versorgung abzusichern. Dies bringt sowohl für Betroffene als auch für die Angehörigen und Versorger viele Vorteile mit sich.

Unter der Überschrift „Gemeinsam gegen einsam“ möchten Sie – nicht nur – ältere Menschen aus der Einsamkeit holen. Wie kann man sich das genau vorstellen?
Nachdem wir im letzten Jahr im Netzwerk „Älter werden in Potsdam“ aufgenommen wurden, ist uns aufgefallen, dass es in Werder so etwas „Stadtorganisiertes“ nicht gibt. Wir haben uns mit dieser Aktion motiviert gefühlt, gemeinsam mit der Stadt und Versorgern der Stadt auf das Problem aufmerksam zu machen. Wir möchten nicht nur Menschen einbeziehen, die einsam sind, sondern vielmehr das Thema aufgreifen, um Menschen durch gemeinsame Aktivitäten, Events und Angebote zum Miteinander zu bewegen. Das Wort „alt“ stört mich etwas, denn niemand möchte sich alt fühlen. Meiner Meinung nach handelt es sich einfach um Menschen, welche viel Erfahrung und Kraft mitbringen, um unsere Gesellschaft zu bereichern. In unserer Stadt gibt es viele Vereine, ehrenamtliche Möglichkeiten, kreative Ideen und Familien, denen diese Erfahrung zu Gute kommen kann.

Welche Veranstaltungen haben Sie für dieses Jahr geplant und welche Partner haben Sie hierfür an Ihrer Seite?
Die in der Vorweihnachtszeit gestartete Aktion „Gemeinsam gegen einsam“ spiegelt sich nicht nur in Events wider, sondern ist viel mehr etwas, was auch langfristig bestand haben soll. Ich möchte Ihnen dafür gerne zwei Beispiele nennen: die Seniorenresidenz Glindow öffnet beispielsweise jeden Dienstag die Türen zum gemeinsamen Spielenachmittag für alle Interessierten. Auch andere große Versorgungseinrichtungen wie die AWO mit zwei Standorten in Werder, oder das Haus am Zernsee öffnen mittags ihre Tore für jedermann, sodass niemand allein zu Hause essen muss. Es gibt schließlich einen großen Unterschied zwischen der bloßen Nahrungsaufnahme und einem gemeinsamen Essen. Zu unseren Partnern gehören die Stadt Werder (Havel), die AWO, Ernst von Bergmann sozial gGmbH, Blütentraum und viele weitere Versorger und Unterstützer.
Offiziell haben wir die Aktivitäten bis Ende Januar geplant. Anfang Februar wollen wir alle Unterstützer und Interessierte auf einem Event zusammenbringen und gemeinsam die Aktion bis hierher reflektieren und überlegen, wie es künftig weitergehen kann.
Ich persönlich denke, dass wir noch ganz am Anfang sind. Wir wünschen uns noch viele weitere Aktionen und Projekte, zum Beispiel denken wir dabei an einen Austausch zwischen Jung und Alt bezüglich der Digitalisierung (dabei sollen die älteren Menschen von der jüngeren Generation lernen, aber unbedingt auch umgekehrt).

Wieso liegt Ihnen dieses Thema so sehr am Herzen?
Wahrscheinlich liegt das an meinem Verständnis von Gerechtigkeit und an meinem Sinn für Innovationen. Damit sich alle so wohl wie möglich fühlen können, sollten wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen, denn die Chancen dafür sind vielfältig und vielschichtig.

Gibt es noch weitere regionale Projekte, bei denen Sie sich sozial engagieren?
Ich schau mich immer wieder um, ob es gute und spannende Themen gibt. Leider fehlt mir oft die Zeit, mich in der Tiefe mit allen interessanten Projekten zu beschäftigen.
Aber falls jemand Interesse oder Ideen hat, unser Projekt zu unterstützen, dann würde ich mich über einen direkten Kontakt sehr freuen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Für mich: Einen Tag, der mehr als 24h hat.
Für alle: Dass niemand einsam ist. Mehr gegenseitigen Respekt.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Das ist schwer, ich habe schon viele beeindruckende Menschen getroffen. Es ist nicht wichtig, ob der- oder diejenige berühmt ist oder nicht. Ich treffe gerne interessante Menschen, ob berühmte Menschen auch wirklich immer interessant sind…?

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson aus Schweden.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Vorbilder oder Beeinflusser (heute Influencer) habe ich viele, mit jedem verbinde ich eine eigene Vorstellung und Geschichte. Dass man selbstständig handeln kann, das hat mich mein Vater gelehrt. Verlässlichkeit und Fleiß hat mir meine Mutter vermittelt. Mut zum Gestalten bekam ich durch meine ersten Chefs, mit denen ich heute eng befreundet bin. Meine Familie und meine Frau vermitteln mir jeden Tag aufs Neue, einen positiven Blick auf das Leben zu haben. Durch meine Kinder sehe ich die Dinge zudem immer wieder aus einem anderen Blickwinkel.Mich selbst zurückzunehmen, habe ich von meinem Freund Karsten gelernt, der seine Frau Katerina Belkina erfolgreich unterstützt.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Nein, ich habe gerade erst Netflix für mich entdeckt.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nein

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja, ich mag Hunde. Deshalb haben wir auch einen Bürohund namens Eddi.