Mein Werder (211): Dr. Klaus Froh

Historiker und Vorsitzender des Heimatvereins: Dr. Klaus Froh. Foto: wsw

Kurz & Knackig

Name: Dr. Klaus Froh
Alter: 80 Jahre
Wohnort: Werder (Havel)
Wie lange leben Sie schon in Werder? seit 24 Jahren
Haben Sie Kinder? Ich habe drei erwachsene Töchter, drei Enkel und zwei Urenkel.


Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine schöne, liebenswerte, wachsende und interessante Stadt mit Historie, viel Wasser und Wäldern.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Rentner, habe einen Garten, schreibe und recherchiere zu heimatgeschichtlichen Themen und bin noch Vorsitzender des Heimatverein Werder (H.) e.V.

Was würden Sie lieber machen?
Lesen, in Archiven recherchieren oder im Garten arbeiten.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder?
Ja, es ist die Spitze des Weges am Stichkanal in den Havelauen zur Havel.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf der Insel mit Besuch der „Heilig-Geist-Kirche“ und im Inselatelier von Wilfried Mix in der Fischerstraße 60.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Auf der Freifläche des Obsthofs Wache an der Havel.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johannisbeere oder Holunder.

Sie – ganz speziell

Sie sind mit ganzem Herzen mit der Geschichte von Werder (Havel) verbunden. Woher kommt Ihr Interesse für die Historie und können Sie uns Ihren Werdegang kurz erläutern?
Während meiner Armeezeit hat mich die Militärgeschichte sehr interessiert. Nach dem Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin habe ich ein Geschichtsstudium am damaligen Institut für Militärgeschichte der DDR absolviert und dort später promoviert. Seit 2001 bin ich Mitglied und seit September 2003 übte ich die Funktion des Geschäftsführer des Heimatverein Werder (H.) e.V. aus. Im Februar 2009 wählten mich die Mitglieder des Vereins dann zu ihrem Vorsitzenden.

Ende November 1990 gründete sich der Heimatverein Werder (Havel) e.V. neu. Können Sie uns etwas über die Anfänge des Vereins, seine Ziele und seine Entwicklung in den vergangenen Jahren erzählen?
Bereits 1980 gründete sich der Heimatverein in Werder, damals noch unter der Ägide des Kulturbundes der DDR und Dr. Baldur Martin übernahm den Vorsitz in der Arbeitsgruppe Heimatgeschichte. Wir feiern in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen unseres Vereins. Ziel unseres Wirkens war von Anfang an, die Bürger unserer Stadt stärker mit der Heimatgeschichte ihrer Stadt vertraut zu machen. Das Interesse an Heimatgeschichte spiegelt sich auch in der kontinuierlich wachsenden Anzahl der Mitglieder unseres Vereins wider, der gegenwärtig 65 Mitglieder hat. Das Besondere am Verein sind das Zusammengehörigkeitsgefühl und sich unter Gleichgesinnten austauschen zu können. Dazu tragen auch die jährlichen Exkursionen zu geschichtlich interessanten Orten bei. Eine gute Verbindung hat der Verein zum Theater Comédie Soleil, schon zweimal konnten wir mit dem Theaterensemble eine Theateraufführung mit unserer jährlichen Weihnachtsfeier zusammen führen. Drei Mitglieder des Heimatvereins (Dr. Martin, Dr. Meißner und ich) sind Herausgeber und zugleich neben vielen Fachautoren auch Autoren der siebenbändigen 700-jährigen Ortsgeschichte von Werder. All dies wäre ohne finanzielle Unterstützung der Stadtverwaltung nicht möglich.

Neben dem regelmäßig stattfindenden Stammtisch und der Beteiligung an verschiedenen Projekten bestimmen die beliebten „Werderaner Gespräche“ den Vereinsalltag. Woher stammt die Idee, über das Jahr verteilt Experten zu bestimmten Themen, die die Blütenstadt betreffen, referieren zu lassen?
Die Idee der monatlichen „Werderaner Gespräche“ stammt von der ehemaligen Vorsitzenden des Heimatvereins Frau Tamara Deutsch. Sie sind fester Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Die meisten Vorträge/Gespräche haben einen Kulturhistorischen-Brandenburgischen-Hintergrund und es gelingt uns immer wieder, Sachkompetente Referenten dafür zu gewinnen. Die Veranstaltungen finden an jedem dritten Dienstag des Monats im Schützenhaus auf der Insel statt, außer im Juli, August und Dezember.
Dr. Martin ist der Inspirator (Ideengeber) der Herausgabe der Publikationsreihe “Heimatgeschichtliche Beiträge”, die jährlich in der Vorweihnachtszeit erscheinen und zu einem Renner geworden sind.

Können Sie uns einen Ausblick über die Themen in 2020 geben?
Als ersten Referenten in diesem Jahr konnten wir am 21. Januar Eik Mellin begrüßen, der uns Wissenswertes über die vergessene Gerlachshöhe schilderte. Am 18. Februar wird Herr Ronald Weigel über das Thema “Bundestrainer, Gehen & Marathon” erzählen, am 17. März erfahren wir von Herrn Dieter Meyer im zweiten Teil von “1025 Jahre Geltow” Interessantes zur Heimatgeschichte des Ortsteiles Wildpark-West. Mit Herrn Karl-Heinz Arians geht es am 21. April bei “Frühling im Rucksack” durch fünf europäische Länder. Am 19. Mai sind wir mit den Werderaner Gesprächen ausnahmsweise im Comédie Soleil zu Gast, wo Frau Gitta Nickel zum Thema “Weitere Dokumentarfilme aus den MDR-Serien” spricht. Hoch hinaus geht es am 16. Juni mit Herrn Horst Minning, wenn er über “Die Besteigung des Mount Everest” referiert. Am 15. September begrüßen wir dann Herrn Klaus-Dieter Bartsch mit seinem Vortrag “Der Werderaner Fußballverein FC Viktoria 1920 wird 100 Jahre alt”. Künstlerisch wird es im Oktober mit Herrn Wilfried Mix. Am 20.10. veranschaulicht er uns sein “Triptychon zu Werders Geschichte”. Und den Abschluss bildet Herr David Wachsmuth. Am 17. November hält er einen Vortrag über “Die Comicfiguren der Digidags werden verfilmt”. Änderungen sind natürlich vorbehalten.

In diesem Jahr möchten Sie den Vorsitz des Heimatvereins abgeben. Woran erinnern Sie sich besonders gerne zurück und welche neuen Aufgaben stehen nun auf Ihrer To-Do-Liste?
Es gibt so viele schöne Erinnerungen aus unserem Vereinsleben, besonders gerne denke ich an die durchgeführten Exkursionen und die Veranstaltungen im Theater Comédie Soleil. Aber auch die Freundschaft, die Mitverantwortung der Vorstandsmitglieder und die Helfer aus den Reihen der Mitglieder bleiben in guter Erinnerung. Ich habe vor, die Polizeigeschichte der Stadt Werder von 1815 bis zur Gegenwart einschließlich der dazu gehörenden Landgendarmerie und die Geschichte der Familie Carl Lehmgrübner zu schreiben.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft des Heimatvereins Werder (Havel) e.V.?
Möge es 2020 gelingen, dass wir für den Verein einen Techniker gewinnen, der unsere Technik und alles, was dazu gehört, betreut.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Gesundheit für alle Familienangehörigen, Gedeihen des Heimatvereins und ein friedliches Leben auf dieser Erde.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Wladimir Putin.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Konstantin Simonow „Aus der Sicht meiner Generation – Gedanken über Stalin“.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Meinen Vater und meinen besten Freund Manfred Heuer. Sie haben mich stark charaktermäßig beeinflusst.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Die Filmserie meiner Ehefrau Gitta Nickel „Hierzulande“.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nein

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag Tiere.