Mein Werder (225): Jana Kreissl

Kurz & Knackig

Name: Jana Kreissl
Alter: 46 Jahre
Wohnort: Werder (Havel) OT Glindow
Wie lange leben Sie schon in Werder? seit 2001
Haben Sie Kinder? Ich habe einen leiblichen Sohn und fünf Geborgte 🙂


Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist einfach wunderschön und ich lebe sehr gerne hier. Es ist klein, kuschelig und familiär.  

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite selbstständig als Tagesmutti und betreue fünf Kinder im Kinderhaus Sonnenschein.

Was würden Sie lieber machen?
Ich kann mir nichts schöneres vorstellen.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Es gibt so unglaublich viele schöne Orte hier. Die Insel ist natürlich immer einen Besuch wert. Auch die Glindower Alpen haben es mir angetan. Aber am liebsten bin ich in meinem Garten.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Jeder Gast sollte dorthin gehen, wo er sich wohl fühlt. Die einen mögen es lieber ländlicher und sind dann mit einer Fahrradtour um den Glindower See gut beraten, die anderen wollen lieber etwas Trubel und sollten dann an einem sonnigen Tag auf die Insel gehen (außerhalb der Corona-Zeit natürlich!). Werder bietet für jeden etwas.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Ganz klar der Muckergarten. Besonders gerne sind wir den Panoramaweg entlang geradelt und haben es uns im Obstgarten von Familie Lehnst gemütlich gemacht.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Rhabarber von Familie Lindicke

Sie – ganz speziell

Seit fast 20 Jahren sind Sie als Tagesmutter selbstständig in Glindow tätig. Wie kam es dazu?
Bevor ich selbstständige Tagesmutti wurde, habe ich in einer Rehaklinik als Erzieherin gearbeitet. Diese Arbeit war mit vielen Schichtdiensten und Wochenendarbeit verbunden. Da mein Mann nebenberuflich Musiker ist, ist er vor allem am Samstag und Sonntag viel unterwegs. Als unser Sohn geboren wurde, wusste ich, dass die Arbeit im Schichtdienst nicht mehr das richtige für mich ist, wir hätten sonst als Familie wenig gemeinsame Zeit gehabt. Und so habe ich mir überlegt, was ich stattdessen machen könnte.

Nach ersten Überlegungen, in eine Kindertagesstätte zu wechseln, kam mir die Idee der Tagesmutti. Ich habe dann geschaut, wo zu der Zeit Tagesmütter gesucht und auch gefördert werden und bin im schönen Glindow “hängengeblieben”. Zuerst haben wir in einem Mietshaus im Schützenpark “zur Probe” gelebt, aber irgendwann war die Trennung zwischen privater Familie und der Ganztags-Kinderbetreuung dort nicht mehr gewährleistet.

Dann haben wir zum Glück unser Haus gefunden. Hier habe ich für mich und “meine” Kinder ideale räumliche Voraussetzungen, und in unserem großen Garten können die Kleinen nach Herzenslust umhertoben.

Besonders für kleine Kinder ist die aktuelle Situation enorm schwierig. Wie halten Sie den Kontakt zu „Ihren“ fünf Kindern?
Da ich in der Regel die Kinder bis zum Schuleintritt betreue, habe ich Kinder zwischen einem Jahr und fünf Jahren in der Gruppe. Über eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe bin ich mit den Eltern gut vernetzt. Hierüber schicke ich an die Kinder so oft wie möglich kleine Videos, die ich für sie aufnehme. Das reicht vom Vorlesen einer Geschichte, bis hin zum Singen von Liedern und kleinen Theatervorführungen.

Zusätzlich bereite ich kleine Bastelsachen für die Kinder vor. So konnten sie letztens zum Beispiel die Raupe Nimmersatt nachbasteln und einen Blumenstrauß aus Papier anfertigen. Die notwendigen Materialien sowie eine kurze Anleitung bringt mein Mann nach Feierabend dann zu den einzelnen Kindern. Letztens haben die Kinder erst ein kleines Töpfchen mit Blumenerde und Sonnenblumensamen bekommen. Ich bin schon gespannt, welches Blümchen zuerst blüht 🙂

Damit die Kinder sich untereinander nicht vergessen, habe ich ein kleines Memory für alle angefertigt mit Bildern von den Kindern, von mir und meinem Mann, von unserem Hund und Garten und von ihren Lieblingsspielzeugen. Das Feedback von den Eltern auf die Bastelanregungen ist super und mir macht es unglaublich viel Spaß, auch in dieser schwierigen Zeit, den Kontakt zu den Kids zu halten.

Haben Sie für Eltern, die zur Zeit ihre Kinder zu Hause beschäftigen, einen Bastel-, Spiel- oder Unterhaltungstipp?
Viele Ideen hole ich mir aus dem Internet. Pinterest bietet hier zum Beispiel eine schier endlose Fülle von tollen Bastelideen. Was Kinder auch immer gerne machen, ist mit Salzteig zu basteln. Der ist schnell gemacht und schon die Kleinsten können hier fleißig mitmachen. Dann sind natürlich Gesellschaftsspiele toll. “Mensch ärger dich nicht” können auch Zweijährige schon spielen, dann eben nur mit einer Spielfigur.

In meinen Räumen tausche ich auch immer mal wieder die Spielsachen aus. Das wäre vielleicht auch ein Tipp für die Eltern, um Kindern neuen Input zu bieten, ohne ständig neues Spielzeug zu kaufen. Das klappt natürlich bei den Größeren nicht mehr, die bemerken meist den Trick 🙂

Und ansonsten kann ich nur dazu raten, so oft wie möglich an die frische Luft zu gehen. Wälder haben wir ja hier in unserer Region genug. Entdeckt gemeinsam mit den Kindern die vielen kleinen Krabbeltiere, die euren Weg kreuzen, benennt die verschiedenen Bäume im Wald und sucht euch tolle Wanderstöcke.

Ihr Sohn Ole ist musikalisch sehr ambitioniert. Hat er die Musikbegeisterung von Ihnen geerbt?
Meine “Musikalität” reicht für zwei Griffe auf der Gitarre und für das Singen von Kinderliedern 🙂 Unser Sohn hat seine Musikbegeisterung und sein Talent definitiv von seinem Papa geerbt. Ole hat bis vor etwa drei Jahren in der Werderaner Band “Village 19” gespielt und da waren wir als Eltern bei seinen Auftritten natürlich immer gerne dabei. Er spielt Klavier, Schlagzeug, Gitarre und Bass und hat auch Gesangsunterricht genommen. Gemeinsam mit meinem Mann macht er auch gerne mal Musik. Jedoch gehen die Musikgeschmäcker da auch etwas auseinander. Mein Mann liebt Countrymusik und Oles Passion sind Blues/Funk und Reggae.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Ich wünsche mir, dass jeder sein persönliches Glück im Leben findet.
Schon als ich klein war, habe ich mir gewünscht, dass ich 100 Jahre alt werde und dabei gesund bleibe. Den dritten Wunsch würde ich mir gerne für später aufheben.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Elton John

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Auf meinem Nachttisch liegt mein Kindl mit wechselnden Büchern, die einfach nur zum Einschlafen dienen sollen. Im Urlaub lese ich gerne alles aus allen Bereichen.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Es gibt viele Menschen, die mich beeindrucken. Jeder Mensch ist auf seine Art besonders und einzigartig.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich finde beides ganz toll! Wir hatten früher einmal Katzen und freuen uns jetzt jeden Tag über unseren Labrador.

Regelmäßig denkt sich Jana Kreissl neue Bastelideen für die Kinder aus.