Mein Werder (232): Dr. habil. Reinhard Schmidt

Dr. habil. Reinhard Schmidt bei der Apfelolympiade im vergangenen Jahr

Kurz & Knackig

Name: Dr. habil. Reinhard Schmidt
Alter: 69 Jahre
Wohnort: Werder (Havel)
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit 1967 (Beginn Berufsausbildung mit Abitur als Gärtner im „Volkeigenen Gut Gartenbau“ Werder/Havel)
Haben Sie Kinder? Ich habe zwei Söhne und eine Tochter.


Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder bietet ein interessantes Wechselspiel zwischen imposanter Natur und den damit verbundenen Menschen. Hier zu wohnen, wo andere Urlaub machen, ist ein Privileg!

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Mit 65 +++ in Rente gegangen, bedarf es schon etwas Umgewöhnung, damit man 9 Uhr morgens auf der Yoga-Matte die entsprechende Ruhe findet! Die Mitarbeit in Vereinen, die „Reiselust“, der Kleingarten, das kulturelle Angebot in der Metropolenregion und der Familienzuwachs (3 Enkelinnen und 1 Enkel) lassen keine Langeweile aufkommen.

Was würden Sie lieber machen?
Da meine „Beschäftigungen“ sehr vielseitig sind, kann ich mir ehrlich gesagt nichts anderes vorstellen!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Wenn man über 50 Jahre in Werder lebt, hat man über diese Zeit sicher verschiedene Lieblingsorte gehabt. Favorit ist immer noch die Beobachtung des Sonnenunterganges vom Wachtelberg oder von der Nordseite der Insel!

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Gäste unserer Stadt sollten nicht nur die Insel besuchen, sondern auch durch den Blick von den „Höhen“ die Umgebung erkunden und genießen. 

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsplatz auf der Baumblüte?
Die Stadtgärten, Obsthöfe oder Plantagen bieten das beste Umfeld für den Obstweingenuss.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Da selbstgemachter Obstwein ein „Naturprodukt“ ist, können die Jahrgänge je Fruchtart sehr unterschiedlich sein. Hier hilft nur probieren, um die jährlichen Favoriten herauszufinden.

Sie – ganz speziell

Sie haben im vergangenen Jahr den Vorsitz des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins e.V. übernommen. Können Sie die erste Zeit für uns kurz Revue passieren lassen?
Insgesamt war es eine sehr bewegte jedoch auch interessante Zeit. Unser Ehrenvorsitzender Walter Kassin hat die „Messlatte“ sehr hoch angesetzt! Doch meist kommt es anders als man denkt! Ich denke dabei an den Prozess der Absage bzw. der Neugestaltung des traditionellen Baumblütenfestes, der ja noch nicht abgeschlossen ist. Trotz „Corona“ waren der Markt Unter den Linden und der Frischemarkt eine feste Größe im Verein. Mit der Eröffnung der Erdbeerernte im Obsthof Wels in Glindow durch die Baumblütenkönigin Meike Löbe, Ende Mai 2020, wollen wir langsam zum normalen Vereinsleben zurückkehren.

Welch Aufgaben und Ziele hat der Werdersche Obst- und Gartenbauverein e.V.?
Die Aufgaben und Ziele des Vereins sind sehr vielgestaltig. In der Satzung des Vereins sind dazu 11 Punkte formuliert. Beispielhaft dabei ist, den Obst- uns Gartenbau in der Region Werder (Havel) zu erhalten und insbesondere die hier ansässigen Familienbetriebe in ihrer weiteren Entwicklung zu fördern. Darüber hinaus soll sich der Obst- und Gartenbau in der Region zu einer tragenden Säule der Landwirtschaft und der Tourismusbranche entwickeln. Traditionelle Höhepunkte, wie Baumblüte und Erntefest, werden in Verbindung mit der Stadtverwaltung Werder (Havel) gepflegt und ausgebaut.

Das Baumblütenfest ist in aller Munde…  
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man sagen: Es entwickelt sich! Situationsbedingt konnten in diesem Jahr erste Erfahrungen gesammelt werden, wie der flaschenweise Abkauf des selbstproduzierten Obstweines in den Obsthöfen oder Plantagen funktionieren kann. Auch liegt gegenwärtig das Basiskonzept für ein Baumblütenfest ab 2021 zur Diskussion vor, in die wir unsere Erfahrungen aktiv einbringen werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?
Der Verein hat eine solide Basis. In verschiedene Arbeitsgruppen werden die vielfältigen Aufgabenstellungen mit hohem Engagement der Mitglieder realisiert. Es gibt viele Ideen, wie die Arbeit des Vereins noch wirkungsvoller werden kann.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
– Gesundheit für die ganze Familie!
– Erhaltung des Charakters der Baumblütenstadt Werder (u.a. keine festungsartigen Einfriedungen der Grundstücke, „Schottergärten“ sind tabu).
– Mehr Achtung für gesellschaftliches oder fremdes Eigentum und den Umgang miteinander (u.a. zunehmende Graffitischmierereien, Müll neben den Mülltonnen, erheblicher Lärm bei Treffen).

Welche berühmten Personen würden Sie gern einmal treffen?
Keine Favoriten! 

Welches Buch liegt auf Ihren Nachttisch?
Jared Diamond „Krise – Wie Nationen sich erneuern können“ und Oliver Lubrich „Alexander von Humboldt – DIE RUSSLAND-EXPEDITION – Von der Newa bis zum Altai“.

Heben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Mein Vater. Er hat im Alter von 54 Jahren noch im Fernstudium seine Diplomarbeit abgeschlossen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Nicht wirklich!

Haben Sie ein verborgenes Talent? 
Wenn es verborgen ist, kann ich es ja nicht kennen!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich habe auf einen Bauernhof meine Kindheit verbracht und den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren erlebt. Deshalb kann ich mir kein Tier, weder Katze noch Hund, in der Wohnung vorstellen!