Mein Werder (250): Karin und Steffen Sumpf

Kurz & Knackig

Name: Karin und Steffen Sumpf
Alter: 31 und 32 Jahre
Wohnort: Werder, Havelauen
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit 2017
Haben Sie Kinder? Nein


Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Eine Kleinstadt neben Potsdam, umgeben von der Havel und ihren Seen. Sie ist sehr naturnah und grün – im Frühling natürlich kunterbunt. Aber Werder ist auch die Stadt, die eigentlich zur Baumblüte im Frühling das größte Volksfest Ostdeutschlands feiert, das leider schon vor Corona aus anderen Gründen pausiert wurde… selbst wenn man das einem Fremden gegenüber nicht erwähnt, fragt er meist trotzdem danach.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Steffen arbeitet beim Wasser- und Schifffahrtsamt als Ingenieur und Karin ist an der Universität als Projektmanagerin beschäftigt. Beide leiten wir dort verschiedenste Projekte für wasserbauliche Anlagen, Umwelt, Wissenschaft und Lehre.

Was würden Sie lieber machen?
Wir sind damit zufrieden: Mit dem Arbeitgeber, der Kollegschaft und dem Arbeitsweg! Wir sehen beide einen Sinn in unserer Aufgabe, das ist uns wichtig.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Wir lieben den Fischergarten beim Leuchtturm in Phöben. Dort halten wir oft mit dem Fahrrad an, essen ein Fischbrötchen und schauen den Booten auf der Havel zu.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Unsere Gäste lotsen wir immer auf die Insel und zum Yachthafen in den Havelauen, aber auch der Havelradweg Richtung Brandenburg ist empfehlenswert. Aber sollte ein Gast hier nicht eigentlich unbedingt auf dem Wasser gewesen sein? Das müssten wir mal einführen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Wir bevorzugen definitiv den Muckergarten. Wir mögen es sehr, in den Obstplantagen die Baumblüte zu genießen, Freunde und Bekannte zu treffen und die neue Sommersaison in der Natur einzuläuten. Trotzdem waren wir immer auf dem Rummel, ohne gebrannte Mandeln und Co. geht’s ja irgendwie auch nicht.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Umgekehrt wäre die Frage einfacher, denn bei Sauerkirsche sind wir uns einig, dass wir diese beide nicht so gerne trinken. Rhabarber steht aber hoch im Kurs.

Sie – ganz speziell

Sie betreiben die Reisewebsite „Zwei Ostlichter“, auf der Sie regelmäßig über gemeinsame Reisen berichten. Wie und wann ist die Idee zu der Website entstanden?
Diese Idee kam eher zufällig, da wir immer viel gereist sind und dazu immer viele Nachfragen erhielten. Wir haben dann mal Fotoabende gemacht, wo jeder seine Urlaubsbilder zeigte und erzählte, die waren wunderschön – und sind es auch immer noch. Und da man ja oft darüber spricht, wo man Angebote gefunden hat oder welche Route man genau gefahren ist, haben wir überlegt, das einfach online zu stellen. Die Idee kam uns 2017 und Anfang 2018 ging die Seite dann online.

An welche Reise erinnern Sie sich besonders gerne zurück?
Unsere erste Reise mit dem Wohnmobil ist noch sehr präsent und aktuell aufgrund der Situation auch oft im Gespräch. Nachdem wir in 2019 auf dem Werderaner Tannenhof geheiratet haben, erfüllten wir uns als Hochzeitsgeschenk den Traum eines Wohnmobils. Wir wollten keine Standardreise, dafür sind wir jetzt auf unendlicher Hochzeitsreise mit dem Wohnmobil. Kurz nach dem Kauf, im Herbst 2019, fuhren wir durch Dänemark bis zur nördlichsten Spitze, nach Skagen. Dabei haben wir endlose Strände gesehen, einen davon konnten wir auch befahren. Das ging jedoch schief und wir sind kurz vor der Nordsee stecken geblieben – ein echter Schock, wir waren ja noch etwas unerfahren als Wohnmobilbesitzer. Der Westen Dänemarks hat uns sehr überrascht: Wilde Vogelfelsen, ein versetzter Leuchtturm, der fast ins Meer gestürzt wäre, riesige Häfen und eine der größten Wanderdünen. Total beeindruckend, vor allem, weil wir das Gefühl hatten, fast alleine unterwegs zu sein!

In diesem Jahr sind viele große Reisen in andere Länder ausgefallen, dafür stand das Reisen mit Wohnmobil hoch im Kurs. Können Sie uns etwas über Ihre diesjährigen Unternehmungen mit Ihrem Wohnmobil „Igor“ erzählen?
Camping ist dieses Jahr ein großes Thema geworden. Das haben wir auf deutschen Campingplätzen ganz schön gemerkt, es war viel voller als die vorherigen Jahre. Trotzdem konnten wir einige Städte besuchen, zum Beispiel Weimar und Bautzen. Da wären wir sonst wahrscheinlich irgendwann mal hingefahren. Wir wollten jedoch trotzdem Sommer, Sonne und Strand erleben und sind im September nach Frankreich und Portugal an den Atlantik gefahren. Je südlicher wir kamen, desto enger wurde es, das war ein richtiges Abenteuer! Doch viele Camping- und Stellplätze waren außer Betrieb oder hatten geschlossene Sanitäranlagen. Insbesondere in Portugal waren viele Plätze in einem sehr schlechten Zustand, sie waren teilweise seit einem Jahr geschlossen und dementsprechend ungepflegt. Wir hatten fast 1500 km nur kalte Duschen, das war schon fies.
Die Straßen waren auch total leer, es waren kaum Touristen unterwegs und die Einheimischen waren sehr gesprächig. Der Austausch, wie man den Sommer verbracht hat und die verschiedenen Maßnahmen erlebt, war sehr interessant. In den letzten Jahren entstanden zwar auch immer schöne Gespräche, aber nicht solche. Irgendwie war man dieses Jahr verbundener, man hatte ja ähnliche Herausforderungen zu meistern, privat wie auch beruflich. Außerdem waren wir alle total froh, Gleichgesinnte zu treffen und die Tage so intensiv genießen zu können. Für uns war es ein richtiges Geschenk, diese fast 7500 km trotz Corona fahren zu können!

Oft wird über Werder gesagt: „Wir leben dort, wo andere Urlaub machen.“ Warum zieht es Sie dennoch immer wieder in die Ferne?
Das hören wir auch sehr oft und finden auch, dass es so ist. Wir genießen unser Zuhause hier sehr, indem wir viel an und auf dem Wasser sind, Steffen besonders beruflich, Karin vor allem privat. Trotzdem sehen, hören und erleben wir gerne etwas anderes. Andere Kulturen kennen zu lernen, sich dort einzufügen, finden wir spannend. Wir finden, als Deutscher ist man oft so überzeugt von den Dingen, wie sie hier laufen. Im Urlaub werden wir ein bisschen wach gerüttelt, damit wir einige Themen wieder mehr hinterfragen. Das scheint uns ganz gesund zu sein.
So eine richtige Antwort, warum es uns immer wieder in die Ferne zieht, haben wir aber trotzdem nicht. Aber wir wollen ja mit dem Wohnmobil nicht nur durch Brandenburg fahren – obwohl das auch noch auf unserer Liste steht!

Haben Sie Insidertipps für unsere Leser, worauf man bei einem Urlaub mit dem Wohnmobil aus Ihrer Sicht unbedingt achten sollte?
Nach einem Jahr Wohnmobil fahren, haben wir noch nicht so viel in petto, aber ein paar Tipps geben wir aus unseren bisherigen Erfahrungen gerne:
Man sollte sich zu aller erst bewusst sein, dass man ein viel größeres Auto fährt als sonst. Breite und Höhe, Windanfälligkeit und Gewicht sind wirklich ganz anders als bei einem üblichen PKW. Deshalb muss man auch darauf achten, sich nicht zu überladen (mit Fahrrädern, Essenvorräten, vollen Sprit- und Wassertanks hat man einiges dabei, auch sich selbst darf man dabei nicht vergessen.) Bei Fahrten in den Süden sollte man unbedingt AdBlue einpacken, denn das gibt es dort eher selten. Unser wichtigstes Accessoire ist inzwischen übrigens der Klappspaten geworden, den haben wir bis jetzt bei jeder Reise für uns oder für andere Camper benötigt!
Eine Besonderheit kommt aber wegen Corona noch hinzu: Die Reiseplanung ist etwas zeitaufwendiger, denn man muss gut planen, wo man das nächste Mal Frischwasser bekommt und seine WC-Kassette leeren kann.

Haben Sie neben dem Welt erkunden noch andere Hobbys?
Ja die haben wir – Steffen spielt beim SV Empor Schenkenberg Fußball und Karin geht beim Windsurfverein Werder windsurfen, beide im Verein! Wir finden es wichtig, damit einen Ausgleich zu schaffen. Uns tut es gut, dass jeder auch sein Ding macht!

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Eine Pärchen-Jahreskarte in der Haveltherme, dessen Bau wir seit Jahren aus dem Garten beobachten.
Wir hätten gern die Baumblüte zurück, mit allem Drum und Dran.
Eine Unterführung für den Bahnübergang in Werder.

Das ist aber natürlich nur die halbe Wahrheit. Gesundheit ist für uns alle wichtig, neben dieser wünschen wir uns Frieden und weniger politisch geleitete Entscheidungen auf dieser Welt.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Steffen würde gerne Matt Groenings treffen, er ist der Erfinder und Zeichner der Simpsons.  Für Karin gibt es nicht „Die Eine“ (Frei nach dem Motto „Die eine, die eine oder keine…“ – es wäre aber eine der Frauen, die sich für Frauenrechte einsetzen.)

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Auf dem einen Nachttisch liegt: „Ostfrauen verändern die Republik“ von Markus Decker und Tanja Brandes. Auf dem anderen Nachttisch steht ein Super-Mario-Wecker.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Steffen sieht seine Vorbilder in seiner Familie, da ihn der Vater und seine Großväter sehr geprägt haben. Bei Karin wechseln die Inspiratorinnen immer mal wieder.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Einen Lieblingsfilm oder -serie eher weniger, aber das Lieblings-TV-Programm von Steffen ist Fußball. Karin ist für Film und Fernsehen eher weniger zu haben.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Karin ist in einer Musikerfamilie groß geworden und in ihrer Heimat als Musikerin bekannt. Hier wissen die wenigsten, wie gut sie Klavier spielt. Steffen kann verdammt gut kochen und zaubert immer wieder tolle Kreationen!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Wir lieben unsere Katzen, besonders die dicke Amy. Sie ist eine sieben Jahre alte Tigerdame, die alle Klischees erfüllt. Aber sie kann auch tolle Kunststücke!