Mein Werder (259): Stefanie Haufe

Kurz & Knackig

Name: Stefanie Haufe
Alter: 38
Wohnort: Glindow
Wie lange leben Sie schon in Werder? Ich wohne seit 2015 im Ortsteil Glindow.
Haben Sie Kinder? Ich habe viele Pflanzenkinder in meinen Hochbeeten.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder und mein Wohnort Glindow sind sehr vielfältig. – Weitläufige Plantagen mit einem einmaligen Panorama über herrlich blühende und tragende Obstbäume sowie auf die den Ort umgebenden Gewässer. Zudem wohnen hier viele interessante und nette Menschen, die immer eine Geschichte zu erzählen haben.

Es ist eine Freude zu beobachten, dass der hiesige Obstbau wieder eine größere Bedeutung bekommt und die Menschen dies auch wieder mehr schätzen. Es ist ein Privileg, Obst und Gemüse kaufen zu können, das direkt in der näheren Umgebung angebaut wurde. Erst kürzlich habe ich teilgenommen an einer Führung über die modernen Obstanlagen, das war sehr interessant und man würdigt einmal mehr den Wert, wenn man in einen Apfel beißt.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite als Wissenschaftslektorin, zudem recherchiere und schreibe ich Texte bzw. Studien zu gesellschaftspolitischen Themen.
Außerdem bin ich seit 2017 Teil des Festkomitees des Kirsch- und Ziegelfestes und seit diesem Jahr Vorstandsmitglied im Heimatverein Glindow. Derzeit arbeite ich mich in kommunalpolitische Themen ein, denn seit Kurzem bin ich für die Freien Bürger als Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur, Sport und Ordnung.

Was würden Sie lieber machen?
Im Rahmen meiner Arbeit kann ich meinen Beitrag für die Gesellschaft leisten, indem ich neue Perspektiven aufzeige. Ich arbeite immer im Homeoffice, das ich von März bis Oktober bei gutem Wetter auf die Terrasse verlege, mit Blick auf meine Tomaten, Stockrosen und die Glindower Alpen.
Ergo: ich möchte nichts lieber machen!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Paddelnd auf dem Wasser des Glindower Sees.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Im Heimatmuseum Glindow, mit dem Fahrrad auf der Glindower Platte, in der Ziegelei, auf einem der Kirchtürme, und natürlich sollte er einen Spaziergang entlang des Glindower Sees unternommen haben.
Auch ich bin immer noch dabei, alles zu erkunden, und freue mich über jede neue Ecke, die ich entdecke oder gezeigt bekomme.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Unbedingt Muckergarten! Gemütlich mit der Familie und Freunden in den Gärten sitzen und mit dem Fahrrad über die herrlich blühenden Plantagen zum nächsten Obsthof radeln.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Ich mag sehr gern Johannisbeerwein und Kirschwein.

Sie – ganz speziell

Sie leben noch gar nicht allzu lange Zeit in Glindow und engagieren sich trotzdem schon sehr für Ihren neuen Heimatort. Wie sieht Ihr Engagement genau aus?
Ich lebe seit 2015 hier in Glindow und habe mich von Anfang an hier sehr wohl gefühlt.

Durch Zufall hatte ich gehört, dass das Festkomitee des Kirsch- und Ziegelfestes noch Unterstützer sucht, die sich mit Ideen und Engagement einbringen. Da habe ich nicht lange überlegt. Jetzt sind wir gerade dabei, das Kirsch- und Ziegelfest 2021 zu planen. Und vom Festkomitee war es dann nicht weit zum Heimatverein Glindow. In diesen bin ich im März dieses Jahres eingetreten und seit Kurzem Vorstandsmitglied. Ich mag das Zusammentreffen von so vielen verschiedenen Personen – jung und alt – das ist gelebte Geschichte. Je lebensälter die Leute sind, desto spannender sind diese und sie haben die besten Ideen! Und da Glindow meine neue Heimat ist, ist es mir ein Herzensanliegen, mich tiefer mit der Erforschung und Präsentation der Geschichte des über 700 Jahre alten Ortes zu beschäftigen.

In dieser Saison hatten wir im Heimatmuseum eine Themen-Ausstellung, in der wir an die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren erinnerten. Eigens dazu gab der Heimatverein ein kleines Lesebuch heraus. Es wurden Geschichten recherchiert und aufgeschrieben, die von dem schweren Weg zum Frieden erzählen.

Da ich mich mit diesem Ort und den Menschen hier identifiziere, widme ich mich mit gesellschaftlichem Engagement gern meiner neuen Heimat und möchte auch die Zukunft aktiv mitgestalten!

Sie haben Ihr Herz an Glindow verloren – warum? 🙂
Ich bin eine Draußen-Frau. – Ich liebe die Natur, das Draußensein.
Ich wohne in der Stadt der Kirschen und Äpfel, bin in einer Minute in den Glindower Alpen und in zehn Minuten am See. – Besser geht es nicht!
Am Wochenende mag ich es, mit dem Fahrrad über die Elisabethhöhe zu fahren und Obst, Gemüse sowie Blumen zu kaufen, oder bei den anderen hiesigen Obsthöfen.

Und ich mag die Menschen von hier! Ich wurde von Anfang an offen aufgenommen, das hat mich sehr beeindruckt und gefreut. Im Rahmen meines bisherigen Engagements habe ich stets nur Miteinander erfahren und ich bin dankbar für die Freundschaften, die sich entwickelt haben.

Deshalb: Grün, Weiß, Rot sind meine Farben!

Womit verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?
Ich bin gern in meinem Mini-Gartenreich, das immer größer wird. Gemüse, Kräuter und Obst zu pflanzen, zu pflegen und dann zu ernten, erfüllt mich. Wenn meine Hände nicht gerade in der Erde stecken, dann bin ich auf oder im Wasser. Am liebsten mag ich den Glindower See. Der Blick vom Paddelboot auf die Schinkelkirche in der Grellebucht oder auf die Glindower Ziegelei ist immer wieder wunderschön.

Sie kommen ursprünglich aus Berlin. Warum hat es Sie von der Großstadt raus aufs Land gezogen?
Großgeworden bin ich in der Niederlausitz. Schon als Kind war ich, wann immer es ging, auf dem Bauernhof oder im Garten meiner Großeltern. Berlin war eine Zwischenstation. Dort hatte ich an der Freien Universität und der Humboldt-Universität studiert – Archäologie, Kunstgeschichte und angewandte Philosophie (Politik und Sprache). Für die Studienzeit war Berlin perfekt, auch als Ausgangsort für viele Reisen rund um die Welt.

Die Irrungen und Wirrungen des Lebens haben mich eigentlich eher zufällig nach Glindow geführt, aber rückwirkend sollte es genau so sein. Voraussetzung an den neuen Wohnort war ein See in der Nähe. Und als ich vor der Wohnungsbesichtigung noch Zeit hatte und einen ersten Blick auf die Obstplantagen geworfen hatte, war meine Entscheidung bereits gefallen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Wünsche bleiben nur Wünsche, wenn man nichts dafür tut. Deshalb verliere ich mich ungern in Gedankenexperimenten, sondern versuche Dinge zu ändern, die erstrebenswert sind.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Ich finde „echte“ Personen, die meinen täglichen Weg kreuzen, viel spannender.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Bücher sind für mich das, was für andere Frauen Schuhe sind.

Gerade lese ich: „Sophia oder der Anfang aller Geschichten“ von Rafik Schami und „Alles Stehende verdampft“ von Darragh McKeon.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ganz klar sind meine Eltern Vorbilder für mich. Von meinem Vati habe ich gelernt, Wissen nicht nur zu konsumieren. In meiner Mutti habe ich das Vorbild, sich für Dinge zu begeistern, in ihrer unumstößlichen positiven und optimistischen Art, ihrer harmonisierenden Wirkung auf Menschen.
Mich inspirieren zudem Menschen, die Ideen haben, die etwas bewegen und vorangehen, anstatt nur zu meckern.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich interessiere mich für vieles, fühle und denke mich gern in neue und andere Perspektiven ein; vielleicht entwickelt sich ja daraus noch ein Talent.

Und wenn ich irgendwann einmal Zeit habe, dann würde ich gern Cello lernen.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Pinguine