Mein Werder (261): Stefan Reichelt

Firmenportrait Dachbau Reichelt von Reinhardt & Sommer

Kurz & Knackig

Name: Stefan Reichelt
Alter: 33
Wohnort: mitten in Werder
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit Anfang 2017, also fast 4 Jahre
Haben Sie Kinder? Ich habe eins und meine Freundin hat eins, also… zwei. 

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Ich wohne da, wo andere Urlaub machen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich kümmere mich als Dachdeckermeister um die kaputten und nicht mehr ganz so schönen Dächer der Umgebung und tausche auch mal das ein oder andere Dachfenster aus.

Was würden Sie lieber machen?
Aus beruflicher Sicht gibt es nichts, was ich lieber machen würde. Ich bin in einer Dachdeckerfamilie aufgewachsen und fand diesen Job schon immer toll!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Aber nur grob 😉 Die Insel ist einer meiner Lieblingsorte. Aber wenn ich abends mit meinem Hund am Ufer entlangspaziere, gibt es einen Ort, der einen wunderschönen Blick auf die Insel erlaubt. Das lädt nicht nur zum Träumen sein, sondern es fühlt sich auch jedes Mal wie ein bisschen Urlaub an.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Ganz klar, ein Spaziergang mit einem Eis über die Insel muss sein! Und zum Abschluss in den Kaffeekontor, mal einen richtig guten Kaffee trinken. Die Sonnenterrasse auf dem Wachtelberg ist aber auch einen Besuch wert.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Lieber Muckergarten. Der Rummel geht mir ziemlich auf die Nerven. Die kleinen Konzerte in der Stadt oder auf der Insel sind eigentlich auch immer gut.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Ich muss gestehen, Obstwein ist nicht so mein Fall. Ich trinke lieber den richtigen Wein der hiesigen Winzer. Ich mag z.B den Saphira oder den Kernling gern.

Sie – ganz speziell

Sie haben sich 2013 mit Ihrem „Dachbau Stefan Reichelt“ selbstständig gemacht. Können Sie uns kurz Ihren Weg in die Selbstständigkeit schildern?
Den Traum von der eigenen Firma hatte ich schon in der Schule. Als Geselle wurde ich über den Winter oft entlassen und musste mich dann jedes Jahr aufs Neue nach einem Job umsehen. Daran wollte ich unbedingt etwas ändern. Die treibende Kraft war aber letztendlich mein Vater, bei dem ich meine Ausbildung gemacht habe und dieser unbedingt tatkräftige Unterstützung brauchte. Denn nach der Ausbildung wollte ich erstmal raus aus dem Dorf und in anderen Firmen dazulernen.

Welche Leistungen bieten Sie mit Ihrem Unternehmen an?
In den Herbst und Wintermonaten machen wir viele Dachwartungen, also Dachrinnen reinigen, Dachflächen kontrollieren und ggf. reparieren. Ansonsten biete ich alles rund ums Dach an. Abdichtungsarbeiten an Balkonen und Flachdächern, Steildachsanierung oder Neubau – manchmal sogar inklusive Zimmererarbeiten, Fassadenbekleidungen und natürlich auch Dachklempnerarbeiten.

An welches schöne, lustige oder aufregende Erlebnis Ihrer bisherigen Laufbahn erinnern Sie sich immer noch gerne zurück?
Das war tatsächlich ein Projekt ganz in der Nähe. Wir haben das Dach eines alten Einfamilienhauses erneuert und einer meiner Angestellten sollte die Bretter am Dachüberstand mit weißer Farbe streichen. Als er dann den Farbtopf auf die nächste Gerüstlage über sich stellen wollte, riss der Henkel ab und der arme Kerl guckte buchstäblich in einen Topf Farbe. Ich kam etwas später auf Baustelle und durfte sein Kunstwerk betrachten. Nicht nur der Kollege war von Kopf bis Fuß in weiße Farbe gehüllt, sondern auch die graue Fassade und die dunkelbraunen Fenster des Wohnhauses. Zum Glück hatten wir wahnsinnig nette Bauherren!
Wir haben einen ganzen Tag gewischt und geputzt wie die Teufel, um alles wieder sauber zu bekommen und selbst die Bauherrin hat beim Fenster putzen mitgeholfen. Am Ende ging es gut aus und heute können wir herzlichst darüber lachen. Das Bild von meinem weißen Mitarbeiter auf dem Gerüst werde ich wohl nie vergessen.

Gerade in Handwerksberufen ist der Mangel an Nachwuchs und Fachkräften groß. Wie würden Sie jungen Leuten, die gerade auf der Suche nach einer Ausbildung sind, Ihren Beruf beschreiben?
Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich. Jeder Tag, jeder Kunde, jede andere Baustelle oder allein das Wetter ist jeden Tag anders. Wer handwerkliches Geschick und ein wenig Köpfchen hat, kann viel lernen. Wir arbeiten mit vielen verschiedenen Baustoffen und machen aus so manch tristem grauen Haus ein Kunstwerk, an dessen Anblick man sich viele Jahrzehnte erfreuen kann. Anders als in der schnelllebigen Technikwelt erschaffen wir Schönheit, die überdauert. Das macht mich wahnsinnig stolz! Und so ein Sonnenuntergang über den Dächern Potsdams zu erleben, entschuldigt auch mal die ein, zwei Regentage im Jahr.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft Ihres Unternehmens?
Ich wünsche mir natürlich Erfolg und Beständigkeit, auch in schlechten Zeiten für mein Unternehmen. Ganz aktuell wünsche ich mir ein bezahlbares Lager oder zwei Garagen in der Nähe. Aber vor allem wünsche ich mir mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für die gesamte Baubranche. Das Handwerk braucht dringend Nachwuchs, ich aber auch 😉

Sie sind nicht nur selbstständiger Dachdeckermeister, sondern auch noch Familienpapa. Bleibt da noch Zeit für Freizeit und Hobbys?
Schwieriges Thema …. Ich hätte auf jeden Fall gerne mehr Zeit für die Kinder und für Hobbys.
Für regelmäßige Hobbys habe ich gar keine Zeit. Da bleibt nur der gelegentliche Ausflug in die Berge. Das war im vergangenen Jahr leider nicht möglich und in diesem Jahr wird das wohl auch nichts. Diese Probleme kennt wohl jeder Selbstständige und ich kann euch nur sagen: „Nehmt euch die Zeit, sie ist schneller vorbei, als man glauben mag.“

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Als erstes würde ich mir weitere drei Wünsche wünschen 😉
Ich würde mir natürlich mehr Zeit für mich und meine Familie wünschen.
Ein Haus am See, hier in Werder.
Und ein langes gesundes Leben.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Campino und Angus Young

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Das liegt in meinem Nachttisch, da es nicht so ganz kindgerecht ist …

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Meine Eltern sind meine Vorbilder, weil sie wie zwei Felsen in der Brandung, fest im Leben stehen und sich durch nichts unterkriegen lassen. Weil sie nach über 25 Jahren Ehe immer noch peinlich wie zwei frisch Verliebte sind und diese Liebe trotz der vielen Krisen und Niederschläge immer noch so unerschütterlich ist.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Die Simpsons begleiten mich schon mein ganzes Leben.
Und Star Trek Into Darkness, in dem Benedict Cumberbatch den Khan wirklich großartig spielt. Ja auch ich gehöre zu der Generation, die mit Star Trek aufgewachsen ist.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ja ich habe ein recht gutes Gespür für Menschen und kann diese oftmals nach wenigen Minuten besser einschätzen als sie sich selbst. Aber pssst … nicht weitersagen.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
HUND! Ich habe tatsächlich eine Hündin, die mich wohl besser versteht als jeder Mensch.
Darum liebe ich Hunde. Sie sind Kuscheltier, Beschützer, dein bester und treuester Freund und manchmal auch dein Seelenverwandter.