Mein Werder (264): Dr. Christine Falk

Kurz & Knackig

Name: Dr. Christine Falk
Alter: 46 Jahre
Wohnort: Werder-Insel
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit 1998
Haben Sie Kinder? Ja, ich habe zwei Kinder, 18 und 20 Jahre alt


Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Ein Kleinod vor den Toren Berlins und für mich der schönste Wohnort der Welt.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich habe seit 2009 eine Hausarztpraxis direkt in Werder.

Was würden Sie lieber machen?
Es gibt nichts, was ich lieber täte. Wenn ich aber unbedingt etwas anderes machen müsste, dann wäre ich gern Archäologe.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Natürlich auf der Insel, der kleine Steg am Ende der Fischerstraße.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf der Bismarckhöhe, der Insel und natürlich auch in den Havelauen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Als es noch die „klassische“ Baumblüte gab, war ich immer gern auf dem Marktplatz, besonders gern in der Woche, weil man dort fast unter sich war. Man hat viele Leute getroffen, die man das ganze Jahr nicht sieht. Ansonsten gibt es jedes Jahr eine klassiche Radtour über die Höfe mit den alten Klassenkameraden.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Möglichst süß, gern schwarze Johanna

Sie – ganz speziell

Seit mehr als zehn Jahren betreiben Sie Ihre Hausarztpraxis in der Kemnitzer Straße in Werder. Können Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang schildern?
Nach dem Abitur in Potsdam habe ich in Berlin an der Charité Medizin studiert und dort nebenbei auch an meiner Promotion gearbeitet. Nach dem Abschluss dort war ich mehrere Jahre in den unterschiedlichen Abteilungen des „Ernst von Bergmann-Klinikums“ in Potsdam tätig. Chirurgie, Kinderheilkunde und natürlich alle internistischen Disziplinen habe ich dort durchlaufen. Seit 2005 bin ich nun ambulant tätig. Ich habe in der chirurgischen Praxis in Werder, in einer Kinderarztpraxis in Potsdam gearbeitet und am Schluss habe ich auch 1,5 Jahre meine Mutter in ihrer Hausarztpraxis unterstützt. Nach der Facharztprüfung habe ich dann die Hausarztpraxis meiner Vorgängerin Frau Dipl. med. Mühr in Werder übernommen. Und seit dem bin ich dort sehr glücklich. Ich habe ein tolles Team um mich herum. Seit Jahren bilden wir auch Studenten der Charité an den Praxistagen aus, betreuen auch Studenten in den Famulaturen. Guter Nachwuchs ist wichtig für uns alle. Und da ich auch gern berufspolitisch aktiv sein wollte, bin ich seit einigen Jahren schon als Regionalbeirätin der Kassenärztlichen Vereinigung tätig.

Ihre Mama war jahrelang als Allgemeinmedizinerin tätig. War Ihnen schon als Kind bewusst, dass Sie in ihre Fußstapfen treten werden, oder gab es einen Schlüsselmoment, der Ihre Überzeugung festigte, Medizin zu studieren?
Oh ja, ich wusste schon mit der Einschulung, was ich einmal später werden möchte. Meine Mutter hat zwar zwischendurch versucht, mir die Nachteile dieses Berufes aufzuzeigen, aber ich war fest entschlossen, Hausarzt zu werden. In der Schule musste man immer zwei Berufswünsche angeben. Der zweite war dann Archäologe, da hat man aber noch schwieriger Studienplätze bekommen als in der Medizin.

Sie sind auch begeisterte Fotografin, auf den Bildschirmen in Ihrer Praxis kann man die Eindrücke Ihrer zahlreichen Urlaubsreisen bestaunen. Können Sie uns hierzu etwas erzählen?
Seit etwa 15 Jahren habe ich die Fotografie für mich als Ausgleich entdeckt. Ich habe etliche Kurse besucht, von Bedienung der Kamera über Architektur bis hin zu Makrofotografie. Dann habe ich Reiselust mit Fotografie verbunden und war seit dem mit einigen Profifotografen auf Reisen unterwegs. Das sind sehr anstrengende aber auch unglaublich inspirierende Reisen. Das ist eine ganz andere Welt.

Ihre Praxis ist auch eine Lehrpraxis der Charité. Was kann man sich darunter vorstellen?
Die Charité hat in ihre Studienzweige für die Medizin zunehmend auch Praxistage eingeplant. Es kommen Studenten (immer nur einer pro Tag) in die Praxis, werden in den Ablauf mit eingebunden und lernen selbstständig, Patienten zu befragen und zu untersuchen. Als Lehrarzt kontrolliert man dann, regt die Studenten an und kommt meistens in einen sehr netten Austausch. Es ist wichtig, Wissen an den Nachwuchs und gleichzeitig die Freude am Beruf zu vermitteln.

Im März 2020 startete die Anlaufstelle für Atemwegserkrankungen im Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder ihren Betrieb. Hier wurden unter strengen Hygienevorkehrungen bis 5. Juni 2020 1.575 Patienten mit Atemwegserkrankungen versorgt und 841 Patienten abgestrichen. Sie waren eine von den 16 beteiligten Ärztinnen und Ärzten. Was sind Ihre Erinnerungen an diese Zeit?
Meine Erinnerungen an die Zeit sind sehr vielfältig. Als Regionalbeirätin der KV Brandenburg war ich als Koordinatorin der Anlaufstelle sehr stark in alle Prozesse involviert. Die Arbeitsbelastung in diesen Wochen war immens. Teilweise habe ich mehr Zeit mit der Organisation im Hintergrund für die Anlaufstelle verbracht als mit meiner eigentlichen Praxistätigkeit. An dieser Stelle bin ich besonders meinem Praxisteam dankbar, das trotzdem alles bewältigt hat, mir den Rücken freigehalten hat.

Ich kann mich an die Unsicherheit und teilweise auch Angst erinnern, dass wir ähnliche Zustände wie in Italien bekommen. Und so schwer wie diese Situation der Pandemie war – und ich möchte definitiv keine Wiederholung – möchte ich auf der anderen Seite auch diese Erfahrung nicht missen. Diese Situation hat gezeigt, wie gut wir in unserer Stadt zusammenhalten, wenn es drauf ankommt. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort war viel intensiver als in all den Jahren zuvor und sehr kollegial, man hat sich besser kennengelernt. Aber auch die Arbeit mit der Stadt und den vielen Helfern vor Ort habe ich als sehr konstruktiv und angenehm empfunden. Alle unsere Wünsche und Ideen wurden direkt in die Tat umgesetzt. Manchmal weiß ich heute nicht mehr, wie das so alles funktioniert hat. Da wurde nichts zerredet, nur geplant und dann gemacht.

Von allen anderen Regionen des Landes habe ich nichts derartiges gehört, eher im Gegenteil, dort wurden die Ärzte im Stich gelassen von ihren Stadtvätern. Es gab auch viele lustige Momente, das Gefühl der Stärke, auch diese Situation gemeinsam gut bewältigen zu können und natürlich auch die Dankbarkeit der Bevölkerung, die unser gemeinsames Engagement gewürdigt hat. Mit unserem im Land einmaligen Projekt haben wir es bis in die bundesweite Presse in eine Kampagne der Bundeskassenärztlichen Vereinigung geschafft. Und auch das macht mich sehr stolz: stolz, dass alle so gut zusammengearbeitet haben, stolz, dass unser Projekt absolut erfolgreich war und stolz, dass auch andere das als erwähnenswert und nachahmenswert empfunden haben.

Sie sind sehr beliebt bei Ihren Patientinnen und Patienten. Was ist Ihr Geheimrezept?
Ich habe kein Geheimrezept. Ich versuche, Patienten so zu behandeln, wie ich auch selbst behandelt werden wollen würde, auf Augenhöhe und mit viel Empathie.

Womit verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?
Mit meiner Familie und vielleicht demnächst auch wieder mit einem Hund.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Frieden, ein nicht mehr nur durch Corona-bedingtes Leben, Gesundheit

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Ramses II.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Eric Berg „Totendamm“

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Meine Mutter, weil sie eine sehr gute und sehr engagierte Hausärztin war.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Ich liebe Krimis.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Es ist wahrscheinlich noch so verborgen, dass ich es auch noch nicht gefunden hab.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Natürlich Hund, wir hatten lange zwei Schäferhunde. Und vielleicht zieht bald wieder einer bei uns ein. Es ist jedenfalls in Planung.