Mein Werder (306): Astrid Pappert

Kurz & Knapp

Name: Astrid Pappert
Alter: 62
Wie lange leben Sie schon in Werder? seit 1997
Haben Sie Kinder? eine Tochter

Über unsere Blütenstadt

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Unser Werder hat für jeden Geschmack etwas zu bieten, sucht man die Ruhe, findet man sie beispielsweise rund um den Plessower See mit seinen winzigen Badestellen. Braucht man etwas mehr Leben, ist man genau richtig „Unter den Linden“ (Ja, auch wir haben einen Boulevard, der so heißt wie der berühmte in Berlin) mit vielfältiger Gastronomie, da heißt es sehen und gesehen werden. Natürlich darf man das Wasser nicht vergessen, auch hier ist alles dabei von der gemütlichen Dampferfahrt bis hin zum SUP-Boarding oder eine Fahrt mit dem Hausboot oder Floß. Sogar Drachenboote gehen regelmäßig ins Rennen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich backe Crêpes oder Galettes (aus Buchweizenmehl) in meiner kleinen Crêperie. Das klingt zunächst erstmal nicht sehr spektakulär, aber gemeinsam mit meinem Mann versuche ich, die Gäste zu verwöhnen und mir immer neue Leckereien für sie einfallen zu  lassen.

Was würden Sie lieber machen?
Es gibt eigentlich kaum einen schöneren und abwechslungsreicheren Job, als Gäste zu bewirten. Allerdings bin ich auch Buchhändlerin und könnte mir auch vorstellen, wieder Bücher zu verkaufen. Das ist aber auch eine schwierige Frage.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Der Panoramaweg im Ortsteil Glindow ist wirklich zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Der weite Blick ins Land ist genau meins, da ist der Weg das Ziel.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Ich denke mal, auf jeden Fall auf der Insel mit ihrer wirklich wunderschönen Altstadt, denn dort hat alles angefangen, der Name Werder bedeutet ja schließlich nichts anderes als eine Insel im Fluss. Und diese Insel hat sich auch wirklich herausgeputzt in den letzten Jahren. Ein Schmuckstück! Und man muss auf dem Wachtelberg gewesen sein, wunderschön der Panoramablick, den man mit einem Gläschen Wein genießen sollte.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Den Rummel versuche ich zu vermeiden. Spaß macht es, ganz zünftig auf Strohballen in den Obstplantagen zu sitzen und den Obstwein mit selbstgebackenem Kuchen zu trinken

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johanna

Sie – ganz speziell

Die Crêperie Zum dicken Engel ist aus dem Werderaner Stadtgebiet nicht wegzudenken. Wie lange gibt es die Crêperie schon und wie kam es zu dem ungewöhnlichen Namen?
Die Crêperie gibt es nunmehr seit 15 Jahren, durch den Lockdown haben wir das 15-jährige Jubiläum im Mai verpasst. Der Name der Crêperie ist eng mit der Entwicklung des Logos verbunden. Seit etlichen Jahren hängt in unserem Glindower Wohnzimmer genau solch ein dicker Engel, den wir im Holländischen Viertel von Potsdam entdeckt haben. Daraus habe ich irgendwann einmal eine Grafik gemacht, die dann zu unserem Logo wurde. Und der Name war dann nur konsequent.

Wie ist die Idee zu der Crêperie entstanden und worauf dürfen sich Besucher Ihrer Crêperie freuen?
Alles fing mit einer Urlaubsreise in die Bretagne an, wo wir diese besondere Art der Gastronomie für uns entdeckt haben. Überall gibt es dort diese kleinen, feinen Crêperien … zumeist in alten Gemäuern, umstanden von riesigen Hortensienbüschen – das gefiel uns.

In die Heimat zurückgekehrt, war der Plan natürlich noch lange nicht gefasst. Wir haben uns von den anderen Gastronomen in Werder verwöhnen lassen. Und eines Tages fiel uns auf, hey es gibt keine Crêpes in unserer Stadt. Und das wollten wir dann ändern.

Nach einem Jahr mit Lokalsuche, Umbauten, der Recherche nach Rezepturen, Probekochen und Probeessen war es dann soweit. Seit Mai 2006 bewirten wir unsere Gäste mit süßen und herzhaften Crêpes, glutenfreien Galettes mit immer wieder anderen Füllungen. Es ist unvorstellbar, was man mit den Pfannkuchen alles anstellen kann. Es funktioniert alles, und zu allem passt original bretonischer Cidre, den es bei uns auch von Anfang an gibt. Natürlich gibt es auch die bretonischen Klassiker wie den Galette Compléte mit Schinken, Käse und Ei bei uns.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingsgericht auf der Karte und warum?
Also jetzt ehrlich und nicht weitersagen, ein ganz einfaches: Crêpe mit Butter und Zucker, das schmeckt nach Kindheit. Ansonsten sind mir alle Gerichte gleich lieb – welches Kind will man auch bevorzugen …?!

Sie stellen u.a. das Eis und das Kompott selbst her, das zu den leckeren Crêpes gereicht wird. Warum ist es Ihnen wichtig, dass Sie alles selbst zubereiten?
Es macht Spaß, vieles selbst zu machen, es schmeckt einfach besser und ich weiß, was drin ist. Es ist wirklich nicht schön, wenn die Speisekarte von Fußnoten und Sternchen nur so strotzt. Ich freue mich, wenn ich meinen Gästen sagen kann, wo zum Beispiel die Eier, der Spargel oder die Erdbeeren herkommen.

Süß oder herzhaft? Welcher Crêpe ist am beliebtesten bei Ihren Kunden?
Diese Frage kann man nicht beantworten, das hängt vom Wetter und der Tagesform der Gäste ab.

Sie standen zuletzt mit Ihrem Crêperie-Wagen im Lendelhaus. Sind weitere Verkäufe dieser Art in Zukunft geplant?
Dieses Event wurde aus der gemeinsamen Not während des Lockdowns geboren, wir haben es genossen, mal wieder in Aktion zu sein und uns auch verabredet, weitere Aktionen folgen zu lassen. Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf weitere gemeinsame Aktivitäten.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Nummer 1: Unsere Crêperie wird noch 20
Nummer 2: Alle unsere lieben Gäste begleiten uns auf diesem Weg
Nummer 3: Wir möchten alle noch lange gesund bleiben

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Bill Gates

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Über Menschen von Juli Zeh

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Die habe ich tatsächlich nicht, darüber habe ich auch nie nachgedacht.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Out of Rosenheim von Percy Adlon

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nicht wirklich, aber von jedem etwas …

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Na klar liebe ich Tiere, aber ich bin eindeutig ein Katzenmensch, ich komme an keinem Stubentiger vorbei, ohne Kontakt aufzunehmen oder Streicheleinheiten zu vergeben.