Mein Werder (307): Birgit Mücke

Birgit Mücke (Mitte) mit ihren Kolleginnen der Stadtbibliothek Werder, Foto: wsw

Kurz & Knackig

Name: Birgit Mücke
Alter: 58
Wohnort: Berlin
Haben Sie Kinder? Ja, zwei.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine gemütliche Kleinstadt mit ganz viel Wasser und Urlaubsflair.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich organisiere die Bibliotheksarbeit in Werder (Havel). Dazu gehört der Einkauf neuer Medien, die Einarbeitung dieser, der Ausleihbetrieb und die Veranstaltungstätigkeit.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Die Insel gehört zu meinen Lieblingsorten in Werder. Ein Inselrundgang und dabei irgendwo einkehren ist wie ein kleiner Kurzurlaub.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Die Insel ist ein Muss.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Muckergarten

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Keinen. Lieber ist mir ein leichter fruchtiger Weißwein.

Sie – ganz speziell

Vor mehr als 100 Jahren startete die Stadtbibliothek in Werder (Havel) mit zunächst 765 Bänden. Wie haben sich die Bibliothek und ihr Bestand in den letzten Jahrzehnten gewandelt?
Der Bestand und die Aufgabenbereiche sind im Vergleich zu damals deutlich vielfältiger. Neben Büchern kann man heute viele weitere Medien in der Stadtbibliothek ausleihen – Zeitschriften, Hörbücher, Gesellschaftsspiele, Tonies, DVDs, Tiptoi- und Bookii-Stifte, eBook-Reader, Tonie-Boxen.

Hinzu kommen zahlreiche Online-Angebote: Onleihe, Genios, Freegal-Music, Tigerbooks. Aber auch die Aufenthaltsqualität hat sich seit dem Einzug in die neuen Räume deutlich erhöht. Die Bibliothek bietet zahlreiche Veranstaltungen für Kitas und Schulen an. Beliebt sind Kamshibai-Erzähltheater, Bilderbuchkino und Rallyes für verschiedene Klassenstufen.

Für Erwachsene haben wir vor Corona zwei Lesungen im Jahr angeboten.

Wie viele Mitglieder zählt die Stadtbibliothek aktuell und wie kann man eigentlich Mitglied werden?
So um die 2.300 Werderanerinnen und Werderaner nutzen die Bibliothek. Erwachsene melden sich mit ihrem Personalausweis an. Die Jahresgebühr beträgt für alle Personen ab 18 Jahre 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kinder benötigen die Unterschrift ihrer Eltern auf der Anmeldekarte. Für sie ist die Nutzung der Bibliothek kostenlos.

Warum ist es so wichtig, schon die Kleinsten an Bücher heranzuführen?
Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen. Egal, ob gemütlich auf dem Sofa kuschelnd, beim Kinderarzt, auf der Zugfahrt oder in der Bibliothek. Diese gemeinsam verbrachte Zeit ist besonders für die Kinder ein großer Gewinn.

Wer seinen Kindern regelmäßig vorliest, weckt nicht nur ihr Interesse an der Welt der Bücher, sondern fördert auch ihre Konzentrationsfähigkeit, ihr Vorstellungs- und Einfühlungsvermögen sowie die Vergrößerung ihres Wortschatzes. Daneben vermitteln Bücher auch Wissen und unterstützen die spätere Lesefähigkeit.

Hat sich das Leseverhalten bei Groß und Klein in den vergangenen Jahren im Allgemeinen und während der Corona-Pandemie im Speziellen verändert?
Die Ausleihzahlen der Kinderliteratur sind in den letzten Jahren im Vergleich zur Belletristik und Sachliteratur stark angestiegen. Dies liegt sicher an unserem aktuellen und vielfältigen Kinderbuchbestand aber auch daran, dass ein Buch in Papierform für Kinder immer noch attraktiver ist als E-Books.

So haben wir während der Corona-Pandemie viele Überraschungstüten an Familien ausgeliehen. Und haben damit auch immer mal wieder geholfen, gut durch Quarantäne-Zeiten zu kommen.

Im Erwachsenenbereich dagegen haben sich die Ausleihzahlen der Onleihe während der Corona-Pandemie stark erhöht. Aber auch hier spielt das Papierbuch immer noch die weit größere Rolle.

Welche Bücher/Medien werden von den kleinen und großen Werderaner*innen am liebsten ausgeliehen? Können Sie uns die „Top 5“ der Kinder-/Jugend- und Erwachsenenliteratur verraten?

Erwachsenenliteratur:
Juli Zeh: Über Menschen
Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
Elizabeth Gilbert: City of Girls
Wolfgang Burger: Der sanfte Hauch des Todes
Anne Stern: Fräulein Gold

Kinderliteratur:
Leo Lausemaus sagt nicht die Wahrheit
Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen
Sven Nordquist: Findus zieht um
Anja Kiel: Die große Wimmelreise der Tiere
Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere – Top oder Flop!

Jugendliteratur:
Cassandra Clare: City of lost Souls
April Dawson: Next to you
Cassandra Clare: City of fallen Angels
Elisabeth Etz: Alles nach Plan
Lena Kiefer: Ophelia Scale – Die Welt wird brennen

Was ist Ihr persönliches Lieblingsbuch?
Das wechselt immer wieder. Für mich gibt es deshalb immer ein Buch des Jahres. Das Jahr ist noch nicht ganz zu Ende, aber ich habe einige Anwärter: Ewald Arenz „Alte Sorten“, Juli Zeh „Über Menschen“, Susanne Abel „Stay away from Gretchen“. Mal sehen, was noch kommt.

Was wir sonst noch wissen wollten?

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
1. mehr Respekt im Umgang miteinander
2. den Klimawandel stoppen
3. eine gerechtere Welt

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Da fällt mir wirklich niemand ein.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Anne Mette Hancock: Narbenherz

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Eine meiner Freundinnen ist ein großes Vorbild für mich, weil sie so eine grenzenlose Optimistin ist und alle Dinge sehr beherzt angeht.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
DEN Lieblingsfilm gibt es nicht. Aber stark beeindruckt hat mich „Das Salz der Erde – Eine Reise mit Sebastiao Salgado“.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Wenn, dann ist es noch unentdeckt.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Spannender finde ich, Tiere in der freien Natur zu beobachten.