Mein Werder (311): Sandra Marzec

Kurz & Knackig

Name: Sandra Marzec

Alter: 41

Wohnort: Werder (Havel)

Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit September 2021

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?

Werder (Havel) ist eine metropolnahe, kleine Stadt auf dem Land, die umgeben ist von zahlreichen Seen. Sie hat ein tolles Urlaubsflair, ist naturnah und auf jeden Fall einen Ausflug wert!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?

Die Badestellen am Plessower See – Wenn die Sonne im Wasser glitzert und die kleinen Wellen an Land schwappen, ist das für mich Erholung pur.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?

Ich empfehle mit dem Wassertaxi anzureisen und dann die Insel zu erkunden. Durch die Gassen schlendern, ein Fischbrötchen auf die Hand und ein Stück Kuchen genießen im Café – das war für mich früher der Inbegriff für einen gelungenen Tag.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?

Eindeutig die Gärten auf der Anhöhe mit tollem Weitblick übers Wasser.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?

Ich trinke keinen Wein und warte deshalb noch auf Werderaner Obstliköre. Da wäre ich dann dabei und vermutlich begeistert von Johannisbeere und Erdbeere.

Sie – ganz speziell

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?

Ich bin hauptberuflich in Berlin in einer Coaching Akademie tätig. Im Jahr 2020 habe ich zudem ein eigenes kleines Unternehmen gegründet und biete seither pferdegestütztes Coaching und Training auf dem Reiterhof zum Mühlenberg in Trechwitz an.

Was würden Sie lieber machen?

Ich würde nichts lieber tun, als in absehbarer Zeit meine pferdegestützte Arbeit mit Menschen in Vollzeit ausüben zu können, um noch mehr bewirken und teilen zu können.

Was bedeuten Pferde für Sie?

Die Welt! Pferde sind ganz besondere Wesen, die mich jeden Tag aufs Neue berühren und faszinieren. Sie repräsentieren für mich Stärke, die sie nie missbrauchen, Anmut, derer sie sich kaum bewusst sind, sowie Sanftheit, die sie uns Menschen schenken. Sie haben eine untrügliche Wahrnehmung und Intuition, und sie sind Meister der Kommunikation. Von ihnen habe ich gelernt, wirklich zuzuhören, auch zwischen den Zeilen zu lesen und großen Wert auf das zu legen, was nicht gesagt wird, sondern sich über den Körper und die Energie ausdrückt. Außerdem beherrschen Pferde, wie kaum ein anderes domestiziertes Tier, die Fähigkeit, sich anderen ggü. abzugrenzen, um die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse sicher zu stellen. Pferde haben mich dadurch für meine eigenen Bedürfnisse sensibilisiert und mein Verständnis von Selbstfürsorge neu definiert.

Seit wann haben Sie diese große Liebe zu Pferden?

Eigentlich besteht die Faszination solange ich denken kann. Als Jugendliche und später als Erwachsene habe ich es mit dem Reiten versucht. Doch ich hatte ehrlich gesagt weder Talent noch Freude daran. Verrückterweise habe ich erst mit Mitte 30 realisiert, dass ich gar nicht reiten muss, um mit Pferden in Kontakt zu sein. Es gibt inzwischen so viele andere tolle Möglichkeiten. Jedenfalls hängt seither der Helm am Nagel und ich genieße meine Pferdezeit – halt vom Boden aus.

Coaching mit Pferden was genau bedeutet das? Erzählen Sie uns davon!

Wie viel Zeit haben Sie? *lach Coaching bedeutet, Menschen mit beruflichen oder privaten Anliegen durch Fragen, Perspektivwechsel und das bewusste Erleben innerer Prozesse bei der Findung von Lösungswegen zu unterstützen. Das geht natürlich auch ohne Pferd. Was Pferde allerdings aufgrund ihres Sozialverhaltens und ihrer feinen Wahrnehmung zu diesem Prozess beitragen, verkürzt so manche Lösungssuche. Das liegt zum einen daran, dass sie Menschen emotional berühren und so schnell aus dem Kopf in ein ganzheitliches Körpererleben bringen, was einen größeren Zugriff auf Ressourcen ermöglicht. Des Weiteren reagieren Pferde auf aktive Verhaltensmuster und Gefühlszustände der Menschen und unterstützen so den Erkenntnisgewinn. Leugnen, so tun als ob und etwas vorspielen mag bei Menschen noch funktionieren, bei Pferden hat das keine Chance. Sie sind ein Radar für Authentizität, wodurch Menschen schneller zum Kern ihres Anliegens kommen. Eine weitere magische Zutat ist, dass Pferde frei von Urteil und Bewertung sind und immer wieder aufs Neue offen für Begegnung mit uns Menschen. Das bedeutet, dass Menschen in einer ersten Übung mit Pferd ihr Thema erkennen können, es dann bearbeiten und transformieren und schließlich die Veränderung in einer weiteren Begegnung mit Pferd ausprobieren und auf die Wirkung hin überprüfen können. Wo ist das im Alltag sonst möglich? Pferde sind ehrliche Feedbackgeber und tolle Partner in der Persönlichkeitsentwicklung, was genau mein Herzensthema ist. 

Und was passiert beim Training mit Pferden? Wie können wir uns das vorstellen?

Training umfasst die herkömmlichen Bildungsformate für Erwachsene, z.B. Workshops und Seminare. Ich vermittle Wissen zu Themen, wie Kommunikation, Resilienz, Stressprävention u.a., und nehme zur Intensivierung des Erlebens und zum praktischen Erwerb neuer Kompetenzen sehr gern die Pferde als Co-Trainer dazu. Das pferdegestützte Training bedient sich der gleichen, zuvor genannten Vorteile aus der Zusammenarbeit mit Pferden. Durch die Aktivierung und Emotionalisierung im Lernprozess sowie den sicheren Experimentierrahmen, kommen Menschen schneller ins Tun und Information bleiben länger im Bewusstsein. So hat Wissen die reelle Chance, im Alltag auch wirklich umgesetzt zu werden – Kern des nachhaltigen Lernens.

Wer nimmt denn pferdegestütztes Coaching und Training in Anspruch?

Grundsätzlich sind alle Menschen willkommen, die Lust und Neugier haben, die eigene Persönlichkeit zu entfalten sowie Herausforderungen leichter zu meistern. Auch Unternehmen in Form von Führungskräften und Teams sind meine Gäste, da Pferde besonders bei Anliegen rund um Vertrauen, Kommunikation, Gemeinschaft und (Selbst)Führungskompetenz die Dinge schnell auf den Punkt bringen und positiven Wandel im Individuum wie auch in der Gruppe bewirken. 

Womit verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?

Ich bin eine vielfältig interessierte Person, sehr neugierig und wissbegierig. Ich liebe es, Länder zu bereisen, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Für Ausflüge in die Natur, Tierzeit und Wandern bin ich immer zu haben.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Da halte ich es wie die Schönheitsköniginnen: Ich wünsche mir für alle Menschen, die Welt und für mich selbst erstens Weltfrieden, zweitens Nachhaltigkeit und drittens Liebe in den Menschen für alles Sein. 

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?

Puhh…ehrlich gesagt, mache ich mir nicht so viel aus Stars und Sternchen egal aus welchem Bereich. Alles auch nur Menschen und oft weit weniger beeindruckend als die Helden des Alltags. Allerdings hätte ich nichts gegen einen kleinen Roadtrip mit Henning Baum und Maximilian Grill („Der letzte Bulle“). Das stelle ich mir witzig vor.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Keines, dafür stapeln sie sich neben meinem Lesesessel.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?

Ich schaue mir vieles aus der Natur ab, weil es hier Sinnhaftigkeit, Ausgleich, Rhythmus und sehr viel Schönheit gibt. Besonders das „einfach Sein“ inspiriert mich oft dazu, weniger zu wollen und stattdessen jenseits von Plänen und Zeit dem Leben mehr zu vertrauen und mich dem Flow hinzugeben.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?

Ich oute mich als totaler Fan von Romantik-Komödien und warte jeden Herbst sehnsüchtig auf die neuen Blockbuster aus Hollywood. Wobei auch der Deutsche Film toll nachgelegt hat und auch super Filme und Serien rund um „Liebe mit Augenzwinkern“ rausbringt.

Haben Sie ein verborgenes Talent?

Ich bin froh, inzwischen viele meiner Talente entdeckt und als solche angenommen zu haben. Ich halte mich für eine gute Beobachterin und kann mich gut ausdrücken. Ich liebe es, anderen Menschen Komplimente zu machen, mich mitzufreuen und ihnen wertschätzendes Feedback zu ihren Fähigkeiten, Stärken und Erfolgen zu geben. Das ist meine persönliche kleine Gegenbewegung gegen all die Kritik und das Mangeldenken in der Welt.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Ich glaube, das war schon sehr viel bis hierher. Wer noch mehr erfahren möchte, findet mich im Internet.