Mein Werder (40): Fred Witschel

Kurz & knackig:

Name: Fred Witschel
Alter: 52
Wohnort / Ortsteil: Werder / OT Glindow


Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
Mein Elternhaus steht im Süden das Landes Brandenburg in einem kleinen Dorf in der Nähe von Elsterwerda. Mein Beruf hat mich durch die Republik geführt, u.a. nach Köln. Im Oktober 2001 ging es zurück ins Land Brandenburg, nach Werder.

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Wir sind eine Patchwork-Familie mit vier Kindern – alle inzwischen erwachsen und aus dem Haus, auf eigenen Füßen stehend bzw. dabei zu lernen, wie man auf eigenen Füßen steht. Nicht immer einfach ganz einfach. Der Stolz – unser Enkel.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist einzigartig! Leben – Arbeit – Erholen – an einem Ort. Ausgedehnte Radwege, Erholung am und auf dem Wasser und jede Menge Sehenswertes gibt es in Werder mit seinen Ortsteilen – Geschichte und Gegenwart: die Insel, Heimatmuseen, Ziegeleimanufaktur, Telegraphenberg, Schlosspark Petzow, Otto-Lilienthal-Denkmal und vieles mehr.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Die Glindower Alpen – direkt vor meiner Haustür. Ich liebe die Ruhe dort und finde es faszinierend, wie sich die Natur die ehemaligen Tongruben zurückerobert hat.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Unter duftendenden blühenden Bäumen in den Obstgärten ist der schönste Platz. Dabei den leckeren Obstwein genießen, einfach nur herrlich.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Berufssoldat. Und wenn ich nicht im Dienst bin, engagiere ich mich ehrenamtlich. Einmal in der Woche steht das Hobby „Tanzen“ im Mittelpunkt. Haus, Hof und Garten wollen natürlich auch gepflegt sein.

Was würden Sie lieber machen?
Was ich tue, mache ich gern und es macht mir Spaß.
Und doch ist da ein Wunsch – ein bisschen mehr Zeit für mich und für meine Familie.

Sie – ganz speziell

Sie sind aktiv im Karnevalverband Berlin-Brandenburg. Wie kam es dazu und was sind Ihre Aufgaben?
Im Glindower Carneval Club e.V. bin ich seit 2006 aktiv. Meine Frau und ich waren das Prinzenpaar der 49. Session des GCC, dann von 2010 bis 2012 das 1. Prinzenpaar des Karnevalverbandes Mark Brandenburg. Es war eine bewegende Zeit für uns und wir sind noch heute fasziniert davon, welche Hochachtung uns die Vereine für unser Engagement entgegengebracht haben.
Im Frühsommer 2012 fragte mich Walter Kassin, der Präsident des Karnevalverbandes Berlin-Brandenburg (KVBB), ob ich im Landesverband die Leitung des Jugendausschusses übernehmen würde. Ich wusste anfangs nicht wirklich, was da auf mich zukommt. Ich ging davon aus, dass es bei der Jugendarbeit in erster Linie um den karnevalistischen Tanzsport geht. Weit gefehlt!
Die Jugend ist die Zukunft der Vereine. So galt es Strukturen im KVBB aufzubauen, um das Brauchtum von Fasching, Fastnacht und Karneval in die nächste Generation zu tragen. Als erster Karnevallandesverband in den neuen Bundesländern haben wir einen eigenständigen Jugendverband, die KVBB-Jugend gegründet. Seit Juli diesen Jahres ist dieser Mitglied im Landesjugendring Brandenburg.
Die Leitung des Jugendverbandes, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in all ihren Facetten, vom Organisatorischen bis hin zur Moderation von Kinderveranstaltungen, der Vorbereitung und Durchführung von Schulungen zur Jugendarbeit – meine Aufgaben sind vielfältig.
Und noch dazu wurde ich 2013 als Vizepräsident in das Präsidium des KVBB gewählt und vor wenigen Wochen für eine weitere Wahlperiode im Amt bestätigt. So vertrete ich die Interessen der Kinder und Jugendlichen gegenüber im KVBB- Präsidium.

Was ist Ihnen persönlich wichtig am Karneval?
Der Alltag ist manchmal ziemlich anstrengend. Den mal zu vergessen und ausgelassen zu feiern, das ist Karneval. In vielen Städten und Gemeinden sind die Karnevalsvereine sehr aktiv und bereichern auch außerhalb der tollen Tage das Kulturleben. Und ganz besonders wird eine tolle Arbeit mit und für die Kinder und Jugendlichen geleistet. Es ist nicht nur das Tanzen, das im Mittelpunkt steht, sondern die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu selbstbewussten Persönlichkeiten.

Haben Sie schon ein Kostüm für die neue Saison?
Die Kostümfrage stellt sich bei mir nur bei der Moderation des Kinderfaschings. Sonst trage ich das offizielle Ornat des KVBB oder der KVBB-Jugend.

Wie viele Veranstaltungen werden Sie besuchen?
In der vergangenen Session waren es ca. 30 Veranstaltungen im ganzen Land Brandenburg, angefangen von der reinen Karnevalssitzung, Straßenumzügen bis hin zum Empfang im Bundesfamilienministerium und dem Tollitätenempfang in der Staatskanzlei in Potsdam. Das wird in der nächsten Session ähnlich sein.

Zudem sind Sie Mitglied im Ortsbeirat Glindow und Abgeordneter der Freien Bürger. Welche Aufgaben haben Sie da?
Im Ortsbeirat bin ich stellvertretender Ortsvorsteher. Auch hier kümmere ich um den Bereich der Jugendarbeit und das nicht nur mit Worten. 2010 haben wir mit Glindower Jugendlichen beispielsweise den 2. Platz beim Jugendumweltpreis des Landkreises Potsdam-Mittelmark erreicht. Den Jugendaustausch Glindower Jugendlicher mit der Partnerstadt Rahden habe ich initiiert und begleite diesen von Anbeginn mit.
In den letzten beiden Jahren habe ich aktiv im „Netzwerk der Hilfe“ mitgearbeitet, so den Kontakt zwischen Netzwerk und Ortsbeirat gehalten.

Sie kümmern sich auch jährlich um die Vorbereitung des Kirsch- und Ziegelfestes und um die Kirschkönigin.
2009 wurde der Staffelstab für die Organisation des Kirsch- und Ziegelfestes von Karl-Heinz Lutze und Wolfgang Hotzel an Christian Buge und mich weitergereicht. Mit dem Rücktritt von Christian Buge liegt die Verantwortung für die Vorbereitung des Kirsch- und Ziegelfestes seit 2013 bei mir. Dabei werde ich tatkräftig von meinem Festkomitee unterstützt. Aber es ist jedes Jahr eine neue Herausforderung.
Für Petrus wahrscheinlich auch, bescherte er uns doch bis jetzt das seit Wetteraufzeichnungen kälteste und regenreichste Fest, sorgte für Blitz, Donner und Platzregen, aber auch für Hitzerekorde.
Dass eine Kirschkönigin nicht nur hübsch aussehen muss, hat sich längst rumgesprochen. Wortgewandt repräsentiert sie den Ortsteil Glindow und die Stadt Werder (Havel) weit über unsere Region hinaus. Sie soll nicht nur das Amt ausüben, sondern auch etwas Nachhaltiges bewirken. So habe ich in diesem Jahr die Kooperation mit dem Verein Zuckerbaum e.V. initiiert und freue mich, dass sich unsere Kirschkönigin Annika Wolf der Aufgabe gestellt hat.
Schön auch, dass sich Baumblütenkönigin und Kirschkönigin nicht als Konkurrentinnen sehen, sondern dass es ein wunderbares Miteinander gibt.

Wie bereitet sich Glindow auf die 700-Jahr-Feier vor?
Am 1. und 2. Juli 2017 wird der Ortsteil mit dem Kirsch- und Ziegelfest auch die 700-Jahre Glindow feiern. Ich möchte, dass sich alle Vereine und Gewerbetreibenden mit ihren Ideen in die Vorbereitung des Festes einbringen. Eine erste Zusammenkunft mit den Vereinsvorsitzenden mit einigen Vorschlägen gab es schon.
Das Redaktionsteam, dem ich angehöre, schreibt im Moment noch fleißig an der Ortschronik. Pünktlich zum Jubiläum werden wir das Buch vorstellen.

Welche Probleme in Glindow müssten Ihrer Meinung nach schnellstens gelöst werden?
Ich wünsche mir mehr Angebote für Kinder und Jugendliche, angefangen bei sauberen und ausreichenden Kinderspielplätzen bis hin zu einem Jugendclub.
Mehr kulturelles Leben im Ort – das sorgt auch mal außerhalb der Karnevalszeit z. B. mal mit Tanz – für mehr Miteinander.
So mancher B-Plan für Glindow schlummert noch in den Schubladen, z.B. Alpenstraße.

Was wir sonst noch wissen wollen . . .

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Tom Hanks
Welche Fragen würden Sie ihm stellen?
Ich würde fragen wie er es schafft, seine Filmrollen so authentisch zu spielen.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Eigentlich bleibt kaum Zeit zum Lesen, aber da ich Urlaub hatte: „Fifty Shades of Grey“.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Meinen Vater – ich mag seine ruhige, beharrliche Art.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
„Forrest Gump“ – ich bewundere die hervorragende und glaubhafte Darstellung.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Das muss ich noch entdecken!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Seit einigen Wochen sind wir wieder stolze Hundebesitzer!