Mein Werder (45): Tino Würfel

Kurz & knackig

Name: Tino Würfel
Alter: 42
Wohnort / Ortsteil: Werder (Havel), OT Neu Plötzin

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
Direkt in Werder seit 2005, aufgewachsen in dem schönen Bochow Bruch (zwischen Derwitz und Groß Kreutz)

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
1 Sohnemann, Jan Erik, 11 Jahre

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine gemütliche Kleinstadt wie man sie sich vorstellt, und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Zum Blütenfest ganz oben auf dem Riesenrad ist immer wieder gut.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Mittlerweile mag ich den etappenreichen Weg von Stand zu Stand in den (leider immer weniger werdenden) blühenden Plantagen aus Plötzin über Glindow nach Werder sehr gern.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Hier in Werder und Umgebung bin ich als Architekt und Zeichner unterwegs.

Was würden Sie lieber machen?
Hauptberufliches Zeichnen und Illustrieren wäre mein Traum (ich arbeite daran …)

Sie – ganz speziell

Hier in Werder kennt man Sie unter anderem als Illustrator des Kinderbuches „Moppel und Mücke“. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit der Autorin Christine Pohl?
Als mein Sohn die Kita Eichenhof besuchte, habe ich dort als Vater verschiedene Wandbilder in die dortige Laube gemalt. Frau Pohl arbeitet mittlerweile dort als Erzieherin und suchte jemanden, der ihr geplantes Buch illustriert und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, ihr ein paar Zeichnungen anzufertigen. Da konnte ich natürlich nicht ablehnen. Und da die Zusammenarbeit mit der Christine sehr angenehm und spannend ist, hoffe ich natürlich, dass wir noch viele weitere Projekte machen.

Sie haben aber auch weitere Bücher illustriert. “Die Abenteuer der Zwiesel” von der Glindowerin Ingeborg Lauwaßer oder des Kochbuches “Havelzander im Apfelbett” des Kulturvereins “Inselstadt” e.V. und jüngst ergänzten Sie ganz wunderbar einen Band der Stadtchronik von Werder von Baldur Martin mit Ihren Zeichnungen – Ihnen liegt das Illustrieren besonders?
Ja, das macht schon sehr viel Spaß. Im Gegensatz zu meinen Portraitzeichnungen muß man sich dabei ja nicht großartig auf die relativ detailgetreue Darstellung einer Person konzentrieren, um den Erkennungswert so hoch wie möglich zu halten, sondern ich kann eigentlich alles unterbringen, was mir beim Lesen der Geschichten bzw. den Vorstellungen der Autoren so in den Sinn kommt.

In diesen Tagen erscheint auch ein Kinderbuch der Frau Silke Trenner, nämlich „Lea und der Schneemann“, welches ich illustrieren durfte. Da habe ich natürlich auf Grund der Geschichte wieder eine ganz andere Welt darzustellen.

Wann haben Sie begonnen, zu zeichnen?
Gezeichnet habe ich schon immer, nur war die Förderung draußen auf dem Land natürlich recht spärlich. Alles, was ich an Darstellung von „Comic“-Figuren weiß, habe ich für mich aus den vielen tollen und detailreichen, manchmal auch etwas kitschigen Disneyfilmen etc. gezogen, wie man das als Kind eben so macht. Wenn man Spaß an solchen Dingen hat, macht man sie oft und verbessert sich ganz automatisch dabei immer ein kleines Stückchen.

Haben Sie in der Kunst Vorbilder?
Vorbild ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber ich mag natürlich viele Werke der üblichen Verdächtigen, allen voran Monet und Van Gogh, aber auch viele Bilder von so einigen Zeichnern und Malern, die sich auch durch ihre Gestaltung von meist recht düsteren Plattencovern in der Metalszene schon in meiner Jugendzeit einen Namen gemacht haben. Die bekanntesten von ihnen sind Dan Seagrave, Geoffrey Gillespie, Andreas Marshall oder Derek Riggs.
Ansonsten muß ich natürlich das Werk des spanischen Illustrators und Malers Luis Royo nennen, ganz besonders mag ich seine Skizzen.

Ihre Porträtmalerei bieten Sie auch als Auftragskunst an?
Ja, wer seine Kinder, Enkel, Oma oder wen auch immer portraitiert haben möchte, kann sich gern an mich wenden. Dabei mag ich Sitzungen, in denen eine Person direkt portraitiert werden soll, gar nicht. Das Zeichnen nimmt etwas Zeit in Anspruch, so lange sitzen Kinder nicht still und schon gar nicht behält man sein Lächeln über die Dauer der Sitzung bei. Am Ende hat man dann irgendwie ein Passbild gezeichnet. Am besten eignen sich Schnappschüsse, die z.B. das Kind beim Spielen zeigen oder mit großen staunenden Augen etc. – die sich daraus ergebenden Zeichnungen haben wesentlich mehr Leben in sich.

Wie lange arbeiten Sie an so einem Porträt und was kostet das?
Das ist ganz unterschiedlich. Die Fältchen eines ganzen Lebens zu treffen ist natürlich aufwändiger und langwieriger als ein glattes Kindergesicht und das dauert dann etwas länger. Ein Gesicht nimmt mit Vorzeichnung vielleicht so 2 bis 4 Stunden in Anspruch.

Da ich meine Portraitzeichnungen mit Bleistift, Rötel, Kohle oder Kreide mache, benötige ich lange nicht soviel Zeit, wie es ein Öl- oder Acrylgemälde bräuchte. Der Preis ist eigentlich Verhandlungssache, weil man eben oft noch bestimmte Hintergründe oder Körper mit den ganzen Strukturen und Mustern der Stoffe, Wellen, Falten und Schattenwurf dazukommen. Es ist aber nicht teuer.

Ist die Beschäftigung mit der Kunst ein Ausgleich oder Ergänzung zur Ihrer Arbeit als Architekt?
Das Zeichnen hat eine unheimlich beruhigende Wirkung, da vergisst man auch schnell mal die Zeit. Die Arbeit eines Architekten ist ja sehr vielfältig, in der heutigen schnelllebigen Zeit mit der immer weiter ausufernden Bürokratie und den anhängenden Formalien ist das Zeichnen der perfekte Ausgleich.

Was wir sonst noch wissen wollen . . .

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Bei so einer Frage kommt man ja echt ins Grübeln … ich sage mal Chuck Jones als Regisseur und Erschaffer von Cartoon-Figuren wie Wile E. Coyote (Roadrunner) und seiner Mitarbeit an den ganzen Looney Tunes wie Bugs Bunny etc, die mich in meiner Kindheit begeistert haben.

Welche Fragen würden Sie ihr stellen?
Ob er einen Job für mich hätte.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Derzeit ein sehr schön und reich illustriertes Aquarell-Comic von Tolkiens „der Hobbit“, welches mittlerweile auch schon wieder 20 Jahre auf dem Buckel hat. Ist mir letztens wieder in die Hände gefallen und da konnte ich es nicht mehr weglegen.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Vorbilder habe ich keine, schließlich lebe ich ja mein eigenes Leben und nicht das von anderen. Aber ich habe einige Grundsätze im Hinterkopf, nach denen mich zu richten bemühe. Klappt leider nicht immer.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Das wären wahrscheinlich zu viele, um sie hier aufzuzählen, ich habe da so einen kleinen Tick für Filme entwickelt. Für jede Stimmung gibt es ein filmisches Pendant, und da ist wirklich alles dabei, das ist mit Musik nicht anders.

Ich mag Filme, die mich in eine andere Welt bringen, mir Geschichten erzählen, seien es alte Kostüm- oder Historienschinken wie „Die 3 Musketiere“ (besonders die Verfilmung mit Gene Kelly von 1948), gut gemachte Fantasystreifen (natürlich „Herr der Ringe“ etc), lustige Sachen wie „Die Feuerzangenbowle“ (nur im Original mit Heinz Rühmann), Stan Laurel & Oliver Hardy (geht immer), viele, viele Zeichentrickfilme (bedauerlicherweise sterben diese grad aus, selbst der letzte Asterix wurde unorthodoxerweise zum Animations-film) und gegen eine guten Thriller und/oder Actionstreifen habe ich ebenfalls nichts einzuwenden. Es darf aber auch ruhig mal „Titanic“ oder etwas Nachdenkliches sein. Eigentlich alles, was eine gute und nachvollziehbare Story hat. In der Summe liegen wahrscheinlich Steven Spielbergs Arbeiten weit vorn.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Manchmal erkläre ich etwas zuviel und schweife dabei zu weit aus (siehe oben), mein Sohn weiß da ein Liedchen zu singen.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Tiere sind toll, manche schmecken auch ganz gut 😉.

Bin ja mit einigen Tieren (Hunde, Kaninchen, Katzen, Hühner, Pony, Sittiche etc.) bei uns auf dem Lande aufgewachsen, sowas ist heutzutage leider eher selten.
Wir haben einen Kater, Sammy (der schwarze Blitz). Ein Hund wäre auch schön, aber dafür fehlt leider die Zeit.