Mein Werder (84): Antje Sparfeld und Coco Wöbbeking

Sonntagsfragebogen "Mein Werder": Frieda und Mathilde. Alle Fotos: privat

Kurz & knackig

Name: Antje Sparfeld (Frieda) und Coco Wöbbeking (Mathilde)
Alter:
Antje: neuerdings 39
Coco: zarte 38


Wohnort:
A: Berlin Grünau
C: Phöben

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
A: von Geburt an bis 2005, Rückkehr erfolgt sicher irgendwann
C: seit 1999

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Nö und nö – das gilt für uns beide. Bei Bedarf können von Verwandten und Bekannten welche ausgeliehen werden – in homöopathischen Dosen. Antje hat zum Beispiel einen ganz zauberhaften kleinen Neffen und Coco eignet sich gut für die
Hausaufgabenbetreuung der älteren Kinder im Bekanntenkreis.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
In Werder und seinen Ortsteilen ist für jeden etwas dabei: Altstadt oder Neubaugebiete, Wasser oder Wald, Ruhe oder Geselligkeit, Modernität oder Tradition.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns, wo?
A: Der Phöbener Sandberg, weil man dort in die Ferne schauen kann, bei klarem Himmel sogar bis Berlin, und weil man dort Ruhe zum Nachdenken und Entspannen findet. Außerdem ist er mit schönen Erinnerungen und Begegnungen verbunden wie Schlittenfahren im Winter oder Eiertrudeln zu Ostern.
C: Die Wiese in Phöben am Dampfersteg – ob man nun zum Baden, zum Feiern oder einfach zum Durchatmen da ist. Für Frühaufsteher lohnt sich auch der Sonnenaufgang über der Havel.

Rummel oder Muckergarten – wo ist Euer Lieblingsort auf dem Baumblütenfest?
Eher der Muckergarten, dort kann man den Wein besser genießen. Sollte man dabei in Feierlaune kommen, kann man sich am Plantagenplatz oder auf dem Markt immer noch ins Getümmel stürzen.

Für Antje ist es dazu noch der „Strohhut“-Weinstand Unter den Linden, wo sie jedes Jahr Freunde beim Verkauf unterstützt.

Was arbeiten/macht Ihr so den lieben langen Tag?
A: Ich bin Rechtsanwaltsfachangestellte in einer Berliner Kanzlei.
C: Ich arbeite am Institut für Romanistik an der Uni Potsdam.

Was würdet Ihr lieber machen?
A: Da kann ich mir im Moment nichts vorstellen.
C: Bei Jauch ‘ne Stange Geld gewinnen und dann Zeit und Gelegenheit haben, mit meiner Band „Plug’n’Play“ Musik zu machen oder Geschichten zu schreiben. Bis dahin bin ich mit meinem Job aber sehr happy.

Ihr – ganz speziell

Wie und wann seid Ihr denn zum ersten Mal zu Frieda & Mathilde geworden?
Das „Wann“ ist nicht schwierig zu beantworten, das war auf dem Phöbener Dorffest im Jahr 2000.

Für das „Wie“ müssen wir etwas weiter ausholen: Coco hat auf der Geburtstagsfeier ihres Nachbarn bereits eine Einlage als Mathilde gegeben. Daraufhin wurde sie gebeten, etwas Ähnliches beim Dorffest aufzuführen. Sie war neu in Phöben und ein wenig ängstlich und als Antje – die sie bisher nur vom Sehen kannte – sie dann überreden wollte, zuzusagen, rief sie spontan: „Aber nur, wenn du mitmachst!“ Offensichtlich hatte Antje schon ein Glas Bowle mehr getrunken, denn sie willigte sofort ein.

Wir hatten also genau eine Woche Zeit, uns kennenzulernen, ein Programm auszutüfteln und es auch noch einzustudieren. Am darauffolgenden Samstag konnte Phöben „Frieda & Mathilde“ zum ersten Mal live erleben. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Kommt Ihr nur als Frieda & Mathilde zusammen?
Nein, wir sind auch privat eng befreundet. Es war vom ersten Moment an klar, dass wir auf einer Wellenlänge liegen, sowohl was den Humor und die Kreativität als auch die grundsätzliche Lebenseinstellung betrifft. So gesehen haben wir Frieda & Mathilde viel zu verdanken.

Und was sagt die Familie dazu?
Die haben uns in den ersten Jahren für sämtliche größeren Feiern als Showeinlage engagiert, auch wenn sie Teile des Programms irgendwann schon auswendig konnten.

Woher kommt dieses Comedy-Talent?
Das muss uns in die Wiege gelegt worden sein, unsere Eltern waren und sind von Natur aus humorvolle und teilweise schauspielerisch begabte Menschen.

Den Dialekt, den sprechen wir hier in der Gegend ja eigentlich nicht – warum ist der so wichtig für Euch und wo kommt der her?
Coco kommt ursprünglich aus der Nähe von Hannover, da hat man alles, nur keinen Dialekt. Da eine Figur wie Mathilde aber nicht einfach langweiliges Hochdeutsch sprechen kann, musste eine andere Sprachform her. So hat sich eine wilde Mischung aus rheinischem und ruhrpottschem Gebrabbel entwickelt, aus dem sich die brandenburgischen Elemente auch nicht ganz vertreiben lassen. Frieda hat bei den ersten Auftritten noch tapfer berlinert, wurde aber in den „Kölschen Strudel“ mit hineingezogen.

Ihr singt, schauspielert, tanzt und moderiert – was davon macht Ihr am liebsten?
Am liebsten mögen wir genau diese Mischung! Wir versuchen uns in allen Aspekten immer so zu präsentieren, dass wir selbst auch Spaß daran hätten, wenn wir uns zusehen würden.

Und woher kommen die Ideen für die Persiflagen?
Die meisten Ideen ergeben sich aus dem Anlass des Auftritts. Aus den gegebenen Informationen machen wir uns Stichpunkte für Geschichten. Dazu kommen ein paar wiederkehrende Elemente, wie zum Beispiel unser bayrischer Trinkspruch oder die verschiedenen Tänze. Das Schönste ist, dass ein Teil während der Show selbst spontan passiert, aus der Interaktion mit dem Publikum oder miteinander. Nicht selten muss sich die eine aufgrund eines Geistesblitzes der anderen das Lachen verkneifen.

Habt Ihr ein abendfüllendes Programm und wo tretet Ihr noch auf? Kann man Euch buchen?
Ein festes Programm haben wir nicht, eben weil wir uns als auf den Anlass individuell abgestimmte Einlage verstehen. Wenn jemand zum Beispiel für den 40. Geburtstag seines Mannes oder die Silberhochzeit der Nachbarn einen besonderen Moment sucht, darf er sich gerne melden.

Worauf freut Ihr Euch beim bevorstehenden Dorffest in Phöben am meisten? Habt Ihr etwas Besonders vorbereitet?
Wir freuen uns einfach auf ein buntes Programm für Groß und Klein mit Drachenbootrennen, Fackelumzug, guter Tanzmusik und auf schönes Wetter! Wir sind dankbar, dass die Vereine sich wie immer mächtig ins Zeug legen, um allen ein tolles Fest zu bereiten Solche „Heimspiele“ sind für uns jedes Mal etwas Besonderes – und mit uns natürlich auch!

Mathilde hofft außerdem, dass sie nicht wie im letzten Jahr wieder „in diesem schmalen wackelijen Drachen-Kahn-Jedöns“ beim All-Star-Rennen mitfahren muss, aber wahrscheinlich werden ihre Gebete nicht erhört werden … Falls übrigens noch jemand beim Rennen mitfahren möchte, es gibt noch einzelne freie Plätze in den Booten, einfach vor 13 Uhr da sein und bei uns melden!

Wenn Ihr drei Wünsche frei hättet – welche wären das?

  • einen Ort, wo Familie und Freunde jederzeit zusammenkommen und eine gute Zeit haben können – vorzugsweise in Phöben.
  • dass die Menschen das Lachen nie verlernen – vor allem über sich selbst.
  • noch viele unvergessliche Momente als Frieda & Mathilde, in denen wir den Menschen viel Grund zur Freude bereiten.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würdet Ihr gern einmal treffen?
A: Nena – sie war schon immer mein großes Idol
C: Den französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire.

Welche Fragen würdet Ihr dann stellen?
A: Wie sie es schafft, Karriere, Familie und Freunde unter einen Hut zu bringen und auf der Bühne so auszusehen, als könnten ihr das Alter und der Stress nichts anhaben.
C: Ich würde ihn bitten, seine Abhandlung über die Toleranz angesichts der heutigen Gesellschaft umzuschreiben.

Welche Bücher liegen auf Euren Nachttischen?
A: Cecelia Ahern – „Der Glasmurmelsammler“
C: Derzeit keins, aber in greifbarer Nähe befinden sich stets die 7 Bände der Harry Potter- Reihe, weil das einfache eine großartige und wahnsinnig gut durchdachte Geschichte ist, die man immer wieder lesen kann. Das eigentliche Nachttisch-Buch, „Die gefrorene Charlotte“ von der Potsdamer Autorin Dagmar Scharsich, liegt noch bei Antje …

Habt Ihr Vorbilder? Welche und warum?
A: Meine Großmutter. Sie der Grundstein der Familie, hat soviel erlebt und durchgestanden und hat auf jede Frage immer eine sehr weise, hilfreiche oder tröstende Antwort.
C: Vorbilder für mein persönliches Leben sind ganz klassisch meine Eltern, die mir beigebracht haben, ein optimistischer Mensch zu sein sowie andere Menschen zu respektieren und sie nicht zu verurteilen. Auf kreativer Seite wäre die amerikanische Singer/Songwriterin Melissa Etheridge zu nennen, deren Lieder mich schon lange begleiten, weil für jede Stimmung und jede Lebenslage etwas dabei ist.

Habt Ihr einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Wir haben einen gemeinsamen Lieblingsfilm, „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ von Mel Brooks. Der trifft unser Komikzentrum sehr zentral. Wir können ihn leider nur alleine schauen, da alle anderen immer genervt davon sind, dass wir die Texte mitsprechen.
A: Serie – „Game of Thrones“ – Die Serie ist von der Machart und der Geschichte einzigartig und mit keiner anderen zu vergleichen.

Film – „The green mile“ – weil es dort um Wunder geht, an die ich glaube und gerne glauben möchte. Und es geht dort um Ungerechtigkeit, die einem Menschen widerfahren  kann, wenn andere für die Wahrheit blind sind und einfach Menschen pauschal über einen Kamm geschoren werden u. a. aufgrund von Vorurteilen.

Ansonsten liebe ich alles von Disney, weil sie so herrlich bunt sind und alle irgendwo eine Lebensweisheit oder eine Art Lehre beinhalten.
C: Meine drei Lieblingsserien sind „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“, „Monk“ und „The Walking Dead“ – also von allem etwas! Vielleicht liegt es an meinem Sternzeichen Zwillinge, dass ich mich für so unterschiedliche Themen und Welten begeistern kann…

Habt Ihr ein verborgenes Talent?
A: Nö, die scheinen mir alle offensichtlich zu sein – Komikerin, Dichterin, Malerin, Bastlerin, Anglerin, Sängerin …
C: Ich glaube, auch meine Talente haben sich alle schon mal irgendwie gezeigt. Es gibt nichts, wo ich mich für besonders genial halten würde, aber ich habe zum Glück eine Menge Gelegenheiten, bei denen ich mich auch neben Frieda & Mathilde und der bereits erwähnten Band kreativ betätigen kann. Ich konzipiere zum Beispiel jedes Jahr das Programm für das Männerballett des Phöbener Anglervereins und studiere es dann gemeinsam mit den Jungs für die Aufführung zum Fasching ein. Von Herbst bis Frühling trifft sich außerdem an jedem dritten Donnerstag im Monat eine kleine Gruppe zum „Rudelsingen“ in der Phöbener Kirche, dort bin ich für die musikalische Begleitung zuständig.

Liebt Ihr Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
A: Hm, Tiere mögen ja – Liebe ist da für mich ein zu großes Wort. In jedem Fall Hund statt Katze. Katzen scheinen mir irgendwie hinterlistig.
C: Ich hatte schon beides und liebe auch beides, aber der Hund sollte auf jeden Fall größer sein als die Katze.