Moves sammeln für die Tagesgruppe “Ufer”

"Wenn wir uns von der Vorstellung lösen, es müsste immer so weitergehen wie bisher, dann laden uns plötzlich tausend Möglichkeiten zu neuem Leben ein." - Nach diesem Leitspruch arbeiten die engagierten Pädagoginnen der Werderaner Tagesgruppe "Ufer"

Kerstin Schramm und Kerstin Milker, Foto: wsw

Werder (Havel), 26. Februar 2019 – Vom 11. bis zum 30. März findet zum dritten Mal im Fitnessstudio WerderVital die weltweite Technogym® Kampagne “Lets MOVE for a better world” statt. Je mehr Menschen in dieser Zeit im WerderVital sportlich aktiv werden, desto mehr profitiert die Werderaner Tagesgruppe “Ufer” der Evangelischen Jugendhilfe Geltow. Ziel sind eine effektive Förderung eines gesunden Lebensstils, die Schaffung von Bewusstsein über das Problem des Übergewichts, die Steigerung der Aktivität und der Einsatz für eine gesündere, BESSERE Welt.

Die Tagesgruppe “Ufer”

Betritt man die Doppelhaushälfte im Quittenweg 14 hinterm Werderpark, erwartet man nicht, in einer Tagesgruppe der Evangelischen Jugendhilfe Geltow zu stehen. Von außen lässt nur eine dezente Beschriftung am Fenster vermuten, dass es sich hierbei um kein gewöhnliches Wohnhaus handelt. Bis zu neun Kinder verbringen die Zeit nach der Schule bis 17 Uhr hier in der Einrichtung. Und auch wenn Legosteine, Spielsachen und ein Kicker auf ausgelassene Tobereien der 9-14-Jährigen schließen lassen, geht es in der Tagesgruppe “Ufer” doch um weit mehr. “Zu uns kommen Kinder, die in der Familie, Schule oder im sozialen Umfeld nicht ausreichend integriert sind, die Entwicklungsstörungen haben, traumatisiert sind oder von einer seelischen Behinderung betroffen oder bedroht sind”, erklärt die pädagogische Leiterin Kerstin Milker. Familien, die im Rahmen ihrer Erziehungsaufgabe eine zeitlich begrenzte Unterstützungsleistung benötigen, finden in der Tagesgruppe “Ufer” Hilfe.

Drei Erzieherinnen kümmern sich täglich immer zu zweit um die neun Kinder, die meist zwischen zwei und drei Jahren die Tagesgruppe besuchen. Neben einem ausgewogenen Mittagessen stehen die Erledigung von Hausaufgaben sowie verschiedene Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Die Kinder lernen, innerhalb der Gruppe Verantwortung zu übernehmen, sich gegenseitig ernst zu nehmen, anderen zuzuhören und Freundschaften zu schließen. Grundlegende Strukturen werden hier auf einem neutralen Boden erlernt und vertieft. “Auch die Elternarbeit ist für uns ungemein wichtig”, erzählt Kerstin Schramm. Die Erzieherin ist seit 1994 in der Tagesgruppe tätig und ist zudem Qualitätsbeauftragte der Evangelischen Jugendhilfe Geltow. Die Kinder und Familien sollen in ihrem Alltag entlastet und die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern, Kindern und Familien ist geprägt durch Transparenz, Verlässlichkeit, Flexibilität und Überschaubarkeit. Regelmäßige Gespräche mit den Familien aber auch Besuche bei den Familien daheim gehören zum Angebot der Tagesgruppe.

Bei der Arbeit mit den Kindern und den Familien geht es den engagierten Pädagoginnen um die Vermittlung ganz elementarer Dinge, die eine Gesellschaft ausmachen: gegenseitiger Respekt, Empathie und Rücksicht. Die Eltern können in der Tagesgruppe modellhaft erleben, wie ein strukturierter Alltag ablaufen könnte und welche positiven Einflüsse er auf alle Familienmitglieder hat.

“Im Januar haben wir gemeinsam mit den Kindern und den Eltern einen Jahresplan erstellt, auf dem wir notiert haben, welche Unternehmungen wir machen wollen”, verrät Kerstin Schramm. Ganz hoch im Kurs stand hierbei ein Besuch im JUMP House in Berlin. Doch leider sind solche Aktivitäten immer recht kostspielig. Kostenträger der teilstationären Hilfeform “Tagesgruppe” ist das örtliche Jugendamt. Die meisten Aktivitäten wie der Besuch des Spielplatzes oder ein Ausflug in die Glindower Alpen kosten natürlich nichts. Gemeinsame Aktionen und Ausflüge sind für die Kinder wichtig, um ihnen positive Erlebnisse innerhalb einer Gruppe zu ermöglichen. Sie erleben sich als wichtiger Teil einer Gruppe, das gibt ihnen Selbstvertrauen und sie erleben, dass gemeinsame Aktivitäten Spaß machen.

“Ein besonders großes Highlight ist jedes Jahr unsere Ferienfahrt mit den Kindern, auf die sich die Kinder aber auch wir Erzieherinnen immer wahnsinnig freuen“, ergänzt Kerstin Schramm. Von Montag bis Freitag sind die Kinder 24 Stunden am Tag zusammen und werden so ganz intensiv mit dem Einmaleins des sozialen Umgangs konfrontiert.

Die Kinder, deren Eltern und auch die Erzieherinnen waren sofort Feuer und Flamme, als WerderVital-Frontfrau Catharina Koch auf die Tagesgruppe zukam und ihnen die “Lets MOVE”-Kampagne erklärte. “Wir freuen uns riesig, dass die aktiven Werderanerinnen und Werderaner MOVES für uns sammeln werden”, berichtet Kerstin Schramm. Das Geld soll 1:1 auf die Kinder umgelegt werden. “Gemeinsam mit den Kindern wollen wir uns dann überlegen, für welche tolle Aktivität wir das Geld nutzen werden.” Ob Klettern in Klaistow, ein Ausflug auf einen Reiterhof oder ein Besuch in dem bereits erwähnten JUMP House könnten damit ermöglicht werden.

Packt eure Sportsachen schon mal griffbereit, meldet euch rechtzeitig im WerderVital an unter 03327/52 09 464 und nehmt Freunde und Kollegen zum Strampeln und Schwitzen gleich mit. Die Kinder der Tagesgruppe “Ufer” werden es euch danken! (wsw)

Die Kinder können ihre Wünsche auf einem Zettel notieren und in die Wunschzettelbox werfen. Jeden Montag werden in einem gemeinsamen Gesprächskreis die einzelnen Themen, Wünsche und Vorstellungen diskutiert und besprochen., Foto: wsw