Nach dem Baumblütenfest ist vor dem Baumblütenfest

Resümee des 144. Baumblütenfestes und Ausblick auf die kommenden Jahre

Werder (Havel), 22. Mai 2023 – Das diesjährige Baumblütenfest war das erste Fest, das unter dem neuen Konzept veranstaltet wurde. Dem Konzept zugrunde liegt ein aufwendiges Einwohnerbeteiligungsverfahren, das im November 2019 begann. Bei Einwohnerversammlungen, Workshops und mittels einer Online-Umfrage konnten die Werderanerinnen und Werderaner ihre Vorschläge für eine Neuausrichtung des Festes kundtun. 

„Das wichtigste Ziel des Einwohnerbeteiligungsverfahrens wurde umgesetzt: mehr Sicherheit. In den nächsten beiden Jahren wird das Konzept weiterentwickelt. Besonders hinsichtlich der Familienfreundlichkeit wird nachgeschärft werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Werder (Havel) zum diesjährigen Baumblütenfest.

Bürgermeisterin Manuela Saß äußerte sich am 1. Mai wie folgt: „Das 144. Baumblütenfest war seit vielen Jahren das sicherste überhaupt. Die Landespolizei hat uns bestätigt, dass wir mit Stand am Montagnachmittag beim Straftatengeschehen auf rund ein Drittel früherer Feste gesunken sind. In den Festbereichen war die entspanntere Atmos-
phäre spürbar. Werder wird mit der Baumblüte freundlicher präsentiert. (…) Wir sind zugleich in den gemeinsamen Prozess eingestiegen, das Baumblütenfest regionaler und familienfreundlicher zu gestalten. Die Marke ist etabliert, die Wünsche aus der Bürgerbeteiligung werden in den nächsten zwei Jahren den nötigen Feinschliff bekommen. Auch die Wirtschaftlichkeit muss gewährleistet werden. Dass das ein Prozess sein wird, haben wir immer offen kommuniziert. Mit dem diesjährigen Fest haben wir dafür die Basis gelegt.“

Ihr 1. Beigeordneter Christian Große ergänzt: „Nach dreijähriger Pause hat die Stadt gemeinsam mit ihrer neuen Veranstaltungsgesellschaft das Baumblütenfest unter sehr schwierigen wirtschaftlichen Vorzeichen völlig neu aufgestellt. Mehr Regionalität, mehr Qualität, mehr Werder: Die großen Themen sind in diesem Jahr auf den Weg gebracht worden. Es wurden Voraussetzungen geschaffen, um das Fest in den kommenden Jahren richtig gut aufzustellen.

Wir sind mit offenen Augen unterwegs gewesen: Das Familienthema ist ausbaufähig. Bei der Versorgung müssen wir nachsteuern. Auch einige Anbieter hatten nach der Coronapause mit dem Neustart zu tun. Wir haben schon am zweiten Festwochenende mit ersten Verbesserungen begonnen und werden für das 145. Baumblütenfest weiter am Konzept feilen, ohne größer zu werden. (…)“

Zur Zeit wird eine Einwohnerbefragung zum 144. Baumblütenfest vorbereitet, um das Meinungsbild zum Fest 2023 zu ermitteln. Es soll aber auch darum gehen, an welchen Stellschrauben die Einwohner gedreht wissen wollen, um die nächsten Baumblütenfest qualitativ weiter auszugestalten. 

Die Einwohner werden mit einer Postwurfsendung im Juni über die Befragung informiert. Die Teilnahme wird über einen QR-Code im Internet oder ein Papierformular möglich sein. Das Ergebnis soll mit einer gelosten Testgruppe abgeglichen werden.

Heike und Dietmar Bade (HeiDie-Obstwein) haben uns ihr Fazit zum diesjährigen Fest mitgeteilt: „Seit nunmehr fünf Jahren betreiben wir unseren Obstweinstand ‚HeiDie-Obstwein‘ als Hobby. Unter Einhaltung der gegebenen Auflagen haben wir auch während der Coronazeit versucht, unseren Gästen und Freunden an unserem Stand auf dem Karfunkelberg oder am heimischen Gartenzaun unsere Weine anzubieten. So hat sich unser Stand in den vergangenen Jahren im Rahmen des Baumblütenfestes etabliert und wir erfreuen uns stets über wiederkehrende Gäste und positive Rückmeldungen.

Eine Dezentralisierung des Baumblütenfestes und die damit verbundene Verlagerung der Besucher auf die Obsthöfe und in die Plantagen kann aus unserer Sicht ein guter Weg sein, die Überlagerung der Stadtbereiche zu vermeiden und trotzdem die Tradition aufrecht zu erhalten. Dafür benötigt es allerdings ein ausgereiftes Konzept. An dieser Stelle zunächst ein großes Lob an die Beteiligten der Baumblütenrundfahrt. Sowohl die Planung als auch Durchführung der Bustouren waren aus unserer Sicht wieder ein großer Erfolg und sollte auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. 

Demgegenüber bedarf das Konzept der VGW aus unserer Sicht in anderen Bereichen durchaus Nachbesserungen. Neben der Dezentralisierung stand auch die Änderung der Konzeption zum Familienfest im Fokus. Aus der Sicht des Gastes fehlte es allerdings insbesondere im Innenstadtbereich an einem kinder- und familienfreundlichen Angebot. Außerdem sollte auch das Angebot an Versorgungsständen im Stadtbereich erweitert werden.

Natürlich erreichten uns durch das angepasste Konzept mehr Gäste als in den vergangenen Jahren. Auch wenn es dadurch teilweise zu Wartezeiten kam, nahmen unsere Gäste den Umstand größtenteils gern in Kauf. Ob die Verlagerung der Massen auf die Obsthöfe allerdings zum gewünschten Ziel führt, bleibt aus Sicht des Standbetreibers offen. Mit vielen daraus resultierenden Problemen und auch mit den vorab auferlegten Auflagen wurden wir leider allein gelassen. 

Im Großen und Ganzen sind wir mit dem Baumblütenfest 2023 trotzdem zufrieden und hoffen zukünftig auf den Erfahrungsaustausch zwischen Veranstalter und Standbetreibern, um beidseitig ein umsetzbares und zufriedenstellendes Konzept zu entwickeln.“

Und auch der Zuckerbaum e.V. hat uns seine Erfahrungen mitgeteilt: Nach drei Jahren Pause hat der Zuckerbaum e.V. endlich wieder seine Tore zum Baumblütenfest öffnen können. Und die Gäste kamen zahlreich, gutgelaunt und zum Glück auch hungrig und durstig. Denn wie immer zur Baumblüte öffnete der Zuckerbaum seine Vereinswiese unter dem Motto „Essen und Trinken für den guten Zweck“. Alle Einnahmen fließen zu 100% in die ehrenamtlichen Projekte für gesunde Geschwisterkinder aus Familien mit einem schwer erkrankten Kind.

Vereinsvorsitzende Karin Wiserner zieht ein Fazit: „Im Rahmen des Baumblütenfestes haben wir unsere Vereinswiese am 1.-Mai-Wochenende für drei Tage geöffnet. Durch das neue Konzept, das Fest verstärkt in den Gärten stattfinden zu lassen, wussten wir im Vorfeld natürlich nicht genau, was auf uns zukommen wird. Wie viele Gäste kommen und was müssen wir vorbereiten, backen und einkaufen? Dadurch haben wir bei unseren Kuchen-, Grill- und Weinangeboten eher vorsichtig kalkuliert. 

Der große Besucheransturm auf unserer Wiese hat uns dann sehr überrascht – und unendlich gefreut! Wir haben mit unseren zahlreichen Gästen drei stimmungsvolle und harmonische Baumblütenfesttage genossen. Die Stimmung war sagenhaft friedlich: ausgelassen spielende Kinder im Sandkasten, auf der Schaukel oder in unserem Tobe-Ei; entschleunigte Eltern auf den Bänken und auf eigenen Picknickdecken, die ihre Kinder mit einem guten Gefühl spielen lassen konnten; viele Hundebesitzer, deren Tiere die entspannte Stimmung auf der Wiese dankbar angenommen haben; fröhliche Freundesgruppen, die beschwingt durch den leckeren Obstwein, aber nicht betrunken und unangenehm, die Atmosphäre genossen haben. Viele Gäste haben viele Stunden auf unserer Wiese verbracht und einige sind sogar an allen drei Tagen gekommen. 

Der Dank des Zuckerbaum e.V. gilt:

  • über 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bei Auf- und Abbau, Standbesetzung, am Grill und in der Küche
  • täglich hochmotivierten Mitgliedern vom Leo-Club Potsdam
  • über 30 fleißigen Bäckerinnen und Bäckern
  • Florian Wilke von der Freiwilligen Feuerwehr Plötzin
  • Olaf Gebert für die großartigen Fotos
  • den Fahrern der Blütenbusse für die liebe Bewerbung unserer Wiese
  • Fleischerei Joppe
  • Kaufland Potsdam (Zeppelinstraße)
  • Bäckerei Exner
  • Christine Berger, Sandokan
  • Landtagsabgeordneter Uwe Adler
  • der Blütenstadt Werder
  • der zauberhaften Baumblütenkönigin Doreen
  • Clown Tute und OkiDoki von den Klinikclowns für die bunte Unterhaltung
  • Karin und Werner Keller für die Betreuung der Toiletten sowie
  • die mobilen Star Wars-Kräften für die beliebtesten Fotomotive auf der Wiese
  • Herrn Philipp Fischer von REWE Glindow

Mit den Spendeneinnahmen aus dem Baumblütenfest kann der Verein nun weitere Bildungspatenschaften für gesunde Geschwisterkinder übernehmen, eine Sommerferienwiese organisieren und neue Projekte planen.“ (wsw)

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