Nachwuchs bei Wildtieren in Wald und Flur – bitte nicht anfassen!

Potsdam/Werder (Havel), 25. Juni 2018 – Seit April und auch noch in diesen Wochen bekommen Hase, Reh und andere Wildarten ihren Nachwuchs. Die Untere Jagdbehörde bittet daher alle Naturfreunde während der Brut- und Aufzuchtzeit um erhöhte Rücksichtnahme.

Leider kommt es immer wieder vor, dass aus Unwissenheit und falscher Tierliebe, auf der Wiese gefundene Jungtiere – besonders Kitze – angefasst oder sogar mit nach Hause genommen werden.
Junge Wildtiere, die meist im Gras allein liegen, wurden keinesfalls verlassen. Das Muttertier kommt nur für kurze Zeit zum Säugen, um Raubtiere, wie dem Fuchs, den Aufenthalt des Nachwuchses nicht zu verraten. In der Zwischenzeit liegen die Jungtiere bewegungslos da. Bereits das Berühren eines Kitzes durch den Menschen kann dazu führen, dass die Ricke (Muttertier) es nicht mehr annimmt. Also Hände weg!

Das Anfassen von jungen Wildtieren stellt meistens das Todesurteil dar, da eine Handaufzucht nur geringen Erfolg verspricht, da nur die Milch der eigenen Mutter passend ist. Auch spätere Auswilderung gelingt nur selten.

Übrigens erfüllt das Mitnehmen von Jungwild den Tatbestand der Jagdwilderei und wird strafrechtlich verfolgt. Bei ungewöhnlichen Beobachtungen sollte man nicht selbst tätig werden, sondern einen Jäger in der Nähe informieren. Dieser kann die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Beim Auffinden eines toten Muttertieres mit noch lebendem Jungtier (z. B. nach Verkehrsunfall), sollte sofort der nächste Jäger, Tierarzt oder die Polizei informiert werden.

Auch freilaufende Hunde können in der Brut- und Aufzuchtzeit viel Schaden anrichten. Denn hochträchtige Rehe sind bei weitem nicht mehr schnell genug, um erfolgreich vor ihnen flüchten zu können. Der Nachwuchs ist ebenfalls leichte Beute. Zum Schutz des Jungwildes sollte jeder Spaziergänger bis in den Juli die Wiesen und Felder nicht betreten und im Wald die Wege nicht verlassen. Hunde sollten nicht nur im Wald, wo es nach Waldgesetz ganzjährig geboten ist, sondern auch in dieser Zeit in der freien Landschaft an der Leine bleiben. (u.j./wsw)