Nein zu Gewalt gegen Frauen

Zum Anti-Gewalt-Tag gegen Frauen wurde die UN-Woman-Fahne vor dem Rathaus gehisst

Bürgermeisterin Manuela Saß und Gleichstellungsbeauftragte Annika Lack mit der UN-Woman-Flagge, Foto: wh

Werder (Havel), 25. November 2020 – In Werder (Havel) ist zum heutigen „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ erstmals die UN-Woman-Fahne vor dem Rathaus in der Eisenbahnstraße gehisst worden. „Mit der Flagge wollen u.a. Kommunen und Frauenhäuser auf die lokalen und internationalen Aktivitäten am Anti-Gewalttag aufmerksam machen“, sagt Werders Gleichstellungsbeauftragte Annika Lack.


„Gewalt ist nichts, wogegen ausschließlich Frauen zu schützen sind. Jeder kann ein Opfer von Gewalt sein. Wichtig ist jedoch, jedem Opfer eine Stimme zu geben, ihm zuzuhören und zu helfen! Hierfür ist die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen erforderlich“, so die Gleichstellungsbeauftragte weiter.

So unterstütze die Stadt Werder eine Plakataktion der Opferhilfe zur medizinischen Soforthilfe und vertraulichen Spurensicherung nach einer Vergewaltigung. Die Plakate wurden an Werderaner Hausärzte verteilt und auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. „Wenn Opfer einer Vergewaltigung, aus welchen Gründen auch immer, nicht sofort eine Anzeige bei der Polizei erstatten, können sie in Schwerpunktkliniken Tatspuren sichern lassen und bei einer späteren Anzeigenerstattung kann auf das Beweismaterial zurückgegriffen werden“, so Annika Lack.

Viele Opfer würden diese Möglichkeit nicht kennen. Annika Lack: „Gewaltprävention, Opferschutz und Opferhilfe müssen deshalb nicht nur heute in die Öffentlichkeit getragen werden.“

Der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ wird seit 1960 jedes Jahr begangen. Die Vereinten Nationen riefen den Jahrestag nach der Ermordung von drei Frauen in der Dominikanischen Republik aus, um insbesondere staatliche Akteure an ihre Verantwortung für den Schutz von Mädchen und Frauen zu erinnern.

Jährlich am 25. November finden Veranstaltungen statt, die die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen zum Thema haben. Das Ziel der Veranstaltungen ist die allgemeine Stärkung von Frauenrechten. Besonders auf Themen wie Zwangsprostitution, weibliche Armut, Femizid, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen sowie vorgeburtliche Geschlechtsselektion soll hingewiesen werden. Zusätzlich sollen beim „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ Programme unterstützt werden, die sich ausdrücklich für die Gleichstellung von Frauen einsetzen.

Allein in Deutschland wurden für das Jahr 2018 mehr als 114.000 Gewalttaten gegenüber Frauen bzw. Mädchen gezählt. Laut Studien, die die deutsche Bundesregierung regelmäßig in Auftrag gibt, gab es in 2018 jeden Tag einen Tötungsversuch, jede Stunde wurde in Deutschland eine Frau zum Opfer einer gefährlichen Körperverletzung. Hinzu kommt die steigende Zahl der Online-Gewalt.

Die aufgeführten Zahlen bilden nur jene Straftaten ab, die überhaupt zur Anzeige gebracht wurden. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist die Dunkelziffer weitaus höher: Nach sogenannten Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen (also nicht nur von Partnerschaftsgewalt). Statistisch gesehen sind das mehr als 12 Millionen Frauen.

(wsw, wh)

Die UN-Woman-Fahne

Mit dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen haben die Vereinten Nationen (UNO) 1999 Aktivitäten lateinamerikanischer Frauen aufgegriffen. UN-Women setzt seit 2008 die Kampagne „Orange the World – Färb die Welt orange – 16 Tage voller Aktionen, um Gewalt gegen Frauen zu beenden“ um. Gemeinsam mit UN-Women hat Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. eine Fahne mit drei stilisierten Frauenköpfen konzipiert, mit der Kommunen und Organisationen auf den Anti-Gewalt-Tag und die weltweiten und lokalen Aktivitäten aufmerksam machen können. Aufschrift: „Wir sagen NEIN zu Gewalt gegen FRAUEN“.