Neue Anlaufstelle für Patienten mit Atemwegserkrankungen in Werder (Havel) öffnet heute

Werder (Havel), 18. März 2020 – In wenigen Minuten öffnet die neue Anlaufstelle für Menschen, die befürchten am Corona-Virus erkrankt zu sein. In der Turnhalle des Ernst-Haeckel-Gymnasiums in der Kesselgrundstraße 62-68 sind gestern die letzten Abstimmungen für den Betrieb der Anlaufstelle für Patienten mit Atemwegsinfektionen getroffen worden. Immer Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr ist die Turnhalle ausschließlich für Patienten mit Erkältungssymptomen geöffnet, die mindestens 13 Jahre alt sind.

Bei Atemwegserkrankungen gilt es für Patienten aus dem Raum Werder ab sofort, die Anlaufstelle in der Turnhalle des Gymnasiums anzusteuern. „Ziel ist es, den möglichen Kontakt von Werderaner Hausarztpraxen und deren Patienten mit potenziellen Coronafällen zu vermeiden beziehungsweise auszuschließen“, sagt Dr. Christine Falk. Sie ist eine der 20 Hausärzte aus dem Raum Werder, die das Konzept der Anlaufstelle inhaltlich und personell mittragen. Die Ärzte informieren auch in Praxisaushängen über die neue Adresse und das Vorgehen.

Vor Ort in der Turnhalle werden die Patienten im Eingangsbereich zunächst darum gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu desinfizieren. Nach einem Screening durch dafür geschulte Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden sie, je nach Symptomen und Schwere der Erkrankung, in einen der drei Wartebereiche gewiesen, die in der Turnhalle vorbereitet wurden. Die Stühle stehen hier in weitem Abstand zueinander. Corona-Verdachtsfälle haben einen eigenen Wartebereich und werden als erstes behandelt und sofort wieder entlassen.

Die Untersuchung und Behandlung erfolgt in mehreren Behandlungsräumen. Dafür wurden Trainer- und Umkleideräume der Turnhalle neu eingerichtet. Patienten mit Verdacht auf Covid-19 haben eigene Behandlungsräume, mit ihnen werden gegebenenfalls gesonderte Abstimmungen getroffen.

Die neue Anlaufstelle ist nicht gedacht für gesunde Menschen, die Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, oder die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Solche Personen sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch mit dem Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark oder telefonisch mit dem Hausarzt in Verbindung setzen und zu Hause bleiben. Alternativ können sie den ärtlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktieren.

Auch Werderaner mit leichten Erkältungssymptomen gehören nicht in die neue Anlaufstelle. Patienten, die wegen leichter Atemwegserkrankungen zu Hause bleiben und sich auskurieren möchten, melden sich bitte telefonisch bei ihrem Hausarzt. Aktuell reicht ein solches Telefonat, um für bis zu sieben Tage eine Krankschreibung zu bekommen. Davon sollten Patienten mit leichten Erkältungssymptomen auch Gebrauch machen.

Neben Unterstützungskräften der Stadtverwaltung Werder werden jeweils zwei Ärzte und zwei Krankenschwestern Dienst in der neuen Anlaufstelle haben. „Die eigenen Sprechstunden der Ärzte werden dazu ausfallen“, sagt Dr. Falk. „Die Patienten mit anderen Erkrankungen können für diesen Fall jede beliebige andere Hausarztpraxis in Werder ansteuern.“

Eine Sonderregelung besteht für Kinder bis einschließlich 12 Jahre: Sie sollen die Kinderarztpraxis von Dr. Anja Groß und Dr. Julia Rakob im Gutshof, Potsdamer Straße 164, aufsuchen. Dort gibt es ab sofort täglich von 8 bis 9.30 Uhr Spezialsprechstunden für Kinder mit Atemwegserkrankungen. Auch hier gilt, bei banalen Infekten den Arztbesuch zu vermeiden und zum Telefonhörer zu greifen. (wh, wsw)