Neuer Trinkwasserhochbehälter in Betrieb genommen / Gartenwasser darf wieder genutzt werden

Auch wenn das Bewässern des Gartens ab dem 1. April auch tagsüber wieder möglich ist, sollte man stets sorgsam mit der Ressource Wasser umgehen.

Werder (Havel), 26. März 2021 – Seit einem Jahr durften Gartenbesitzer in der Zeit zwischen 5 und 22 Uhr kein Wasser aus dem WAZV-Netz entnehmen, um gärtnerisch genutzte Flächen, Gärten oder Kleingärten zu beregnen, zu berieseln, zu bewässern oder zu begießen. Das galt auch für landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen. Grund hierfür war der Bau des neuen Trinkwasserhochbehälters, der seinen 106 Jahre alten Vorgänger ersetzen soll. „Wenn wir den Gartenwasserverbrauch nicht massiv einschränken, kommt kein Trinkwasser mehr aus dem Hahn“, warnte Bärbel Gärtner, Geschäftsführerin des WAZV Werder-Havelland, vor rund einem Jahr.

Nun konnte nach anderthalb Jahren Bauzeit vor einigen Tagen der Betrieb für den neuen Trinkwasserhochbehälter der Stadt Werder (Havel) aufgenommen werden. „Nach dem Test aller wesentlichen Betriebszustände wurden der bisher noch genutzte Teil des Altbehälters außer Betrieb genommen und die beiden alten Wasserkammern entleert“, so Bärbel Gärtner.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Trinkwasserbehälters hat sich das Nutzvolumen nahezu verdoppelt, so dass jetzt ein sicherer Ausgleich der innertäglichen Bedarfsschwankungen auch in Spitzenzeiten möglich sein werde. „Zusätzlich wurde eine Störreserve geschaffen, die im Havariefall die Trinkwasserversorgung für mindestens zwei Stunden sichert“, sagt Bärbel Gärtner.

Das im vergangenen Jahr ausgerufene Verbot, am Tage Gartenwasser zu nutzen, hebt der WAZV mit Wirkung zum 1. April wieder auf. Bärbel Gärtner bedankte sich für das Verständnis der Werderaner für die Maßnahme, mit der auch während der Bauzeit durchweg die Versorgung der Stadt mit Trinkwasser gesichert werden könnte.

Auch nach der Inbetriebnahme gehen die Bauarbeiten rund um den Trinkwasserhochbehälter weiter. Nach dem Anbringen der Wärmedämmung an den Außenwänden wird in den nächsten Monaten die Schutzverklinkerung vollendet und die Fassade gemäß den Auflagen der Baugenehmigung gestaltet.

Gleichzeitig laufen die Abbrucharbeiten zum Altbehälter und die Arbeiten an den Nebenanlagen. Ein Teil des Geländes wird wieder bepflanzt und entsiegelt. Auf der Fläche der alten Wasserkammern werden Baumpflanzungen angelegt. Die rund 1.650 Quadratmeter große Dachfläche des neuen Behälters erhält ebenfalls eine Begrünung und sorgt für einen ökologischen Ausgleich. Die Fertigstellung der Gesamtanlage und der Abschluss der Restleistungen werden zum Spätherbst 2021 erwartet.

Doch auch wenn einem ausgiebigen Bewässern des Gartens am Tage nun nichts mehr im Weg steht, sollte man dennoch stets sorgsam mit der Ressource Wasser umgehen. Folgende Tipps können hierbei behilflich sein:

Tipps zum Wasser sparen im Garten

Rasen nicht so kurz schneiden: Stellen sie Ihren Rasenmäher etwas höher ein. Ein langer Rasen beschattet sich selbst und spart damit sehr viel Wasser. Säen Sie robuste Rasensorten aus. Sie haben den Vorteil, dass sie anspruchsloser sind, heiße Sommer besser vertragen und weniger Wasser benötigen.

Mit Rindenmulch schützen: Die Pflanzen mit Rindenmulch oder Rindenhumus zu mulchen, erschwert nicht nur den Unkräutern das Wachsen und verbessert bei der Zersetzung die Bodenqualität. Die Mulchschicht hält auch die Feuchtigkeit länger im Boden. Decken Sie Ihre Pflanzen deshalb mit Rindenmulch ab. Sie müssen deutlich weniger gießen.

Regentonne nutzen: Nutzen Sie Ihre Regentonne oder besser noch eine Regenwasserzisterne, um den Garten zu wässern. Es ist übrigens weniger Stress für die Pflanzen, wenn das Wasser auf Lufttemperatur vorgewärmt ist.

Tiefwurzler pflanzen: Achten Sie schon bei der Pflanzenauswahl auf den Wasserbedarf. Tiefwurzler wie Eibe, Sommerflieder, Rose, Lavendel, Stockrose, Eisenhut, Türkenmohn oder Lupine versorgen sich bei Trockenheit mit Wasser aus den unteren Erdschichten. Es lohnt sich also, schon beim Kauf bei der Gärtnerei nach dem Pflege- und Wasserbedarf zu fragen.

Im Wurzelbereich gießen: Statt den Garten täglich flächendeckend zu bewässern, ist es besser, ein bis zweimal pro Wochen intensiver und direkt im Wurzelbereich der Pflanze zu gießen. Der Boden sollte anschließend ca. 15 Zentimeter tief durchfeuchtet sein.

Nach dem Regen schuffeln: Wenn Sie Ihre Gemüsebeete regelmäßig, vor allem nach längeren Regenfällen, schuffeln, hält das nicht nur den Unkrautwuchs in Grenzen. Der Boden trocknet auch nicht so schnell aus. Feine Wasserkanäle in der obersten Erdschicht werden durchtrennt, das begrenzt die Verdunstung.

Brunnen bohren: In einigen Stadt- und Ortsteilbereichen von Werder ist das Anlegen von Brunnen wegen des Trinkwasserschutzes oder der Höhenverhältnisse nicht möglich, in anderen schon. Fragen Sie einen Fachmann und denken Sie daran, dass Sie für den Brunnenbetrieb eine Genehmigung benötigen.

(wh, wsw)