Neues Feuerwehrdepot Plessow: Baustart Anfang 2019

Die Freiwillige Feuerwehr in Plessow bekommt ein neues Gerätehaus: Fördermittel gestern in Plessow übergeben

„Für das Geld sind die Frauen zuständig“, scherzte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß bei der Scheckübergabe. Und so darf Laura, die kleine Tochter des Ortswehrführers Sebastian Schenk den Scheck stolz beim Foto präsentieren. Zahlreiche Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, Alt-Bürgermeister Werner Große, der Kreisbrandmeister Jens Heinze und viele Stadtverordnete und Ortsvorsteher aus Werder waren dabei, denn die Feuerwehr liegt wohl allen am Herzen. Foto: wsw

Werder (Havel), 23. Oktober 2018 – Die Freiwillige Feuerwehr in Plessow bekommt ein modernes neues Gerätehaus. Von den Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro werden fast 470.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes gefördert. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter hat am gestrigen Montag den entsprechenden Zuwendungsbescheid an Bürgermeisterin Manuela Saß übergeben, die sich für die Unterstützung bedankte. Werders Stadtverordnete haben mit ihrem Haushalts-Beschluss den Weg für die große Investition frei gemacht.

Von der Bundesstraße 1 aus wird das neue Feuerwehrdepot gut zu sehen sein, schräg gegenüber vom Obsthof Lindicke entsteht das neue Gerätehaus in Plessow in der Hauptstraße neben der Hausnummer 50. Jetzt noch ein Baufeld wird der Löschzug vom neuen Standort aus schnell auf dem Weg zu den Einsätzen sein können.

Hier soll auf einer Nutzfläche von mehr als 500 Quadratmetern ein modernes Feuerwehrhaus entstehen. In dem Neubau werden eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen, Sanitärräume, Umkleiden und ein Mehrzweckraum untergebracht. Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus wurde durch einen Brand zerstört. Seitdem nutzt die Ortsfeuerwehr Räumlichkeiten des im Ort ansässigen Bildungszentrums der Bundesfinanzverwaltung. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Neubau Ende 2019 eingeweiht werden.

„Ich habe zwei gute Dinge mitgebracht“, begrüßte der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter die Gäste. Er nannte als erstes den Regen, der kurz zuvor endete. „Wir alle freuen uns darüber, dass es endlich mal ein bisschen geregnet hat und damit auch die Waldbrandlast kleiner geworden ist“, sagte Schröter. Der Zuwendungsbescheid sei auch als Investition in die Zukunft gedacht. „Der Ort hat Perspektive, hier gibt es Wachstum. Die Frauen und Männer der Freiwillige Feuerwehr sorgen für Sicherheit. Auch deshalb bin ich heute hier – um Danke zu sagen. Aus großer Überzeugung und aus tiefsten Herzen. Im Namen der Menschen von Brandenburg und der gesamten Landesregierung“. Den Helfern zu helfen, sei eine schöne Aufgabe, die er als Minister hätte. Das würde er hier in Plessow heute gern mit der Summe von 467.500 Euro für die Realisierung des Bauvorhabens tun. Mit dem Kommunalen Infrastrukturprogramm, aus dem auch das Geld für Plessow kommt, werden laut Schröter die Feuerwehren in Brandenburg bis 2019 mit insgesamt 35 Millionen Euro gefördert. Für den Brandschutz, für Gerätehäuser würden damit rund 70 Millionen Euro an Investitionen in Gang gebracht.

„Gerade das Beispiel Plessow zeigt, welche Bedeutung die Freiwilligen Feuerwehren nicht nur bei der Gefahrenabwehr, sondern auch für den sozialen Zusammenhalt in den Kommunen spielen“, sagte Bürgermeisterin Saß. So verfüge die kleine Plessower Mannschaft über die größte Jugendfeuerwehr der Stadt. „Mit 22 Mitgliedern ist sie fast so stark wie die Einsatzabteilung, die 25 Mitglieder hat.“ Eine wichtige Rolle im Feuerwehrgefüge spiele auch die Alters- und Ehrenabteilung, die in Plessow 14 Mitglieder vorweisen kann. Manuela Saß: „Das sind 61 Feuerwehrmitglieder bei einem Ort, der 318 Einwohner hat.“ (Jahr 2008: 302 Einwohner)

Der Neubau, der den modernen Einsatzanforderungen entspricht, war seit langem geplant. Dringend wurde er, nachdem das alte Depot vor zwei Jahren wegen eines Elektroschadens brannte und danach unbenutzbar wurde, wie Werders 1. Beigeordneter Christian Große erläuterte. „Die Stadt hat inzwischen ein 4300 Quadratmeter großes Grundstück für einen Neubau erworben. Eine Bauvoranfrage wurde uns positiv beschieden“, so Christian Große.
Demnächst solle ein Bauantrag gestellt werden, so dass mit den Bauarbeiten Anfang des kommenden Jahres begonnen werden kann. Dann werde das Provisorium für die Plessower Kameraden bald vorbei sein, die derzeit Räumlichkeiten des im Ort ansässigen Bildungszentrums der Bundesfinanzverwaltung nutzen. „Ebenfalls im kommenden Jahr soll die Plessower Wehr ein neues Löschfahrzeug bekommen“, so Christian Große. Außerdem sei in den kommenden Jahren die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens geplant.

Wie Vorstandsmitglied Mario Horchler sagte, will der besonders im Jugendbereich so überaus aktive und für den Ortsteil so wichtige Feuerwehrförder- und Heimatverein Plessow-Neu Plötzin mit seinen immerhin 83 Mitgliedern und der Unterstützung aus dem Ort heraus das alte Gebäude sanieren und dann als Vereinsheim nutzen. Auf dem großen Gelände sind verschiedene Veranstaltungen, Ausbildungen und Wettkämpfe geplant. Christian Große sagte hierfür Unterstützung zu, wenn der Neubau abgeschlossen ist. „Eine gute Nachnutzung“, so Große, auch angesichts der wachsenden Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr. Plessows Freiwillige Feuerwehr nimmt im Jugendbereich bereits Kinder ab sechs Jahren auf, wie Horchler sagte. Plessows Ortsvorsteher Dirk Lutze bedankte sich ausdrücklich bei der Stadt für die Unterstützung. Möglicherweise sei das auch ein Start für weitere Investionen in seinem Ortsteil. „Wir sind bereit“, so Lutze.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß, Innenminister Karl-Heinz Schröter und Werders 1. Beigeordnete Christian Große während der Veranstaltung. Foto: wsw
Der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter unterschreibt den Zuwendungsbescheid in Höhe von 467.500 Euro für den Neubau des Gerätehauses. Foto: wsw
„Wird einen Ehrenplatz erhalten“: Ortswehrführer Sebastian Schenk bedankte sich mit einem raren Jubiläumsteller beim Innenminister Karl-Heinz Schröter für die Unterstützung und sprach eine Einladung zur Grundsteinlegung und zur Eröffnung des Feuerwehrdepots aus. Foto: wsw

Manuela Saß und Christian Große bedankten sich für die hohe Einsatzbereitschaft der Werderaner Freiwilligen Feuerwehren, die sich gerade in diesem Jahr bei vielen Brandeinsätzen bewähren mussten und zu den Einsatzkräften bei den Großbränden in Fichtenwalde und Treuenbrietzen gehörten. Die Stadt flankiere die Feuerwehrarbeit durch Investitionen in eine gute Ausstattung ihrer Feuerwehren, und das nicht nur in Plessow.
So würden allein in die Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge bis zum Jahr 2020 mehr als zwei Millionen Euro investiert. Zudem sind im Jahr 2020 Umbau- und Sanierungsarbeiten in den Gerätehäusern in Derwitz und Glindow geplant. „Auch bei diesen Projekten zählen wir auf die Unterstützung des Landes“, so Bürgermeisterin Saß. (wsw)

Plessows Ortswehrführer Sebastian Schenk und Kamerad Mario Horchler sind stolz darauf, dass die Freiwillige Feuerwehr in Plessow so aktiv ist. Allein in der Jugendabteilung sind 22 Mitglieder. Damit ist sie die mitgliederstärkste Jugendwehr der Stadt Werder (Havel). Auch der Förderverein ist außerordentlich aktiv. Foto: wsw
Der Entwurf des Feuerwehrdepots Plessow. Foto: wsw

Fakten

Die Ortsfeuerwehr Plessow wurde 1933 gegründet und gehört heute zur Freiwilli- gen Feuerwehr Werder (Havel). Sie zählt 25 aktive Feuerwehrleute (davon sieben Frauen) und 14 Mitglieder (davon vier Frauen) in der Alters- und Ehrenabteilung. In der Jugendfeuerwehr werden 22 Jugendliche (davon sieben Mädchen) zu Feu- erwehrleuten ausgebildet. Ausgestattet ist sie mit einem Kleinlöschfahrzeug (KLF Baujahr 1987), für das aufgrund der bisherigen Gebäudesituation bislang eine Ersatzbeschaffung nicht möglich war.