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Boots-Corso unter dem Motto „Macht die Musik wieder lauter!“

Werder (Havel)/Potsdam, 5. Mai 2021 – Am kommenden Samstag, den 8. Mai, lädt das Team von Yachtcharter Werder Geschäftspartner aus Boot- und Yachtvermietung, Gastronomie und Beherbergungseinrichtungen zu einem Boots-Corso ein. Getreu dem Motto „Macht die Musik wieder lauter!“ möchten die Beteiligten gemeinsam Flagge zeigen.

Los geht es am 8. Mai um 12 Uhr beginnend ab Werder (Kilometer 11-Potsdamer Havel vor dem Hafen Yachtcharter Werder, Unruh Marine, Marina-Vulkan-Werft). Das Ziel ist die Glienicker Brücke in Potsdam und dann geht es wieder zurück. Geschätzte Dauer der Fahrt sind etwa 4,5 Stunden.

„Wir möchten damit auf das Existenzsterben des inländischen Tourismus und der Gastronomie verweisen und fordern die sofortige Öffnung von Hotellerie, Gastronomie und Beherbergungseinrichtungen. Das Leben soll wieder lauter werden“, so die Initiatoren der Aktion.

Wer an der Aktion teilnehmen möchte, meldet sich verbindlich mit Angabe der mitfahrenden Boote bis zum 6. Mai an die E-Mail-Adresse info@yachtcharter-werder.de. Bei Rückfragen ist das Team von Yachtcharter Werder unter 03327 – 54 90 72 zu erreichen. (wsw)

Der Werderaner FC Viktoria 1920 e.V. sucht Schiedsrichternachwuchs

Werder (Havel), 5. Mai 2021 – „Ich war wahrscheinlich der talentfreiste Torwart, den es je gab“, schmunzelt Sven Lange. „Aber es hat mir Spaß gemacht.“ Heute steht der 44-Jährige schon lange nicht mehr im Tor, doch der Fußball spielt bei dem Brandenburger immer noch eine große Rolle. Seit 1996 ist Sven Lange als Schiedsrichter aktiv und gehört seit vier Jahren dem Werderaner FC Viktoria 1920 e.V. an. Zuvor war er viele Jahre selbst aktiver Spieler, nur eben – nach eigenen Angaben – ein nicht besonders guter. Als die Frage an ihn herangetragen wurde, ob er nicht Schiedsrichter werden möchte, fiel im die Entscheidung nicht schwer.

„Angefangen mit dem Pfeifen habe ich in der Stadtklasse Potsdam (Freizeitliga) und mich in den vielen Jahren bis zur Landesklasse emporgepfiffen. Zudem bin ich im Schiedsrichterausschuss verantwortlich für das Beobachtungswesen. Vor etwa zehn Jahren habe ich die Spielklasse gewechselt. In der Landesklasse sind die Wege doch recht weit und die Zeit möchte ich lieber mit meiner Familie verbringen“, so Sven Lange. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter in Brandenburg an der Havel. 

Derzeit gibt es acht Schiedsrichter beim Werderaner FC. „Jeder Verein muss je nach Anzahl der Mannschaftsstärke eine bestimmte Anzahl von Schiedsrichtern vorweisen können. In Werder müssen wir mindestens sieben Schiedsrichter sein. Sollte unsere Frauenmannschaft den Spielbetrieb aufnehmen, wären wir zu wenige Schiedsrichter. So etwas kann für den Verein weitreichende Folgen haben und von Geldstrafen bis hin zum Punktabzug reichen, was schlimmstenfalls für die klassenhöchste Mannschaft des Vereins zum Abstieg führen kann.“

Um dem entgegenzuwirken, hat der Werderaner FC in Kooperation mit der BARMER eine Kampagne zur Suche von Schiedsrichtern gestartet. In einer Zeit, wo coronabedingt der Fußball in Werder (Havel) eine eher untergeordnete Rolle spielt, möchte der stärkste Verein unserer Blütenstadt engagierte Werderaner*innen dazu aufrufen, sich als Schiedsrichter zu bewerben. „Vielleicht ist ja die Tätigkeit als Schiedsrichter für Vereinsmitglieder interessant, die selbst zuvor aktive Spieler waren. Ab einem Alter von 13 Jahren kann man Schiedsrichter werden, unsere Schiri-Gruppe reicht von 18 bis 60 Jahren. Wichtig ist, dass man natürlich über eine gewisse Kondition verfügt und auf Höhe des Spielgeschehens agieren kann. Eine Grundfitness sollte bei zu erwartenden 9000 Schritten pro Spiel vorhanden sein“, so Sven Lange. 

Was gibt es denn sonst noch zu beachten? „Während des Spiels muss der Schiedsrichter authentisch bleiben und als Autoritätsperson auf dem Spielfeld stehen, jedoch nicht unnahbar sein. Ich zum Beispiel suche vor jedem Spiel den Kontakt zu den Mannschaften und richte ein paar Worte an sie. Ich bin der Meinung, dass die Spieler spielen sollen und ich pfeife das Spiel. Und wenn man pfeift, muss man seine Wahrnehmung auch erläutern können, allerdings sind Diskussionen fehl auf dem Platz. Meist regelt das Spielgeschehen vermeintliche Ungerechtigkeiten von selbst.“

Als Schiedsrichter vom Werderaner FC Viktoria 1920 e.V. darf Sven Lange natürlich nicht die Spiele „seines“ Vereines pfeifen. „Ich pfeife die Spiele in der Kreisoberliga und nur bei den Vorbereitungsspielen stehe ich auch mal in Werder auf dem Platz. Ein Schiedsrichter muss mindestens zwei Spiele im Monat pfeifen, um als einsatzfähig zu gelten. Da die Termine nur bedingt im Vorfeld planbar sind, ist natürlich eine gewisse Flexibilität als Schiri von Vorteil.“

Der Spielbetrieb soll voraussichtlich im August wieder losgehen. Die Spielklassen werden wohl aus der Vorsaison unverändert bleiben. Der 44-jährige Brandenburger freut sich schon sehr darauf, wenn der Ball endlich wieder rollt. Und wir sind uns sicher, dass er nicht der einzige ist. (wsw)

Hat Werder ein Müllproblem?

Werder (Havel), 4. Mai 2021 – Vermehrt sieht man in den sozialen Netzwerken Fotos von illegalen Mülldeponien, von überquellenden Papierkörben oder von Unrat, der achtlos in die Natur geworfen wurde. „Seit Herbst 2020 haben illegale Ablagerungen nach unserer Wahrnehmung stark zugenommen“, so Stadtsprecher Henry Klix. Ein Teil dieses Mülls wird durch den Bauhof der Stadtverwaltung eingesammelt. Wöchentlich sind dies seit vergangenem Herbst etwa 10 Kubikmeter. Überwiegend handelt es sich hierbei um Hausmüll, es gibt aber auch eine erhebliche Anzahl von Bauschuttablagerungen. Größere Ablagerungen werden der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde des Landkreises gemeldet. 

Das Müllproblem haben alle Stadtbereiche und Ortsteile gleichermaßen. Häufig sind auch die gleichen Stellen betroffen, wie beispielsweise die Strecke Werder / Kemnitz, der Töplitzer Ortseingang oder der Parkplatz Grelle im Ortsteil Petzow. Um dem Müllproblem Herr zu werden, werden die Papierkörbe an den Straßen und Wegen dreimal die Woche geleert. Im Zuge dessen werden auch die Quartiere und Außenbereiche abgefahren und illegaler Müll eingesammelt. „Leider werden teilweise auch Papierkörbe der Stadt zur Hausmüllentsorgung genutzt. Sie sind dann kurz nach der Entleerung wieder voll“, so Stadtsprecher Klix. 

Die Entsorgung von illegalem Müll ist Aufgabe der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde. Doch angesichts der Mengen an Müll wäre dies für den Landkreis kaum leistbar. Die Stadt Werder (Havel) unterstützt den Landkreis hier, indem sie z.B. nur größere Ablagerungen meldet. Im Gegenzug stellt das Landratsamt einen Container zur Verfügung. Übrigens: Der Wertstoffhof in Werder nimmt viele Abfallarten gebührenfrei entgegen und holt Sperrmüll und Elektroschrott sogar gebührenfrei von der Haustür ab. Vieles von dem, was in der Landschaft liegt, könnte also ganz einfach auf legalem Weg entsorgt werden.

Viele Werderaner*innen werden auch selbst tätig und sammeln den Müll ein, den sie am Straßenrand, auf Wiesen oder im Wald finden. (wsw)

Mein Werder (277): Jutta Bours-Wein

Kurz & Knackig

Name: Jutta Bours-Wein
Alter: 56 Jahre
Wohnort: Werder (Havel)
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit 24 Jahren
Haben Sie Kinder? Ja drei. Milena (24 Jahre), Stephanie (20 Jahre), Rafael (16 Jahre)

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Als wir vor fast 25 Jahren nach Werder gezogen sind, las ich einen Artikel über unsere neue Heimatstadt. In diesem Artikel wurde Werder mit Starnberg verglichen. Ich finde diesen Vergleich sehr treffend. Werder ist eine sehr idyllische Kleinstadt mit bezaubernden Plätzen. Schön grün, viel Wasser und Natur, blühende Bäume, aber auch mit guter Infrastruktur und gut angebunden an Potsdam und Berlin.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Juristin und arbeite in Potsdam in einer Justizbehörde.

Was würden Sie lieber machen?
Beruflich? Nichts. Ich liebe meinen Beruf und würde mich immer wieder dafür entscheiden.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Es zieht mich oft auf den Weinberg. Der Blick von dort oben über das Wasser und die Weinberge ist einfach fantastisch. Ansonsten mein Garten, wenn die Rosen blühen.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf der Insel, auf dem Weinberg, in einem Obstgarten zur Baumblüte, an der Marina und natürlich auf unserem Tennisplatz. Zukünftig hoffentlich auch im Schwimmbad, wenn Corona es endlich zulässt.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Ich mag beides, erst Rummel und danach gemütlich eine „schwarze Johanna“ in einem Muckergarten genießen

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johannisbeere

Sie – ganz speziell

Vor 24 Jahren sind Sie mit Ihrer Familie nach Werder (Havel) gezogen und haben sich seitdem in verschiedenen Funktionen für Ihre „neue“ Heimat engagiert. Wie genau sieht Ihr Engagement aus?
Als ich nach Werder gezogen bin, war unsere Tochter Milena 6 Monate alt. Drei Jahre später wurde Stephanie geboren und noch einmal fünf Jahre später Rafael. Ich war und bin immer ein sehr engagierter Mensch gewesen. Mit 15 Jahren bin ich in die SPD eingetreten, an der mein Herz immer noch hängt. Ich habe mich viele Jahre gemeinsam mit anderen engagierten Mitgliedern für die Belange unserer Bürger und unserer Stadt eingesetzt. Ich war Ortsvereinsvorsitzende, sachkundige Einwohnerin, Fraktionsvorsitzende. Daneben habe ich mich auch stets in den Schulen als Elternvertreterin eingesetzt. Jetzt sind meine Kinder fast alle erwachsen und mir bleibt mehr Zeit, meinen eigenen Interessen nachzugehen.
Sport war mir immer wichtig. Ich bin Mitglied in meinem Lieblings-Fussballverein Schalke 04 und Fan seit 40 Jahren. Meine zweite Liebe gehört dem Tennissport seit den Zeiten von Boris Becker und Michael Stich. Ich bin Jugendwart des TC Werder Havelblick und trete dafür ein, dass dieser wunderschöne Sport mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch in unserer Stadt erhält.

Sie sind Jugendwart beim Tennisclub Werder Havelblick e.V. Wie lange üben Sie diese Tätigkeit bereits aus und was genau sind Ihre Aufgaben im Verein?
Ich bin zu dieser Aufgabe gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde … ziemlich überraschend. Ich wurde aus der Mitgliederversammlung heraus vorgeschlagen und gewählt. Diese Funktion habe ich jetzt etwa zwei Jahre. Zuständig bin ich für die Jugendarbeit im Verein. Derzeit versuchen wir, Mannschaften im Jugendbereich aufzustellen und Tennis als Schulsport populär zu machen. Wir sind eine Distanzsportart und spielen überwiegend im Freien. Das ist gerade in der Coronazeit ein wichtiger Faktor, der es uns ermöglicht, den Spielbetrieb weitgehend aufrechtzuerhalten.
Ich finde es zudem schade, dass Tennis immer noch als Sport der „Reichen“ gilt. Dieses Image ist nicht mehr zeitgemäß. Eigentlich braucht man nur ein Paar platztaugliche Schuhe und einen Schläger, den es schon für geringes Geld gibt. Jeder, der Tennis spielen möchte, ist bei uns herzlich willkommen. Tennis ist ein toller Sport, der Reaktionsvermögen, Koordination, Intelligenz, Kondition, Nervenstärke und Kreativität vereint. Jedes Match ist spannend und unvorhersehbar. Das gefällt mir sehr.

Der Werderaner Tennisclub ist zur Zeit auf der Suche nach einem neuen Vereinstrikot. Können Sie uns etwas über die Aktion erzählen?
In der Vergangenheit ist oft der Wunsch an uns herangetragen worden, ein eigenes Trikot anzubieten. Das gilt natürlich vor allem für unsere Mannschaften, die Wettkämpfe mit einem schönen Trikot bestreiten sollen. Aber auch andere hätten gerne ein Trikot, um ihre Verbundenheit mit dem Verein zu zeigen. Ein Trikot schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ist eine Sympathiebekundung. Natürlich hätte der Vorstand ein Trikot auswählen können. Aber das wollten wir nicht. Wir möchten gerne ein Trikot anbieten, dass Mitgliedern und Nichtmitgliedern gefällt und auf breite Zustimmung stößt. Darum haben wir die Aktion ins Leben gerufen, dass jeder, der mag, ein Trikot entwerfen und diesen Entwurf bei uns einreichen kann. Ab Mitte Mai werden wir dann die Entwürfe auf unserer Webseite www.tc-werder-havelblick.org vorstellen und darüber abstimmen lassen. Die drei ersten Plätze erhalten jeweils einen Gutschein von Amazon. Wir freuen uns über viele kreative Vorschläge und am Ende der Aktion auf ein tolles Vereinstrikot.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft des Tennisclub Werder Havelblick e.V.?
Als Jugendwart wünsche ich mir natürlich eine oder am besten gleich mehrere Jugendmannschaften in verschiedenen Altersklassen. Tennis ist auch ein Wettkampfsport und gerade die Jugendlichen lieben den Wettstreit. Aber mein großer Traum wäre eine Halle für den Winter. Wir haben eine tolle Sommeranlage mit vier Plätzen, zentral gelegen, mit Flutlicht ausgestattet. Derzeit sind wir dabei, das Gelände zu verschönern, denn der Tennisverein wird nächstes Jahr 25 Jahre alt und die Anlage soll bis dahin noch attraktiver werden. Da gibt es einige gute Ideen.
Aber jeden Winter versinkt die Anlage in einem Dornröschenschlaf und wir können den Spielbetrieb nicht aufrechterhalten. In jeder Richtung sind es ca 25 km Fahrtstrecke bis zur nächsten erreichbaren Halle. Das ist gerade für unsere jugendlichen Spieler zu weit. Daher träume ich davon, dass wir irgendwann eine Halle haben werden, damit auch im Winter in Werder Tennis gespielt werden kann.

Womit verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?
Tennis spielen, lesen, Musik hören, fotografieren, Klavier oder Gesellschaftsspiele spielen, meine Katzen bespaßen, durch das schöne Brandenburg wandern oder in meinem Rosengarten sitzen, Familie und/oder Freunde treffen, essen gehen und hoffentlich irgendwann wieder verreisen. Am liebsten nach Großbritannien.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Alle Kriege beenden, mehr soziale Gerechtigkeit und – am allerwichtigsten – die Klimakatastrophe abwenden. Wenn wir unsere Umwelt weiter zerstören, haben wir nicht mehr viel Zeit auf diesem schönen Planeten.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Roger Federer, Michelle Obama und King Richard III.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Ich lese sehr viel. Bei mir liegen immer mehrere Bücher auf dem Nachttisch. Momentan sind das: Josephine Tey/The Daughter of Time (lese ich zum dritten Mal), David Sarfier/Miss Merkel – Mord in der Uckermark, Leonie Swann/Gray, Manfred Reschke/Wanderungen durch Brandenburg, Patrick Taylor/Englische Gärten. Ich liebe Krimis und Reiseführer.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich hatte als Kind immer eine Schwäche für Robin Hood, der sich für die Armen, Schwachen und Unterdrückten eingesetzt hat. Ein früher Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Später kamen dann Winnetou und Old Shatterhand, Zorro, Luke Skywalker dazu, aber letztendlich kämpfen sie alle für die gleichen Ideale.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Star Wars Teil IV-VI, Harry Potter Teil IV, The Crown, Tatort, Inspektor Barneby, How I met your mother, das gesamte Marvel Universe 😉

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Meine Kinder haben immer gesagt, ich solle Eventmanagerin werden, weil ich mit Begeisterung Themengeburtstage, Krimidinner, Halloweenpartys organisiere und durchführe.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich liebe Tiere sehr. Nicht nur Katzen und Hunde, auch Meerschweinchen, Pferde, Kaninchen, Vögel, eigentlich fast alles, was kreucht und fleucht. Derzeit habe ich aber zwei Katzen Kayra und Jackie.

Tamara Thierschmann ist die Baumblütenkönigin 2021!

Werder (Havel), 30. April 2021 – Eigentlich würden wir uns jetzt auf das letzte Baumblütenfestwochenende freuen. Der Kopf wäre langsam schwer vom Obstwein, die Stimme heiser vom lauten Singen und Lachen. Schon in wenigen Tagen würden die Buden, Bühnen und Fahrgeschäfte abgebaut, der Unrat beseitigt, die Vorgärten auf der Insel wieder auf Vordermann gebracht. Unsere beschauliche Heimatstadt würde sich wieder von der Aufregung, dem Trubel und den vielen Besuchern erholen. 

Doch wie bereits im letzten Jahr musste das beliebte Baumblütenfest auch in 2021 coronabedingt abgesagt werden. Dabei standen alle Zeichen auf Neuausrichtung! Kleiner, beschaulicher und ursprünglicher sollte die Baumblüte in den Höfen und Gärten werden. 

Trotz aller Absagen, Neuerungen und unerwarteten Wendungen gibt es auch in diesem Jahr eine royale Konstante: Tamara Thierschmann ist die neue Baumblütenkönigin 2021! Sie löst Meike Löbe ab, die im vergangenen Jahr den blumigen Titel tragen durfte. 

Tamara Thierschmann ist keine Unbekannte in Werder (Havel). Als Erzieherin in der Kita „Zauberwald“ in Glindow ist sie natürlich vielen Eltern bekannt und auch der Familienbetrieb „Lohnmosterei Thierschmann“ ist den Werderanern ein Begriff. Doch die meisten kennen Tamara bereits als Baumblütenkönigin: Schon im Jahr 2015 durfte sie als royale Repräsentantin die Blütenstadt vertreten. 

Wir treffen Tamara am 28. April, zwei Tage vor ihrem ersten offiziellen Termin, der heute im Stadtgarten von Lindickes im Hohen Weg stattfand. Tamaras Kinder, Lotte (2 Jahre) und Leo (4 Jahre), spielten bei unserem Besuch vergnügt in dem schönen Garten, die Obstbäume blühen und die Sonne scheint. Perfektes Baumblütenköniginnen-Wetter also!

Die 32-jährige Tamara hat sich in diesem Jahr nicht selbst um das Amt der Baumblütenkönigin beworben, vielmehr wurde sie von den Mitgliedern des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins e.V. vorgeschlagen. Wegen der Corona-Pandemie und der Absage des Festes wollte man eine Königin, die sich über ihren Ehrenmitgliedsstatus hinaus in dem Traditionsverein engagiert. Da Tamara gerne bei Veranstaltungen auf dem Frischemarkt aushilft und sich sehr mit dem Obst- und Gartenbauverein verbunden fühlt, fiel die Wahl der zukünftigen Baumblütenkönigin auf die Erzieherin. 

„Ich habe gar nicht lange überlegt, als der Anruf kam, sondern habe sofort ja gesagt“, verrät Tamara strahlend. „Ich habe mich total gefreut, dass an mich gedacht wurde und bin gespannt auf meine zweite Amtszeit.“

Meike Löbe, die zuletzt das royale Amt innehatte, erinnert sich an das vergangene Jahr zurück: „Kurz nach der Mitteilung, dass man sich für mich als Amtsträgerin für das Jahr 2020 entschieden hatte, wurde der Lockdown verkündet und mit ihm auch direkt die Absage für die ersten Termine.“ Enttäuscht oder frustriert war die 42-Jährige dennoch nicht. 

„Trotz der Umstände kann ich auf einige interessante Termine und Aufgaben zurückblicken. Dem Engagement von Vereinen, Künstlern und anderen Initiatoren, welche vorhandene Ideen situativ anpassten oder neue Konzepte entwickelten, war es zu verdanken, dass einige Veranstaltungen stattfinden konnten. Das hat mich sehr beeindruckt. (…) Und wann hat man schon mal die Möglichkeit, mit der Bürgermeisterin beim Kaffee zu sitzen? Ich hatte sie. Kurzum, ich habe jeden meiner Auftritte als Baumblütenkönigin genossen, fühlte mich sehr gut betreut (Danke lieber Bartschi ;o)) und kann auf ein eindrucksvolles Jahr zurückblicken.“

Meike ist in Potsdam und Werder groß geworden und hat schon immer eine enge Verbundenheit zu der Region und ihrer Geschichte verspürt: „Ich bin gern in der Natur unterwegs und verwerte, was der heimische Garten so hergibt. Diese Erfahrungen zu intensivieren und gleichzeitig etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun, empfand ich als eine gute Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Ich fand mich in ungewohnten Situationen wieder und konnte so auch ein Stück weit mehr über mich selbst lernen. Ich bin heute noch stolzer als vor einem Jahr, ein Teil dieser Baumblütentradition zu sein.“

Zum Abschluss hat Meike Löbe noch gute Wünsche für die neue Baumblütenkönigin: „Dass unser schönes Baumblütenfest auch in diesem Jahr nicht wie geplant stattfand, betrübt mich schon sehr. Um so mehr freue ich mich, dass Werder trotz der Umstände seiner Tradition treu bleibt und eine neue Baumblütenkönigin krönt. In einer Zeit, die von Flexibilität geprägt ist, finde ich es wichtig, Konstanten zu haben. Daher gilt der neuen Baumblütenkönigin zunächst mein ausdrücklicher Dank, dass sie das Amt, trotzt der herausfordernden Zeit annimmt. Ich wünsche ihr ein spannendes Jahr, interessante Menschen, die ihr begegnen und die sie begleiten. Vor allem aber wünsche ich ihr, dass sie während ihrer Amtszeit auch wieder so etwas wie Normalität erfahren darf und wir alle uns auf Fotos einer Baumblütenkönigin mit einem sichtbar strahlendem Lachen freuen können.“

Das strahlende Lächeln hat Tamara schon in ihrer ersten Amtszeit perfektioniert und auch bei unserem Treffen sieht man der 32-Jährigen ihre Freude an: die Freude darüber, Baumblütenkönigin 2021 zu sein und in der Stadt leben zu können, die sie liebt. Das Kleid, das sie als neue Repräsentantin von Werder (Havel) tragen wird, ist übrigens das gleiche wie zu ihrer ersten Amtszeit. „Es hing die letzten Jahre auf einer Schaufensterpuppe bei meinen Eltern in der Lohnmosterei. Nun habe ich es wieder zu mir geholt und werde es durch eine aktuelle Schärpe ergänzen“, freut sich Tamara. „Auch wenn ich vielleicht nicht so viele Termine wahrnehmen kann, möchte ich doch lokal präsent sein und gerne auch auf dem Frischemarkt vorbeischauen.“

Wir danken Meike ganz herzlich für ihr Engagement im vergangenen Jahr und wünschen Tamara mindestens ebenso viele schöne Momente und Erlebnisse wie in ihrer ersten Amtszeit!  (wsw)

Was ist los im Werderaner Tulipa Theater?

Collage "Aus der Zeit gefallen": Tulipa-Theater

Werder (Havel), 28. April 2021 – Das Tulipa Theater aus Werder (Havel) steckt gerade mitten in den Proben für das generationsübergreifende Projekt „Aus der Zeit gefallen“, an dem der Kinder-Spielclub „Kleines Tulipa Theater“ sowie der Erwachsenen-Spielclub „Die Tulipa Blütenbühne“ beteiligt sind. Die großen und kleinen Spieler*innen erarbeiten mit Theaterpädagogin Julia Zimmermann ein Stück über Zeitreisen. Die Spieler*innen schlüpfen in dem Stück „Aus der Zeit gefallen“ nicht nur in unterschiedliche Rollen, sondern gestalten auch mit viel Kreativität ausgefallene Geräuschkulissen – und das live auf der Bühne.

„Durch das Format des Live-Hörspiels ist es uns gut möglich, die Proben weitestgehend online durchzuführen“, erklärt uns Julia Zimmermann. „Wir proben das Stück natürlich auch mit Mimik und Gestik, aber zusätzlich gehen wir auf Geräuschsuche, um herauszufinden, wie man z.B. akustisch einen Wald darstellen kann. Das erfordert viel Kreativität und ist auch auf Abstand gut umsetzbar.“ 

Die Aufführung des Stückes ist für den 12. und 13. Juni in der Vulkan-Fiber-Fabrik geplant. 

Am 2. Mai inszeniert das Tulipa Theater zwischen 14 und 17 Uhr mit Menschen aus Werder (Havel) einen kreativen Stadtspaziergang. Das vielfältige Programm aus Musik, Hörspiel, Lesung, Theater und Film ist eine Gemeinschaftsproduktion kreativer Menschen aller Generationen. Auf der geplanten Route kann das Publikum per Audiotour die Kulturbeiträge mit gebotenem Abstand erleben. Die Teilnahme ist nur mit einer Anmeldung allein, zu zweit oder als Kleingruppe (Personen eines Haushaltes und maximal eines weiteren Hausstandes) möglich. Anmeldung unter julika@tulipatheater.de oder 0176 / 998 088 64. (wsw)

Bitte Abstand halten!

Werder (Havel), 27. April 2021 – Schnell sein Ziel erreichen, ohne im Autoverkehr zu stecken, die frische Luft genießen und etwas Gutes für die Umwelt tun – Fahrradfahren wird immer beliebter, besonders in der warmen Jahreszeit. Immer mehr Menschen schätzen das Rad als gesunde sowie umwelt- und klimafreundliche Fortbewegung. Doch meist müssen sich kleine und große Radfahrer die Straße mit den Autofahrern teilen und dann kommt es mitunter zu gefährlichen Situationen.

Beim großen ADFC-Fahrradklimatest 2020 belegte Werder (Havel) bei den Städten zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner einen enttäuschenden letzten Platz. Der Fahrradklimatest des ADFC ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben in diesem Durchgang abgestimmt. 1.024 Städte kamen in die Wertung – mehr als jemals zuvor. Gefragt wurde beispielsweise danach, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders gefördert hat. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden können, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 bzw. 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Für Werder (Havel) wurden insgesamt 78 Abstimmungen gezählt.

Besonders schlecht in der Bewertung (auf einer Skala von 1 bis 6) haben das Sicherheitsgefühl (5,0), Konflikt mit Kfz (5,0), Fahren im Mischverkehr mit Kfz (5,3) sowie die Fahrradförderung in jüngster Zeit (5,0) abgeschnitten. Ebenso mangelhaft sind der Stellenwert des Radverkehrs (4,7), die Sicherheit beim Radfahren (4,7), der Komfort beim Radfahren (4,7) und die Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer (4,7). Daraus ergibt sich eine Gesamtbewertung von 4,42 – im Vergleich zum Fahrradklimatest im Jahr 2018 bedeutet dies eine leichte Verschlechterung.

Auf die Gefahren im Straßenverkehr für Radfahrer hat gestern die Initiative Verkehrswende Werder auf der Eisenbahnstraße hingewiesen. “Die Stadt Werder ist bei Fahrradtouristinnen und Fahrradtouristen äußerst beliebt. Doch an vielen Stellen fehlt es an einer einladenden und sicheren Infrastruktur für Menschen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind”, so Jan Stehn von der Initiative.

In der Pandemie haben wir gelernt: 1,50 m Abstand vermeidet Ansteckungen und rettet Leben. Weniger bekannt ist, dass auch die Straßenverkehrsordnung diesen Abstand vorschreibt, und zwar für KfZ-Fahrer, die Radfahrende überholen. Beim Vorbeifahren an Kinderfahrrädern oder Fahrrädern mit Kinderanhänger sind sogar zwei Meter Abstand gefordert.

Leider ist die Realität in Werder, wo täglich mehrere 10.000 Autos durch schmale Straßen rollen, häufig eine andere. Radfahrende werden von Autos mit einem viel zu geringen Abstand überholt. Überholmanöver ohne den erforderlichen Mindestabstand gefährden kleine und große Radfahrer und verursachen Stress. Die Initiative Verkehrswende Werder will das ändern. Sie fordert ausreichend breite Radwege, ein Tempolimit für den Autoverkehr und sinnvoll verknüpfte Wegstrecken. 

Im Zuge der Verkehrsentwicklungsplanung wurde im vorigen Jahr eine Onlinebeteiligung zum Thema Radverkehr in Werder durchgeführt. Mehr als 300 Hinweise von Einwohnern wurden abgegeben. Die Ergebnisse daraus sollen in das Verkehrsentwicklungskonzept der Stadt Werder einfließen.

Die Entwicklung der Fahrradinfrastruktur ist für Werders Stadtentwicklung von herausragender Bedeutung, teilte Stadtsprecher Henry Klix auf Nachfrage mit. Hierzu seien bereits viele Projekte in der Vergangenheit auf den Weg gebracht worden, aber auch zukünftig ist noch einiges geplant. So sind zum Beispiel Planungsgelder für einen Radweg zwischen Werder und Kemnitz im Doppelhaushalt eingestellt, ab 2022 sollen hier 625.000 Euro investiert werden. Zudem wird sich die Stadt an der Finanzierung der neuen Fahrradbrücke am Stadtbahnhof laut Nachtragshaushalt mit 430.000 Euro beteiligen. Es handelt sich um eines der wichtigsten Projekte für die Fahrradinfrastruktur seit der Wende.

Im Stadtentwicklungskonzept INSEK werden Probleme und Chancen für den Fahrradverkehr in Werder benannt. “Ein INSEK-Projekt mit hoher Priorität ist es, als weiterführende Verbindung von der Fahrradbrücke am Bahnhof in die Wohngebiete der Kernstadt den Eisenbahnweg als Fahrradstraße zu einer Hauptroute auszubauen. Hierzu wäre der heutige Schotterweg, der bislang vorrangig die angrenzenden Wohnhäuser erschließt, fahrradgerecht zu ertüchtigen. Die Radwegeverbindung sollte dann in Richtung Dicke Eiche, Kemnitz und Groß Kreutz (Havel) fortgeführt werden”, so Henry Klix.

Im Ringen um das Projekt Bahntunnel in Werder (Havel) wurde vereinbart, dass statt der Deutschen Bahn AG die Stadt Werder (Havel) die Baulastträgerschaft für den neuen barrierefreien Fuß- und Radwegtunnel am Bahnhof übernehmen wird.

Trotz umfangreicher Investitionen bestehen weitere Potenziale, um den Radverkehrsanteil sowohl im Alltagsverkehr als auch in der touristischen Nutzung zu erhöhen. Das u.a. durch die engen Straßenräume bedingte Hauptproblem: Es fehlt ein durchgehendes Hauptroutennetz.

Auch wenn man als Autofahrer bisweilen über vermeintlich rücksichtslose Fahrradfahrer schimpft, denken Sie bitte trotzdem das nächste Mal, wenn Sie ein Fahrrad überholen, an den geforderten Abstand. Dadurch kann sich Werder vielleicht in punkto Sicherheitsgefühl, Konflikt mit Kfz und Fahren im Mischverkehr mit Kfz in der Wertung etwas verbessern. Für den 7. Mai ab 17 Uhr plant die Initiative Verkehrswende Werder einen Fahrrad-Aktionstag, zu dem alle eingeladen sind, die sich sichere und gut vernetzte Fuß- und Radwege in unserer Blütenstadt Werder wünschen. (wsw)

Corona-Testzentrum am Werderpark

Werder (Havel), 26. April 2021 – Seit dem 23. April bietet der Werderpark in Zusammenarbeit mit der Apotheke im Werderpark die Durchführung von kostenlosen Coronaschnelltests an. 

Das Testzentrum ist immer Montag bis Mittwoch von 8 bis 12 Uhr und Donnerstag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr geöffnet und befindet sich links neben dem Restaurant El Bastino und dem MBS-Geldautomaten. Es ist nur von außen zugänglich. 

Die Coronaschnelltests sind kostenlos und man benötigt keinen Termin. (wsw)

Aktion zum Tag des Buches in Werder (Havel) mit Bundestagskandidatin Sonja Eichwede und einer prominenten Spenderin

Nadine Lilienthal, Buchhändlerin Insa Hellmich und Sonja Eichwede

Werder (Havel), 26. April 2021 – Anlässlich des jährlichen Welttag des Buches am 23. April besuchte Sonja Eichwede, SPD-Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis 060, die Buchhandlung Hellmich in Werder (Havel). Sonja Eichwede betonte die Bedeutung der Buchläden für die lokale Wirtschaft und die Lebensqualität vor Ort: „Ein gut sortierter Buchladen und die kompetente, persönliche Beratung vor Ort sind unersetzbar. Das wissen und schätzen die Kunden und halten ihren Buchläden auch in schwierigen Zeiten die Treue. Buchläden eröffnen Wege in neue Welten und erweitern den Horizont. Sie sind der Ort an dem Träume fliegen lernen.“

Mit ihrem Besuch unterstützt die SPD-Frau eine lokale Aktion: sie spendete Bücher für örtliche Schulbibliotheken und Jugendeinrichtungen. Organisiert wird das Ganze von der hiesigen SPD. Nadine Lilienthal, SPD-Fraktionsvorsitzende in Werder und selbst Stammkundin, erklärte dazu: „Ich freue mich, dass wir unsere Aktion auch in diesen besonderen Zeiten weiterführen. Es ist immer wieder spannend, welche Bücher gespendet werden und welche Geschichten dahinterstehen.“

Einen besonderen Gruß hatte die 33-jährige Richterin Sonja Eichwede im Gepäck: Dr. Manja Schüle unterstützt die Aktion höchstpersönlich. Die Brandenburgische Kultusministerin ist in der mittlerweile einzigen Buchhandlung Werders keine Unbekannte: in ihrem ehemaligen Wahlkreis schaut sie regelmäßig vorbei. Sie war es auch, die sich im Dezember letzten Jahres persönlich für die Offenhaltung der Buchläden in Brandenburg trotz Corona-Lockdowns einsetzte. Aufgrund der außerordentlichen Kabinettsitzung konnte sie am Freitag nicht vor Ort dabei sein. Sie überreichte ihre Spende bereits am Vormittag in Potsdam und fand bewegende Worte zur Wahl ihres Buches: „Manja Präkels beschreibt in ihrem Buch ‘Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß’ ihre eigenen Erfahrungen, die auch meine persönlichen sind. In den 1990ern, den sogenannten Baseballschlägerjahren, terrorisierten Neonazis ostdeutsche Städte und ihre Jugendlichen, während die Elterngeneration damit beschäftigt war, die Wendefolgen und -erfahrungen zu verarbeiten. Sowohl Rechtsextremismus als auch Existenzängste waren damals allgegenwärtig. Leider ist beides noch immer aktuell, vielleicht sogar wieder mehr denn je. Ich freue mich, dass mit meiner Bücherspende Jugendliche über diese Zeit und für ihre heutige Zeit lernen können.“

Nicht minder spannend begründete dann auch Sonja Eichwede ihre Buchauswahl: „Ronja Räubertochter war das Buch meiner Kindheit. Ihre Abenteuerlust, ihr großes Herz und ihr starker Wille haben mich immer begeistert, so dass ich mich selbst gern Sonja Räubertochter nannte. Ihr Wille zur Versöhnung ist beispielhaft und immer aktuell, gerade in diesen Tagen, in denen die politische Polarisierung unter den Menschen wieder zunimmt.“

Noch drei Wochen lang können Kundinnen und Kunden des Buchladens unter dem Motto „Darf’s ein Buch mehr sein?“ ein Kinder- oder Jugendbuch erwerben und spenden. Die Bücher werden vor Ort gesammelt und im Anschluss an Werderaner Schulbibliotheken und Jugendeinrichtungen überreicht. (spd) 

“Werder – quo Vadis?”

Werder (Havel), 26. April 2021 – Am 28. April findet als Liveveranstaltung via YouTube die nächste Ausgabe der Werderaner Gespräche am Ernst-Haeckel-Gymnasium statt. Unter der Fragestellung „Werder – quo vadis?“ sprechen und diskutieren die Beteiligten mit allen politischen Fraktionen der Stadt über die Zukunft. Als Gäste werden Nadine Lilienthal (SPD), Fred Witschel (Freie Bürger), Peter Kreilinger (CDU), Markus Altmann (Bündnis 90 / Die Grünen), Elmar Schlenke (StadtMitGestalter / IK), Marlon Deter (AFD) und Tobias Bank (Die Linke) erwartet. 

Mit der Haveltherme, dem Baumblütenfest, der Haushaltsdebatte, dem INSEK und vielem mehr gibt es genug politische Themen, die auf der Kommunalebene in Werder/Havel diskutiert werden. Dabei steht die Stadt auf Grund eines großen Zuzugs nicht nur vor grundsätzlichen Herausforderungen, sondern muss sich auch generell die Frage stellen, wie die Zukunft aussehen soll und welche Themen man besonders politisch besetzen und klären will. Dabei sind die Startvoraussetzungen mit Sicherheit gut, aber die Zukunft unklarer denn je. 

Gerne können auch vorab Fragen an podcast@ehg-werder.de gesendet werden. Die Liveveranstaltung startet am 28. April um 18.30 Uhr unter https://youtu.be/q6pq3adtR9E 

Später wird sie auch im Politikgeflüster-Podcast unter https://politikgefluester.podigee.io ein Thema sein. (wsw, ehg)

Mein Werder (276): Sandra Viegelahn

Kurz & Knackig

Name: Sandra Viegelahn
Alter: 34
Wohnort: Werder (Havel) OT Glindow
Wie lange leben Sie schon in Werder? Seit 2010
Welche Verbindung haben Sie zur Blütenstadt? Ich war schon immer ein sehr naturverbundener Mensch und als wir 2010 die Möglichkeit bekamen, nach Werder zu ziehen, fackelten wir nicht lange, dem stressigen Alltag der Großstadt zu entfliehen. Hier lebt es sich weitaus entspannter und ruhiger. Das perfekte Leben, um dem Alltag zu entfliehen und einfach nur abzuschalten.
Haben Sie Kinder? Nein, aber ich hoffe bald auf Hundekinder ☺

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine wunderschöne Stadt mit Flair! Umgeben von Seen, Feldern und Wäldern, einfach ein perfekter Ort, um sich niederzulassen, eine Familie zu gründen oder einfach ein entspanntes Leben zu führen. Auch die Menschen dieser Stadt sind alle sehr hilfsbereit und sehr freundlich, da kann man sich doch nur wohl fühlen! Wenn man dann im Frühjahr noch diese Blütenpracht erblickt, ist es um einen geschehen! Legt man als nächstes das Augenmerk auf die Seen, die Werder umgeben, spätestens dann will man nie mehr weg von hier! Nicht umsonst ist Werder ein beliebtes Urlaubsziel und ich habe die Ehre, hier leben zu dürfen!

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite zur Zeit im Home-Office als Vertriebsinnendienstmitarbeiterin für die Firma Noventi. Meine Mittagspause verbringe ich am liebsten mit meinen beiden Fellnasen draußen in der Natur!

Was würden Sie lieber machen?
Am liebsten würde ich mich voll und ganz auf die Akita-Zucht konzentrieren, doch da muss man schon realistisch sein, alleine von der Zucht kann man nicht leben und ich züchte nicht, um Geld zu machen, sondern weil ich die Rasse Akita weiter bringen möchte und um die zukünftigen Hundeeltern zu beglücken. Neben meinem Beruf lasse ich mich als Ernährungsberaterin für natürliche Tiernahrung ausbilden. Ich möchte meinen zukünftigen Welpenkäufern und auch allen Hundehaltern, die ihren Tieren etwas Gutes tun wollen, eine Stütze sein! Das ist schon ein kleiner Schritt zu dem, was ich lieber machen möchte!

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Ich habe zwei Lieblingsorte; die Glindower Alpen und den Glindower See

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Definitiv auf der Insel und für alle Naturfreunde in den Glindower Alpen in Verbindung mit einem Spaziergang am Glindower See.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Ich bin eher der Mensch, der mit einem Gläschen Wein in den Gärten sitzt und die Blütenpracht bewundert, welche die Natur zu bieten hat.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Holunderblüten

Sie – ganz speziell

Wie kam es zu der Entscheidung, Akitas zu züchten?
Ursprünglich hatten wir nur geplant, uns einen Familienhund zuzulegen, da ich mir schon immer einen Hund gewünscht hatte, mir aber diesen Wunsch in meinem Elternhaus nicht erfüllen konnte. Im Jahre 2017 zog nach langem Warten unsere Hündin Kiyomi Go Of Shukeiyen Kensha bei uns ein. Wir bekamen sie von unserer Freundin und sehr erfahrenen Züchterin Steffi Schönherr. Sie war es auch, die den Stein für unsere Zucht ins Rollen gebracht hatte, denn ein Post über eine erfolgreiche Verpaarung zwischen zwei wunderschönen Akitas, die aus Japan importiert wurden, mit perfekter Blutlinie, veränderte unser Leben! Eine Verpaarung, die uns begeisterte. Vor allem die Farbenpracht des Brindle-Rüden von Oliver Raspel, ein von uns ebenfalls hoch geschätzter Züchter, hat es uns angetan. Die Entscheidung, unsere Akita-Familie nun um einen Brindle-Rüden zu vergrößern, ist unmittelbar nach dieser Veröffentlichung gefallen. Im März 2018 war es soweit und unser Rüde Kuma Go Of Shukeiyen Kensha zog bei uns ein. Die Zeit, die wir mit diesen beiden wundervollen Wesen verbringen durften, zeigte uns, das wir einen Schritt weiter gehen möchten, nämlich eine Zucht, frei nach dem Motto; „Einmal Akita immer Akita“ ins Leben zu rufen. So war es dann im Januar diesen Jahres soweit und wir erhielten vom VDH und FCI die Freigabe über unseren weltweit geschützten Akita-Kennel “of Hana no Machi” (von der Stadt der Blumen).

Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen, denn wir können uns nun mit stolz “Züchter der Rasse Akita” nennen! Züchter einer der wundervollsten und treuesten Rassen der Welt! Unsere Passion und unser Antrieb ist es, Menschen, die es sich wünschen, ein besonderes Geschenk zu machen, nämlich ein Leben mit diesen wundervollen Geschöpfen, welche einen, wenn man sie in ihr Herz lässt, Unmengen von Glück und Liebe schenken! Viele kennen vielleicht den Film Hachiko – eine wunderbare Freundschaft. Genau dieser Film spiegelt die Treue eines Akitas seinen Lieblingsmenschen gegenüber wider und das ist es, was diese Rasse so besonders macht, sie liebt einen über alle Maßen! Das Band, welches zwischen einem Akita und seiner Familie geschmiedet wird, ist untrennbar, untrennbar noch über den Tod hinaus!

Was gibt es bei dieser tollen Rasse zu beachten für zukünftige Hunde-Eltern?
So wie der Akita braucht man als Hundebesitzer ein dickes Fell und einen klaren Führungsstil. Hat man das Herz des Akita jedoch einmal erwärmt, hat man ein Leben lang einen treuen Begleiter an seiner Seite. Der Akita ist ein schlauer, selbstbewusster und eigensinniger Hund. Die Grundlagen für ein harmonisches Zusammenleben sind deswegen keinesfalls Härte und Druck, sondern Vertrauen und gegenseitiger Respekt. Der Akita will den Führungsstil seines Herrchens und Frauchens verstehen und schreckt vor Diskussionen nicht zurück. Gegenseitiges Vertrauen kann nur aufgebaut werden, wenn die Erziehung gewaltfrei verläuft. Gewalt und Strenge bewirken ausschließlich Widerstand und Aggression. Der Akita ist ein stolzer Hund, der anständig behandelt werden möchte. Das Training sollte für den Akita angenehm gestaltet werden, sodass er gerne mit Ihnen trainiert. Loben und Belohnen sind das A und O. Hat man erst einmal das Herz und das Vertrauen des Akitas gewonnen, darf man sich auf einen treuen, ruhigen, ausdauernden und konzentrierten Hund freuen.

Wenn nun jemand neugierig geworden ist und mehr über die Rasse Akita erfahren möchten, kann er uns gerne kontaktieren, wir stehen gerne für alle Rückfragen zur Verfügung. Schauen Sie auch gerne auf auf unsere Homepage www.akita-of-hana-no-machi.de vorbei, dort finden Sie noch mehr Informationen über uns und über die wundervolle Rasse Akita.

Werden Sie von einem Wurf auch einen Welpen behalten?
Wenn ein Welpe aus einem unser Würfe unser Herz im Sturm erobert hat, warum nicht. Wir haben alles in Erwägung gezogen!

Wie wird man ein anerkannter Züchter?
Erst einmal muss man sich im Klaren sein, dass die Hundezucht viel Zeit in Anspruch nimmt. Als Hundezüchter muss man die trächtige Hündin versorgen, die Geburt der Welpen überwachen und die tierärztliche Versorgung des Nachwuchs organisieren. Bevor man als Hundezüchter anerkannt wird, muss die Zuchtstätte überprüft werden, dies erfolgt über einen Zuchtverein, für den Sie sich entscheiden, bei uns zum Beispiel erfolgte dies über den Deutschen Club für Nordische Hunde e.V.. Ein anerkannter Zuchtwart des Zuchtvereins überprüft die Räumlichkeiten für die Geburt und die Aufzucht der Welpen. Dabei findet auch eine Prüfung der baulichen Voraussetzungen statt. Wenn man dann als Züchter anerkannt ist, bedeutet das aber nicht, dass man gleich loslegen darf. Die Zuchthunde müssen den Zuchtvoraussetzungen des Zuchtvereins entsprechen und sich den dafür benötigten Untersuchungen unterziehen. Sind die Zuchtvoraussetzungen gegeben, kann die Zucht nach Freigabe des Zwingernamens durch den VDH und FCI, beginnen.

Was wir sonst noch wissen wollen

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
An erster Stelle ein zufriedenes Leben mit meiner Familie und dass sie alle gesund bleiben!

Mein zweiter Wunsch: Ein schönes Häuschen am Rande eines Waldes mit einem wunderschönen großen Zwingerareal mit weiteren Akitas, denen man viel Zeit widmen kann. Wenn man dieser Rasse einmal verfällt, kommt man da nicht mehr raus!

Mein dritter Wunsch: Eine Reise nach Japan, genau genommen Tokyo, wo der Akita mit einer Statur des legendären Hachiko in Ehren gehalten wird!

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Cesar Milan, ich bewundere es, wie er die Hundesprache versteht.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Haha, da muss ich kurz schmunzeln. Gar keins, wenn dann liegt auf meinem Nachtisch das Handy. Ich bin da auch eher ein Freund des Hörspiels.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Nein, ich habe mir noch nie Vorbilder gesetzt, da ich meinen eigenen Weg finden und gehen möchte!

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Meine Lieblingsserie ist Vikings, beindruckend, was da für eine Geschichte gezaubert wurde!

Stadt Werder (Havel) unterstützt mit Medizinprodukten

v.l.: Schwester Larissa Krause, Bürgermeisterin Manuela Saß, Schwester Nicole Seidel, Internist und Hausarzt Dr. Steffen Lach. Foto: Stadt Werder (Havel)

Werder (Havel), 23. April 2021 – Bürgermeisterin Manuela Saß hat der Hausarztpraxis des Internisten Dr. Steffen Lach in der Eisenbahnstraße 200 Spritzen und Kanülen überreicht. Diese wichtigen medizinischen Begleitprodukte waren zuvor knapp geworden, und um einen drohenden Engpass zu vermeiden, wurde rechtzeitig gehandelt. „Durch die sehr gute Vernetzung in unserer Stadt erfuhren wir von der Situation und konnten schnell unterstützen“, erklärt Bürgermeisterin Manuela Saß.

Dr. Steffen Lach: „Wir bedanken uns herzlich bei der Stadt. Bislang impfen wir an einem Tag pro Woche, ein weiterer Tag ist aufgrund des Bedarfes und bei entsprechender Lieferung des Impfstoffes in Planung“. Da kam das medizinische Begleitmaterial gerade recht.
„Neben dem Praxisalltag erhalten wir derzeit viele Anfragen per E-Mail oder Telefon“, informierte der Hausarzt die Bürgermeisterin und bedankte sich insbesondere auch bei seinen Mitarbeiterinnen: „Schwester Nicole und Schwester Larissa machen einen super Job“.

Ein zu Beginn der Pandemie eingerichteter Krisenstab aus einigen Hausärzten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung ist aktiv vernetzt. Der 1. Beigeordnete Christian Große hat die Leitung des Stabes inne, der für die Umsetzung der Gesetze, Verordnungen und Allgemeinverfügungen für die Eindämmung der Pandemie in der Stadt sorgt. Beteiligt sind auch alle relevanten Fachbereiche der Verwaltung. „Aus der Erfahrung mit der Anlaufstelle im vergangenen Jahr war uns frühzeitig klar, dass sowohl die Impfzentren der Länder als auch die Arztpraxen einen erhöhten Bedarf an Zubehör haben werden, wenn die Impfungen starten“.

Der Kauf von Spritzen und Kanülen bereits vor Monaten ist damit schnell erklärt. Die Stadt Werder (Havel) hatte bereits zu Beginn der Pandemie im April 2020 eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Einrichtung und Ausstattung einer zentralen Anlaufstelle in der Turnhalle des Ernst-Haeckel-Gymnasiums für Menschen mit Atemwegsinfektionen eingenommen. Durch beherztes und gemeinsam koordiniertes Handeln konnte eine gute Ausstattung mit wichtigen Schutzmaterialien organisiert und finanziert werden, dafür gab und gibt es großes Lob von der beteiligten Ärzteschaft.

In diesem Jahr bemühte sich der Krisenstab um eine eigene Impfstation, inklusive der dazugehörigen Ausstattung, die allerdings durch die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) aufgrund des Mangels an Impfstoffen nicht genehmigt wurde. (wh)

Die Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger führte digitale Debatte zum Haushalt 2022/23

Werder (Havel), 22. April 2021 – Am Samstag, den 17. April 2021, beriet die Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger in einem öffentlichen digitalen Workshop über ihre Ideen und Forderungen zum neuen Haushalt der Stadt Werder für die Jahre 2022 und 2023.

Grundlagen des Workshops waren der aktuelle Haushalt 2020/2021, der Nachtragshaushalt 2021 und die Positionen im INSEK (Integrierte Stadtentwicklungskonzeption). Werders Zukunftsplan bis 2035 wurde durch ein Bürgerbeteiligungsverfahren begleitet und im Dezember 2020 beschlossen. „Das INSEK muss in der Debatte um den neuen Haushalt eine tragende Rolle spielen. In diesem Konzept werden die Bedürfnisse der Werderaner*innen deutlich“, so der Fraktionsvorsitzende der StadtMitGestalter/Ingo Krüger, Elmar Schlenke.

In fünf Themenbereichen wurden umfangreiche Ideensammlungen zusammengetragen:

  • Bildung, Jugend und Sport
  • Bauen und Wohnen
  • Kultur
  • Klimaschutz und Verkehr
  • innere Verwaltung, einschließlich einem Forderungspaket zu den Folgen der Pandemie und deren Bewältigung in Werder (Havel).

In den Bereichen Soziales, Bildung und Sport hält die Fraktion weiterhin an der Forderung nach einer weiteren Grundschule in den Havelauen, einem Gemeindezentrum in Glindow und der Aufstockung von pädagogischem Personal in der Tagespflege fest. Ebenso wäre eine weitere Sporthalle dringlich. „Der Produktbereich Sport/Vereine spielte im letzten Haushalt kaum eine Rolle, abgesehen von der finanziellen Unterstützung der Therme. Hier muss dringend, auch vor dem Hintergrund der Pandemie, ein Hilfsprogramm für die Vereine als finanzieller Puffer bedacht werden“, so Anika Lorentz.

Zudem wurde im Workshop deutlich, dass der Bedarf am Bau preiswerter Wohnungen unterstützt werden muss. Durch die Ausweisung von Vorranggebieten und die Erarbeitung der Innenbereichssatzung Kernstadt wird zum einen die Grundlage für eine Landesförderung für Wohnungsbau gelegt und zum anderen könnten bis zu 2.000 bezahlbare Wohnungen entstehen.

Da sich die Kulturförderung im Haushalt bisher auf Feste und Veranstaltungen, die Bibliothek und die Kunstgalerie im Schützenhaus festlegte, muss diese ein viel größeres Gewicht erhalten. Die Teilnehmer*innen machten deutlich, dass den Kulturbetrieben und Künstlern nach der Pandemie beim Neustart geholfen werden muss. Daher müssen mindestens weitere 250.000 Euro in den Haushalt eingestellt und die Kunst- und Kulturlandschaft in Werder (Havel) als Wirtschaftsfaktor angesehen werden.

Im Bereich Klimaschutz war man sich einig, dass der nächste Haushalt deutlich grüner werden muss. Vielfältige Aufgaben sind anzugehen – hier seien nur drei genannt: Ein Wasserschutzprogramm zur Rettung der Qualität und des Spiegels des Plessower Sees; der CO2-Fußabdruck der Haveltherme soll ermittelt werden; der Rad- und Fußverkehr soll praktisch verbessert und sicherer werden, um den motorisierten Individualverkehr deutlich reduzieren zu können. Zudem hat die Stadt mit insgesamt 16 ihr bekannten Mülldeponien, die zum Teil noch Altlasten aus der DDR-Zeit sind ein Problem, welches nach mehr als 30 Jahren endlich priorisiert werden muss.

Bei dem Thema „Innere Verwaltung“ setzt die Fraktion auf die Digitalisierung und hat dazu bereits Vorschläge eingebracht. Der Ausbau der Verwaltung ist auch die Voraussetzung für die Umsetzung der Beschlüsse, die oftmals in den letzten Jahren liegen blieben. Anika Lorentz meint dazu: „Viele Stellen sind unbesetzt, bis zu einer Million geplanter Personalkosten werden nicht abgerufen – dies verschlechtert die Arbeitssituation und die Umsetzung von Investitionen beträchtlich.“

Unter dem Stichwort Pandemiebewältigung muss für die Kultur und Kunst ebenso wie Gastronomie, Beherbungsbetriebe, kleine Dienstleister wie Fitness, Kosmetik, Sport und Vereine, die Tee- und Wärmestube ein Hilfspaket von 1 Million € in Werder (Havel) aufgelegt werden. „Die hier Aufgeführten sind ein Ausschnitt und stellen nur einen kleinen Teil der Hilfsbedürftigen dar. Letztlich müssen wir dazu in die Debatte gehen und transparent sein. Die großen Rücklagen der Stadt geben solch ein Hilfspaket her“, meint der sachkundige Einwohner Dieter Dörflinger. (smg)

Sport als Einstieg in ein gesünderes und schmerzfreies Leben

Werder (Havel), 22. April 2021 – Orthopädische Erkrankungen machen im Lockdown keine Pause. Psychische Belastungen wirken sich physisch durch Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Fehlhaltungen aus. Der ärztlich verordnete Rehabilitationsport ist medizinisch notwendig, daher von einem Sportverbot ausgenommen und findet unter Einhaltung strenger Hygieneregeln statt. 

„Bei körperlichen Beschwerden sollte man einen Arzt konsultieren, dieser stellte dann den ‚Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport‘ aus. Damit Sie auch bei uns trainieren können, tragen Sie auf Seite 2 des Antrags WerderVital / BPRSV e.V. (IK 443201599) als Leistungsbringer ein. Diese Verordnung reichen Sie dann bei Ihrer Krankenkasse ein. Mit der von der Krankenkasse abgestempelten Verordnung (Originaldokument) erhalten Sie einen Platz in einer unserer Reha-Sportgruppen. Nach kurzer Anamnese, bei der wir alle Informationen und Daten für Ihr Training aufnehmen, beraten wir Sie zum Reha-Sport. Im Anschluss können Sie Ihr Training individuell in einer unserer Reha-Sportgruppen beginnen“, erklärt Catharina Koch von WerderVital.  

In der Regel umfasst die Verordnung 50 Übungseinheiten zu je 45 Minuten, die über einen Zeitraum von 18 Monaten verteilt werden können. Der Basiskurs ist vollständig beitragsfrei und bedarf keiner Mitgliedschaft, bei RehaPLUS-Leistungen werden die Kosten durch die Kranken- oder Rentenkasse gemindert. Eine Kombination aus RehaPLUS Kursen und Individualtraining in den Gerätebereichen ist mit ärztlicher Verordnung auch als Selbstzahler möglich.

Im WerderVital kann man sich in familiärer Atmosphäre rundum wohlfühlen. Das Training ist abwechslungsreich und die vielen verschiedenen Kurse sowie das Training in unterschiedlichen Gerätebereichen lassen keine Langeweile aufkommen. Ein weiterer Pluspunkt sind die kleinen Gruppen, die eine individuelle Betreuung durch die Trainerinnen und Trainer ermöglichen. Zudem sind die Trainer*innen u.a. mit Lehrgängen vom Deutschen Behindertensportverbands e.V. (DBS) ausgebildet und durch den BSB e.V. zertifiziert. 

Rehasportgruppe

Rehabilitationssport kann bei jeder Beeinträchtigung von körperlichen Funktionen in Frage kommen. Es handelt sich um eine Nachsorgemaßnahme, die Kranken- oder Rentenkassen häufig anschließend an medizinische Therapien anbieten. In Zusammenarbeit mit dem BPRSV e.V. bietet WerderVital Rehasport für Menschen mit sämtlichen orthopädischen Indikationen an. Ziele der Kurse sind die Stärkung von Ausdauer und Kraft sowie die Verbesserung der Koordination und Flexibilität. 

RehaPLUS Kurse

RehaPLUS Kurse bieten ein breites Spektrum an ausgewählten Gesundheitskursen. Sie trainieren mit unterschiedlich spezialisierten Themen unter Berücksichtigung Ihrer Bedürfnisse, Altersgruppe sowie körperlichen Voraussetzungen und Wünschen. Folgende Kurse sind monatlich buchbar: RehaPLUS RückenFit macht, RehaPLUS Kraft & Kondition, RehaPLUS Gewichtsreduktion/Fatburner, RehaPLUS Fit 30+, RehaPLUS Fit 50+, RehaPLUS Stretch & Relax, RehaPLUS BalanceFit sowie Kraft und Beweglichkeit mit dem TRX®.

Wem Kurse alleine nicht reichen, für den bietet der Individualsport an professionellen Technogym mywellness® Geräten eine Erweiterung des Trainings.  

RehaSport Kids

Bewegung und Sport wirken sich sowohl positiv auf den Körper, als auch auf den Geist aus und sind für Kinder wichtig, um koordinative Grundlagen zu legen, die Entwicklung der körperlichen Voraussetzungen zu unterstützen und bereits bestehenden orthopädischen Einschränkungen entgegenzuwirken. Auf spielerische Weise (Fair-Play) erlernen die Kinder die verschiedenen motorischen Fähigkeiten des Körpers. Kraft, Kondition, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden ohne Leistungsziel mit Freude an Bewegung gesteigert. 

Zur Haltungsschulung, Fein- und Grobkoordination sowie zur Verbesserung von Balance und Körpergefühl gibt es spielerische Übungen, die altersgerecht die koordinativen Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Rhythmus, Differenzierungs- und Umsetzungsfähigkeit verbessern. Es gibt Übungen zur Körperwahrnehmung und Konzentration. Ziel der Rehagruppe ist die ganzheitliche Entwicklungsförderung, bei der mit Spaß an Bewegung die Persönlichkeit und die Leistungsfähigkeit fokussiert werden. Das Angebot ist für Kinder mit orthopädischen Einschränkungen (Scheuermann, Skoliose, Beckenschiefstand, Knickfuß, etc.), für Kinder, die in ihrer Entwicklung verzögert sind oder motorische Einschränkungen haben, sowie für Kinder mit wenig Bewegung im Alltag, Übergewicht oder Adipositas. Die Teilnahme ist mit ärztlicher Verordnung bei voller Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse oder als Selbstzahler möglich. (wsw, c.k.)

Mehr als 100 neue Bäume für Wildpark-West

4. Nachpflanztag 2021, Foto: Jim Kent

Schwielowsee OT Wildpark West, 20. April 2021 – Auch das launische Wetter hinderte die Einwohner*innen der kleinen Waldsiedlung bei Potsdam Ende März nicht daran, ihren jährlichen Nachpflanztag durchzuführen. 

Bereits zum vierten Mal hatte der Verein Waldsiedlung-Wildpark-West alle Bürger*innen aufgerufen, in ihren Gärten ein junges Bäumchen zu pflanzen und hatte diese kostenlos zum Mitnehmen vor dem Bürgerklub bereitgestellt. 

Fachleute hatten zuvor 13 verschiedene Arten von Laub- und Nadelbäumen ausgewählt, um die Nachpflanzungen den sich verändernden klimatischen Erfordernissen anzupassen. Friedhelm Schmitz-Jersch, Vorsitzender des NABU-Brandenburg und Schirmherr der Nachpflanzaktion „Rettet die Waldsiedlung“ 2018 – 2033, äußerte sich anerkennend: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Beharrlichkeit und Freude sich die Bewohner*innen für den Erhalt ihrer Waldsiedlung einsetzen.“ 

Jedes der insgesamt 108 gepflanzten Bäumchen war zudem mit einem Los der Tombola „Jeder Baum ist ein Gewinn“ versehen, bei der am Jahresende wieder wertvolle Sachpreise ausgeschüttet werden. Zahlreiche Bürger*innen und regionale Unternehmen sowie eine Plessower Baumschule unterstützen die Wildparker Nachpflanzaktion, bei der seit 2018 über 800 Bäume nachgepflanzt wurden und die 2020 mit einer Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis eine Würdigung erfuhr. 

Auch für 2021 hat der Verein angekündigt, weitere Bäume für die Wiederherstellung des historischen Alleenbereichs im Ort der Gemeinde Schwielowsee zur Verfügung zu stellen. (j.f.)

Die wichtigsten Versicherungen für Bauherren

Werder (Havel), 20. April 2021 – Wer ein Haus bauen möchte, braucht nicht nur eine gesicherte Finanzierung, er benötigt auch einen guten Versicherungsschutz. „Bauherren müssen schon vor dem ersten Spatenstich ausreichend abgesichert sein“, sagt Versicherungsexperte Heiko Grunzig von der Ergo Versicherung in Werder. Denn während der Bauphase kann einiges schiefgehen. Und ohne Schutz können Schäden die Bauherren finanziell schnell ruinieren.

1. Bauherrenhaftpflichtversicherung

Für die Sicherheit auf der Baustelle ist stets der Bauherr verantwortlich, selbst wenn Fremdfirmen das Eigenheim errichten. Der Bauherr haftet für Schäden, die im Zusammenhang mit dem Bau entstehen. Und Risiken gibt es viele: Das Gerüst kann umstürzen und das Nachbarhaus beschädigen, spielende Kinder können in die Baugrube fallen oder herabfallende Teile Passanten verletzen und parkende Autos beschädigen. Vor solchen Gefahren schützt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung. Sie sollte bereits vor dem ersten Spatenstich abgeschlossen werden. Der Versicherungsschutz gilt bis zur Abnahme des Gebäudes, die Kosten richten sich nach der Bausumme. Die Deckungssumme – das ist der Wert, bis zu dem der Versicherer Schäden maximal übernimmt – sollte ausreichend sein.

2. Feuer-Rohbau-Versicherung/Wohngebäudeversicherung 

Während der Bauphase können Brände, Blitzschlag oder Explosionen die Arbeit von Wochen oder Monaten zunichte machen. Diese Schäden deckt eine Feuer-Rohbau-Versicherung ab. Viele Banken bestehen auf den Abschluss einer solchen Versicherung und vergeben andernfalls keinen Kredit. Kleiner Tipp: Schon vor dem ersten Spatenstich können Bauherren eine Wohngebäudeversicherung abschließen, in der die Feuer-Rohbau-Versicherung eingeschlossen ist – beitragsfrei.

3. Bauleistungsversicherung

Auf einer Baustelle läuft nicht immer alles nach Plan. Naturgefahren wie Sturm und Hochwasser können das halbfertige Gebäude beschädigen. Oder Unbekannte zertrümmern Installationen und verwandeln den halbfertigen Bau in eine Ruine. In solchen Fällen hilft eine Bauleistungsversicherung. Sie ersetzt unvorhersehbare Schäden, die durch Unwetter und Vandalismus entstehen – oder fahrlässiges Handeln von Bauarbeitern, wenn diese etwa bei Fassadenarbeiten eine Fensterscheibe zertrümmern. Der Versicherungsschutz umfasst alle Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile für den Roh-, Aus- und Umbau. Auch Schäden durch den Diebstahl von fest eingebautem Material sind abgedeckt.

Gerne beraten wir Sie digital oder auch persönlich vor Ort, Zuhause oder in unseren modernen Räumlichkeiten. Wir sind für Sie da, das versichern wir Ihnen. (h.g.)

Ergo Versicherungsbüro Heiko Grunzig 
Kemnitzer Chaussee 205a, 14542 Werder 
Tel. 03327/44750 · heiko.grunzig@ergo.de

Bürgerservice ohne Wartezeiten

Silke Püchler, Leiterin des Bürgerservice, Foto: Stadt Werder (Havel)

Werder (Havel), 20. April 2021 – Ein neuer Personalausweis oder das An- oder Ummelden einer Wohnung – für insgesamt zehn der häufigsten Dienstleistungen des Bürgerservice Werder (Havel) können Werderanerinnen und Werderaner jetzt online einen Termin buchen.

„Eine wichtige Verbesserung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die nun unabhängig von unseren Öffnungszeiten in Ruhe zu Hause ihren Termin planen können“, sagt die Leiterin des Bürgerservice, Silke Püchler. Sie und ihre drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich bei der Zeitersparnis, die sich durch die wegfallenden telefonischen oder per E-Mail zu bearbeitenden Terminvergaben ergebe, intensiver mit den Anliegen der Bürger beschäftigen.

„Seit der Freigabe des Buchungsprogramms in der vergangenen Woche wird die Online-Buchung bereits gut genutzt“, freut sich Silke Püchler. Zwar gebe es aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie derzeit grundsätzlich nur Termine über eine vorherige Anmeldung, die Online-Buchung ermögliche aber eine Taktung bei der Terminvergabe ohne jegliche Wartezeiten. Interessierte finden die Online-Terminvergabe auf der Internetseite der Stadt Werder (Havel), Bereich Service, Dienstleistungen A – Z. Der Bürgerservice ist selbstverständlich weiterhin auch per Telefon oder E-Mail erreichbar.

Seit November 2019 hat der Bürgerservice seinen Sitz im Lindowschen Haus, Plantagenplatz 9. Auf dem Gelände, auf dem sich im Vorderhaus auch die Tourist-Information befindet, gibt es ausreichend Parkplätze, der Zugang ist barrierefrei. Aufgrund der Bushaltestellen am Plantagenplatz ist der Standort des Bürgerservice auch aus den Ortsteilen gut erreichbar. (wh)

Obstweinfreuden für zu Hause

Hach, lang ist's her … Wer sich etwas Baumblütenfest-Feeling nach Hause holen möchte, wird bei den vielen Werderaner Obstweinherstellern fündig., Foto: wsw

Werder (Havel), 19. April 2021 – Des einen Freud ist des anderen Leid. Manch einer mag sich vielleicht freuen, dass das alljährliche Spektaktel zwischen Obstbäumen, Gärten und Werders Gassen nicht stattfindet, jedoch ist es doch mehr als traurig, dass ein Fest, bei dem die Werderaner bereits seit über 140 Jahren zusammen kommen, lachen und alte Bekannte treffen, nun schon zum zweiten Mal ins Wasser fällt. 

Wahrlich ist das Wetter im Moment alles andere als frühlingshaft – man könnte fast meinen, Petrus ist der ständigen Lockdowns und Lockups überdrüssig, macht einfach blau und lässt Väterchen Frost noch ein paar Überstunden machen! Auf die Obstbäume zumindest war Verlass, die stehen ja auch mehr als 1,50 m auseinander und konnten unbehelligt arbeiten und Früchte produzieren. Und so dürfen sich die Obstweinfreunde auch in diesem Jahr auf leckere Tröpfchen aus den Gährballons der heimischen Obstweinproduzenten freuen und gern mal „blau“ vom Alltag machen. 

Die Sortenvielfalt ist in diesem Jahr wieder großartig und hat für jeden Gaumen den passenden Genuss parat, dem dann im heimischen Garten, auf dem Balkon, der Couch oder wo auch immer gefröhnt werden darf. „Obstweine To-Go“ sind genau wie im letzten Jahr auch in 2021 wieder die Prämisse. Die Obstweinproduzenten sind gewappnet und bieten ihre Weine sowohl zum Abholen an bestimmten Tagen oder teilweise zum Versenden direkt nach Hause an.

Für ein wenig Baumblüten-Feeling sorgen neben dem Obstwein ja zumindest die wunderschön blühenden Obstbäume, die schon bald auf dem Panoramaweg und den vielen Plantagen in voller Pracht stehen. Ein Spaziergang durch die duftende Obstbaumblüte ist übrigens auch ein guter Tipp für den Tag nach dem Verkosten – einen treuen Begleiter hat man dann auch gleich an seiner Seite: Wer zu tief ins Obstweinglas schaut, kann sich eines Katers am nächsten Tag gewiss sein.

Ein wenig frische Luft und Bewegung können nach einem kleinen Gelage Wunder wirken. Vielleicht führt der Spaziergang ja sogar an einem Obstgarten vorbei, der mit einer neuen Flasche Wein für schnelle Linderung sorgen kann, sollten körperliche Aktivität und Sauerstoff nicht den gewünschten Effekt erzielen. 

Wenn wir ehrlich sind, vermissen wir unsere Baumblüte schon sehr – denn so lecker der Wein zu Hause auch ist, er schmeckt mit Freunden, auf einem Strohballen sitzend und mit einer Schmalzstulle in der Hand doch am besten. (wsw)

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Mein Werder (275): Maria Goldberg

Kurz & Knackig

Name: Maria Goldberg
Alter: 27
Wohnort: Potsdam
Welche Verbindung haben Sie zur Blütenstadt? Direkt in Werder lebe ich nicht, allerdings bin ich beruflich bedingt oft in der Stadt unterwegs, da sie mit zu meinem Zuständigkeitsbereich im Revier Ferch zählt.
Haben Sie Kinder? Ein Bonuskind.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Als eine wunderschön gelegene Stadt, inmitten einer traumhaften Seenlandschaft. Detailliertere Informationen müsste ich selbst erst bei den Einheimischen erfragen, da ich Werder noch nicht sehr lange und gut kenne.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Das lässt sich so einfach gar nicht beantworten, da die Tätigkeit als Revierförsterin viele Aufgabenbereiche umfasst. Jeder Tag ist also anders. Im Wesentlichen umfasst es aber folgende Tätigkeiten: Ich bin im Zuständigkeitsbereich des Reviers Ferch als Revierförsterin für die Privat- und Körperschaftswaldbesitzer Ansprechpartnerin und kümmere mich um ihre Anliegen. Dabei stehe ich ihnen mit Rat und Anleitung zur Seite. Insbesondere gebe ich Hilfestellung bei Fördermöglichkeiten im Wald, beispielsweise zu den Themen Waldumbau, Beseitigung von Extremwetterereignissen usw. Ein weiterer Aufgabenkomplex stellt die forstliche Rahmenplanung dar, unter Einbeziehung von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Vertretern der Waldbesitzer. Dabei geht es häufig um Bauanträge, hier in diesem Bereich besonders für Einfamilienhäuser, bei deren Bau Wald in Anspruch genommen werden soll.

Des Weiteren übe ich die sogenannte Forstaufsicht aus, d.h. ich kontrolliere, ob die den Wald betreffenden Gesetze eingehalten werden und muss im Notfall auch mal ordnungsbehördlich tätig werden. Leider kommt es immer wieder vor, dass beispielsweise Müll im Wald abgeladen wird oder im Wald geparkt und gefahren wird, was verboten ist und dann entsprechend geahndet werden muss. Ein weiterer Aufgabenkomplex ist die Überwachung der Waldschutzsituation und das in Wäldern aller Eigentumsarten. Dabei kontrolliere ich die Bestände auf Schädlingsbefall. Im Jahresverlauf werden dabei unterschiedliche Monitoring-Verfahren angewendet, um unterschiedliche Schädlinge und ihre Populationsentwicklung zu überwachen. Nicht zuletzt gehört zu meinem Beruf die waldbezogene Bildungs- und Erziehungsarbeit. Dabei bin ich besonders mit Kindern im Wald unterwegs und organisiere auf die unterschiedlichen Zielgruppen angepasste Waldpädagogikkonzepte zu unterschiedlichen Themen, die den Wald betreffen.

Was würden Sie lieber machen?
Aktuell bin ich sehr glücklich mit dem, was ich mache. Für die Zukunft möchte ich Veränderungen jedoch nicht ausschließen. Schließlich ist nichts so stetig wie die Veränderung. Manchmal hätte ich aber gern mehr Zeit, um die Welt zu erkunden und auf Reisen zu sein.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Bisher habe ich den leider noch nicht. Hier gibt es so viele schöne Plätze, dass ich mich wohl nie wirklich nur für einen entscheiden werde. Ich genieße es allerdings immer sehr, wenn ich in mein Revier fahre und dabei über die Brücke zwischen Geltow und Werder komme. Den Blick auf das Wasser zu beiden Seiten finde ich wunderschön.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Sagen Sie es mir und ich werde den Ort besuchen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Auch das möchte ich noch gern herausfinden, wenn wir die Corona-Pandemie überstanden haben und man sich wieder ohne Bedenken in geselligen Runden treffen kann.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Wenn ich ehrlich bin, bevorzuge ich trockenen Rotwein, aber vielleicht kann mich Werder ja noch von süßem Obstwein überzeugen. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren.

Sie – ganz speziell

Sie sind als Revierförsterin in einem männerdominierten Beruf doch eher die Seltenheit. Können Sie uns etwas über Ihre bisherige Laufbahn erzählen?
Als Frau in einem männerdominierten Berufsumfeld zu arbeiten, habe ich immer als Herausforderung der positiven Art betrachtet. Ich konnte dadurch einiges lernen.
Der Wunsch, einen „grünen“ Beruf zu ergreifen, liegt wohl in meiner Kindheit. Ich durfte auf einem Bauernhof aufwachsen, umgeben von Wald, Feld und Wiese. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch und der Beruf des Försters hat mich schon sehr früh angesprochen. Da lag die Entscheidung recht nahe, zum Studium an die TU Dresden zu gehen und den Studiengang Forstwissenschaften einzuschlagen. Diesen habe ich erfolgreich absolviert und durfte anschließend ganz stolz mein erstes Revier im Süden Brandenburgs übernehmen. Dieses habe ich knapp vier Jahre geleitet, bis es mich letztlich nach Potsdam in das Revier Ferch verschlagen hat.

In Phöben zum Beispiel sind viele Reiter mit ihren Pferden oft auch in den Wäldern unterwegs. Welche Auswirkungen hat dies auf den Wald?
Der Phöbener Wald ist für mich direkt zu Beginn meiner Dienstzeit im Revier Ferch zu einem besonderen Projekt geworden. Das Problem des Reitens in Phöben entsteht durch eine sehr spezielle und ungünstige Konstellation vor Ort. Es handelt sich im Bereich Phöben um ein ca. 150 ha großes, zusammenhängendes Waldgebiet. An sich ist das noch nichts außergewöhnliches. Um das Waldgebiet haben sich im Laufe der Zeit mehrere Reiterhöfe angesiedelt. Diese beherbergen mittlerweile eine so große Anzahl an Pferden, die natürlich bewegt werden will, dass der Wald extrem stark von Reitern und ihren vierbeinigen Freunden frequentiert wird, so stark, dass die Waldwege in ihrem Zustand einem Reitplatz ähneln. Das Problem besteht darin, die unterschiedlichen Interessengruppen unter einen Hut zu bekommen. Reiter, Anwohner, Waldbesitzer und Jäger haben unterschiedlichste Ansprüche an den Wald in Phöben.

Meist sind die Schädlinge, die den Bäumen größten Schaden zufügen können, winzig klein. Was setzt den Bäumen am meisten zu?
Die letzten Jahre waren und sind für unsere Wälder eine unglaubliche Herausforderung, mit der sie noch lange kämpfen werden. Aktuell kann man im Wald nicht von dem EINEN Problem sprechen. Es sind viele Komponenten, die zusammenwirken und dem Wald als gesamtes Ökosystem zu schaffen machen. In den letzten Jahren hatten wir einige starke Stürme, die vielerorts für große Mengen an Sturmholz gesorgt haben. Dieses Sturmholz bleibt zu lange im Wald liegen und ist ein besonders beliebter Brutplatz verschiedenster Borkenkäferarten. Diese Käfer hatten daher ein gutes Brutraumangebot. Hinzu kam eine Dürreperiode, die die Bäume zusätzlich in einen Stresszustand versetzt hat, da sie nicht ausreichend Wasser generieren konnten. Die Borkenkäferarten hingegen lieben warme Temperaturen und neigen dabei zu Massenvermehrungen. Ein Teufelskreis beginnt. Vereinfacht gesagt wird das Immunsystem der Bäume durch die Dürre geschwächt, damit können sie sich nicht mehr gegen „Angreifer“ (Borkenkäfer) wehren und diese können sich besonders gut vermehren aufgrund der hohen Temperaturen und des großen Brutraumangebots. Hinzu kommen noch pilzliche Erreger, wie Diplodia.

In einem Beitrag auf Zeit Online im Januar 2020 wurde berichtet, dass derzeit gut 250.000 Hektar Wald in Deutschland beschädigt sind. Wie hat sich diese Zahl im Laufe des vergangenen Jahres verändert und wie sieht es speziell für die Brandenburger Wälder aus?
Genaue Zahlen für Gesamtdeutschland kann ich an dieser Stelle nicht nennen. Jedoch erkennt man in Brandenburg und auch anderen Regionen, dass die Wälder unter den veränderten klimatischen Bedingungen leiden. Bäume haben die Fähigkeit, sich an neue Bedingungen anzupassen, jedoch dauert ein solcher Anpassungsprozess viele Jahre und diese Zeit scheint der Klimawandel den Bäumen nicht einzuräumen. Brandenburgs Wälder bestehen zu ca. 70 % aus Kiefernreinbeständen. Reinbestände sind besonders anfällig gegenüber Schädlingen, Stürmen, usw. Daher liegt in Brandenburg die große Chance für gesunde stabile Wälder im Waldumbau, der jetzt vorangebracht werden muss, um unsere Waldflächen zu erhalten. Sehr wahrscheinlich werden sich die Waldbilder überall stark verändern. Das Ziel ist, die Reinbestände mit standortgerechten Mischbeständen abzulösen.

Einige Forstbetriebe setzen auch auf die Hilfe von Ehrenamtlichen, wenn es zum Beispiel um die Aufforstung geht. Wäre dies auch für unsere Region interessant?
Ich halte es für eine sehr gute Methode, Aufforstungsarbeiten auch mit ehrenamtlichen, interessierten Personen durchzuführen. Zum einen kann man Menschen dadurch das Ökosystem Wald und all seine, für uns so wichtigen, Funktionen näher bringen. Zum anderen auch einen Einblick in die forstliche Berufswelt gewähren. Jedoch sollte immer bedacht werden, dass die Pflanzung von Bäumen durchaus anspruchsvoll ist, was Qualität und Quantität angeht. Daher bin ich der Meinung, dass der große Teil der Aufforstungen, die in den nächsten Jahren auf uns warten, in professionelle Hände gehört.

Ihr Beruf bringt es mit sich, dass Sie sich die meiste Zeit des Tages wahrscheinlich draußen aufhalten. Welchen Indoor- oder Outdoor-Hobbys gehen Sie denn in Ihrer Freizeit nach?
Als Hoheitsförsterin muss ich Ihnen diese Illusion nehmen. Natürlich habe ich das Privileg, in meinem Beruf auch immer wieder die frische Luft genießen zu können, aber einen großen Teil meiner Arbeit erledige auch ich vom Büro aus.
Daher bin ich auch gern in meiner Freizeit draußen unterwegs. Zum Ausgleich gehe ich regelmäßig Joggen und mache Yoga. Wenn es denn wieder zulässig ist, bin ich auch im Fitnessstudio unterwegs. Besonders gern bin ich im Hochgebirge unterwegs und probiere mich als Bergsteigerin aus.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
An erster Stelle steht bei mir, ein zufriedenes Leben in Gesundheit mit meiner Familie genießen zu können. Danach kommt das Stillen meiner Reiselust, ich würde gern so viel wie möglich von dieser Welt kennenlernen. Letztendlich wünsche ich mir auch beruflich weiterhin Erfolg und Entwicklung.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Sigmund Freud

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Der Australien-Reiseführer von Lonely-Planet

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Es gibt viele Menschen, die mich inspirieren aufgrund unterschiedlichster Eigenschaften oder Dinge, die sie getan haben. Allerdings wäre es manchmal nicht schlecht, die Gelassenheit von Buddha zu besitzen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Es gibt so viele schöne Filme. Besonders im Gedächtnis aus der letzten Zeit ist mir aber „Honig im Kopf“ von Til Schweiger geblieben. Bei der Serie kann ich mich auch festlegen, das sind bei mir ganz eindeutig die Gilmore Girls.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Mir wird des Öfteren gesagt, dass ich ein Organisationstalent bin, besonders was Veranstaltungen angeht.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja ich liebe Tiere, ich durfte schließlich mit vielen Tieren auf dem Bauernhof aufwachsen. Ganz klar bin ich ein Hunde-Mensch.

Temporäre Rettungswache in Betrieb genommen

Werder (Havel), 16. April 2021 – Die neue temporäre Rettungswache Werder in den Havelauen wurde am 6. April vom Landkreis als Träger des Rettungsdienstes offiziell in Betrieb genommen. Die ständig mit einem Rettungssanitäter und einem Notfallsanitäter besetzte Wache ist ein „Ableger“ der Promedica-Rettungswache in der Adolf-Damaschke-Straße und wird zur besseren Versorgung der Patienten benötigt.

Rund jeder vierte der etwa 4000 Promedica-Einsätze im Jahr findet jenseits der Bahnschranken statt. Die vorgeschriebenen Hilfsfristen konnten wegen der häufig geschlossenen Schranken für den Norden Werders oft nicht eingehalten werden. Mit der temporären Wache auf der Nordseite der Schienen wird sich das nun ändern. Sie soll genutzt werden, bis das Land Brandenburg einen Tunnel gebaut hat.

Der Bau der temporären Rettungswache geht auf einen Beschluss des Kreistages zurück. Planung und Umsetzung der Baumaßnahme erfolgten durch das Architekturbüro Hallier in Potsdam. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 350.000 Euro. Das Grundstück im Gewerbegebiet Havelauen wurde durch den Landkreis von der Regiobus Potsdam Mittelmark GmbH gepachtet.

„Für die Gefahrenabwehr musste gehandelt werden, zumal sich die Situation an der Schranke mit dem dichteren Takt des RE1 nächstes Jahr noch verschärfen wird. Zusammen mit der Stadt Werder (Havel) und der Regiobus haben wir eine gute Lösung gefunden. Für den Bau wurden vorhandene Container genutzt, die mit Holz verkleidet wurden. So sind die Container nicht mehr sichtbar und ein Schriftzug ,Rettungswache‘ wird noch ergänzt“, so Debra Reußner, Leiterin des Fachbereiches  Sicherheit, Ordnung und Verkehr der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark. 

Bürgermeisterin Manuela Saß ergänzt: „Mir hat immer der Atem gestockt, wenn die Einsatzwagen vor der geschlossenen Schranke gestanden haben. Da geht es um Situationen, bei denen jede Minute zählt. Deshalb danke ich dem Landkreis und dem Kreistag für diese wichtige Übergangslösung. Mein Blick geht auch in das Jahr 2025, da hat das Land den Baubeginn des Tunnels angekündigt. Der Bahnübergang wird dann für längere Zeit voll gesperrt sein. Auch dafür wird die temporäre Rettungswache dringend benötigt.“ (wh)

45 Vogelkirschen wurden am Obstpanoramaweg gepflanzt

Ein Kollege des Bereichs Grünflächen mit Mitarbeitern der Havel Elbe Landschaftsbau, Foto: hkx

Werder (Havel), 16. April 2021 – Vor einem Jahr wurde der Ausbau der Phöbener Chaussee (L90) zwischen Phöben und Werder (Havel) abgeschlossen. Im Zuge der Straßenverbreiterung mussten 80 teilweise geschädigte Bäume weichen. Als „Wiedergutmachung“ für die Fällungen sind im Straßenverlauf zu Jahresbeginn 100 neue Alleebäume gepflanzt worden.

Doch die Pflanzung der Alleebäume reichte als Ausgleich für die Fällung der 80 Bäume nicht aus. „Der Landesbetrieb Straßenwesen fragte die Stadt, ob wir Flächen für weitere Baumpflanzungen haben“, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große. „Die Antwort unseres Sachgebietes Grünanlagen lautete: Ja, wir haben, wenn wir die Baumarten bestimmen können“, so Christian Große weiter.

Die Stadt einigte sich mit dem Landesbetrieb auf die Neupflanzung am Obstpanoramaweg und die Wahl fiel auf robuste Wildobstsorten. 

45 Bäume der Vogelkirsche stehen seit Kurzem am Obstpanoramaweg. Die Vogelkirsche gilt als Mutter aller Süßkirschen. Im zeitigen Frühjahr gehören Vogelkirschen für Bienen, Hummeln und andere Insekten zu den wichtigsten Nektarquellen. Die Bäume sind tolerant gegen Hitze und Trockenheit und in den schlanken Kronen wachsen kleine, essbare Früchte.

Mehr als 20 Meter hoch können sie werden und sind für ihre leuchtend orangene Herbstfärbung bekannt. Jetzt säumen diese robusten Bäume den Rand des Obstpanoramawegs im Abschnitt zwischen der Lehniner Chaussee und Derwitz. 

Zu den 45 Bäumen, die bereits gepflanzt wurden, kommen im Herbst weitere 45 hinzu, darunter dann auch Wildbirnen. Die Bäume ergänzen eine zehn Jahre alte Pflanzung von Apfelbäumen am Wegesrand.

Die Firma Elbe Havel Landschaftsbau aus Wollin, die den Auftrag für die Anpflanzung bekam, wird auch für fünf Jahre die Anwachs-Pflege übernehmen – damit die Neupflanzungen lange dazu beitragen, den durch die Obstplantagen führenden Obstpanoramweg weiter zu verschönern. (wsw, wh)

Geldregen für den Freundeskreis Scala Kulturpalast e.V

v.l.: Stefan Marten, Manuela Saß, Uwe Manthey und Nadine Lilienthal, Foto: hkx

Werder (Havel), 16. April 2021 – Bürgermeisterin Manuela Saß überreichte am 13. April einen Förderscheck über 199.000 Euro an die Vereinsvorstände Uwe Manthey, Nadine Lilienthal und Stefan Marten. Sie dankte dem Förderverein für seinen bisherigen Einsatz zum Kinoerhalt und wünschte ihm viel Erfolg für die noch anstehenden Aufgaben.

„Vor allem freue ich mich, dass hoffentlich bald wieder das Kino- und Konzertprogramm im Scala anlaufen kann“, so die Bürgermeisterin. Mit dem Geld der Stadt hat der Verein die Möglichkeit, das Scala zu erwerben – und damit den historischen Kulturstandort zu für Werder (Havel) erhalten. Der Kaufpreis von insgesamt 350.000 Euro wird mit dem städtischen Zuschuss, durch private Kreditgeber und Eigenmittel des Vereins erbracht.

Die Bürgermeisterin nutzte den Anlass, um sich ein Bild von den umfangreichen Aufräum-, Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten zu machen, die der Verein in den vergangenen Monaten angestoßen hat. Das Gebäude mit der prägnanten Leuchtreklame über dem Eingangsportal ist 1940 errichtet worden und steht unter Denkmalschutz.

Der Empfangsraum des Kinos wurde renoviert und neu eingerichtet, Geländer und Notausgänge erneuert und mit Arbeiten im Bühnenbereich begonnen – alles in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Als nächstes großes Projekt muss die Stromversorgung saniert werden. Das Kino hofft auf Fördermittel aus dem „Zukunftsprogramm Kino“ des Bundes, mit dem Arthouse-Kinos in Kleinstädten gefördert werden.

Aus einem anderen Topf gab es bereits eine kleine Geldspritze: Noch während der Scheckübergabe der Bürgermeisterin flatterte am 13. April ein Brief vom Medienboard Berlin-Brandenburg ins Haus. Für „großes Engagement im Ausnahmejahr 2020“ wurde das Kino mit dem 23. Kinoprogrammpreis ausgezeichnet. Damit verbunden ist eine Prämie von 15.000 Euro. (wh)

Änderung der Eindämmungsverordnung bringt Testpflicht in Schule und Kita

Land Brandenburg, 16. April 2021 – Ab kommenden Montag, dem 19. April, müssen Schülerinnen und Schüler sowie das Schulpersonal an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche eine Bescheinigung über ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorlegen. Sollten sie dem nicht nachkommen, wird ihnen der Zutritt zur Schule verwehrt, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) des Landes Brandenburg.

Die Selbsttests sollen in der Regel zu Hause durchgeführt werden. Wenn Schülerinnen und Schüler den Test vergessen haben, kann er an der Schule durchgeführt werden. Bei einem positiven Testergebnis ist die Schule unverzüglich zu verlassen. Personen, die Schülerinnen und Schüler zum Unterricht der Primarstufe in die Notbetreuung in Grundschulen oder in Förderschulen bringen oder sie von dort abholen, ist der kurzzeitige Zutritt von Schulen ohne Nachweis eines negativen Testergebnisses gestattet.

Diese Zutrittsregelungen für die Schulen gelten für Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen (insbesondere Horte) entsprechend. Auch das in der Kindertagesbetreuung tätige Personal muss sich ab dem 19. April 2021 testen lassen. Kinder in der vorschulischen Kindertagesbetreuung (Krippen, Kindergärten und insoweit auch Kindertagespflege) sind von den Zutrittsregelungen ausgenommen.

Für Kindertagespflegestellen gilt das Zutrittsverbot und die beschriebene Testpflicht nur während der Betreuungszeiten. Kindertagespflegepersonen, die die verordnete Testung für die Kindertagespflegestelle ablehnen, dürfen keine Betreuungsleistung erbringen.

Das Zutrittsverbot für Schule, Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen gilt nicht für Personen,

  • die unmittelbar nach dem Betreten der Schule eine Testung in Bezug auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus durchführen,
  • die Kinder zum Unterricht in der Primarstufe oder in Förderschulen, in die Kindertagesbetreuung oder zur Notbetreuung bringen oder sie von dort abholen,
  • deren Zutritt zur Schule oder Einrichtung der Kindertagesbetreuung zur Aufrechterhaltung dessen Betriebs zwingend erforderlich ist (insbesondere zur Durchführung notwendiger betriebs- oder einrichtungserhaltender Bau- oder Reparaturmaßnahmen),
  • deren Zutritt zur Schule oder Einrichtung der Kindertagesbetreuung zur Erfüllung eines Einsatzauftrages der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei oder des Katastrophenschutzes notwendig ist.

Mit der Einführung der Testpflicht ab dem 19. April 2021 nehmen die Schülerinnen und Schüler am Präsenzunterricht in den Jahrgangsstufen teil, die im Wechselmodell unterrichtet werden (Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht).

Es sind dies

  • die Jahrgangsstufen 1 bis 6 in der Primarstufe
  • die Abschlussklassen,
  • die Klassen im letzten Ausbildungsjahr des jeweiligen beruflichen Bildungsgangs.

Schülerinnen und Schüler, die die Bestätigung eines negativen Tests nicht vorlegen, verbringen die Lernzeit zu Hause, nehmen am Distanzunterricht für die Lerngruppe teil und werden ansonsten mit Lernaufgaben versorgt.

Schülerinnen und Schüler in den Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ erhalten durchgängig Präsenzunterricht. Hier können die Eltern entscheiden, ob die Kinder teilnehmen. Mit der Einführung der Testpflicht entfällt die Aufhebung der Präsenzpflicht.

Die Schülerinnen und Schüler der Leistungs- und Begabungsklassen, der Jahrgangstufen 7 bis 11 und 12 (Gesamtschule und berufliches Gymnasium) sowie der beruflichen Schulen und der Schulen des Zweiten Bildungswegs erhalten bis auf Weiteres Distanzunterricht. Für sie besteht die Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht. (wsw, MBJS)

Stadt und Kirchen gedenken gemeinsam der Corona-Toten

Werder (Havel), 15. April 2021 – Am kommenden Sonntag, den 18. April, findet ein bundesweiter Gedenktag für die Verstorbenen der Corona-Pandemie statt, zu dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufgerufen hat. Laut RKI (Stand 15. April) sind bereits mehr als 79.000 Menschen in Deutschland an dem Coronavirus verstorben. Man dürfe bei all den abstrakten Statistiken, die täglich in den Medien beurteilt werden, nicht vergessen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch stecke. Das Ziel der Gedenkfeier ist laut Bundespräsident Steinmeier: als Gesellschaft innehalten, den Hinterbliebenen eine Stimme geben, in Würde Abschied nehmen von den Toten.

Die Stadt Werder (Havel) schließt sich, gemeinsam mit ihren Kirchengemeinden, dem bundesweiten Gedenken an. „Wir sind mit unseren Kirchengemeinden dem Aufruf des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ein Zeichen für die Opfer der Pandemie und die Hinterbliebenen zu setzen, sehr gern gefolgt“, so Bürgermeisterin Manuela Saß. Vor den öffentlichen Gebäuden der Stadt ist Trauerbeflaggung angeordnet.

Pfarrerin Almut Gaedt und Pfarrerin Linda Jünger, Franziska Lippert vom Ortsausschuss Maria Meeresstern und Militärpfarrer Michael Schröder werden mit Bürgermeisterin Saß und dem 1. Beigeordneten Christian Große in einer ökumenischen Andacht um 12 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche Werder (Havel) der Menschen gedenken, die in Verbindung mit der Corona-Pandemie ihr Leben verloren haben. Stellvertretend für alle Mitbürger werden Steine und Rosen niedergelegt und für jede und jeden in Werder Verstorbenen eine Kerze entzündet.

In Werder (Havel) gab es bislang 845 Corona-Infizierte. 47 von ihnen sind an dem Virus verstorben. „Bei allen Diskussionen über die Pandemie-bedingten Einschränkungen gilt es, die Verstorbenen und das Leid der Hinterbliebenen nicht aus den Augen zu verlieren”, so die Bürgermeisterin. „Viel zu oft sind Menschen ohne den Beistand ihrer Nächsten von uns gegangen. Auch deshalb ist das gemeinsame Innehalten am Sonntag wichtig.“

„Wenn wir Tag für Tag erleben, dass alles Vertraute zerbricht und der Tod entsetzliche Abbrüche in unsere Freundschaften, in unsere Familien und unsere Kontakte reißt und wir unausweichlich spüren, wie verletzlich wir sind, finden wir im Gebet Nähe und die Verbundenheit zueinander“, so Pfarrerin Linda Jünger von der evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde, die auch im Namen der evangelischen Kirchengemeinden des Pfarrbereichs Töplitz und des Pfarrbereichs Plötzin, der evangelischen Kreuz-Kirchengemeinde Bliesendorf und des evangelischen Militärpfarramts Schwielowsee spricht. „Wir bleiben allen Verzweifelten, allen Trauernden und allen, die sich in tiefer Wut befinden, in Anteilnahme und mit der Bitte um Segen zutiefst im Gebet verbunden.“

„Die Pandemie, die wir schon seit einem Jahr weltweit und auch bei uns erleben, hat zahlreiche Opfer gefordert”, sagt Pfarrvikar Fernando Diez Mateos von der Maria Meeresstern. „Viele Familien haben ihre Lieben verloren, auch ohne die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Viele schauen mit Schmerz in die Vergangenheit und mit Sorge in die Zukunft. Im jetzigen Moment und aus unserem christlichen, katholischen Glauben heraus, wissen wir uns mit allen Leidenden verbunden, unabhängig von ihrer Konfession oder Weltanschauung.“

Die Heilig-Geist-Kirche in Werder (Havel) wird aus Anlass des Gedenktages am 18. April von 10 bis 18 Uhr, die Kirche Maria Meeresstern von 9 bis 17 Uhr und die Kirchen des Pfarrbereichs Töplitz von 10 bis 18 Uhr zum stillen Gedenken, zur Blumenniederlegung und zum Kerzen Entzünden geöffnet sein. Ab 17 Uhr erklingt die Orgel in der Heilig-Geist-Kirche Werder (Havel). In Damsdorf wird desgleichen um 10.30 Uhr für die Verstorbenen und deren Hinterbliebene gebetet. In Beelitz werden an diesem Tag verschiedenfarbige Bänder an einen ausgewählten Baum hängen, weil das bunte Band des Miteinanders auch in dieser schweren Zeit zwischen uns nicht abreißen wird.

„Auch wenn wir noch nicht zusammenkommen können, werden wir im Wissen umeinander an diesem Tag der Menschen und ihrer Schicksale gedenken“, so Pfarrerin Jünger. (wsw, wh)

Digitaler Workshop „Haushaltsdebatte“

Werder (Havel), 14. April 2021 – Die Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger lädt am kommenden Samstag, den 17. April, von 10 bis 15 Uhr zum öffentlichen digitalen Workshop „Haushaltsdebatte“ ein. In dem Workshop wird es um die Vorbereitung der Positionen und Forderungen der Fraktion an den Haushalt der Stadt Werder für die Jahre 2022 und 2023 gehen.

Dabei steht nicht nur der Gestaltungswille der organisierten Mitglieder und Abgeordneten im Fokus, auch die Ideen und Anregungen aller Interessierter sollen einfließen. Die Bürger*innen sollen die Chance haben, die Stadt mitzugestalten.

Im neuen Haushalt sollten die Vorhaben aus dem INSEK, Forderungen aus dem Zukunftshaushalt, Entwicklungen aus Initiativen (Bsp. Verkehrswende, Weltoffenes Werder) und Themen wie sozialer Wohnungsbau, Klimaschutz, Digitalisierung, Kulturlandschaft und Jugend eine tragendere Rolle spielen, als es bisher der Fall war, heißt es in der Einladung der Fraktion. Wenn die Ideen und Forderungen Realität werden sollen, dann müssen sie im Haushalt Gewicht und Mittel erhalten.

Die Erarbeitung des Haushaltes 2022/2023 erfolgt in Themengebieten und ist für jeden öffentlich.

Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/81140483479

Meeting-ID: 811 4048 3479

(wsw, smg)

Testzentrum vor dm eröffnet morgen

Werder (Havel), 14. April 2021 – Ab morgen kann man sich vor dem dm markt Zum Großen Zernsee 3 in Werder (Havel) kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Der Drogeriemarktführer dm hat bereits Anfang März vor seinen Märkten in Baden-Württemberg Corona-Testzentren eröffnet und nun besteht diese Möglichkeit auch in der Blütenstadt.

Von Montag bis Samstag jeweils von 9 bis 16.30 Uhr können sich bis zu 90 Personen am Tag unter Einhaltung der Hygienevorschriften testen lassen – natürlich nur nach Terminvereinbarung. Diese ist online möglich. Die Tests sind für alle kostenlos. Die Mitarbeiter in den Testzentren haben im Vorfeld an einer zertifizierten Schulung zur Durchführung von Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 (PoC-Test) teilgenommen. Der Start des Testzentrums vor der dm Filiale im Apfelweg ist voraussichtlich für Anfang Mai geplant. 

Dass dm als Privatanbieter die Tests durchführen darf, fußt auf dem neuen Bund-Länder-Beschluss. Nach der geänderten Testverordnung können die Bundesländer neben den Testzentren, den niedergelassenen Ärzten, Laboren oder Apotheken auch „weitere geeignete Dritte“ in die Teststrategie miteinbeziehen. (wsw)

Die Termine lassen sich einfach online buchen. Bild: Screenshot

Unternehmensnachfolge in vierter Generation

Samuel und Heino Fischer, Fotos: Handwerkskammer Potsdam

Groß Kreutz OT Götz, 13. April 2021 – Bäckermeister Heino Fischer aus dem Groß Kreutzer Ortsteil Götz blickt auf 44 Berufsjahre zurück, die ihm von Herzen auch Berufung waren. 32 davon war er selbstständiger Unternehmer. Ob als Chef, Vordenker, Problemlöser oder Arbeitgeber – er lebte sein und für das Handwerk. Denn auch ehrenamtlich engagiert sich der Handwerksmeister seit mehr als 23 Jahren für sein Gewerk, 17 Jahre als Obermeister der Bäcker- und Konditoreninnung, viele Jahre auch bei der Abnahme der Zwischen- und Gesellenprüfungen für Bäcker- und Konditorenlehrlinge.

Am 8. April übergab der Träger der „Silbernen Ehrennadel im Handwerk“ den Staffelstab für die Familien-Handwerksbäckerei an der B1 an seinen Sohn, Konditormeister Samuel.

Man kann die Fischers wahrlich als Bäckerdynastie und mutige Investoren über mehr als 100 Jahre bezeichnen. Musste der Unternehmensgründer in den Anfängen noch schwere Mehlsäcke schleppen, arbeiten die Fischers von heute in einer vollautomatisierten Backstube.

Großvater und Bäckermeister Hermann übernahm am 1. April 1919 eine Pleite gegangene Bäckerei und schlug damit das erste Kapitel der Erfolgsgeschichte der Fischers auf. 

1967 startete dessen Sohn, Bäcker- und Konditorenmeister Horst als Nachfolger. Mit Heino Fischer übernahm im Wendejahr 1989 die dritte Generation die Verantwortung für die Backstube. Er erlernte sein Handwerk mit 16 Jahren noch in der Nachbarschaft, dem Kloster-Café Lehnin, bei Bäcker- und Konditorenmeister Klaus Fiedler. Und auch für Sohn Samuel war schon früh klar, dass er in die Unternehmerstapfen seines Vaters treten möchte. Der Junior nutzte die vergangenen Jahre an der Seite des Vaters, um Erfahrungen zu sammeln und sich selbst auf das Unternehmertum vorzubereiten. In dieser Zeit baute er auch die eigene Konditorei auf. Im Jahr 2008 hielt er den Meisterbrief in der Hand. Nun, mit 35, übernimmt er von seinem Vater den Staffelstab.

Wie beliebt die Backwaren der Innungsbäckerei nicht nur bei den Kunden sind, zeigen auch die vielen Auszeichnungen für die ausgewiesene Produktqualität – wie beispielsweise die mit der „Goldenen Brezel“. Sie honoriert zudem die vorbildliche Unternehmensführung, zu der auch die Ausbildung von Lehrlingen gehört. 25 Bäcker*innen und Konditor*innen erlernten seit der Wende ihr Handwerk bei den Fischers.

Unterstützung erhält der 35-jährige Konditormeister künftig weiterhin von seiner Schwester, die ebenfalls mit im Geschäft steht. Pläne für die Zukunft und jede Menge Ideen hat er genug: So soll der Christstollen weiter um die Welt ziehen, dass „Fischer-Eis“ seinen Siegeszug antreten und die Tortenkreationen als Kunstwerke weiterentwickelt werden. Dabei kann der Unternehmensnachfolger auch weiter auf den Rat seines Vaters bauen, denn so ganz wird der 64-jährige Heino Fischer die Backstube wohl noch nicht verlassen. (hwk)

Wenn der Traum vom Eigenheim zum Albtraum wird

Denny Grothmann und Miriam Schremser, Foto: wsw

Groß Kreutz OT Schmergow, 12. April 2021 – Es sollte die Krönung ihres gemeinsamen Glücks werden: Miriam Schremser und Denny Grothmann wollten sich mit einem Eigenheim ihren großen Traum erfüllen. Doch leider wandelte sich der Traum von den eigenen vier Wänden zum Albtraum, aus dem bisher kein Erwachen in Sicht ist.

Wir treffen Miriam und Denny in ihrer 3-Zimmer-Wohnung in Schmergow. Denny ist nur wenige Häuser entfernt aufgewachsen, seine Mama ist Kindergärtnerin im Ort. Die Liebe zu Denny hat Miriam im Jahr 2014 von Frankfurt am Main ins beschauliche Schmergow ziehen lassen. Dem sympathischen Paar war schnell klar: die gemeinsame Zukunft soll ein Eigenheim besiegeln. 2015 bezogen die beiden die Wohnung, in der wir uns zum Interview treffen. „Miriams 19-jähriger Sohn lebt hier bei uns, ihre Tochter und ihr anderer Sohn kommen regelmäßig zu Besuch“, erklärt Denny. Die Familie komplett machen die Hunde Maja und Odin sowie Kater Finn. So gemütlich die Wohnung im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses auch ist, der Platzmangel wurde schnell zur Belastung. Als ihr Vermieter, Egon Fürst, ihnen einen Teil des Grundstückes, auf dem das aktuelle Wohnhaus steht, zum Verkauf anbot, stellten Miriam und Denny auf eigene Kosten eine Bauvoranfrage. 2018 startete dann das Projekt Hausbau.

Ganz bewusst haben sich Miriam und Denny für einen kleinen Bauträger aus der Region entschieden, der ihr Traumhaus auf dem 1400 Quadratmeter großen Grundstück realisieren sollte. „Wir haben uns viele Bauarten angeschaut und uns dann für ein massives Holzhaus entschieden“, so Denny. Der 41-Jährige ist gelernter Zimmermann und der Baustoff Holz faszinierte ihn schon immer. 

Eine Hausbaufirma war schnell gefunden und der Erstkontakt wurde hergestellt. „Das erste Treffen mit dem Bauträger fand Ende August 2018 statt. Wir waren uns gegenseitig sofort sympathisch“, erinnert sich Denny. „Relativ schnell haben wir dann den Vertrag unter Dach und Fach gebracht.“ Zusätzlich zu dem angesparten Eigenkapital von 50.000 Euro sollte ein Kredit in Höhe von 235.000 Euro den Traum vom Haus möglich machen. Ein Teil des Geldes wurde für das Grundstück veranschlagt und der Rest sollte in den Hausbau gesteckt werden. „Wir haben uns für einen ganz klassischen 1,5-Geschosser entschieden mit etwa 140 Quadratmeter Wohnfläche, einer überdachten Terrasse und Balkon. Nichts außergewöhnliches. Es sollte einfach nur ein schönes Haus für uns als Familie werden“, erklärt Miriam. Die 37-Jährige arbeitet in Werder (Havel) in der Sprint-Tankstelle und während der Hauptsaison noch zusätzlich auf dem Spargelhof in Klaistow.  

Doch heute, drei Jahre nach dem ersten Treffen, ist die Bodenplatte das einzige, das auf dem Grundstück den Bau eines Hauses erahnen lässt. „Hier war das Bad geplant, dort das Wohnzimmer – hier haben wir zu Miriams Geburtstag Kaffee getrunken und Kuchen gegessen – und an zwei Hausseiten sollte eine Veranda vor Regen und Sonne schützen“, erklären Denny und Miriam, als wir uns gemeinsam die Bodenplatte ansehen. „Und hier sollte die Küche stehen, die auch schon zu 50 Prozent angezahlt war. Den Vertrag mit dem Küchenstudio haben wir kündigen und eine Vertragsstrafe von 25 Prozent des Gesamtpreises in Kauf nehmen müssen.“ 

Im Januar 2019 stellte die Baufirma den Bauantrag, der im August 2019 genehmigt wurde. Die Baugrube wurde in Eigenleistung ausgehoben, so Miriam und Denny, und im September 2019 offiziell abgenommen. „Die Vorarbeiten sowie der Bau der Bodenplatte verzögerten sich jedoch, da laut Bauträger die angefragten Firmen keine Kapazitäten hätten. Wir haben dann angeboten, uns selbst um das Auffüllen und Verdichten zu kümmern, die Kosten hierfür sollten dann mit der Gesamtsumme des Hauses verrechnet werden“, so Miriam und Denny. „Im Oktober 2019 haben wir mit den Erdarbeiten und mit dem Verdichten begonnen. Anfang November kam dann eine Firma, welche die Bodenplatte einschalte, und am 13. November 2019, pünktlich zu meinem 40. Geburtstag, wurde der Beton für die Bodenplatte gegossen. Insgesamt belief sich die Rechnung hierfür auf 25.000 Euro. Versprochen wurde uns, dass bis Ende 2019 zumindest das Erdgeschoss steht“, so Denny. Und Miriam ergänzt: „Wir sollten für das bestellte Holz und für die Fenster eine Anzahlung leisten, insgesamt belief sich diese auf 40.000 Euro. Das erschien uns erstmal nicht ungewöhnlich, da das Holz für das Haus im Ausland bestellt wurde.“

Seitdem ruht der Bau. „Wir wurden vom Bauträger immer wieder hingehalten. Erst waren Lieferverzögerungen die Ursache, dann schlechtes Wetter und im Jahr 2020 war es dann die Corona-Pandemie.“ Denny und Miriam fühlen sich machtlos. „Wir haben im April 2020 dann einen Anwalt eingeschaltet. Schließlich hatten wir ja auch schon Kosten. Zusätzlich zum Grundstückskauf und der Anzahlung kamen ja noch die Architektenleistung sowie die Statik und die Bodenplatte hinzu. Insgesamt haben wir bereits mehr als 160.000 Euro investiert. Erst später haben wir erfahren, dass das Geld für die Architektenleistung sowie für das Bodenplattenpaket gar nicht angekommen ist.“ Auf Anraten seines Anwaltes setzte das Paar dem Bauträger eine Frist bis zum 18. Mai 2020, da war die erste Coronawelle vorüber, die Grenzen waren wieder offen. Doch trotz Fristsetzung regte sich weiterhin nichts auf der Baustelle.

Anfang 2021 zogen Miriam und Denny nach nun fast drei Jahren den Schlussstrich. „Wir haben uns mit dem Bauträger darauf geeinigt, dass er uns einen Teil der nicht erbrachten Leistungen zurückzahlen sollte. Doch trotz schriftlicher Bestätigung ist dies nicht erfolgt. Unser Geld ist weg und der Bauträger mittellos“, erklärt Denny. Das Paar habe dann erfahren, dass noch weitere Familien ähnliche Erfahrungen mit dem Bauträger gemacht haben. Sie haben daraufhin ein Strafverfahren eingeleitet. 

„Wir sind beide keine Großverdiener. Die finanzielle Belastung ist für uns wirklich riesig. Die Bank hat glücklicherweise im vergangenen Jahr die Zahlung der Zinsen gestundet und uns angeboten, nochmal nachzufinanzieren. Voraussetzung ist, dass wir genau dieses geplante Haus bauen – egal wie. Wir würden selbst das Holz bestellen, eine Firma haben wir bereits gefunden. Doch die etwas über 110.000 Euro, die noch auf dem Kreditkonto sind, reichen natürlich nicht für alle Arbeiten. Mehr als 50.000 Euro können wir jedoch nicht mehr aufnehmen“, erklären Denny und Miriam. Liebe Freunde der beiden haben daraufhin Ende Februar eine Spendenaktion ins Leben gerufen, mit dem Ziel 50.000 Euro zu generieren. Mit dieser zusätzlichen Summe könnte es das Paar trotz aller zurückliegender Widrigkeiten dennoch schaffen, seinen Traum vom Eigenheim Wirklichkeit werden zu lassen.

Wir haben auch mit dem Bauträger gesprochen. Mehrmals im Gespräch versicherte er uns, dass er Miriam und Denny nie etwas Böses wollte, die drei sogar sehr gut befreundet waren. Laut seiner Aussage habe man sich bereits wieder zu einem Gespräch zusammengesetzt.

Neben der Corona-Pandemie, die maßgeblich als Ursache für die aktuelle Situation vom Bauträger benannt wurde, dürfe man auch nicht vergessen, dass der Bau eines Holzhauses besonderen Anforderungen unterliegt. Ebenso beurteilt er die zeitliche Einordnung der Geschehnisse etwas anders, als es das Paar aus Schmergow schildert.

„Am 17. Dezember 2018 haben wir den Werksvertrag über die Gesamtleistung des wunderschönen Blockhauses beschlossen. Grundsätzlich beinhaltet der Werksvertrag immer eine Vorauszahlung, diese Vorauszahlung setzt sich aus einer Anzahlung für die Fenster und einer Anzahlung für den Holzbausatz zusammen“, erklärt der Bauträger am Telefon.

„Mit Überschlag der Bauzeit hatten wir vereinbart, dass das Haus Ende 2019 fertig sein soll. Weiterhin stand im Vertrag die Erstellung des Bauzeitenplanes erfolge nach Erteilung der Baugenehmigung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch nicht, dass es bei der Bauvoranfrage, die Miriam und Denny zuvor gestellt hatten, gewisse Fragezeichen gab, die es noch zu klären galt. Es ging unter anderem um die Feuerwehrzufahrt. Die Baugenehmigung kam schlussendlich erst Ende August 2019, nach etwa neun Monaten und so planten wir die Fertigstellung des Hauses für Ende Mai 2020“, so der Unternehmer weiter. „Die Produktion der einzelnen Bauteile für ein Holzhaus startet erst mit dem grünen Bescheid der Baubehörde. Anders als bei einem Haus aus Stein kann man nicht einfach im Nachhinein ein paar Steine versetzen, die Bauteile werden extra auf Maß produziert. Darüber hatte ich die Bauherren aber informiert.“

Nachdem die Bodenplatte im November 2019 fertig gestellt wurde, musste diese laut Bauträger noch vier Wochen aushärten: „Der Übergang vom Beton zum Holz ist beim Bau eines Holzhauses das größte Problem. Um Schimmelbildung vorzubeugen, die schlimmstenfalls den Rückbau des kompletten Hauses zur Folge haben würde, muss die Bodenplatte vier Wochen stehen und richtig aushärten. Zeitlich waren wir dann schon kurz vor Weihnachten. Wir hatten dann gemeinsam überlegt, ob ein LKW die erste Holzlieferung bereits liefern sollte, entschieden uns dann aber dagegen. Hätte man die ersten Blockebenen gesetzt, hätten wir eine Art Wanne erzeugt, die sich bei Regen und Schnee wie ein Bassin gefüllt hätte. Das hätte man nicht abdichten können.“

Auch im Januar ließ das Wetter einen Bau des Hauses nicht zu, man einigte sich auf einen Baustart für März 2020. „Und dann kam Corona. Die Grenzen waren dicht. Und damit rechnet ja keiner“, erklärt der Bauträger. „Im Vertrag steht jedoch, dass sich der Bau verzögern kann, wenn aufgrund von behördlichen Maßnahmen eine Lieferung nicht möglich ist. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich durch die Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten bin. Ich konnte Denny und Miriam zwar eine spätere Lieferung gewährleisten, jedoch die Erfüllung des gesamten Werkvertrages nicht mehr sicherstellen. Darüber hatte ich die beiden ebenfalls informiert. Die ausländischen Mitarbeiter hatten sich in der Coronazeit anderweitig Jobs gesucht, um über die Runden zu kommen.“

Laut Bauträger wurde der Vorschlag, den Werkvertrag in einen Liefervertrag, umzuwandeln, von den Bauherren abgelehnt. „Ich möchte mich ganz klar gegen den Vorwurf wehren, ein Verbrecher zu sein. Ich habe immer meine Hilfe angeboten und werde es auch weiterhin tun. Mit ausreichend Manpower kann man – können wir gemeinsam – den Bau stemmen.“

Wir wünschen es Denny und Miriam, dass sie gemeinsam mit dem Bauträger eine Lösung finden. Vielleicht gibt es ja Baufirmen, die zum Beispiel ein Gerüst für eine gewisse Zeit zur Verfügung stellen könnten, oder Handwerker, die über Kran, Bagger, Werkzeug oder Manpower verfügen! Gerne stellen wir den Kontakt zur Familie her. (wsw)

Birnbaum „Bergamotte“: schief und schön

Der ausladende Ast musste gekürzt und zusätzlich gestützt werden.

Werder (Havel), 12. April 2021 – Er ist ein wahrer Touristenmagnet auf der Insel: Der Birnbaum „Bergamotte“ in der Fischerstraße 29 ist so schief gewachsen, dass er immer wieder ein beliebtes Foto-Motiv ist. 

„Als ich 18 Jahre alt war, habe ich als Lehrling des Öfteren hier auf dem Stamm gesessen“, erinnert sich Walter Kassin schmunzelnd. Gemeinsam mit Dr. Reinhard Schmidt, Jürgen Gentz, Anke Kassin und Dieter Scheffel begutachtet er an einem regnerischen Märztag den schief gewachsenen Birnbaum. Der Obst- und Gartenbauverein hat seit der 700-Jahrfeier der Stadt ein Auge auf die beliebte „Bergamotte“. 

Warum der Birnbaum so krumm gewachsen ist, lässt sich heute nicht mehr genau erklären. Doch warum er einst gepflanzt wurde, wurde von einer alteingesessenen Fischerfamilie überliefert: Anlässlich des zehnten Geburtstages Friedrich II. im Jahr 1722 waren die Soldaten Friedrich I., die zu dieser Zeit auf der Insel stationiert waren, vermutlich angehalten, den zum damaligen Zeitpunkt etwa zweijährigen Birnbaum in die Erde zu setzen. Die „Bergamotte“ ist demzufolge bereits 300 Jahre alt. 

Die vergangenen drei Jahrhunderte gingen an dem Birnbaum natürlich nicht spurlos vorbei. Fäulnis machte sich im Stamm breit, die jedoch glücklicherweise wieder beseitigt werden konnte. Durch den krummen Wuchs wirken enorme Kräfte auf die großen Äste. Eine Stütze, die bereits vor einigen Jahren angebracht wurde, um den ausladenden Ast zu stabilisieren, wurde um eine weitere ergänzt. 

Eine Einkürzung dieses Astes musste ebenfalls vorgenommen werden. „Wenn der Baum etwas eingekürzt wird, kann er die Kraft in die vielen verbliebenen Triebe stecken und so vielleicht in der Zukunft etwas stabiler wachsen“, so Dieter Scheffel. 

Übrigens sind die Früchte der „Bergamotte“-Birne süß und fruchtig. „Man muss sie aber am besten direkt vom Baum essen, sie werden schnell matschig“, erklärt Walter Kassin.

Da in diesem Jahr der beliebte Schnittkurs nicht wie gewohnt stattfinden kann, veranstaltet der Obst- und Gartenbauverein seinen Schnittkurs online. In mehreren Videos gibt es Tipps für die verschiedenen Obstarten. Die Videosammlung wird nach und nach um weitere Obstarten ergänzt. (wsw)

Mein Werder (274): Beratungsstelle Lichtblick

Kurz & Knackig

Name: Beratungsstelle Lichtblick
Alter: geheim 🙂
Wie ist Ihre Verbindung zu Werder?
Wir arbeiten alle seit vielen Jahren in Werder und freuen uns, an so einem wunderschönen Ort arbeiten zu dürfen!
Haben Sie Kinder?
Wir beraten seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche in unserer Beratungsstelle und fühlen uns alle dem Schutz und dem Wohl aller Kinder sehr verpflichtet.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine wunderschöne Stadt mit einer tollen historischen Insel. Die Menschen sind sehr freundlich und zugewandt.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Wir arbeiten in der Erziehungs- und Familienberatungsstelle „Lichtblick“, in der Kinder, Jugendliche, Eltern und Bezugspersonen Hilfe und Unterstützung in vielen Fragen und bei Problemen bekommen. Das können Erziehungsfragen sein bei Kleinkindern, Schwierigkeiten in der Pubertät, Probleme beim Erwachsenwerden. Oder auch Paarberatung für Eltern, die sich voneinander entfernt haben. In vielen Fällen beschäftigen wir uns mit Situationen, die für Kinder und Eltern sehr belastend sind, .z.B. die Trennung von Mutter und Vater und die damit verbundene Entscheidung, wie die getrennt lebenden Eltern die Betreuung der Kinder gestalten wollen.

Was würden Sie lieber machen?
Wir sind alle mit Herzblut engagiert und von unserer Arbeit überzeugt. Würden allerdings manchmal lieber mehr Zeit haben, um z.B. faul am Steg an der Havel zu liegen.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Am Tage gern die Insel, ein Rundgang dort macht den Kopf wieder frei, ein Eis dazu und es ist perfekt. Abends der Bahnhof – denn das bedeutet für uns Feierabend. ☺

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Natürlich auf der Insel. Petzow ist auch wunderschön und am Plessower See… der Stadtpark ist auch sehr schön. Das Restaurant Herr Dang ist mehr als zu empfehlen. Das Sushi dort ist köstlich! Wir haben noch nie besseres Sushi gegessen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Durch unsere Räumlichkeiten im Ärztehaus/Gesundheitszentrum arbeiten wir quasi mitten auf dem Rummel – aber ruhiger und schöner ist es natürlich in den Gärten.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Eine von uns trinkt am liebsten den Apfelwein, der schmeckt sehr erfrischend. Eine andere mag sehr gerne Himbeerwein.

Sie – ganz speziell

Können Sie uns etwas über Ihre Beratungsstelle „Lichtblick“ erzählen? Wie viele pädagogische und psychologische Fachkräfte sind in Ihrem Team und welche Formen der Beratung bieten Sie an?
An unserem Standort in Werder sind wir zu dritt, wir haben Erziehungswissenschaften, Pädagogik oder Sozialarbeit studiert und alle eine familientherapeutische Weiterbildung abgeschlossen. In Bad Belzig arbeiten zwei weitere Kolleg*innen. Dann gibt es noch die Diagnostikstelle, in der zwei weitere Kolleginnen, die approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen sind, Kinder daraufhin untersuchen, ob sie vielleicht eine Lese-Rechtschreibschwäche, Autismus oder AD(H)S haben – zur Diagnostik erfolgt der Zugang aber über das Jugendamt. In der Beratung finden Einzel-, Paar- und Familiengespräche statt – bei uns in der Beratungsstelle, online, per Video oder Telefon. In Einzelfällen kommen wir auch nach Hause und beraten Kolleg*innen in der Kita, im Hort oder in der Schule, wenn sie eine Fallbesprechung zu einem besonderen Kind oder Jugendlichen wollen. Manchmal gestalten wir auch Elternabende oder kommen in Schulklassen.

Die Corona-Pandemie bringt vor allem Familien in ihrem Alltag an ihre Grenzen. Haben Sie einen erhöhten Beratungsbedarf in den vergangenen Monaten festgestellt?
Ja und nein. Die Familien, die wir schon vorher kannten, hatten zum Teil mehr Bedarf, weil gerade getrennte Familien viele neue Fragen hatten. Besonders konflikthafte, getrennte Eltern haben dadurch noch mehr Schwierigkeiten. Eine besondere Belastung gab es auch für alleinerziehende Mütter und Väter, die neben ihrer Arbeit im home office noch die Kinder betreuen und beim home schooling unterstützen mussten. Es haben sich aber weniger neue Familien als sonst gemeldet, teils um einer Ansteckungsgefahr zu entgehen, teils weil es dringendere Probleme in anderen Bereichen gab, teils weil sie vielleicht dachten wir hätten während des Lockdowns gar nicht geöffnet (was nicht der Fall war!)

Während Ihrer Arbeit werden Sie sicherlich auch mit schlimmen Schicksalen konfrontiert. Wie gehen Sie persönlich damit um?
Durch die jahrelange Arbeit und unsere Ausbildung sind wir es gewohnt und geübt darin, auch die vielen Schicksalsschläge nach Feierabend auf der Arbeit zu lassen. Wenn es mal nicht gelingt, dann können wir mit unserem tollen Team sprechen oder auch eine externe Supervision hinzuziehen.

Welche Voraussetzungen müssen für eine erfolgreiche Beratung gegeben sein und wer kann sich an Ihre Beratungsstelle wenden?
Jeder, der ein Kind in Potsdam-Mittelmark gemeldet hat oder einen Bezug zu einem hier gemeldeten Kind hat, kann kostenfreie Beratung in Anspruch nehmen. Ansonsten gibt es keine Voraussetzungen, man muss nichts mitbringen, jede Fragestellung und jedes Anliegen sind erlaubt. Da wir die Schweigepflicht haben, werden auch keinerlei Informationen weitergegeben!

Im Elternalltag fällt es manchmal schwer, einander auch noch als Paar wahrzunehmen. Gibt es hier vielleicht einen kleinen Tipp, wie man trotz Mutter- und Vaterrolle nicht vergisst, auch noch Partnerin und Partner zu sein?
Das ist eine sehr gute Frage! Es ist nicht so einfach, immer alles unter einen Hut zu bringen bzw. alle Bälle in der Luft. Wichtig sind kleine Auszeiten im Alltag, sei es für einen Spaziergang, einen kleinen Ausflug oder auch mal ein Wochenende zu zweit. Man sollte sich ein Unterstützungs-Netzwerk schaffen, in dem man sich gegenseitig mal die Kinder des anderen abnimmt, um sich nicht nur als Familie, sondern auch immer wieder als Paar zu erleben.

Sie bieten auch Online-Beratungen an. Wird diese Form häufig genutzt, oder suchen Ihre Klienten eher den direkten Kontakt zu Ihnen, und wenn ja, ist dies aktuell möglich?
Die Onlineberatung führen wir seit fast zwanzig Jahren durch, waren damals fast noch Pioniere. Es ist eine besondere Form der Beratung, bei der man sehr anonym bleiben kann und trotzdem fachlich gut beraten wird. Es gibt Klient*innen, die uns immer wieder schreiben, die wir aber nie zu Gesicht bekommen. Gerade für Kinder und Jugendliche ist das eine gute Form. Vor-Ort-Beratungen in unseren Beratungsstellen in Werder und Bad Belzig bieten wir auch jetzt während der Pandemie noch an, unter Einhaltung der Hygienebestimmungen. Aber auch Telefonberatungen und Videokonferenzen sind möglich und werden gern angenommen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Dass endlich die Rechte der Kinder ins Grundgesetz kommen und geschützt werden, gerechte Verteilung der Güter und Lebensmittel für alle Menschen auf der Welt, frei verfügbarer Impfstoff gegen das Corona-Virus in all seinen Formen.

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Der eine ABBA, die andere Jack Black oder Till Lindemann.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Sven Regener: „Wiener Straße“; Klaus-Peter Wolf „Ostfriesenzorn“; „Die unerträgliche Leichtigkeit des Sein“ von Milan Kundera

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Frère Roger, weil er versucht hat, alles vom Anderen zu verstehen

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
„Sex and the City“, „Shameless“, „Dark“, „Grüne Tomaten“

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Gesang, Inlinskaten

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Wir lieben fast alle Tiere, ob Katze, Hund, Schafe, Elefanten, Kraniche, Pferde …

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