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Rahmenplanung für Bahnhofsbereich beginnt

Werder (Havel), 24. März 2021 – Die Stadt Werder (Havel) hat den Auftrag für eine städtebauliche Rahmenplanung an das Berliner Planungsbüro Agentur BahnStadt GbR vergeben. Voraussichtlich bis zum Jahreswechsel soll eine städtebauliche Rahmenplanung erarbeitet werden, um Entwicklungsperspektiven für das nördliche und südliche Bahnhofsumfeld aufzuzeigen. Betrachtet wird das Gebiet zwischen Bahnübergang und Havel, Friedrich-Schmahlfeldt-Straße und Elsastraße/ Am Zernsee – mithin eine 33 Hektar große Fläche.

Mit dem vom Land Brandenburg geplanten Bau einer Fahrzeugunterführung in der heutigen Achse der Phöbener Straße und eines Radfahrer- und Fußgängertunnels im Bahnhofsbereich werde eine Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes einhergehen, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große. „Diese verkehrliche Neuordnung erfordert einen Blick auf die städtebauliche Situation.“

Die ungebrochene Flächennachfrage, gepaart mit den Bedarfen der wachsenden Stadt, dem steigenden Verkehrsaufkommen und den Gefahren des Klimawandels, stelle die Stadt vor neue Herausforderungen, so Christian Große. „Das gilt auch und gerade für die Entwicklungen im Bereich des Stadtbahnhofes. Die städtebauliche Rahmenplanung soll eine Antwort auf dabei entstehende Fragen geben.“

Zunächst werden von der Agentur BahnStadt bisherige Planungen und Konzepte analysiert und Chancen und Risiken daraus abgeleitet. Ein nächster Schritt ist die Ableitung von verschiedenen Szenarien und eines Leitbildes, um die Entwicklung facettenreich abbilden zu können. Daraus folgend werden städtebauliche Varianten dargestellt, von denen abschließend eine Vorzugsvariante bestimmt wird.

„An der Entwicklung des Bahnhofsumfeldes besteht ein breites öffentliches Interesse, das die Stadt mit einem transparenten Planverfahren und einer umfassenden Beteiligung unterstützen möchte“, so Christian Große. Im Sinne einer intensiven Einwohnerbeteiligung sollen dafür verschiedene Formate angeboten werden.

Dies umfasst die Information zu allen Arbeitsschritten der Rahmenplanung, das Einholen von Einwohnerideen auf der Beteiligungsplattform der Stadt Werder (Havel) sowie das gemeinsame Erarbeiten von städtebaulichen Varianten in einer öffentlichen Planungswerkstatt. Die Onlinebeteiligung wird voraussichtlich im Mai beginnen, die Stadt wird darüber extra informieren. (wh)

187 iPads für Werders Schulen

Werder (Havel), 24. März 2021 – Nicht jede Schülerin oder jeder Schüler hat einen Computer oder ein Tablet zu Hause, mit dem man die Schulaufgaben im Distanzlernen erledigen kann. Meist müssen zu Hause die Computer auch mit den Eltern geteilt werden, die im Home Office arbeiten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer sind die 187 iPads, die in der vergangenen Woche den kommunalen Schulen der Stadt Werder für das Lernen zu Hause bereitgestellt werden konnten.

Die Mittel dafür kommen aus einem Sofortprogramm des Bundes und der Länder, wie es in der Pressemitteilung der Stadt Werder (Havel) heißt. Damit sollen besonders Schüler unterstützt werden, deren Eltern nicht die Möglichkeit haben, ihren Kindern ein mobiles Endgerät zu kaufen.

Für die Fördersumme von 130.000 Euro wurde durch die Stadt zugleich ein Wartungsvertrag für die Geräte gesichert, die mit Tastatur und Pen ausgestattet sind. Die Software kann den Anforderungen der Schulen entsprechend zentral auf die Einzelgeräte aufgespielt werden (Mobile Device Management). Die Lagerung erfolgt in Boxen mit Ladezyklus und automatischen Updates.

„Digitale Lernmittel sind in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Lage unentbehrlich für die Schüler geworden“, so Bürgermeisterin Manuela Saß. „Mit den hochwertigen Tablets, die unseren Schulen bereitgestellt werden konnten, wird ein wirkungsvoller Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit geleistet.“

Folgende Anzahl von iPads sind den Schulen bereitgestellt worden:

  • Grund- und Oberschule Carl von Ossietzky        =  48 Stück
  • Karl-Hagemeister-Grundschule.                        =  48 Stück
  • Grundschule Glindow                                       =  27 Stück
  • Inselschule Töplitz                                           =  32 Stück
  • Ernst-Haeckel-Gymnasium                               =  32 Stück

Gleichzeitig erhielt die Stadt Werder (Havel) vorige Woche den Zuwendungsbescheid für die Anschaffung von weiteren Endgeräten aus einem im Januar diesen Jahres aufgelegten Programm des Landes Brandenburg. Auch dessen Ziel ist es, Schulträger bei der Anschaffung von Endgeräten zur Absicherung des Distanzunterrichts zu unterstützen.

Zum Förderbetrag von 168.000 Euro kommt ein von der Stadt zu leistender zehnprozentiger Eigenanteil hinzu. „Wir werden damit erneut eine erhebliche Zahl von Endgeräten erwerben und auf die Schulen verteilen können“, so Manuela Saß. „Der Bund und das Land Brandenburg setzen mit den Programmen in dieser schwierigen Lage ein richtiges und wichtiges Zeichen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien.“ (wh)

Neue Seniortrainer-Ausbildung im Landkreis Potsdam-Mittelmark 2021

Potsdam-Mittelmark, 24. März 2021 – Sie sind über 55 Jahre alt und möchten sich in Ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren? Dann wäre die Seniortrainer-Ausbildung im Landkreis Potsdam-Mittelmark vielleicht das passende für Sie. Der Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte bietet für alle Bewohner des Landkreises Potsdam-Mittelmark, die älter als 55 Jahre sind, ab Herbst 2021 wieder eine Seniortrainerausbildung an.

Seniortrainer sind Aktive, in der Regel Ältere, die sich in Ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren wollen. Sie engagieren sich in Kitas und Schulen, entwickeln selbstständig soziale Projekte, sind Mediatoren und auch Multiplikatoren in ihrer Kommune. Sie organisieren die Seniorenarbeit oder gründen einen Seniorenbeirat. Für diese umfangreichen ehrenamtlichen Aufgaben erhalten sie eine fundierte Ausbildung. Zurzeit sind 144 Seniortrainer im Landkreis im Einsatz, acht von ihnen sind in Werder (Havel) aktiv.  

Die Ausbildungsinhalte sind: Projektentwicklung, Bürgerschaftliches Engagement, Gesprächsführung, Moderation und Kommunikation, Spender- und Sponsorenwerbung, Versicherungsfragen, Präsentation, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung sowie ein Überblick der Kommunalstrukturen und Netzwerke in Potsdam-Mittelmark. Die einzigen Voraussetzungen für die Kursteilnehmer sind, dass sie in Potsdam-Mittelmark leben müssen, älter als 55 Jahre alt sind und bereit sind, sich ehrenamtlich für den Landkreis zu engagieren. 

Der neue Kurs 2021 startet im September und beinhaltet drei Module, die an insgesamt neun Tagen behandelt werden. Für einen erfolgreichen Abschluss der Seniortrainer-Ausbildung müssen alle drei Module absolviert werden. Am letzten Ausbildungstag erhalten die Absolventen vom Landrat ein Zertifikat.

Modul 1: 29.09.-01.10.2021
Modul 2: 27.10.-29.10.2021
Modul 3: 17.11.-19.11.2021

Die Ausbildung findet in der Heimvolkshochschule (HVHS) am Seddiner See statt und ist für alle Teilnehmer kostenfrei. (a2l, wsw)

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter:

Akademie 2. Lebenshälfte
Rheinstraße 17B · 14513 Teltow
Tel. 03328/47 31 34 oder 03327/66 88 308
sandow@lebenshaelfte.de · www.akademie2.lebenshaelfte.de

Ehrenmedaille in Gold an Dr. Baldur Martin überreicht

v.l.: Annette Gottschalk, Dr. Baldur Martin und Manuela Saß, Foto: Werder (Havel)

Werder (Havel), 23. März 2021 – Erst mit diesem Termin ist die Ehrenbürgerschaft endgültig amtlich geworden: Bürgermeisterin Manuela Saß hat am heutigen Dienstag mit der Vorsitzenden der Stadtverordneten, Annette Gottschalk, die Ehrenbürgerurkunde der Stadt Werder (Havel) und die Ehrenmedaille in Gold an Dr. Baldur Martin verliehen.

Verkündet wurde die Ehrenbürgerschaft bereits bei der Stadtverordnetenversammlung am 11. März, an der Dr. Martin selbst leider nicht teilnehmen konnte. Inzwischen hat der 80-jährige, weithin bekannte Werderaner Ortschronist seine zweite Corona-Schutzimpfung erhalten, so dass die Übergabe von Urkunde und Medaille bei ihm zu Hause heute nachgeholt werden konnte.

Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts ist die höchste Ehrung der Stadt Werder (Havel) für Personen, die sich um sie besonders verdient gemacht haben. Mit der Auszeichnung werden das Lebenswerk von Dr. Martin, sein Engagement für die Stadtentwicklung und namentlich seine Leistungen bei der Erforschung und Vermittlung eines regionalgeschichtlich geprägten Geschichtsbildes gewürdigt. (wh)

Über eine halbe Million Glasaale wurde heute von Werder aus in die Havel gesetzt

Werder (Havel), 23. März 2021 – Sie haben den Wert eines Einfamilienhauses und das Gewicht eines Lotus Elise Sportwagens: Heute trafen 3 Millionen Glasaale im Wert von 250.000 Euro per „Aal-Taxi“ im Land Brandenburg ein. Die insgesamt 932 Kilo schweren Glasaale wurden sorgfältig in 233 Styroporkisten verpackt und an Erwerbsfischer übergeben, die die ca. 7 cm langen Glasaale zwischen Berlin und Havelberg in die Havel und ihre Nebengewässer ausgesetzt haben.

Etwa 612.000 Aale starteten heute vormittag ihre Reise ab Werder (Havel). Bürgermeisterin Manuela Saß ließ es sich nicht nehmen, bei der Ausgliederung der zarten Tiere selbst mitzuhelfen. Gemeinsam mit Fischer Alexander Mai setzte sie einen Teil der Glasaale direkt am Wasserwanderrastplatz in die Havel und wünschte in diesem Zusammenhang dem ältesten Gewerbe der Stadt eine gute Saison und Petri Heil.

Die Besatzaktionen sind erforderlich, weil der natürliche Aufstieg von Jungaalen über die Elbe in der Folge von Industrialisierung und den Bau zahlreicher Schleusen und Wehre nahezu vollständig zum Erliegen gekommen ist. Dadurch wären große Teile des natürlichen Verbreitungsgebietes für den Aal nicht mehr erreichbar.

Die Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ Brandenburg e.G. koordiniert das Pilotprojekt zur Wiederauffüllung des europäischen Aallaicherbestandes im Land Brandenburg seit 16 Jahren. Es ist europaweit das umfangreichste Aalbesatzprojekt und leistet den wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Besatzziele des Aalmanagementplanes für das gesamte Elbeeinzugsgebiet. Bislang wurden im Rahmen des Projektes 80 Mio. Jungaale im Wert von 12,9 Mio. Euro ausgesetzt. 80 % der Besatzkosten werden aus EU- und Landesmitteln gefördert. 20 % der Kosten, also 2,6 Mio. Euro, haben Fischer und Angler selbst getragen. An dem Projekt beteiligen sich landesweit über 80 Fischereibetriebe und der Landesanglerverband Brandenburg.

Die heutige Lieferung ist bereits die dritte Lieferung. Insgesamt wurden im März mehr als 10 Mio Glasaale von Fischern und Anglern in die Gewässer des Elbeeinzugsgebietes im Land Brandenburg ausgesetzt. Im Laufe des Jahres folgen weitere 2,2 Mio Satzaale (ca. 15 t), die derzeit in einer deutschen Aalfarm auf ein Stückgewicht von ca. 7g „vorgestreckt“ werden.

Der ESF (eel stewardship fund) der Initiative zur Förderung des Europäischen Aals e.V. hat die für den heutigen Besatz notwendigen Eigenmittel in Höhe von 40.000 Euro bereitgestellt.

Der Name Glasaal basiert darauf, dass die Aale durchsichtig wie Glas sind und man deren Herz, Wirbelsäule und Darmtrakt mit dem bloßen Auge erkennen kann. Die heute ausgesetzten Glasaale wurden in Flussmündungen an der französischen Atlantikküste gefangen, wo sie Jahr für Jahr in großer Zahl landeinwärts wandern. Bis dorthin haben sie auf ihrer ein- bis zweijährigen Wanderung bereits etwa 4500 km aus der Sargassosee im Golf von Mexico quer durch den Atlantik hinter sich gebracht. Der Aufstieg ins Binnenland birgt viele Gefahren durch zahlreiche Fressfeinde. Mit dem Fang und Transport in geeignete Gewässer lassen sich diese Risiken minimieren. Besatz gilt auch deshalb als effektivste Maßnahme zur Wiederauffüllung des europäischen Aalbestandes. Zielstellung ist, dass mindestens 40 % der ausgesetzten Aale nach ihrem 8- bis 15-jährigen Leben im Binnenwasser die Rückwanderung in die Laichgebiete antreten und erfolgreich zur Reproduktion des europäischen Aalbestandes beitragen. Alle Besatzgewässer haben deshalb einen freien Zugang zum Einzugsgebiet der Elbe. Der sich seit 2011 vollziehende Anstieg der Glasaalfänge an den europäischen Küsten spricht für eine Erholung des Aalbestandes und den Erfolg europaweit durchgeführter Besatzmaßnahmen. (wsw, lfv)

Doch eine Resi-Salomon-Straße in Glindow

Werder (Havel) OT Glindow, 23. März 2021 „Ich bin schockiert darüber, wie die Diskussion zur Benennung einer Straße in Glindow in die Öffentlichkeit getragen wurde und eine Form angenommen hat, die für uns nicht hinnehmbar ist.“ Mit diesen Worten eröffnete Fred Witschel (Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger Werder) seinen Redebeitrag zum Tagesordnungspunkt (TOP) 20 bei der Stadtverordnetenversammlung am 11. März. 

Der TOP 20 behandelte die Benennung der neuen Planstraße, die im Zuge der Baumaßnahmen für den zukünftigen Bildungscampus der Hoffbauer-Stiftung entstanden ist. Im November 2020 wurde der Ortsbeirat Glindow hierrüber informiert, die Vorschläge „Am Schulcampus“ und „Salomon-Straße“ bzw. „Resi-Salomon-Straße“ wurden unterbreitet. In der Ortsbeiratssitzung Mitte Februar hat sich der Ortsbeirat mit Mehrheit von CDU, Freien Bürgern und der SPD für die Bezeichnung „Zum Schulcampus” entschieden. 

„Die Instrumentalisierung des Themas durch poltische Gruppen unserer Stadt wurde mit dem Ziel geführt, die eine Seite als ‘die Guten’ und die andere Seite als ‘die Bösen’ darzustellen“, führte Fred Witschel bei der SVV weiter aus. Ortsbeiratsmitglieder seien sogar bedroht worden. „Die Freien Bürger haben immer an der Erinnerungs- und Gedenkkultur mitgewirkt und wir stellen uns entschieden gegen Antisemitismus und Rassimus.“ 

Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, Hermann Bobka, bat Fred Witschel die Bürgermeisterin um die Prüfung der Vorschläge, die Stichstraße vom Kreisverkehr L90 Klaistower Straße bis zum „Am Schulcampus“ in „Resi-Salomon-Straße“ oder den Parkplatzbereich in Resi-Salomon-Platz zu benennen. 

Mit 12 Gegenstimmungen und zwei Enthaltungen wurde der Antrag, die Stichstraße in Resi-Salomon-Straße zu benennen, mit 18 Stimmen angenommen. Die Planstraße behält den Namen „Am Schulcampus“. 

„Wir sind der Auffassung, dass die Benennung einer Straße nur ein Anstoß zu einer Erinnerungs- und Gedenkkultur sind kann. Die Auseinandersetzung mit und das Lernen aus der Geschichte dürfen nicht in einer Gedenkkultur stehen bleiben“, so Fred Witschel abschließend.

Und er ergänzte in Hinblick auf die hitzigen Diskussionen nach der Ortsbeiratssitzung: „Grundpfeiler unserer pluralistischen Demokratie ist die freie, unbeeinflusste, offene Meinungsäußerung und der Austausch darüber. Das bedeutet aber auch die selbstverständliche Einhaltung von Normen, Regeln und Gesetzen. Nach unserem Verständnis heißt es, politische Entscheidungen zu akzeptieren, wenn sie von einer klaren Mehrheit getroffen wurden.“ (wsw)

Shoppen mit Zeitbegrenzung

Wir haben in der "Verrückten Nadel" von Susan Müller vorbeigeschaut - natürlich mit Termin!, Fotos: wsw (2)

Werder (Havel), 22. März 2021 – Es wirkt wie ein Tropfen auf den heißen Stein: Seit dem 16. Dezember 2020 sind die meisten Geschäfte des Einzelhandels bundesweit geschlossen. Nun dürfen sie endlich wieder öffnen, jedoch unter strengen Auflagen. Wo zuvor nur das Konzept „Click & Collect“ möglich war – man orderte die Ware online oder per Telefon und holte sie fertig zusammengepackt vor der Tür des Geschäfts ab – dürfen die Einzelhändler nun auch wieder Beratungen nach dem „Click & Meet“-Prinzip anbieten. Das bedeutet, dass sich ein Kunde pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche im Laden befinden darf, Voraussetzung: Der Zeitraum des Einkaufs ist begrenzt und der Besuch muss für eine eventuelle Kontaktnachverfolgung dokumentiert werden. 

Wer eine körpernahe Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, muss noch einen Schritt weiter gehen: Bei Dienstleistungen, bei denen nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann, wie zum Beispiel bei der Kosmetik, sind ein tagesaktueller COVID-19-Schnell- oder Selbsttest des Kunden und ein Testkonzept für das Personal Voraussetzung. Doch wie lassen sich die strengen Bestimmungen in der Praxis umsetzen? Wir haben nachgefragt.

Die Verrückte Nadel

Das Telefon klingelt, Nachrichten trudeln im Minutentakt ein. Wir besuchen Susan Müller in ihrer „Verrückten Nadel“ in der Brandenburger Straße 99. Seit wenigen Tagen darf sie ihre Kundinnen und Kunden nach Terminvereinbarung wieder in ihrem Laden empfangen. „Jeder Kunde kann eine Stunde in meinem Sortiment stöbern, eine persönliche Beratung von mir ist natürlich inklusive. Zur Zeit begrüße ich durchschnittlich fünf Kunden am Tag. Das sind zu den 20, die ich vor dem Lockdown täglich im Lädchen hatte, zwar bedeutend weniger, aber ich bin so dankbar, dass ich meine Türen überhaupt wieder öffnen darf! Und ich freue mich wirklich über jeden Kunden, auch wenn er nur eine Garnrolle kauft“, erklärt Susi lachend. 

Die letzten Monate waren für die Einzelhändler unserer Region nicht einfach. Ihre Geschäfte mussten sie bis auf unbestimmte Zeit schließen, Rechnungen mussten jedoch weiterhin bezahlt werden und die Zukunft? Ungewiss. Die Öffnung mit Terminvereinbarung ist für die vielen Inhaber*innen zumindest eine kleine Erleichterung und ein kleiner Schritt Richtung Normalität. 

„Ich bin von Montag bis Sonntag für meine Kunden erreichbar, das Telefon stelle ich meist erst am späten Abend aus. Ich habe auch im Lockdown meine vielen lieben Kundinnen und Kunden regelmäßig mit Videos, Produktvorstellungen und Nähprojekten via Facebook, WhatsApp und Google Maps informiert. Das war ein unglaubliches Arbeitspensum, aber es hat sich gelohnt“, freut sich Susan Müller mit Blick auf ihren Terminkalender. Ordentlich werden die Daten jedes Kunden notiert und abgeheftet, sodass jeder Kontakt nachverfolgt werden kann. 

„Es ist natürlich weiterhin möglich, dass man mich anruft oder Ware per E-Mail ordert und dann abholt“, so die Inhaberin der Verrückten Nadel. „Wer mit einem Termin bei mir ist, muss sich auch nicht genötigt fühlen, etwas kaufen zu müssen. Ich bekomme zwar weiterhin regelmäßig neue Ware, aber es findet ja nicht immer jeder Kunde etwas. Und wenn es am Ende nur ein Knopf wird und es von mir ein paar Nähtipps kostenlos dazu gibt, so freue ich mich dennoch, endlich wieder etwas Leben hier in meinem Lädchen zu haben!“ 

Als wir uns gerade verabschieden möchten, fährt ein Paketwagen vor, mit neuer Ware im Gepäck. Susi ist glücklich: „Das ist die neue Frühlingsware! Ich muss die Saisonware immer schon ein halbes Jahr im Voraus bestellen. Und jeder Cent, den ich einnehme, wird wieder in neuen wundervollen Jersey, glitzernde Bündchen oder farbenfrohe Baumwollstoffe investiert.“ Wir notieren uns, bald wieder vorbeizuschauen, um die neue Ware im ausgepackten Zustand bewundern zu können.

Life Balance

Am Telefon erreichen wir Kerstin Hinterleitner vom Life Balance in der Bernhard-Kellermann-Straße 17. Wir möchten von ihr eine Einschätzung der vergangenen Tage erhalten. 

Kerstin Hinterleitner, Foto: Kristin Stein

„Die Eröffnung war der absolute Wahnsinn. Ich habe mich so sehr auf diesen Tag gefreut und meine Kunden auch“, verrät sie uns. Auch während des Lockdowns hat sie stets den Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden gehalten. „Ich habe sie weiterhin online beraten und Produktempfehlungen gegeben. Dadurch wussten natürlich auch viele, wann es wieder los geht und hintereinander flogen die Termine per Telefon oder Onlinebuchung herein.“ Voraussetzung für eine Kosmetikbehandlung im Life Balance ist ein negativer Coronatest. „Das war aber überhaupt keine Hürde“, versichert Kerstin Hinterleitner. 

Die Kosmetikerin und medizinische Permanent Make-up Artist ist froh und glücklich, endlich wieder arbeiten zu können. Doch auch an die Zeit des Lockdowns erinnert sie sich gerne zurück: „Es war eine interessante Entwicklungsreise bzw Zeit! Aus allem Negativen entspringt immer was Positives. Man lernt, sich neu zu entdecken, und aus der Not eine Tugend zu machen, Neues zu probieren und damit Erfolg zu haben. Ich bin dankbar dafür, dass unsere Kunden bereit für Neues waren und unter anderem das Online-Beautycoaching angenommen haben. Es war trotz der Umstände eine sehr inspirierende Zeit.“ 

Boutique Inselglück

Zuletzt besuchen wir Christine und Claudia Fürst in ihrer Boutique „Inselglück“ Unter den Linden 1. „Die ersten Tage liefen super“, verrät uns das Mutter-Tochter-Gespann. „Wir hatten viele Anfragen und die Kundinnen freuen sich, wieder zu stöbern, zu probieren und trendige Farben aus der neuen Kollektion zu sehen.“ Termine für den Bummel im Inselglück kann man über WhatsApp, Instagram, Facebook und die Internetseite vereinbaren. „Die Kunden können auch spontan einfach an der Ladentür klopfen und einen Termin zur Einzelberatung erfragen.“

Für Claudia und Christine Fürst ist die momentane Regelung ein Schritt in die richtige Richtung. Für die beiden fühlt es sich nach der langen Zeit des Schließens wieder nach Normalität an. „Es ist ein unglaublich gutes Gefühl, endlich wieder im Geschäft zu stehen und Kunden bgrüßen zu dürfen.“

Doch die neue Regelung bringt natürlich nicht nur Positives mit sich. „Durch die Terminierung fällt es einigen Kunden schwer, in Ruhe zu stöbern, ohne das Gefühl zu bekommen, unter Zeitdruck zu stehen. Außerdem fehlt auch das ausgelassene Shoppen mit der besten Freundin oder die vielen Shoppingeventes, die wir so gerne wieder anbieten würden“, sind sich Claudia und Christine einig. 

Doch auch die beiden Werderanerinnen versuchen, aus dieser schwierigen Zeit etwas Gutes zu ziehen: „Rückblickend war die letzte Zeit keine einfache. Wie so viele andere Einzelhändler auch, kämpfen wir mit Existenz- und Verlustängsten. Wir sind unseren Stammkunden unglaublich dankbar, dass sie uns in den letzten Wochen so toll unterstützt haben. 

Wir versuchen, immer etwas Positives aus Allem zu ziehen, zu wachsen und umzudenken und offen für neue Möglichkeiten zu sein. Wir haben in den letzten Wochen unsere Social Media Präsenz ausgebaut und verstärkt auf den Onlineverkauf gesetzt und dadurch auch viele neue Kunden gewonnen. Letztendlich fehlt dabei aber auch die persönliche Beratung. 

Für die Zukunft wünschen wir uns einen schnellen Weg zur Öffnung der Geschäfte und dass wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.“ 

Diesen Wünschen schließen wir uns gerne an. (wsw)

Claudia und Christine Fürst

Mein Werder (271): Grit Hermann

Kurz & Knackig

Name: Grit Hermann
Alter: 46 Jahre
Wohnort: Werder/Havel
Wie lange leben Sie schon in Werder? Ich wohne schon seit 40 Jahren in Werder. Werder ist meine Heimat, in die ich immer wieder gern zurückkehre.
Haben Sie Kinder? Ich habe zwei wunderbare Mädchen, Yasmina (18) macht z. Z. eine Ausbildung zur Hebamme und Josephine (9) geht in die 3. Klasse.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder hat fast alles, was man für ein sorgloses Familienleben braucht: Gute Kitas und Schulen, genügend Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés, Badeseen und schöne Fahrradwege. Es fehlt aber teilweise noch an Wohnungen, die auch für einen Normalverdiener bezahlbar sind und an einem richtig schönen Abenteuerspielplatz für die Kids.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin als Assistentin der Niederlassungsleitung in einer ansässigen Gebäudereinigungsfirma tätig. In meiner Freizeit bin ich Trainerin der Tanzgruppe Knospen (Karnevalsclub Werder e. V.), gehe gern spazieren und fahre Fahrrad und verbringe natürlich auch gern viel Zeit mit der Familie und Freunden.

Was würden Sie lieber machen?
Es gibt immer etwas, was man lieber machen möchte, aber es liegt ja an jedem selbst, was er aus seinem Leben macht, leider fehlt mir nur teilweise der Mut, etwas Neues auszuprobieren.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Ich bin gern auf der Insel unterwegs, weil man dort einfach von überall einen super schönen Blick hat. Gern sitze ich auch auf meiner kleinen Terrasse und genieße einfach die Ruhe.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Er muss alle Eissorten in der Stadt probiert haben, weil einfach alle lecker sind, und jedes Restaurant und Café besucht haben, da es keines gibt, wo es überhaupt nicht schmeckt. Gerade in dieser Zeit geben sich alle große Mühe und versuchen, jede kleine Möglichkeit zu nutzen, die irgendwie erlaubt ist. Das schöne ist, nicht nur in Werder, sondern auch im Umland, dass es so viele Möglichkeiten gibt, frisches Obst und Gemüse vom „Acker“ zu holen. Ich würde allen empfehlen, diese tolle Möglichkeiten zu nutzen, es lohnt sich!

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Ja, es ist schon so lange her 😉 Aber ich glaube, wenn man zu den richtigen Uhrzeiten unterwegs ist, kann es überall schön sein. Am liebsten fahre ich direkt zur Baumblüte mit meiner Familie und Freunden mit dem Rad durch die Obstplantagen und es werden verschiedene Obstweine gekostet, natürlich nur in Maßen ;-).

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Es tut mir leid, aber ich bleibe immer wieder beim Knupperkirsch von Schultzens oder Pflaumenwein von Lindicke hängen, obwohl es bestimmt noch viele, viele andere leckere Obstweine gibt.

Sie – ganz speziell

Sie sind sehr aktiv im Karnevalsleben, erzählen Sie uns davon?!
Ich bin nun schon seit 32 Jahren im Karnevalsclub Werder tätig. Angefangen habe ich bei den Apfelblüten und kam dann in die Prinzengarde. Dann war ich ein paar Jahre Trainer in der Prinzengarde und nun bin ich schon das zehnte Jahr Trainer in der jüngsten Garde, den Knospen. Es ist jedes Jahr eine große Herausforderung neben Arbeit und Familie, da man sehr viel Zeit mit der Ausarbeitung der Tänze und der Anschaffung von Kostümen zu tun hat. Mein Lohn ist einfach, dass man merkt, dass die Kinder Spaß am Tanzen haben, das Publikum kräftigen Applaus spendet und die Eltern der Kinder sagen: „Schöne Tänze, echt toll gemacht!” Aber durch den Druck, jedes Jahr noch besser zu werden, komme ich schon manchmal an meine Grenzen. (Vielleicht liegt es am Alter?!)

Ich möchte, dass alle Kinder die Chance haben, bei uns zu tanzen, und mir ist besonders wichtig, dass sie es wirklich wollen und mit Spaß aber auch Disziplin dabei sind. Als ich noch getanzt habe, stand der Spaß am Tanzen noch im Vordergrund, heutzutage wird es immer mehr zum Leistungssport, das macht mich manchmal ein wenig traurig. Aber, was unsere Social-Media-Gruppe und auch ganz viele Mitglieder vom Verein in dieser „Saison”, trotz Ausfall aller Veranstaltungen, für schöne Idee hatten, damit unsere Tänzer, Sänger, Büttenredner usw. trotzdem in dieser sehr ruhigen Zeit karnevalistisch etwas zu tun und vor allem auch Spaß hatten, das ist echt der Wahnsinn.

Haben Sie sonst noch Hobbys, von denen wir wissen sollten?
Neben diesem Hobby bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys. 😉

1995 waren Sie Baumblütenkönigin in unserer schönen Stadt, erzählen Sie uns davon und was hat sich zu heute alles verändert? Können Sie sich noch an besondere Ereignisse erinnern?
Oh ja das war eine wunderschöne und aufregende Zeit, die mich in meinem Selbstbewusstsein sehr gestärkt hat. Ich durfte mit Herrn Stolpe den Eröffnungstanz beim Baumblütenball tanzen. Ich traf Frank Zander, Wolf-Dieter Herrmann, Lucilectric, Bad Boys Blue und La Bouche. Es war für mich schon sehr ungewohnt, auf einmal im Mittelpunkt zu stehen, aber es gab sehr viele nette Menschen, die mich dabei unterstützten. Walter Kassin war damals sehr oft an meiner Seite und half mir bei meinen Aufgaben, wo er nur konnte.

Ich war froh, dass nach mir die Kleider alle maßgeschneidert waren. 1995 wurde die Baumblütenkönigin erst beim Baumblütenball gewählt, also kannte man auch die Größe vorher nicht. Wir waren damals 11 Mädels. Deshalb war mein Kleid etwas zu groß, aber mit ein paar Sicherheitsnadeln hatten wir es dann passend gemacht. Es war eine große Ehre, schon damals, als Repräsentantin für Werder auf vielen großen Festen, Eröffnungen und Messen dabei sein zu dürfen. Schade, dass in den letzten Jahren die Bewerbungen zur Baumblütenkönigin ziemlich zurückgegangen sind und ich frage mich, woran das liegen könnte? Ich kann es allen Werderanerinnen empfehlen! Ihr könnt nur an Erfahrungen und super schönen Erlebnisse dazugewinnen.

Was wünschen Sie sich für dieses Jahr ?
Ich glaube das, was sich fast jeder wünscht: CORONA gib uns unseren Alltag wieder zurück! Feiern ohne Abstand, in Konzerte gehen, Kino besuchen, ohne Maske einkaufen gehen und vieles, vieles mehr.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
GESUNDHEIT für meine Familie und mich für ewig.
ein neues Auto
Urlaub in der Karibik

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Ich finde ja den Erol Sander so toll! Schön, dass er jetzt bei Let’s Dance mittanzt.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Ja da liegt eins, aber ich habe es leider noch nicht mal angefangen zu lesen 🙁 Es heißt „Zweimal im Leben” von Clare Empson.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Vorbilder sind für mich all die Menschen, die für ihren Traum bzw. ihr Ziel kämpfen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? 
Im Moment sehe ich mir gerade auf Netflix die Serie „The Crown“ über das englische Königshaus an. Sehr zu empfehlen!

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich hoffe es, aber es hält sich leider noch verborgen.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag Tiere, aber habe leider eine Allergie auf Hunde- und Katzenhaare. Deshalb haben wir einen Hamster namens Tapsi zu Hause.

„Frühling lässt sein blaues Band …“

Werder (Havel), 20. März 2021 – Eine Knospe hier, ein Blümchen dort, die Vögel bezaubern mit einer zwitschernden Melodie – Schon bald wird die Natur wieder in einer berauschenden Farbenvielfalt erstrahlen und die Luft mit duftenden Aromen versüßen. 

Die zurückliegenden Wintermonate verblassen immer mehr in der Erinnerung und machen Platz für frühlingsfrische Erlebnisse. Das Highlight im Frühling ist für viele das Osterfest. Zumeist kommt die ganze Familie an den Osterfeiertagen zusammen, um gemeinsam zu feiern und zu genießen, oder man verbringt einen erholsamen Urlaub während der Osterferien. 

Doch auch wenn uns in diesem Jahr weiterhin viele Beschränkungen und Regelungen begleiten, steht einem fröhlichen Osterfest dennoch nichts im Weg. Wir haben aus erster Instanz erfahren, dass der Osterhase trotz geltender Home-Office-Verordnung seine Runden drehen wird und das ein oder andere bunte Ei versteckt. 

Wer ihn dabei unterstützen möchte, kann zum Beispiel zu natürlichen Färbemitteln greifen. Aus Zwiebelschalen, Karotten, Rote Bete oder Kurkuma kann man tolle Naturfarben selber herstellen: Pro Liter Wasser benötigt man etwa 200 Gramm der Zutaten. Dies ist jedoch nur eine grobe Faustregel, (aus)probieren geht hier über studieren!

Wer rote Eier möchte, greift zu Roter Beete oder der Schale von roten Speisezwiebeln. Ein Sud aus Kurkuma oder Kamilleblüten ergibt gelbe Eier, Spinat, Mate Tee oder Brennesseln färben die Eier grün. Braun werden die Eier durch schwarzen Tee, Kaffee oder Zwiebelschalen und blaue sowie lila Eier erziehlt man mit Heidelbeeren, Fliederbeeren und Rotkohlblättern. 

Die einzelnen Zutaten kocht man in einem Liter Wasser auf und lässt sie dann etwa 20-30 Minuten vor sich köcheln. Im Anschluss gibt man die hart gekochten Eier in den noch warmen Sud und lässt sie je nach Farbintensität darin liegen (etwa 30 Minuten). Warme Eier nehmen die Farbe besser an, man kann aber auch abgekühlte Eier über Nacht in dem kalten Sud liegen lassen. Wer die Eier zuvor mit Wachs verziert, erhält nach dem Färben ein tolles Muster, da die Stellen, die zuvor mit Wachs behandelt wurden, die Farbe nicht annehmen.

Genießt man dann noch ein Eierlikörchen und ein Stück Karottenkuchen, lustwandelt durch die ersten Frühlingstage und erfreut sich an der Natur, wird auch dieses Osterfest wieder zu einem tollen Erlebnis werden für Groß und Klein. (wsw)

Er ist’s.

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab’ ich vernommen!

Eduard Mörike

Der alte DDR-Charme muss weichen

Werder (Havel), 19. März 2021 – Der in die Jahre gekommene Plattenbau im Hohen Weg ist von außen wahrlich keine Schönheit. Wo einst die Jugendlichen ihre Freizeit verbrachten, wuseln hier tagein tagaus Kita-, Hort- und Krippenkinder der Stadtstrolche durch das Gebäude. Die Räume im Inneren sind bunt und fröhlich gestaltet und passen so gar nicht zu dem tristen Braun-Grau der Außenfassade. Dies soll sich nun ändern. 

Seit Montag, dem 15. März, findet eine energetische Fassadensanierung statt. Der DDR-Plattenbau ist zwar robust, die Fassade bringt aber extreme Wärmeverluste mit sich, teilte Stadtsprecher Henry Klix mit. Die Potsdamer Firma Engel & Partner, die nach einer Ausschreibung den Zuschlag für die Arbeiten bekommen hat, montiert nun langlebige HPL-Platten. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Es gibt kleinere Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten für den Kitabetrieb, unter anderem durch die Absperrungen. Die Kita-Räume werden aber auch in der Bauzeit nutzbar bleiben. 

Die Kosten der energetischen Sanierung liegen bei 692.000 Euro, wobei ein Teil davon Fördermittel des Landes sind. (wsw)

Selbstverteidigungsschule öffnet am 22. März an neuem Standort

Werder (Havel), 19. März 2021 – „Die ersten Sekunden sind entscheidend“, erläutert Thomas Mathes, als wir ihn in seiner neuen Selbstverteidigungsschule besuchen. „Die meisten Opfer eines Überfalls erstarren vor Angst, davon profitiert natürlich der Angreifer. Ich zeige meinen Schülerinnen und Schülern, wie sie bei einem Überfall die Nerven behalten und sich aus der gefährlichen Situation befreien können.“ Während der 53-Jährige spricht, zeigt er uns, wie man seinen Gegenüber mit wenigen Handgriffen außer Gefecht setzen kann. Wir sind beeindruckt, trotz leicht schmerzender Schulter. 

Um sich selbst verteidigen zu können, muss man nicht unbedingt besonders groß, stark oder sportlich sein. „Die Techniken, die ich meinen Schüler*innen zeige, sind leicht zu lernen. Ich stärke mit meinem Training ihr Selbstbewusstsein und schule sie darin, schnell und effektiv reagieren zu können.“

Dass Thomas Mathes neue Situationen schnell einschätzen kann und sich trotz diverser Rückschläge nicht entmutigen lässt, hat er in den vergangenen Jahren des Öfteren bewiesen. Der gebürtige Wiesbadener kam 2012 der Liebe wegen in unsere Blütenstadt. „Ich wusste in jungen Jahren nicht, welchen Weg ich beruflich einschlagen möchte. Ich war erst in der Altenpflege tätig, habe dann als Restaurantfachmann u.a. in der Schweiz gearbeitet, durch meine Wehrpflicht bin ich Ausbilder beim Militär geworden und war dann zehn Jahre mit der zivilen Streife in Nordrhein-Westfalen unterwegs. Der Kampfsport hat mich immer begleitet. Seit meinem sechsten Lebensjahr betreibe ich Kampfsport. Ich habe verschiedene Kampfsport-Stile ausprobiert und bin viel durch die Welt gereist“, beschreibt der 53-Jährige seinen Werdegang. „Heute bin ich froh, dass ich hier in Werder eine neue Heimat gefunden habe und meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte.“

Seine erste Selbstverteidigungsschule eröffnete Thomas Mathes vor acht Jahren in der Vulkan-Fiber-Fabrik auf etwa 110 Quadratmetern. Als die Räumlichkeiten dort zu klein wurden, zog er mit seinem Angebot in die gegenüberliegende Gewerbeeinheit. „Dort standen uns 220 Quadratmeter zur Verfügung. Allerdings war in den Räumen die 20 Jahre zuvor nichts gemacht worden. Also musste ich zunächst viel Kraft und natürlich auch Geld in die Renovierung stecken.“ Nach der aufwendigen Instandsetzung der Räume und einer großen Eröffnungsfeier folgte nur ein halbes Jahr später die überraschende Kündigung. „Das hat mich damals arg zurückgeworfen, doch ich habe zum Glück schnell einen neuen – leider wieder nur halb so großen – Standort gefunden“, erinnert er sich. Doch auch hier währte das Glück nicht lange. 

Zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown im vergangenen Jahr musste sich der Vater eines 14-jährigen Sohnes erneut nach einem neuen Standort umsehen. „Die letzten Monate waren wirklich nicht einfach. Doch mit der neuen Selbstverteidigungsschule hier am Werderpark bin ich überglücklich“, freut sich Thomas Mathes mit Blick auf sein neues Refugium. Stolz führt er uns durch das frisch renovierte Objekt, in dem früher eine Videothek zu finden war. Auf insgesamt 235 Quadratmetern gibt es zwei Umkleidekabinen, ein großes Büro, getrennte Toiletten, eine Küche sowie natürlich das Herzstück der Schule, den großzügigen Trainingsraum. „Ich habe die Nähe zum Bahnhof immer als Standortvorteil gesehen, aber jetzt bin ich froh, meine Schülerinnen und Schüler in den neuen Räumlichkeiten empfangen zu können“, freut sich der 53-Jährige über die Eröffnung am 22. März. Die Wände der Selbstverteidigungsschule sind geschmückt mit Zertifikaten und Auszeichnungen sowie mit Fotos hochrangiger WingTsun-Meister. 

WingTsun ist eine traditionelle Form des Kung Fu, bei der versucht wird, potenziell gefährliche Situationen im Vorfeld zu erkennen und zu entschärfen. Sollten verbale Deeskalationstechniken nicht ausreichen, verfügt WingTsun über Selbstverteidigungstechniken, um sich auch körperlich zur Wehr setzen zu können. Die Selbstverteidigungsschule von Thomas Mathes ist Mitglied im EWTO Verband, der Europäischen WingTsun Organisation, die seit 1976 für herausragende Qualität in der 

Trainer-Ausbildung steht. „Die WingTsun-Trainer müssen sich alle drei Monate vor ihrem Meister beweisen, Seminare und Fortbildungen absolvieren. Hierbei bekommt man nicht nur immer wieder neuen Input, sondern bestätigt auch regelmäßig seine WingTsun-Fähigkeiten“, erklärt Thomas Mathes.  

Neben der Kampfkunst WingTsun und den Selbstverteidigungskursen, auch speziell für Frauen und Kinder, bietet der 53-Jährige noch Power- und Privattraining an. „Ich gebe auch Kurse in Kindergärten oder Schulen und biete Seminare für Betriebe und Firmen an“, ergänzt Thomas Mathes. „Ich bekomme immer wieder positives Feedback von meinen Schüler*innen, dass sie das Erlernte auch außerhalb der Kursräume anwenden können, sich selbstbewusster und vor allem sicherer fühlen.“ 

Durch den Wechsel in die neuen Räumlichkeiten in der Marktstraße 2e gibt es noch freie Kapazitäten in den Kursen. „Neue Schüler*innen sind immer herzlich willkommen! Jeder, der Interesse an WingTsun und Selbstverteidigung hat, kann eine 10-er-Karte bei mir erwerben und erstmal zehn Stunden in unser Kursangebot reinschnuppern.“ Zeitnah möchte sich Thomas Mathes mit einem Infostand auf dem Frischemarkt präsentieren. 

Wir wünschen ihm für den Start am neuen Standort viel Erfolg! (wsw)

Stiefmütterchen für Karl Hagemeister

Werder (Havel), 18. März 2021 – Am 12. März 2021 wäre Karl Hagemeister 173. Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstages besuchten Schüler der Karl-Hagemeister-Grundschule Werder den Friedhof auf der Inselstadt, um dort das Grab des Namensgebers ihrer Schule mit bunten Blumen zu bepflanzen. 

Ein paar Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a sowie ihre Klassenlehrerin machten sich dabei zu Fuß auf den Weg und freuten sich sehr, auch mal wieder außerhalb der Schule etwas unternehmen zu können und diese ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen. 

Bevor die Jungen und Mädchen die mitgebrachten Stiefmütterchen einpflanzen konnten, wären sie beinahe am Grab vorbeigelaufen. Zum Glück kam Michael-Johannes Riemann, der kommissarische stellvertretende Schulleiter der Karl-Hagemeister-Grundschule, mit dem Fahrrad vorbei. Er kannte den Platz und unterstützte die Schüler beim Pflanzen. Dabei überlegten sich die Kinder zuerst, wie sie die Blumen auf dem Grab anordnen, dann pflanzten sie diese und entsorgten die Abfälle ordnungsgemäß. Das Angießen übernahm dann später ein Regenschauer. 

Auf dem Rückweg kamen die Schüler noch an dem Geburtshaus des berühmten Malers vorbei. (c.k.)

Testzentrum in Werder (Havel) geht an den Start – weitere in Planung

Karina-Chefin Karina Eggert, Apotheker Marcus Dreyer und Bürgermeisterin Manuela Saß, Foto: Stadt Werder (Havel)

Werder (Havel), 17. März 2021 – Ab kommenden Montag, den 22. März, können sich Einwohner der Stadt Werder (Havel) mit ihren Ortsteilen einmal wöchentlich kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. Die Schnelltests werden auf der Bismarckhöhe, Hoher Weg 150, angeboten. Die Stadt setzt damit gemeinsam mit der Apotheke im Werderpark und der Karina Hauskrankenpflege eine neue Maßnahme der Nationalen Teststrategie von Bund und Ländern um.

Das Testzentrum wird ab 22. März von Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr, geöffnet sein. Testberechtigt sind alle gesunden und symptomfreien Einwohner Werders mit den Ortsteilen. Ein Personalausweis und die Chipkarte der Krankenkasse sind vorzulegen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bringen bitte eine Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten mit.

Auf der Bismarckhöhe wurden umfassende Vorbereitungen zur Hygiene getroffen. Das Hygienekonzept wurde mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und es besteht die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken. Der große Saal der Bismarckhöhe ist in Wartebereiche unterteilt. Der Test selbst findet im kleinen Saal statt und wird von geschultem Personal vorgenommen. Das Testergebnis wird mit einem Dokument ausgehändigt.

„Ich möchte der Apotheke im Werderpark und der Karina Hauskrankenpflege ausdrücklich dafür danken, dass sie mit uns gemeinsam eine schnelle Lösung für ein Testzentrum gefunden haben. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich mit Ärzten und der Gesundheitsbranche in Werder kooperiert, um wichtige Prozesse bei der Corona-Bekämpfung nicht auf dem Weg über den Landkreis zu verzögern. Mit unserem neuen Testzentrum gibt es nun einen neuen regionalen Baustein bei der Bekämpfung des Corona-Virus‘. Er kann nur funktionieren, wenn zugleich die Abstands-, Masken- und Hygieneregeln eingehalten werden. Zugleich muss das Hauptziel bleiben, das Impfen deutlich zu beschleunigen und zu vereinfachen“, so Bürgermeisterin Manuela Saß.

Schon bald bis zu 180 Tests am Tag vor den beiden dm-Märkten möglich

Und auch bei den Werderaner dm-Märkten stehen zwei Testzentren in den Startlöchern. Der Drogeriemarktführer dm hat bereits Anfang März vor seinen Märkten in Baden-Württemberg Corona-Testzentren eröffnet. Und das offensichtlich mit Erfolg, da dm-Chef Christoph Werner ankündigte, diese Testzentren deutschlandweit vor den dm-Märkten zu etablieren. Insgesamt gibt es 2040 Filialen in Deutschland.

Die Vorbereitungen für die Testzentren in Werder (Havel) laufen bereits, wie uns Filialleiterin Catharina Gerber mitgeteilt hat. “Geplant ist, dass vor unseren Filialen im Apfelweg und Zum Großen Zernsee Zelte aufgestellt werden, in denen sich jeweils bis zu 90 Personen am Tag unter Einhaltung der Hygienevorschriften testen lassen können. Von Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr wird geschultes Personal die Tests durchführen – natürlich nur nach Terminvereinbarung. Diese wird dann online möglich sein.” 

Die Tests sind für alle kostenlos. Doch um die angestrebte Anzahl an Tests auch wirklich durchführen zu können, werden Mitarbeiter benötigt. “Wir suchen Mitarbeiter, die die Tests durchführen oder in den Märkten aushelfen. Es haben sich schon dm-Mitarbeiter bereit erklärt, in den Testzentren zu arbeiten, für diese benötigen wir im Markt dann natürlich Ersatz”, erklärt Catharina Gerber mit dem Verweis auf die Stellenausschreibung unter www.dm-jobs.de/ct. 

Besondere Voraussetzungen müssen die Bewerber nicht mitbringen, da die Mitarbeiter in den Testzentren im Vorfeld an einer zertifizierten Schulung zur Durchführung von Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 (PoC-Test) teilnehmen müssen. Sobald sich genügend Mitarbeiter gefunden haben, können die beiden Werderaner Testzentren ihren Betrieb starten. In Brandenburg und Potsdam ist man schon etwas weiter: Dort warten die Testzentren bereits auf den Startschuss.

Dass dm als Privatanbieter die Tests durchführen darf, fußt auf dem neuen Bund-Länder-Beschluss. Nach der geänderten Testverordnung können die Bundesländer neben den Testzentren, den niedergelassenen Ärzten, Laboren oder Apotheken auch „weitere geeignete Dritte“ in die Teststrategie miteinbeziehen. (wh, wsw)

Schon bald könnte auch hier ein Testzentrum seinen Betrieb aufnehmen.

Bürgermeisterin spendet für Sanierung des Töplitzer Pfarrhauses

Bürgermeisterin Manuela Saß übergibt Pfarrerin Almut Gaedt den Spendenscheck., Foto: Werder (Havel) / hkx

Werder (Havel) OT Töplitz, 15. März 2021 – Wir hatten hier darüber berichtet, dass das Dach des Pfarrhauses in Töplitz saniert werden muss. Für die kleine Töplitzer Kirchengemeinde ist das Projekt ein Kraftakt. Mit einem Spendenaufruf hat sich die Gemeinde deshalb im Februar an die Öffentlichkeit gewandt. „Ihr Hilferuf ist auch im Rathaus nicht ungehört geblieben“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß unlängst bei einem Besuch der Pfarrerin Almut Gaedt.

Die Bürgermeisterin übergab einen Spendenscheck von 1000 Euro und würdigte damit auch, wie das Projekt gemeinsam von den Einwohnern angegangen wird. „Töplitz ist ein Ort, wo jeder jeden kennt, und die Kirche ist mittendrin.“ Pfarrerin Gaedt dankte für die Unterstützung. „Wir wollen als Gemeinde in der Gesellschaft stehen. Die Spende ist eine Ermutigung für die Kirchengemeinde und wir sind froh, damit die Dachsanierung anpacken zu können.“

Das Pfarrhaus ist 1912/13 im Heimatschutzstil errichtet worden und bildet mit der im 18. Jahrhundert errichteten und benachbarten Kirche ein denkmalgeschütztes Ensemble. Zuletzt fehlten 10.000 Euro für den Sanierungsstart. „Die Spende der Bürgermeisterin sowie die Spende des Töplitzer Ortsbeirates lassen die Hoffnung wachsen, bald die benötigten Gelder zusammen zu haben“, so Pfarrerin Gaedt. Spenden seien weiter willkommen.

Seit der Wende sei viel in die kirchliche Bausubstanz investiert worden, doch habe die Kirche selbst zunächst Vorrang gehabt, so Dr. Dietmar Bleyl, Vorsitzender des Gemeindekirchenrat. Mittlerweile fallen die Ziegel vom Dach des Pfarrhauses, Nässe dringt ein und die Schornsteine sind hinfällig. „Die Dachsanierung konnte nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden“, so Dietmar Bleyl. Demnächst könne der Auftrag dafür ausgelöst werden.

Das Pfarrhaus wird traditionell für verschiedenste Zwecke im Ort genutzt. „Vor der Corona-Zeit war es ein offenes Haus für jeden, der unter diesem Dach Geborgenheit, Festfreude, Trauerbegleitung, Unterweisung und Gemeinschaft suchte“, so Dietmar Bleyl. Zuletzt stand das Erdgeschoss als zusätzlicher Raum zur Corona-bedingten „Kohortenbildung“ für die nahe Inselschule zur Verfügung.

Der Dank galt bei dem Besuch auch den zahlreichen Spendern aus dem Ort, dem Förderverein der Kirchengemeinde sowie der Förderung vom Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg, von der Denkmalpflege und vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. (wh)

Kitabeiträge werden auch im Februar tagesgenau abgerechnet

Werder (Havel), 14. März 2021 – Auch im Februar wird die Betreuung von Kindern in den kommunalen Kitas und Horten tagesgenau abgerechnet. Damit wird die für den Vormonat getroffene Regelung fortgesetzt. Dies teilte die Stadt Werder (Havel) mit.

Eltern sollen also nur für die Betreuungstage Beiträge zahlen, an denen die Kinder tatsächlich in den Einrichtungen waren. Die entsprechenden Beitragsbescheide werden zum Ende des Monats versendet.

Das Land Brandenburg hatte im Januar im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie angekündigt, den Kitaträgern ab 1. Januar entgangene Elternbeiträge zu erstatten, wenn die Kinder-Betreuung zu Hause erfolgt. Demnach sollen die Beiträge voll oder zur Hälfte erstattet werden, wenn Kinder nicht oder bis zu 50 Prozent betreut wurden.

Die Stadt Werder wird über diese Regelung hinausgehen: Wer sein Kind in Werder im Januar und Februar beispielsweise nur zu 30 Prozent der Zeit in der Einrichtung hatte, der soll nicht 50, sondern 70 Prozent der Beiträge erstattet bekommen. Den Differenzbetrag zur Förderung des Landes übernimmt die Stadt.

Die in den Beitragsabrechnungen entstehenden Guthaben sollen voraussichtlich im April verrechnet bzw. abgerechnet werden. (wh)

Mein Werder (270): Langer Heinrich

Kurz & Knackig

Name: Langer Heinrich
Alter: 43 Jahre
Wohnort: Werder (Havel)
Wie lange lebst du schon in Werder? Seit 1978

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würdest du Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine sehr schöne, kleine Stadt, wie keine andere. Es gibt vieles zu erleben, sei es ein entspannter Spaziergang am Wasser, eine Bootsfahrt oder nachts mit Freunden durch die Kneipen zu streifen und zu feiern.

Was machst du so den lieben langen Tag?
Ich versorge die Bürger*innen unserer Stadt mit Mobilfunk und weise den Einheimischen sowie unseren Touristen am Tag und auch in der Nacht den Weg.

Was würdest du lieber machen?
Am liebsten wäre ich wieder ein Schornstein, der raucht, der in Betrieb ist und wieder seinen wahren Zweck erfüllen kann.

Hast du einen Lieblingsort in Werder – verrätst du uns wo?
Mein Lieblingsort ist genau dort, wo ich stehe. Dort habe ich einen Überblick über die ganze Stadt und kann bis nach Brandenburg, oder aber auch bis zum Fernsehturm nach Berlin schauen. An diesem Ort fühle ich mich wohl und würde ihn ungern verlassen wollen.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Historisch gesehen gern bei mir, da ich aktuell das größte Gebäude bin, das in dieser Stadt je gestanden hat. Aber natürlich lohnt sich auch ein Besuch unserer wunderschönen Altstadt sowie unserer neuen Havel-Therme, die doch etwas mehr zu bieten haben als ich 😉

Du – ganz speziell

Du bist weit über die Grenzen der Stadt sichtbar und viele Werderaner*innen verbinden mit deinem Anblick ein Gefühl von Heimat. Kannst du uns etwas über deine Entstehungsgeschichte erzählen?
Als 1973 das mit Russischem Schweröl betriebene Heizkraftwerk errichtet wurde, stand hier bis zu meinem Bau im Jahr 1978 ein knapp halb so hoher Schornstein aus Ziegelsteinen. Durch den enormen Anteil an Schwefel entstanden Rußflocken, die sich rund um das Heizkraftwerk verteilten. Dadurch wurden Autos sowie Boote verschmutzt und beschädigt. Nach fünf Jahren beschloss man, dem ein Ende zu setzen und baute einen 130 Meter hohen Neubau aus Stahlbeton, der die Abgase höher und besser in den Himmel ablassen konnte.

Im Volksmund bist du unter dem Namen „Langer Heinrich“ bekannt. Woher kommt dieser ungewöhnliche Spitzname?
Man bezeichnet höhere Gebäude gerne mal als “langer Heinrich”, daher kam der Name, der zum Schornstein auch recht gut passt. Und der Name gibt mir zudem eine nette Persönlichkeit, die hoffentlich positiv wirkt. Zuvor war ich einfach nur der “graue Turm” und das hört sich ja nicht wirklich schön an.

Bis 2002 standest du nicht alleine an deinem Standort, neben dir stand noch ein etwa 60 Meter hoher weiterer Schornstein. Kannst du uns erzählen, warum er abgetragen wurde und wie es dir seitdem so ganz alleine geht?
Nun ja, nachdem 1994 in den Havelauen der 120 Meter hohe Schornstein des Kohlekraftwerkes abgerissen wurde, musste auch mein kleiner älterer Bruder im Zuge des Kraftwerkneubaus 2002 unter einem Abriss leiden. Grund dafür war, dass die Genehmigung des Ölkraftwerkes nach der Jahrtausendwende nicht weiter verlängert wurde. Man entschloss sich, auf dem selben Gelände ein neues, kleineres Kraftwerk zu errichten und das alte große Kraftwerksgebäude von Außen zu sanieren. Und da man den kleinen Schornstein nicht mehr benötigte, wurde er abgerissen.

Seitdem ist mit mir nicht viel passiert. Über die Jahre hinweg wurde ich mit Antennen sowie mit modernen LED-Lampen, die nachts so schön Rot leuchten, ausgestattet. Ansonsten war’s das auch wieder. Der Beton bröckelt, meine rot-weiß karierte Markierung verblasst und von Sanierung will man auch nicht wirklich reden. Warum ich nicht abgerissen werde, liegt daran, dass ein Abriss mehrere Millionen kosten kann. Und außerdem nisten jährlich Wanderfalken ganz oben auf der Spitze und diese Art ist streng geschützt.

Auf deiner Instagram-Seite zeigst du dich auch gelegentlich in einem bunten oder beleuchteten Kleid. Das sind natürlich nur Foto-Montagen. Würdest du dir das auch in der Realität wünschen?
Definitiv. Als höchstes Gebäude der Stadt sollte man mein Potenzial nutzen. Es wäre die perfekte Werbung für die e.dis und würde Touristen aus aller Welt anziehen, wovon auch die Stadt, Gastronomien und Hotelbetreiber etc. profitieren würden. Aber auch Hobby-Fotografen, die nach dem perfekten Schnappschuss suchen, würde dies vielleicht freuen. Bisher kann man meinen, der Heinrich sei ein Turm zum schämen. Ich bin wie ein Kunstwerk: die einen finden mich super und schön, die anderen hässlich und abstoßend. Aber wenn man mich abreißen würde, hätte man ein riesiges Potenzial an Werbung verspielt, das man so nicht wieder bekommt.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn du drei Wünsche frei hättest, welche wären das?
– eine Sanierung, die auch optisch was her macht
– dass man sich bewusst macht, was für Potenzial in mir steckt und
– dass es keinen Abriss gibt

Welche berühmte Person würdest du gern einmal treffen, bzw. sollte dich einmal besuchen?
Den französischen Künstler Daniel Buren, der auch den Geschwister-Schornstein in Chemnitz so schön gestaltet hat, welcher auch mein Vorbild ist.

Hast du ein verborgenes Talent?
Obwohl ich nur so rum stehe, schaffe ich es immer wieder, unseren Bürger*innen ein wohliges Gefühl von Heimat zu vermitteln.

Verrätst du uns noch, wer sich hinter deiner Instagram-Seite verbirgt? 😉
Ich sage mal so, ich bin ein knapp 20 Jahre “alter” junger Mann, der sich viel für Industrie und die Geschichte in der Stadt interessiert 🙂

Ob und wann genau ich mich offiziell preisgeben werde, weiß ich noch nicht. Persönlich haben mich die verschiedenen Meinungen über diesen Schornstein immer mal interessiert. Ich fand es interessant, wie sehr die Meinungen doch auseinander gehen, weshalb ich den Schornstein mittlerweile eher als Kunstobjekt sehe.

Durch diese vielen Meinungen habe ich entschlossen, die Instagram-Seite zu eröffnen, was am Anfang auch ein kleiner Gag sein sollte. Als ich dann jedoch des Öfteren Zusprüche bekommen habe, wie toll die Seite ist und dass man sich freut, dass der Schornstein endlich wieder Aufmerksamkeit bekommt, habe ich mich dazu entschlossen, dies weiter zu machen. Ab und zu teile ich Beiträge, in denen ich ihn bunt beleuchtet zeige, um zu zeigen, was er für Potenzial haben kann, wenn man sich dafür einsetzt.

Unser “Heinrich” ist ein Teil der Stadt, er prägt das Landschaftsbild, weist vielen täglich den Weg in die Heimat oder zum Bahnhof und ist so kritisch, wie so manche Kunst. Ich finde, er hat diese kleine Instagram-Seite verdient.

Und sollte er doch einmal weg sein, dann kann man sich auf meiner Seite immernoch daran erinnern, dass es ihn mal gegeben hat und er dort weiterhin aufrecht stehen bleiben wird.

Keine außertarifliche Corona-Prämie für Erzieher*innen

Werder (Havel), 12. März 2021 – Die Stadtverordneten waren sich auf der Stadtverordnetenversammlung am 11. März einig, dass die Erzieherinnen und Erzieher einen großartigen Job machen und dies vor allem in den vergangenen Monaten immer wieder unter Beweis gestellt haben. Dank ihres Einsatzes konnten Mütter und Väter, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, zu jeder Zeit ihrer wichtigen Arbeit nachgehen, da sie den Nachwuchs bestens versorgt wussten.

Die Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger stellte den Antrag, den Erzieher*innen der städtischen Kitas eine Corona-Prämie auszuzahlen. Der Beschlussvorschlag lautete, dass im 1. Quartal 2021 eine Corona-Prämie in Höhe von 300 Euro pro Monat (voraussichtlich von Januar bis März) für Erzieher*innen in Kitas ausgezahlt werden solle. Für die etwa 225 Beschäftigten wären dafür insgesamt etwa 200.000 Euro erforderlich. Diese Prämie könne auch auf andere Gruppen kommunaler Bediensteter mit besonderen Belastungen und Gefährdungen durch die Pandemie ausgedehnt werden.

Begründet wurde der Beschlussvorschlag damit, dass auch in der Zeit des Lockdowns die Kitas bis zu 60 Prozent ausgelastet waren. Dies stellte eine große Entlastung für die Eltern, jedoch auch eine große Belastung für die Erzieher*innen dar.

Die Bürgermeisterin konnte das Anliegen nachvollziehen und schätze ebenfalls die Arbeit der Erzieher*innen. “Wir unterstützen die Erzieher*innen, wo es rechtlich möglich ist”, so Manuela Saß. Der Beschluss sei jedoch rechtswidrig. Als Vollmitglied der KAV Brandenburg sei die Stadt Werder (Havel) nach der Satzung verpflichtet, die Tarifverträge einzuhalten und keine übertariflichen Zahlungen zu leisten. Dies diene der Sicherung einheitlicher Arbeitsbedingungen in den Brandenburger Kommunen und der Vermeidung von Wettbewerb, heißt es in einem Schreiben des KAV-Verbandsgeschäftsführers, das dem Antrag beigelegt wurde.

Joachim Thiele, der Ortsvorsteher von Kemnitz, bekomme laut eigener Aussage “Bauchschmerzen bei solchen Anträgen”. Es seien sich alle einig, dass es Berufsgruppen gibt, die in der Corona-Zeit mehr leisten als andere. “Wen soll man denn hier mit einer Prämie bedenken, ohne dass sich ein anderer übergangen fühlt?”, ist sich Thiele unsicher. Sein Vorschlag lautete: Man müsse an den Tarifverträgen arbeiten und nicht über Zusatzleistungen diskutieren.

Fred Witschel von den Freien Bürgern hat die Erfahrung gemacht, dass die Erzieher*innen eher dankbar dafür sind, dass etwas für ihre Gesundheit getan wird. Seit dem 1. Februar können sich Mitarbeiter der kommunalen Kitas kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. “Sie möchten keine Pauschale, sondern sicher ihrem Beruf nachgehen. Und da bitte ich die Stadt, auch weiterhin dafür zu sorgen.”

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Peter Hinze, erläuterte, dass man mit dem Antrag gegen das Tarifvertragsgesetz verstoße. Übertarifliche Leistungen seien nur im privaten Bereich möglich.

Der Antrag der Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger wurde mit 24 Gegenstimmen abgelehnt, drei Stadtverordnete stimmten für den Antrag und drei enthielten sich. (wsw)

Bürgermeisterin begrüßt Pilotpraxis in Werder (Havel)

Werder (Havel), 11. März 2021 – Wie die Stadt in einer Pressemitteilung mitteilte, bekommt Werder (Havel) eine der 50 Pilotpraxen für die Corona-Impfkampagne des Landes Brandenburg. Voraussichtlich ab Dienstag, den 16. März, kann die Praxis Dr. Christine Falk / Anja Malysch in der Kemnitzer Straße 39 einen Teil ihrer Patienten gegen das Coronavirus impfen, soweit sie nachweisen können, dass sie den Prioritätengruppen 1 oder 2 angehören.

„Nachdem unsere Pläne für eine Impfstelle in Werder noch nicht auf Zustimmung getroffen sind, gibt es nun zumindest ein kleinen Lichtblick für die Vereinfachung der Impfkampagne“, so die Bürgermeisterin. „Das ist besonders für ältere Bürger eine gute Nachricht, für die die Wege zu den Impfzentren und die Wartezeiten dort eine enorme Belastung darstellen. Leider gilt das zunächst nur für wenige Werderaner. Wir bleiben als Stadt weiter in Alarmbereitschaft, um die Impfkampagne mit einer Impfstelle zu unterstützen.“

Dr. Christine Falk betont, dass ihrer Praxis vorerst nur eine kleine Anzahl von Impfdosen zur Verfügung gestellt werde. Zudem dürfe sie nach Terminvereinbarung ausschließlich Patienten aus ihrer eigenen Praxis versorgen, die zu den beiden Prioritätengruppen gehören und dies auch nachweisen können. „Auch wenn es sehr weh tut, habe ich nicht die Möglichkeit, Patienten anderer Hausarztpraxen zu impfen – selbst wenn sie zu den vulnerablen Gruppen gehören. Sie müssen sich weiter unter www.impfterminservice.de bemühen, einen Termin in einem der Impfzentren zu bekommen.“

Laut Ankündigung des Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg soll nach dem Monat März flächendeckend bis zu 1000 Praxen an der Impfkampagne beteiligt werden, die sich zur Mithilfe bereit erklärt haben. (wh)

Ab 15. März ist die Stadtbibliothek wieder geöffnet – Anmeldung erforderlich

Die Stadtbibliothek im Herzen der Stadt.

Werder (Havel), 11. März 2021 – Ab kommenden Montag ist die Stadtbibliothek Werder (Havel) wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Jedoch muss vorab ein Termin vereinbart werden. Dies kann entweder telefonisch erfolgen oder unter www.werder-havel.de/stadtbibliothek. Die Stadt hat dazu einen Online-Buchungsservice angelegt.

Laut Eindämmungsverordnung ist die Bibliothek verpflichtet, die Kontaktdaten der Besucher zu erfassen. Die Daten werden nach vier Wochen vernichtet. In den Bibliotheksräumen muss verpflichtend eine medizinische Maske von allen Personen getragen werden. Die Besucherzahl ist begrenzt. Wer an Erkältungssymptomen leidet oder sich krank fühlt, kann die Stadtbibliothek nicht besuchen.

Da der Lockdown bis zum 28. März 2021 verlängert wurde, fallen auch weiterhin keine Versäumnisgebühren an. Sollte eine kontaktlose Ausleihe gewünscht werden, können sich Bibliotheksnutzer unter Tel. (03327) 423 83 direkt an die Kollegen wenden.

Werders Stadtbibliothek hat eine lange Tradition: Schon im Oktober 1917 ist sie von Rektor Rietz als „Volksbücherei“ gegründet worden. Zwei Monate später ging sie in städtischen Besitz über. Zunächst waren 765 Bände im Bestand, davon 78 Prozent Unterhaltungslisteratur.

Der Schwerpunkt der Stadtbibliothek liegt heute bei Familien, Kindern und Jugendlichen. Fast jeder zehnte Werderaner ist Bibliotheksmitglied. Kein Wunder, denn das Angebot zur Ausleihe ist mit rund 25.000 Medien beachtlich. Es umfasst Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur, Sachliteratur und Nachschlagewerke.

Außerdem können Zeitschriften, Hörbücher, CD’s, Tonies, Geräte zum digitalen Hören und Lesen sowie Gesellschaftsspiele ausgeliehen werden. Der Medienbestand des Medienzentrums Potsdam-Mittelmark wird zur Angebotsergänzung ebenfalls genutzt. (wh)

In English, please!

Manuela Malon-Willisch und Martin Erdmann, Foto: wsw

Werder (Havel), 11. März 2021 – Neun Stunden Englischunterricht in der Woche – was einigen Schüler*innen wahrscheinlich Schweißperlen auf die Stirn treibt, klingt für andere einfach wonderful! 

Am Ernst-Haeckel-Gymnasium (EHG) in Werder (Havel) wird dies ab dem kommenden Schuljahr Realität werden – natürlich nur für diejenigen Schüler*innen, die das auch möchten. Das Zauberwort heißt hier: Bilingualer Unterricht (BiLi).

Bilingualer Unterricht bedeutet, dass Sachfachunterricht durchgehend in der Fremdsprache Englisch unterrichtet wird – immer nach dem Grundprinzip: so viel Englisch wie möglich und so viel Deutsch wie nötig. 

Bei entsprechender Nachfrage wird das Ernst-Haeckel-Gymnasium ab dem Schuljahr 2021/2022 eine bilinguale Klasse ab Jahrgangsstufe 7 anbieten. Zunächst werden in dieser Klasse die Fächer Biologie und Geschichte auf Englisch unterrichtet. Beide Fächer haben je eine Stunde zusätzlich, das macht drei Stunden Biologie und zwei Stunden Geschichte pro Woche zusätzlich zu den regulären vier Wochenstunden Englisch. 

Für den Wahlpflichtunterricht ab Jahrgangsstufe 9 und 10 können auch Schüler*innen aus nicht bilingualen Klassen Wahlpflichtfächer belegen, die in Englisch unterrichtet werden. 

„Unsere Gesellschaft wird bunter und vielfältiger. Mit dem Angebot des bilingualen Unterrichts bzw. der BiLi-Klasse treffen wir den Nerv der Zeit“, erklärt uns Schulleiter Martin Erdmann im Gespräch. 2018 hat er am EHG die Nachfolge von Jörg Ritter angetreten, und seit 2020 ist Manuela Malon-Willisch die stellvertretende Schulleiterin an seiner Seite.

Gemeinsam haben sie zuvor viele Jahre an einem Gymnasium in Oranienburg Erfahrungen mit bilingualem Unterricht sammeln können. „Einige Schüler*innen haben sich sogar an Englischen Universitäten beworben und wurden auch angenommen“, freut sich Martin Erdmann. 

„Wir haben viele Jahre gemeinsam den bilingualen Unterricht in Oranienburg begleitet und können nur Positives über diese Zeit berichten“, erinnert sich Manuela Malon-Willisch. „Flankierend zu dem englischsprachigen Unterricht haben wir mit den Schülerinnen und Schülern auch Theaterführungen auf Englisch besucht oder Fahrten ins Ausland gemacht. Dies möchten wir auch gerne hier in Werder umsetzen.“ 

Und der Schulleiter ergänzt: „Beim Englischlernen geht es um die Interaktion. Die englische Sprache erhält im Sachunterricht einen ganz anderen Fokus als im reinen Englischunterricht. Unsere BiLi-Schüler*innen lernen in kleinen Gruppen und erhalten auch immer die nötige Zeit, um Vokabeln nachzuschlagen. Doch die Erfahrung zeigt, dass, auch wenn sich die Jugendlichen innerhalb der Gruppen auf Deutsch austauschen dürfen, wählen sie doch recht schnell Englisch für die Verständigung. Sollten Schüler*innen Probleme in den Fächern haben, ist dies irgendwann nicht mehr sprachabhängig.“ 

Das A und O, um für die BiLi-Klasse in Frage zu kommen, ist die Motivation. „Die Schülerinnen und Schüler müssen das wirklich wollen und auch bereit sein, einen Mehraufwand für die sprachliche Arbeit zu leisten“, so Martin Erdmann. In einem persönlichen Gespräch mit den entsprechenden Schüler*innen wird dies vorab ermittelt. 

Übrigens: Auch wenn die Anmeldung für die siebte Klasse schon eingereicht wurde, ist es dennoch möglich, sein Kind noch für die bilinguale Klasse am Ernst-Haeckel-Gymnasium nachzumelden. „Die Eltern können sich einfach telefonisch bei uns melden unter 03327 – 663 43“, erklärt Schulleiter Martin Erdmann. 

„Durch Corona konnten wir unser Konzept für die BiLi-Klasse leider nicht wie sonst üblich auf Informationsveranstaltungen oder beim Tag der offenen Tür vorstellen.“ (wsw)

Kita Märchenwald nach Corona-Fall geschlossen

Werder (Havel) OT Phöben, 10. März 2021 – Zum Schutz der Kinder und Mitarbeiter vor dem Coronavirus ist die Kita Märchenwald in Phöben heute geschlossen worden. Dies teilte die Stadt Werder (Havel) in einer Pressemitteilung mit. Die Eltern wurden darum gebeten, ihre Kinder abzuholen. Die Abholung erfolgte bis zum Nachmittag.

Hintergrund der Schließung ist ein positiver Corona-Schnelltest bei einem Krippenkind, das am Dienstagabend, 9. März, mit akuten Symptomen mit den Eltern einen Kinderarzt aufgesucht hatte. Daraufhin erfolgte ein PCR-Test, das Ergebnis steht aus.

Die kleine Kita wurde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark vorsorglich geschlossen. Zunächst wurde am heutigen Mittwoch gemäß der Empfehlungen des RKI durch das Gesundheitsamt eine häusliche Quarantäne für die Kinder und Mitarbeiter angeordnet.

Am Freitag, 12. März, sollen alle Kinder, die die Einrichtung derzeit besuchen, auf das Coronavirus getestet werden. Die Kita mit 55 Plätzen wurde aktuell von etwa 45 Kindern besucht. Ebenso getestet werden die Mitarbeiter, die aktuell dort tätig waren. Die Eltern wurden gebeten, in den nächsten Tage ihre Kontakte zu reduzieren.

Ob die Kita im Laufe der kommenden Woche wieder geöffnet werden kann, ist noch nicht geklärt. Die Stadtverwaltung wird die Eltern am Montag oder Dienstag, 15. oder 16. März, über die weiteren Schritte informieren. (wh)

„Mama, was soll ich machen?“

Werder (Havel), 10. März 2021 – „Mama, was soll ich machen?“, „Mama kannst Du mir helfen“, „Mama, ich versteh hier nichts“, „Mama, ich hab keine Lust mehr“! 

Diese Sätze haben Eltern, allen voran die Mütter, in den letzten Wochen zuhauf gehört. Denn seit den Weihnachtsferien hat sich der erneute Lockdown-Virus bis in die Basis der Familien geschlichen. 

Homeschooling ist nun eine neue Art der Schulpflicht, worin viele Eltern und letztendlich am meisten die Mütter eine neue Berufung entdecken durften, eine neue komplexe Form des Multitaskings als Mutter, Pädagogin, Lehrerin, Köchin, Betreuerin und Arbeitnehmerin! Emanzipation verblasst als ein Fremdwort in der Coronazeit.

Viele Werderaner Familien stellt das Homeschooling vor eine große Herausforderung, da die Eltern meist berufstätig sind und zusehen müssen, wie sie die Betreuung der Kinder in dieser Zeit gewährleisten, bzw. wie sie nach einem Arbeitstag noch die Geduld finden, gemeinsam mit den Kindern die Schularbeiten zu erledigen. Meist dauert das bis in den späten Abend hinein. 

Egal ob alleinerziehend, als Lehrerin mit Kindern oder einfach als berufstätige Mutter während Corona war es vielen nicht möglich, gleichzeitig allem gerecht zu werden und auch die weiter laufenden Anforderungen der Schule zu erfüllen. Den Kindern gerecht zu werden, in dem Verständnis, dass sie eben noch nicht selbstständig alleine über einen längeren Zeitraum Text und neuen Lernstoff erarbeiten können. 

Viele Mütter erzählten mir, dass, wenn sie bei den Aufgaben nicht anwesend waren, nichts gemacht wurde oder die Kinder nur sehr langsam vorangekommen sind. Manche Mütter opfern ihre freien Tage, damit das Küken nicht zu lange allein im Nest sitzt, andere leisten Überstunden oder streiten sich um Laptops während paralleler Videokonferenzen. 

Für mich als Alleinerziehende mit zwei Kindern und einer Selbstständigkeit im Aufbau, war es bisher mehr als frustrierend, da ich meiner Arbeit zu Hause eigentlich kaum konzentriert nachgehen konnte. Es gibt nur eine Entscheidung, entweder leidet die Arbeit oder die Aufgaben der Schule! In jedem Fall aber mein Energielevel und der Hausfrieden.

Denn das selbstständige Alleinlernen von Schülern ab der Grundschule zu erwarten, ist meines Erachtens eine sehr hohe und unrealistische Erwartungshaltung, die oft nicht mal Erwachsene leisten können. Ungeachtet dessen, dass auch das Kindergemüt unter den ganzen Lockdownregeln, der Schließung von Sport- und Unterhaltungsinstitutionen, dem Verbot von Kontakten und der extremen Einschränkung sozialen Lebens und der Unterbrechung des gewohnten Alltags leidet, scheint es wie eine Bestrafung, jeden Tag allein im Kämmerlein eine einfach nicht endende Flut von Hausaufgaben abzuarbeiten! 

Ich verstehe nicht, warum es bisher nicht möglich war, einen durchgängigen Onlineuntericht zu gewährleisten oder einfach die Situation entspannter zu sehen mit dem Lernstoff. Letztendlich müssen die Eltern alles auffangen. Eine Notbetreuung für Alleinerziehende gibt es im Prinzip ab der 5. Klasse nicht mehr, nur in gesonderten Ausnahmefällen. In unserem speziellen Fall haben leider auch die Lehrer sehr viel Unverständnis und wenig Einfühlungsvermögen aufgewiesen und es fand kein Gespräch mit den Eltern statt. 

Gleich in den ersten Tagen des nun angelaufenen Präsenzunterrichts werden Kinder kritisiert und ermahnt, weil sie nicht alle Aufgaben gemacht haben und es wurden sogar schlechte Noten verteilt für nicht erbrachte Leistungen. Dabei sollte doch eigentlich von Bewertungen der Leistungen im Distanzunterricht abzusehen sein. 

An welchen Kriterien sollte sich die Bewertung auch aufhängen? Wer hatte Hilfe, wer nicht? Wer hat Glück, dass vielleicht Verwandte vor Ort waren oder wer kann gut allein arbeiten und wer nicht? Die Kinder hatten doch keine gleichen Voraussetzungen. Manche Kinder können allein zu Hause aus Büchern lernen, die meisten können es nicht!

Für mein Empfinden wird zu wenig darauf eingegangen, dass der Schulunterricht kein Äquivalent ist zum stupiden Abarbeiten von Aufgaben. Im Präsenzunterricht wird erklärt und viel mündliche Arbeit geleistet, die Kinder müssen auch nicht so viele Aufgaben erledigen. 

Die Kinder können nichts für den Lockdown, müssen sich genauso wie die Erwachsenen an diese Situation anpassen und leiden unter den strengen Vorschriften. Sie können ihren Lieblingssport im Verein nicht mehr ausüben, haben vielleicht lange keine Freunde gesehen, sehr eingeschränkte soziale Kontakte und müssen sich auch mit den Ängsten dieser Zeit und von vielen Erwachsenen konfrontieren. 

Ich frage mich: Was macht das mit den Kindern? Merkt man es ihnen an oder verdrängen sie das? Müssen sie trotzdem weiter funktionieren und wie wird sich das alles auf ihr Verhalten und ihre Psyche in der Zukunft auswirken? 

Die Diplom-Pädagogin und systemische Therapeutin Inga Thomson von der Familienberatungsstelle Lichtblick weist auch auf die belastende Situation für die Kinder hin, die unter der Homeschoolingsituation durch zu wenig soziale Kontakte, normales Lernen und Austausch, fehlenden Sport und den Stress der Eltern durch Überlastung entstehen. 

„Jedes Kind ist anders, hat eine andere Familiensituation oder auch Fähigkeiten, bzw. Ressourcen, diese Situation auszugleichen,“ betont sie. Vor allem kann es unter gegebenen Faktoren schnell zu einer Schieflage in der Familiensituation und der Harmonie kommen.

Müsste man dem nicht schon entgegenkommen? Diese belastende Situation von Eltern und Kindern erleichtern durch einfache Lösungen? Warum ist das nicht möglich? (anonym)

Die Gedanken sind frei

Werder (Havel), 9. März 2021 – Unter diesem Motto läuft zur Zeit eine Online-Video-Aktion des Theaters Comédie Soleil in Werder (Havel).

Was passiert mit den Charakteren aus den Stücken, wenn ihnen keine Bühne zur Verfügung steht?

Dieser Frage geht das Ensemble des Theaters nach, und was stellt es fest? Die Charaktere geistern umher. In den Köpfen ihrer Darsteller, die auch anderen Tätigkeiten nachgehen müssen als ihrem Beruf.

Entstanden sind Videoclips, die nach und nach auf der Internetseite des Theaters www.comediesoleil.de veröffentlicht werden. Um nicht zu verpassen, wann der nächste erscheint, meldet man sich am besten auch auf der Internetseite für den Newsletter an.

Gefördert wurde diese Aktion durch ein Projekt zur Öffentlichkeitsarbeit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. (k.h., j.t.)

Finanzspritze für ein neues Auto

v.l.: Gabriele Grahl, Katrin Schneider, Martina Müller, Imke Eisenblätter und Gabriele Richter, Foto: wsw

Werder (Havel), 9. März 2021 – Als sich das Unternehmernetzwerk Pro Werder (Havel) e.V. im Jahr 2010 aus dem Gewerbeverein Werder gründete, zählte der Verein zunächst knapp zehn Mitglieder. In kürzester Zeit stieg die Mitgliederanzahl jedoch auf 45 an. Das Interesse war groß! Durften in den Gewerbeverein Werder ursprünglich nur Unternehmer aus der Innenstadt eintreten, richtete sich das Angebot von Pro Werder (Havel) e.V. an Unternehmer, Dienstleister und Handwerker aus der gesamten Blütenstadt. 

Den Vorsitz übernahm Katrin Schneider, die vielen Werderanerinnen und Werderanern natürlich aus ihrem Edeka Markt in der Brandenburger Straße 151 bekannt ist. „Wir wollen ein Verein für alle Werderaner sein und die wirtschaftliche Vielfalt unserer Stadt darstellen“, erklärte die Vorstandsvorsitzende kurz nach der Gründung. 

Bei monatlichen Stammtischtreffen konnten die Mitglieder untereinander Netzwerke knüpfen. Gerne erinnern wir uns auch an die beliebten Veranstaltungen, die der Pro Werder (Havel) e.V. ausrichtete. Ob Frühlingsspaziergang, Spätsommermeile oder Adventsspaziergang – stets begeisterten die Unternehmer unserer Blütenstadt mit einem bunten Programm und tollen Angeboten die zahlreichen Besucher. 

Zuletzt zählte der Verein 100 Mitglieder. Im Jahr 2019 wurde der Pro Werder (Havel) e.V. aufgelöst. „Ein Jahr dauerte die Auflösung des Vereins“, erklärt uns Katrin Schneider. Gemeinsam mit der ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Gabriele Grahl und der Presseverantwortlichen Gabriele Richter treffen wir sie am 2. März in der Tee- und Wärmestube. 

Unser Besuch hat einen besonderen Grund: Auf dem Vereinskonto befand sich noch eine stattliche Summe, die, nach Absprache mit allen Mitgliedern, an eine gemeinnützige Institution in Werder (Havel) gespendet werden sollte. 

Nachdem zum Ende des letzten Jahres die EvB Sozial gGmbH ihr Engagement für die Tee- und Wärmestube kündigte, war mit der Potsdamer Tafel ein neuer Träger zum Glück schnell gefunden. Imke Eisenblätter, die Geschäftsleiterin der Potsdamer Tafel, nahm den Scheck in Höhe von 1147,70 Euro dankend entgegen: „Das Geld werden wir in die Anschaffung eines neuen Autos für den neuen Tafelstandort hier in Werder (Havel) investieren.“

Und Katrin Schneider ergänzt: „Uns war es besonders wichtig, dass das Geld hier in Werder bleibt. Und wenn wir uns an dem neuen Auto, mit dem die Lebensmittel hier aus der Region für die Werderaner Tafel-Klienten besorgt werden, beteiligen können, freut uns das natürlich sehr.“ 

Die Tee- und Wärmestube ist eine Einrichtung, die hochqualifizierte Arbeit leistet, die Tafel-
ausgabe ist nur ein Teil des umfangreichen niedrigschwelligen Angebots. „Unser Konzept hat sich jahrelang hier in Werder bewährt. Bei uns finden die Klienten alles unter einem Dach“, freut sich Martina Müller. Sie ist seit 20 Jahren die Leiterin der Werderaner Tee- und Wärmestube und seit Anfang an dabei. „Ich freue mich sehr, dass die Potsdamer Tafel nun als Träger unserer Einrichtung fungiert und auch, dass die Stadt Werder (Havel) die Miete für unsere Räumlichkeiten übernimmt.“ 

Dass dank des neuen Trägers die Lebensmittelausgabe in der Tee- und Wärmestube weiterhin erfolgen kann, freut natürlich das ganze Team. Doch Martina Müller hat noch einen Wunsch: „Ich hoffe so sehr, dass sich der Landkreis entschließt, auch unsere Beratungsstelle zu finanzieren. Derzeit übernehme ich die Beratungen noch – mein Terminkalender ist prall gefüllt. Dies zeigt, dass nicht nur der Bedarf an Lebensmitteln, sondern auch an Sozialberatung unglaublich groß ist. Das darf man nicht einfach so wegsparen.“ (wsw)

Gedanken zum 8. März

Werder (Havel), 8. März 2021 – Eigentlich wollten wir Ihnen, den Frauen in Werder, zum Internationalen Frauentag sehr persönlich gratulieren. Ihnen eine Blume reichen, Ihnen für das, was Sie tagtäglich tun, danken, Ihnen die Hände drücken, Sie ermutigen. Ohne Sie würde unsere Gesellschaft im Großen wie im Kleinen nicht funktionieren. Das brauchen wir Ihnen nicht unbedingt erst sagen, das wissen Sie selbst am besten.

Die Pandemie lässt es leider nicht zu. Da machen wir eben das, was Hunderttausende, Millionen Menschen auf der ganzen Welt gerade tun: Corona trotzen und sich den Internationalen Frauentag nicht nehmen lassen. Deshalb wenden wir uns auf diesem Weg direkt an Sie, die Frauen in Werder, weil wir wollen, dass Sie heute und an all den anderen Tagen im Jahr gesehen werden, Sie Respekt und Anerkennung erfahren. 

Es ist uns wichtig, Sie in den Mittelpunkt zu rücken: die Frauen im medizinischen – und Pflegedienst, die Sozialarbeiterinnen, die Verkäuferinnen, die Polizistinnen, die Erzieherinnen und Lehrerinnen, die Postbotinnen, die Frauen in der Verwaltung und in den Stadtbetrieben, die Bürgermeisterin, die Frauen im Homeoffice, die Künstlerinnen und Sportlerinnen und all die Frauen, die in den Gaststätten, Hotels, im Einzelhandel um ihre Jobs und ihr Einkommen fürchten müssen. Wir wollen aber auch die ganz jungen Frauen ansprechen, die sich um bestmögliche Abschlüsse in den Schulen, in der Lehre und an den Hochschulen mühen. Die jetzt nicht wissen, wie es für sie überhaupt weitergehen soll, wie ihre Zukunft aussieht. 

Sie alle dürfen nicht zu den Verliererinnen der Pandemie werden!

Es reicht nicht, denjenigen enthusiastisch Beifall zu spenden, die ihre Gesundheit, ihr Familienleben aufs Spiel setzen, um mit außerordentlichem Engagement anderen zu helfen. Der Internationale Frauentag ist uns in diesem Jahr besonderer Anlass, von Gesellschaft und Politik einzufordern, endlich Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten so zu verbessern, dass alle in Würde leben und arbeiten können. Der Ruf „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist für viele Frauen weltweit noch lange nicht umgesetzt. In Deutschland verdienen Frauen 21 Prozent weniger als Männer. Wir befinden uns innerhalb der EU ganz am Ende! Das hat auch damit zu tun, dass vor allem Frauen in den schlechtbezahlten Pflegeberufen und in der erzieherischen Arbeit tätig sind. Wir wollen, dass auf Frauen in Not geachtet wird, arme und obdachlose Frauen mehr Hilfen bekommen, Migrantinnen besser unterstützt und Gewalt gegen Frauen – in welcher Form auch immer – geächtet werden. 

Vor über 100 Jahren wurde der Internationale Frauentag von Clara Zetkin initiiert, um die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft und in der Familie einzufordern. Das allgemeine Wahlrecht für Frauen wurde erkämpft. Aber in Politik und Wirtschaft sind sie noch lange nicht entsprechend vertreten, nicht in den Parlamenten und nicht in den Führungspositionen der Wirtschaft. Das vom Brandenburger Verfassungsgericht abgelehnte Paritätsgesetz fordert neue Initiativen heraus. So schnell geben sich Frauen nicht geschlagen.

Es gibt vielfältige Formen, sich gegen die Benachteiligung von Frauen, die Diskriminierung unterschiedlichster Gruppen zu wehren. Frauen haben zum „Frauenstreik“ aufgerufen. Es gibt die „Me too-Bewegung“. Die Initiative „One Billion Rising for Justice“ ist ein weltweiter Aktionstag für Gerechtigkeit. In Polen protestieren Frauen gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts und in Deutschland wird der Ruf nach vollständiger Abschaffung der §§ 218 und 219a Strafgesetzbuch wieder lauter. Unsere Solidarität gilt allen, die dafür eintreten, dass das Recht auf Gleichstellung und gleiche Teilhabe gilt. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen bereits Erkämpftes verteidigen und es auch nicht unter dem Deckmantel der Pandemie wieder nehmen lassen. Und vielleicht ist es dann nächstes Jahr wieder möglich, den Internationalen Frauentag nicht nur als einen Kampf- sondern auch als einen Feiertag zu begehen.

(Ortsverband DIE LINKE. Werder (Havel))

Emanzipiert, stark und erfolgreich

"Sei frech und wild und wunderbar." (Astrid Lindgren)

Werder (Havel), 8. März 2021 – Das vermeintlich schwache Geschlecht steht schon lange nicht mehr (nur noch) am Herd und kümmert sich um die Kinder, während der Mann der Alleinverdiener ist. Moderne Frauen sind erfolgreich, stark und emanzipiert. Wenn sie will, kann frau alles erreichen! Doch bis es so weit war, dass neben Männern auch Frauen alle Türen offen standen, war es ein langer Weg. 

An die Anfänge erinnert bis heute der Internationale Frauentag. Erstmals wurde er am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz gefeiert, seit 1921 findet er jährlich am 8. März statt. Die Hauptforderung des ersten Frauentags war das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Für die heutige Zeit ist es natürlich selbstverständlich, dass Frauen ebenso wie Männer wählen und sich somit in die Politik einbringen können. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Wahlrecht ausschließlich Männern zugesprochen. 

Mehr als eine Million Frauen ging am ersten Internationalen Frauentag auf die Straße. Bereits ein Jahr später, im Jahr 1912, nahmen Frauen in weiteren Ländern an den Demonstrationen zum Internationalen Frauentag teil. Bereits sechs Jahre später schien es, als könne der Frauentag seine Existenzberechtigung verlieren, da die damalige provisorische Reichsregierung am 12. November 1918 das freie, geheime, aktive und passive Wahlrecht für Frauen und Männer verkündete. Damit war die ursprüngliche Forderung des ersten Frauentags erfüllt.

Doch die Frauen von damals setzten sich zusätzlich weltweit für Gleichberechtigung, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen sowie gegen Diskriminierung ein. Und auch heute, mehr als 100 Jahre später, scheint der Kampf noch immer nicht gewonnen. 

Das Statistische Bundesamt (Destatis) belegte 2014 in einer Studie, dass sich trotz gleicher Rechte, die in Artikel 3 des Grundgesetzes verankert sind, der Alltag von Frauen und Männern in Deutschland weiterhin unterscheidet. In einigen Lebens­bereichen sind Frauen und Männer näher zusammengerückt, heißt es in der Studie, in anderen bestehen Unterschiede fort. Gilt dies fast sieben Jahre später immer noch?

Die Erwerbstätigenquote der Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren stieg zwischen 2008 und 2018 um 8 Prozentpunkte auf 76 Prozent. Die gestiegene Erwerbstätigenquote trägt zur finanziellen Unabhängigkeit von Frauen bei: Im Zeitraum 2008 bis 2018 ist der Anteil jener Frauen in Deutschland im Alter von 20 bis 64 Jahren, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Berufstätigkeit bestreiten, von 59 % auf 68 % gestiegen (Männer 2018: 81 %). Umgekehrt ist in diesem Zeitraum der Anteil der Frauen, die überwiegend aus Einkünften ihrer Eltern, des Ehepartners oder der Ehepartnerin leben, von 23 % auf 17 % gesunken. (Quelle: Destatis)

Jedoch arbeitete fast die Hälfte der erwerbstätigen Frauen (47 %) 2018 in Teilzeit, bei den Männern war es knapp jeder elfte (9 %). (Quelle: Destatis) Auch wenn die bekannten Rollenbilder von früher heute nicht mehr gang und gäbe sind, stecken auch im 21. Jahrhundert zumeist Frauen beruflich zurück, um für die Kinder da zu sein. 

Dies belegt auch die Elterngeldstatistik: Im dritten Quartal 2020 waren gut 80 Prozent der Elterngeldbezieher in Deutschland Frauen, nur 20 Prozent der Elterngeldbezieher waren Männer. Auch in Bezug auf die angestrebte Bezugsdauer gibt es deutliche Unterschiede: Während die Frauen, die im Jahr 2018 Elterngeld bezogen, dieses für durchschnittlich 14,2 Monate lang in Anspruch nehmen wollten, beantragten Männer das Elterngeld für durchschnittlich 3,8 Monate. (Quelle: Destatis)

Die Corona-Pandemie, die seit gut einem Jahr unser aller Leben beeinflusst, trifft Frauen besonders hart. Die Krise verschärft die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern, heißt es von Seiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Denn vor allem Frauen arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. In der Krise sind besonders sie von Einkommenseinbußen betroffen, die sie durch Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erfahren. Sie übernehmen den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Die Folgen hiervon sind niedrigere Einkommen, eingeschränkte berufliche Perspektiven und finanzielle Unsicherheiten bei Trennung oder im Alter.

Sucht man deutschlandweit nach Frauen in Führungspositionen, gibt das Statistische Bundesamt an, dass nur knapp jede dritte Führungskraft (29,4 %) weiblich ist (Stand 2019). Eine Unternehmerinnen-Statistik wird in Werder (Havel) nicht geführt. Doch auf Nachfrage berichtete das Gewerbeamt, dass von den 2435 aktiven Gewerben in Werder 971 von Frauen angemeldet worden sind. Das sind knapp 40 Prozent. Die Frauen in Werder (Havel) gehen also mit gutem Beispiel voran, wenn es um Gleichberechtigung im Beruf geht. 

Frauen von heute sind liebevolle Mütter, engagierte Arbeitskräfte, beste Freundin, liebende Ehefrau, Seelentrösterin, Tränentrocknerin, Motivations-Coach und Superheldin des Alltags. Das kann mitunter ganz schön anstrengend sein. Passend hierzu steht die 31. Brandenburgische Frauenwoche, die seit dem 4. März stattfindet, unter dem Motto: „Superheldinnen am Limit“. 

Zahlreiche Veranstaltungen rund um die Fragen „Wie können sich Frauen selbst absichern?“, „Wie können wir Care-Arbeit anders verteilen?“, „Wie können wir die vielfältigen Lebensweisen von Frauen sichtbar machen?“ oder „Was macht die Superheldin, wenn sie übergangen oder angefeindet wird?“ finden statt. Alle Infos hierzu gibt es unter: www.frauenpolitischer-rat.de

Eine der größten Superkräfte von Frauen ist – und das zeigt uns auch der Blick in die Vergangenheit – sich Kompliz*innen zu suchen und sich gemeinsam mit ihnen für die gleichen Wünsche, Ideen und Ziele einzusetzen. 

Die berühmte amerikanische Musikerin Ella Fitzgerald sagte einst: „Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen.“ In diesem Sinne: Who run the world? GIRLS!

Doch wie sehen eigentlich Werderanerinnen und Frauen aus der Umgebung das Frauenbild im Jahr 2021? Wir wollten es herausfinden und haben einige von ihnen gefragt und sie gebeten, folgenden Satz zu beenden: 

„Eine Frau im Jahr 2021 zu sein, bedeutet für mich …“

Manuela Saß, Bürgermeisterin

„… dass mir alle Möglichkeiten offen stehen.“ 

„… ihre eigene Heldin zu sein, ihre Träume zu verwirklichen und niemals aufzugeben.
All das, was sie lebendig werden lässt, nimmt sie an, und setzt um, was ihre Leidenschaft ist. Am wichtigsten ist es, das Leben zu genießen, die eigene Life Balance zu finden und ganz DU selbst zu sein!“

Kathrin Anschütz, Chanti Damour, Julia Scherping, Kerstin Hinterleitner, Life Balance
Ines Lenius, Schulleiterin CvO

„… vernetzt, ambitioniert, empathisch, kommunikativ, kreativ, medienkompetent, zielorientiert, strukturiert, transparent, weltoffen und familienorientiert zu sein. Es bedeutet für mich, vorurteilsfrei auf Menschen zuzugehen, Dinge zu hinterfragen, gegebenenfalls Perspektiven zu ändern, um Prozesse zum Wohle vieler Menschen zu initiieren und voranzubringen. Jeder sollte die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen, das wünsche ich mir als Frau 2021 für uns und für die nachfolgenden Generationen.“

„… aus allem Negativen etwas Positives zu ziehen. Egal wie schwer das letzte Jahr war, mit viel Optimismus schauen wir nach vorn und geben niemals auf. Wir sehen die schönen Dinge, die jede Situation mit sich bringt auch wenn es mal schwerer wird, atmen wir tief ein und wieder aus, sammeln die Energie durch Bewegung und gehen mit voller Kraft über jedes Hindernis. Denn gemeinsam sind wir als Frauen im Team stark.“ 

Die Frauen vom NATURIUM® Vitalcenter
Dr. Inga Vetrella, Tierärztin

„… unabhängig, selbstständig und glücklich sein zu dürfen und die Freiheit zu haben, die eigenen Entscheidungen zu treffen!“

„… dankbar zu sein für die Menschen, die sich für Frauenrechte eingesetzt haben. Wir sind noch weit davon entfernt, von Gleichheit zu sprechen, aber dies ist nichts, was ich mir allein für uns Frauen wünsche. Ich wünsche es mir für alle Menschen. Egal welche Hautfarbe, Herkunft oder sexuelle Orientierung sie haben. Ich habe den Traum, dass wir den Frauentag irgendwann nicht mehr brauchen, weil wir erkennen, dass wir alle gleich sind. Manchmal kommt es mir vor, dass der Kampf für Frauenrechte gegen die Männer geführt wird. Wenn ich eines sicher weiß, dann, dass das aufhören muss.“

Annett Förster, Geschäftsführerin „Sauberkunst“ und „Das Försters“
Claudia und Christine Fürst, Inselglück

„… die Unabhängigkeit zu fühlen und zu leben. Aus der Vergangenheit hervorzutreten und sich auf die Zukunft zu freuen. Die Gegenwart zu genießen und voll zu erleben. Alles zu geben und gemeinsam durchzustarten.“

„… Zuversicht und Stärke auszustrahlen. Immer ein offenes Ohr für die kleinen oder großen Befindlichkeiten meiner Mitarbeiter zu haben. Auch mal nachzufragen und zu unterstützen, wenn Hilfe notwendig ist. Selbstbewusst und motiviert aber auch emotional mit viel Herz auftreten, sich den Problemen stellen und gestärkt mit Blick nach vorn weiter gehen.“ 

Katrin Schneider, Inhaberin Edeka Markt
Katharina Lindicke, Weinbau Dr. Lindicke

„… dankbar zu sein. Dankbar, für die vielen Frauen, die im 20. Jahrhundert mutig für ihre Rechte gekämpft haben. So kann ich heute unabhängig, frei und selbstbestimmt leben und arbeiten!“

„… fair und verständnisvoll mit Menschen umzugehen. Auszeiten zum Energie tanken mit der Familie und engen Freunden sind pures Glück. Wenn die Welt Kopf steht, ist es Zeit für neue Ideen, um unternehmerisch und beruflich erfolgreich zu sein.“

Catharina Koch, Inhaberin WerderVital
Steffi Berkholz, Inhaberin Wellness- und Kosmetikstudio im Lendelhaus

„… gerade in dieser besonderen Situation als ‘Fels in der Brandung’ zu leben. Ich denke, dass Frauen gut dafür geeignet sind, weil sie durch die vielschichtigen Aufgaben zu Hause, beruflich und in der Kinderbetreuung sowieso die Ruhe bewahren und gut
organisieren müssen. Die Einschränkungen für mein Geschäft haben auch mich vor ungewohnte Herausforderungen gestellt, aber mit Geduld und Zuversicht werden wir 2021 zu einem guten Jahr werden lassen und alles Positive dann vielleicht auch viel bewusster erleben.“

Mein Werder (269): Kristin Stein

Kurz & Knackig

Name: Kristin Stein
Alter: 33 Jahre
Wohnort: Werder
Wie lange leben Sie schon in Werder? Schon immer. Ich habe jedoch drei Jahre für die Ausbildung in Regensburg verbracht und bin aber direkt danach wieder zurück in die Heimat!
Haben Sie Kinder? Ja, einen Sohn, der 3 Jahre alt ist.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Unser Werder ist schon ein hübsches Fleckchen zum Wohnen. Es gibt ruhige Ecken zum Entspannen, wo man viel Natur erleben kann, und gleichzeitig ist unter normalen Umständen so einiges los, weil sich kulturell ganz viel entwickelt hat in den letzten Jahren.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich bin Fotografin und meistens in meinem Geschäft am Bahnhof anzutreffen, wenn ich nicht unterwegs bin für einige Aufträge.

Was würden Sie lieber machen?
Zu Beginn meines Abiturs bin ich durch ein Projekt am Oberstufenzentrum auf die Idee gekommen, mich intensiver mit der Fotografie zu beschäftigen. Seitdem bin ich dabei geblieben und ich könnte mir auch nichts anderes mehr vorstellen.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns wo?
Ich bin zur Zeit sehr oft mit meinem Sohn auf den Spielplätzen unterwegs, ansonsten fahre ich gern mit dem Fahrrad herum, um alle schönen Ecken im Blick zu haben.

Wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Auf jeden Fall auf der Insel und dann aber jede Gasse bitte ablaufen!

Rummel oder Muckerhaften? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Es gehört beides irgendwie dazu.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
So viel vertrage ich gar nicht, aber wenn probiere ich immer mal was Neues aus.

Sie – ganz speziell

Als Fotografin begleiten Sie Ehepaare, werdende Eltern und Familien bei ihren wichtigsten Momenten im Leben. Gibt es ein Erlebnis, an das Sie besonders gerne zurückdenken?
Nach über neun Jahren waren schon sehr viele unterschiedliche Menschen bei mir. Ich freue mich, viele Familien schon seit Jahren begleiten zu dürfen, von der ersten Schwangerschaft über Hochzeitsbilder und dann noch eventuell weitere Geschwister, das ist wirklich sehr spannend.

Wir haben auf Ihrer Homepage gesehen, dass Sie auch Bildbearbeitung für historische Fotos anwenden. Erzählen Sie uns etwas darüber?
Es gibt viele alte Schätze bei meinen Kunden zu Hause, die sie mir vorbeibringen und ich die Möglichkeit habe, diese wieder sichtbar zu machen. Es sind oft Bilder von Familienmitgliedern, die vor kurzem oder schon länger verstorben sind, die sie dann gerne verschenken oder für die Beerdigung benötigen. Aber ich habe auch schon einige historische Gegenstände fotografiert, die nun wiederum in Museen zu sehen sind.

Gibt es ein Motiv, das Sie besonders gerne vor der Linse haben?
Das werde ich tatsächlich oft gefragt von meinen Kunden, allerdings gibt es wirklich nicht das eine Motiv, weil mir die Abwechslung sehr gefällt und es somit nicht langweilig wird.

Allein mit dem „Knipsen“ von ein paar Fotos ist Ihre Arbeit nicht getan. Wie kann man sich Ihre Arbeit vorstellen, wenn man Sie z.B. für eine Hochzeit bucht?
Bei Hochzeiten ist natürlich ein persönliches Vorgespräch wichtig. Wie sind die Vorstellungen vom Brautpaar und was ist alles geplant? Am eigentlichen Hochzeitstag ist viel Aufregung dabei und nach der Trauung ist die Stimmung dann immer entspannter und ich versuche, den schönsten Tag im Leben vom Brautpaar in Bildern festzuhalten.

Anschließend beginnt dann die Arbeit, die mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ich gehe alle Bilder durch, treffe die Bildauswahl und verleihe durch entsprechende Bildbearbeitung den Hochzeitsbildern noch mehr Glanz. Natürlich steht die Natürlichkeit dabei immer im Mittelpunkt.

Wenn die Bilder dann fertig sind und sich die Kunden das erste Mal die Bilder anschauen, kam es sogar schon mal vor, dass die eine oder andere Träne vergossen wurde, aber natürlich nur vor Freude!

Womit verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?
Freizeit bedeutet Familienzeit für mich und meinen kleinen Sohn. Im Sommer sind wir viel auf der Insel bei meinen Eltern im Schrebergarten zum Austoben und auch Entspannen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Ich wünsche mir viel Gesundheit für alle in dieser schwierigen Zeit und dass ein normaler Alltag bald wieder möglich ist. Den dritten Wunsch lasse ich noch offen!

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Die meiste Zeit lese ich meinem Sohn Kinderbücher vor. Aber im Moment lese ich „Goldstein“ von Volker Kutscher.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Ich bin offen für fast alles. Besonders unterhaltsam fand ich aber den „Tatortreinger“ – etwas makaber, aber auch mit viel Humor.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Bisher habe ich es wohl noch nicht entdeckt.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag Tiere sehr gern, oft sind sie auch bei Familien-Fotoshootings dabei, weil sie ja auch ein volles Familienmitglied sind. Privat habe ich jedoch keine Zeit für Haustiere.

Erneutes Eingreifen des Veterinäramtes PM wegen verbotener Tierhaltung in Glindow

Symbolbild

Werder (Havel) OT Glindow, 5. März 2021 – Bereits vor dreieinhalb Jahren, am 6. Juni 2017, wurde gegen einen Glindower ein Haltungs- und Betreuungsverbot für Vieh jeder Art erlassen. Die Eilrechtsschutzverfahren sind in beiden Instanzen (VG und OVG) für den Landkreis entschieden worden.

Nun wurde erneut eine Geflügelhaltung bei ihm angezeigt und letzte Woche kam noch die Anzeige, dass sich Ferkel von seinem Grundstück bei der gegenüberliegenden Kita aufhalten.

Eine Vor-Ort-Kontrolle ergab, dass wieder Geflügel, Schweine, Schafe und Kaninchen gehalten wurden. Erneut war die Haltung der Tiere erheblich zu beanstanden, da Wasser und geeignetes Futter fehlten, die Unterbringung stark verkotet war und das Futter für die Schweine bereits gärte.

Die freilaufenden Schweine sind gerade auch in Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest bedenklich und wegen der Geflügelpest die Fütterung des Geflügels unter freiem Himmel.

Gestern wurden dann sechs sehr magere und extrem scheue Schafe, sowie Hühner, Enten und Gänse, vier Schweine und acht Ferkel (ein Ferkel wurde ertrunken auf dem Grundstück gefunden) und mehrere Kaninchen (die Jungtiere hatten vereiterte Augen) fortgenommen, anderweitig untergebracht und veräußert.

Dank der tatkräftigen Unterstützung der Tierrettung Potsdam e.V. und der Tierarztpraxis Ebeling konnte die Räumung zügig und problemlos erfolgen. Entsprechende Verfahren werden nun wieder eingeleitet. Zahlreiche Kaninchen suchen jetzt ein neues, verantwortungsvolles Zuhause. Interessierte können sich beim Veterinäramt unter 03381/ 53 3273 melden. (wsw, lpm)

Eine neue Monatskiste aus dem Familienzentrum

Werder (Havel), 5. März 2021 – Seit gut einem Jahr gibt es auf der Homepage des Familienzentrums Werder in regelmäßigen Abständen kunterbunte Unterhaltungskisten zu entdecken. Viele Kita-Kinder werden – wo es möglich ist – zu Hause von den Eltern betreut, die Schulkinder sind erst seit einigen Tagen wieder zurück im Wechselunterricht. 

Zumeist stehen Eltern vor der Herausforderung, den Nachwuchs angemessen zu beschäftigen. Die kunterbunten Monatskisten können hierbei behilflich sein. Die Familienzentren der Stiftung JOB haben sich gemeinsam Gedanken gemacht und ein schönes Sammelsurium an Beschäftigungsanregungen und kulinarischen Ideen zusammen gestellt. So finden sich für den Monat März zum Beispiel das tolle Kinderspiel „Bäumchen, Bäumchen wechsel dich“, das Rezept für selbstgemachte Chicken Nuggets und eine schöne Bastelidee für Ostern in der virtuellen Kiste sowie noch vieles mehr. 

Wer sich über das weitere (Online)-Angebot des Familienzentrums Werder informieren möchte, wird ebenfalls auf der Homepage fündig. Viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken! (wsw)

Der gemeinnützige Verein Zuckerbaum e.V. sucht Unterstützer für Bildungspatenschaften

Werder (Havel), 5. März 2021 – In ihrer Freizeit zum Fußball, zum Schwimmen, zum Gitarrenunterricht oder zur Nachhilfe zu gehen, ist für viele Kinder selbstverständlich. Am Abend mit der kompletten Familie am Tisch zusammenzusitzen und über seinen tollen Tag zu sprechen ebenfalls.

Leider geht es nicht allen Kindern so. Manchmal ist es ein Kinderarztbesuch, manchmal ein Anruf des Arztes aus der Klinik, der plötzlich alles verändert. Die gerade mitgeteilte Diagnose zieht der Familie den Boden unter den Füßen weg und bereitet allen Familienmitgliedern große Sorgen. 

Die gesunden Geschwister haben feine Antennen und beobachten still das folgende Szenario aus Arztbesuchen, Klinikaufenthalten und Reha-Kuren. Sie versuchen mit aller Kraft, ihre Sorgen von den Eltern fernzuhalten, nicht noch eine weitere „Aufgabe“ in dem schon überfüllten Alltag zu sein.

Nicht selten werden die gesunden Geschwister fast unsichtbar zwischen der großen Angst und den vielen Terminen, der neuen finanziellen Situation und der Kraftlosigkeit der Eltern.

Doch auch sie haben Wünsche: Karate oder Zeichnen oder tatsächlich Nachhilfe, um die Zensuren zu verbessern und bald eine gute Ausbildung zu beginnen. Wenn dies aber aufgrund des nun minimierten Familieneinkommens nicht möglich ist, was dann? Dann brauchen sie unsere Unterstützung!

Der Zuckerbaum e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, gesunde Geschwister aus Familien mit einem schwerst erkrankten oder lebensverkürzt erkrankten Kind zu unterstützen, ihnen eine Möglichkeit des Austausches mit Kindern und Jugendlichen in ähnlicher Situation zu geben. In verschiedenen Veranstaltungen rund ums Jahr werden spezielle Angebote erarbeitet, die immer einen geschützten Raum bieten und sich ausschließlich mit den Bedürfnissen der gesunden Geschwister beschäftigen.

Das Herzstück des Zuckerbaum e.V. sind die Bildungspatenschaften. Mit einer Bildungspatenschaft erhält das Kind eine Freizeitaktivität. Sie kann für sechs Monate beantragt werden und es wird gemeinsam nach einem geeigneten Angebot in Wohnortnähe und manchmal auch nach einer Begleitung des Kindes dorthin gesucht. Nach diesen sechs Monaten gibt es eine Möglichkeit der Verlängerung des Antrages für ein weiteres halbes Jahr.

Um diese Bildungspatenschaften zu ermöglichen, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Geben Sie den gesunden Geschwistern mit Ihrer Spende ein Stückchen Normalität zurück und holen Sie es aus dem Schatten wieder ins Licht. Ihre Spende schenkt Aufmerksamkeit, Vertrauen, Austausch und Teamgeist. (d.b.)

Sie möchten helfen?

Spendenkonto:

Zuckerbaum e.V.
IBAN DE22 1002 0890 0023 8708 78
Verwendungszweck: Bildungspate 2021

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Werder (Havel), 16. April 2021 - Die neue temporäre Rettungswache Werder in den Havelauen wurde am 6. April vom Landkreis als Träger des Rettungsdienstes...

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