Noch einmal Kind sein

Zu Besuch in der Kita Spatzenhaus in Glindow

v.l.: Andrea Kaufmann, Heidrun Schmahlfeldt und Claudia Stürmer

Werder (Havel) OT Glindow, 29. September 2021 – Bei schönstem Spätsommerwetter betreten wir das Grundstück der Kita Spatzenhaus in Glindow. Wir sind auf Einladung von Kitaleiterin Heidrun Schmahlfeldt zu Gast und freuen uns sehr über die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen des Kitabetriebes zu schauen.

Auf dem parkähnlich angelegten Außenbereich herrscht reges Treiben. Die Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren klettern auf einem großen Holzschiff umher, drehen sich vergnügt auf einem kleinen Karussell, einige erkunden mit Bobby Cars das Areal und wieder andere mustern interessiert die unbekannten Besucher, also uns. „Insgesamt betreuen wir 31 Kinder hier im Spatzenhaus und wenn so schönes Wetter ist wie heute sind die Kids natürlich den Großteil des Tages draußen, wobei auch bei weniger gutem Wetter die Kinder am liebsten draußen sind“, erklärt Heidrun Schmahlfeldt. 

Das Freigelände mit vielen Spielgeräten einem Gemüsebeet und einem Barfußpfad lädt zum ausgelassenen Spielen und Entdecken ein. Für ausgiebigere Erkundungstouren gibt es noch ein nahe gelegenes Waldstück, in das die Kinder auch sehr gerne mit den Pädagoginnen gehen.

Wir lassen das wuselige Treiben hinter uns und betreten das Gebäude, das ebenso wie das Grundstück von der Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder mbH verwaltet wird. „Das Spatzenhaus gibt es seit 1986 und ich selbst bin seit 1987 hier“, erzählt die Kitaleiterin nicht ohne Stolz. Auch wenn die Kita bereits 35 Jahre auf dem Buckel hat, braucht sie sich hinter der modernen Nachbarskita – der Kita Zauberwald – nicht verstecken. Mit viel Liebe zum Detail, jeder Menge Herzblut und noch mehr Farbe wurden die Räumlichkeiten im Inneren gestaltet.

Den 31 Kindern stehen zwei, jeweils etwa 60 Quadratmeter große Gruppenräume zur Verfügung, in denen sie altersgemischt untergebracht sind. So lernen die Kleineren von den Größeren und auch die älteren Kinder entwickeln ein gutes Sozialverhalten in Hinblick auf jüngere Kinder. Jeweils zwei Pädagoginnen arbeiten bei den „Katzen“ und „Bienen“.

Der Träger der Kita Spatzenhaus ist die AWO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH. „Uns und unserem Träger ist es wichtig, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit angenommen wird. Die Kinder machen sich von Geburt an aktiv ein Bild von der Welt. Diesen Prozess begleiten wir auf der Grundlage des Situationsansatzes. Beim Probieren und Experimentieren entwickeln sich die Kinder in ihren individuellen Lernprozessen weiter, die sich in den Lerngeschichten wiederfinden. Damit sich unsere Kinder optimal entwickeln, bildet die Zusammenarbeit mit den Eltern eine weitere Basis unserer Arbeit“, erklärt Heidrun Schmahlfeldt.

Insgesamt sind fünf ausgebildete Pädagoginnen in der Glindower AWO-Kita tätig, eine Quereinsteigerin aus einer nicht-pädagogischen Tätigkeit erlernt zur Zeit den Beruf der Erzieherin und ergänzt das Team. „Ich bin sehr glücklich mit unserem Team, die Chemie stimmt“, freut sich die Kitaleiterin, die selbst in Glindow lebt. 

Und auch die Zusammenarbeit mit dem Träger, der HGW als Verwalter und der städtischen Kita als Nachbarn ist außerordentlich gut: „Im letzten Jahr hatten wir die Idee eines großen Holzschiffes für einen unserer Gruppenräume – unsere Idee und Planung wurden dann von der AWO umgesetzt. Und die HGW hat in diesem Jahr eine Renovierung vom Spatzenhaus veranlasst.“

Zum Abschied möchten wir von Heidrun Schmahlfeldt noch wissen, was sie in ihrer bisherigen Spatzenhaus-Zeit besonders bewegt hat: „Besonders gerührt hat mich, dass ein Papa in Eigenleistung die Garderobe, den Spiegel und die Heizkörperverkleidung für unseren Eingangsbereich gebaut hat. Und auch jetzt, wo seine Kinder schon längst nicht mehr von uns betreut werden, erkundigt er sich regelmäßig, ob wir noch etwas gebrauchen können. Aber auch die Bereitschaft anderer Eltern – eine Mama hat z.B. für alle Kinder kleine Stoffbeutelchen genäht – und der Kollegen begeistert mich immer wieder. Und natürlich, dass wir jetzt Kinder von ehemaligen Schützlingen bei uns haben – das ist wohl das größte Lob für unsere Arbeit.“

Bis 2023 liegen bereits Anmeldungen interessierter Eltern vor. Bei so einer kleinen, familiären Kita sind die wenigen Plätze natürlich begehrt. Als wir gehen, wird gerade das Mittagessen gebracht. Es kommt vom AWO-Seniorenzentrum Schwalbenberg. Die Kinder können beim Essensplan mitbestimmen, ein Blick darauf zeigt uns, dass trotz der berücksichtigten Kinderwünsche auch viel Gesundes seinen Platz auf der Speisekarte findet. Wir würden am liebsten noch länger bleiben und gemeinsam mit den Lütten das Piratenschiff erobern oder Pilze im Wald entdecken. Doch jetzt ist erstmal Essenszeit und danach eine Ruhepause für alle Kinder. Dabei wollen wir natürlich nicht stören. (wsw)