Not macht erfinderisch

Einwohner pflanzen fast 200 junge Bäume in ihre Vorgärten

Schwielowsee OT Wildpark West, 9. April 2020 – Normalerweise hätte es am 4. April 2020 in Wildpark-West den 3. Nachpflanztag gegeben. Geplant war ein Bürgerfest mit einem Konzert der Leipziger Band Tempi Passati und einer Lesung von Schauspieler Thomas Arnold. Auf Grund der aktuellen Lage musste das Fest auf Juni verschoben werden. Dennoch haben die Einwohner der kleinen Waldsiedlung an diesem Tag ein Zeichen für die Wiederherstellung des Waldcharakters setzen wollen und Bäume auf ihren Grundstücken nachgepflanzt.

Dazu aufgerufen hatte der Verein „Waldsiedlung Wildpark-West“, der dazu 250 junge Laub- und Nadelbäumchen für die Einwohner kostenfrei zur Verfügung stellte.

Vernunft und die bestehenden gesetzlichen Regelungen zwangen dabei zum Improvisieren. Mittels des schon bei der Wildparker Einkaufhilfe bewährten Haustür-Bringe-Dienstes und eines kontaktfreien Selbstbedienungsstandes konnten die Bewohner ihr Wunschbäumchen ordern oder mit nach Hause nehmen. Fast jeder zweite Haushalt beteiligte sich an der Pflanzaktion, bei der es für jede beteiligte Familie obendrein noch ein Los für die jährliche Baumtombola in Form eines Tannenzapfens dazu gab.

„Fast 200 junge Bäume fanden ein neues Zuhause. Nur noch Restbestände an Kiefern, Douglasien, Sandbirken und Bergahorn sind in unserer kleinen Baumschule verfügbar. Mit solch einem guten Ergebnis hatten wir auf Grund der aktuellen Situation gar nicht gerechnet“, erklärt René Braunsorf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der gemeinnützig anerkannten Körperschaft zur Förderung von Umwelt- und Naturschutz Waldsiedlung Wildpark-West.

Ziel des Vereins ist es, bis zum 100-jährigen Siedlungsjubiläum 2033, den Baumbestand der Waldsiedlung zu verjüngen und den Verlust an Großbäumen in den letzten Jahren, so gut es geht zu kompensieren. Seit Beginn der Nachpflanzaktion „Rettet die Waldsiedlung!“ im April 2018 wurden bereits 700 Bäume neu gepflanzt. Unterstützung erfahren die Einwohner dabei vorwiegend von regionalen Unternehmen und durch private Spenden. Auch diesmal stellten die Havelländischen Baumschulen in Werder die Jungbäume und Setzlinge zur Verfügung. (t.g.)