Paddeln ist ihr Hobby

Silvana Werner paddelt seit fünf Jahren auf einem SUP - und es ist ihre liebste Freizeitbeschäftigung

Silvana auf dem Plessower See nach der kleinen Lehrstunde für Wir sind Werder. Foto: wsw

Werder (Havel), 20. August 2018 – Erfunden haben es die polynesischen Fischer, die sich mit nur einem Paddel stehend auf dem Wasser vorwärts bewegten. Inzwischen hat sich daraus eine Trendsportart entwickelt, es gibt nationale und internationale Meisterschaften. SUP – Stand up Paddling heißt die Sportart, die natürlich auch vor Werder nicht Halt macht und die offensichtlich „süchtig“ machen kann. Ein Beispiel aus der Blütenstadt ist Silvana Werner.

Die 44-Jährige hat eine beeindruckende Entwicklung auf dem Board hingelegt, seit sie das Hobby vor rund fünf Jahren für sich entdeckte. „Ich habe damals Thilo Grahl von Surf & Sail auf dem Wasser beobachtet und dachte, das muss ich auch mal probieren“. Gedacht, getan – Silvana nahm einen Kurs bei Thilo. Vom Kurs kam sie mit der festen Absicht nach Hause, sich ein SUP-Board zu kaufen. Inzwischen kann sie auf tolle Zeiten verweisen: 8,95 Kilometer in 1,19 Stunden – das ist ihre neue Bestzeit, die Silvana Anfang August auf dem Zernsee erreichte.

Ob im Weihnachtsmannkostüm, stilecht mit Hackenschuhen und Petticoat-Kleid zu den „Werder Classics“ auf der Insel oder in Yogaposition – Silvana macht immer eine gute Figur auf dem Board. Silvana nutzt ihr Board aber natürlich nicht nur, um für beeindruckende Bilder zu posieren. Allmorgendlich fährt sie von ihrem Haus in den Havelauen rüber nach Töplitz, wo sie im Kindergarten als Erzieherin arbeitet. Dafür braucht sie eine runde halbe Stunde für drei Kilometer, „zurück, wenn es windig ist, braucht man schonmal etwas länger“, ist ihre Erfahrung. Zudem müsste man beim Paddeln auf der Havel ja auch noch Boote und Schiffe beachten. Sich den Trubel beim Baumblütenfest vom Wasser aus anzuschauen, eine abendliche 10-Kilometer-Inselrunde, Brötchen holen in den Havelauen, ein Besuch beim Leuchtturm in Phöben oder ein Ausflug nach Potsdam, immerhin über 20 Kilometer, – alles ist möglich mit dem SUP. Und auch im Winter ist sie unterwegs: „Im letzten Winter, als alle mit Schlittschuhen auf dem Eis waren, habe ich rundherum Bekannte angerufen, ob es bei ihnen auf den Gewässer eisfrei ist, um paddeln zu können“.

Urlaubsreisen oder Städtetripps der Familie werden zwar nicht konsequent nach Wassernähe geplant, aber wenn es passt, kommt das Board natürlich mit. Silvana schwärmt von Ägypten oder vom jüngsten Trip nach Portugal – Erlebnisse auf dem Wasser, die nicht jeder Tourist hat. Denn auch ihr Mann besitzt längst ein Board, auch wenn er nicht ganz so „vernarrt“ ist wie sie selbst. „Er hilft mir aber unglaublich viel. Er kümmert sich um die Boards, schleppt sie für mich, macht sie sauber, holt mich nach langen Touren ab“ – und hat eben Verständnis für das Hobby seiner Frau.

Bei Beachsportfestival Fehmarn testete sie in diesem Sommer verschiedene SUP, inzwischen hat sie soviel Erfahrung, dass ihr individueller Tipp für den Kauf eines SUP bei Freunden und Bekannten gefragt ist. Und nicht nur das: „Bestimmt schon 40 Leuten habe ich das SUP erklärt und beigebracht“.

Sie kann sich vorstellen, auch mal Wettkämpfe zu fahren – dazu fehlt ihr aber ein noch besseres Board, ein so genanntes Hardboard. Bislang nutzt sie ein aufblasbares Board. „Die Hardboards sind echt teuer“, lautet ihre Erkenntnis. Und so sucht sie in Zeitungen und im Internet, vergleicht und hofft, ein gebrauchtes Board günstig zu bekommen.

Was macht denn nun so süchtig?  „Es macht viel Spaß, man vergisst den Stress, man verbrennt viele Kalorien, die Innenmuskulutar wird gestärkt. Rückenschmerzen verschwinden. Man ist fit und glücklich“, fallen Silvana spontan gleich viele Gründe ein. Viel Sport hat sie ja schon immer gemacht: sonntags laufen mit der Töplitzer Laufgruppe, Fitness Power-Kurse,  Cheerleading in der Elterngruppe … „Das war irgendwann alles zu viel. Paddeln geht eben, wenn man Lust hat – ohne den Termindruck“. Im Winter will sie vielleicht mal Yoga machen, eventuell nochmal den Power-Kurs, aber Laufen will sie nicht mehr.

Sie würde gern auch Kurse geben: „Vielleicht ergibt sich da mal etwas“. Dafür müsste sie allerdings einen Rettungsschwimmer- und einen Kursleiter-Schein machen. Das lässt Silvana sich einfach noch offen. Denn Stress braucht sie nicht mehr im Leben – aber ein schönes Hobby … (wsw)

Aller Anfang ist schwer - die Redakteurin von Wir sind Werder klatscht natürlich nach der Lehrstunde mit Silvana Werner auf dem Plessower See ins Wasser. Foto: privat
Ein schönes Motto: "Paddel yourself to a better place" steht auf ihrem Shirt. Foto: privat
Mit Stil zu den Werder Classics: "Ich habe keinen Oldtimer - also komme ich gepaddelt". Foto: privat