Polizei ermittelte mehr Tatverdächtige

Brandenburg, 18. März 2019 – Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, stellte in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Leiter der Kriminalpolizei, Kriminaldirektor Sven Mutschischk, die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für Westbrandenburg und das Jahr 2018 vor.

Zu Beginn wies Peter Meyritz auf den Trend der wiederum gesunkenen Zahlen des Wohnungseinbruchsdiebstahls hin (- 4,7%). Von den 956 aufgenommenen Fällen im letzten Jahr blieben fast die Hälfte, 44 Prozent, der Fälle im Versuch stecken. Auch im Bereich der Diebstahlskriminalität sinkt die Zahl der erfassten Straftaten von 21.739 auf 20.773 und somit um 4,7 Prozent.

Peter Meyritz: „Gute und notwendige Polizeiarbeit beginnt bereits vor der Straftat und nicht erst danach. Die zurückgehenden Zahlen bei Wohnungseinbrüchen zeigen mir, wie wichtig regelmäßig stattfindende und lageangepasste Maßnahmen, Präventionsveranstaltungen- und Bürgerberatungen sind, um es den Dieben in der Polizeidirektion West richtig schwer zu machen.

Dass 44 Prozent aller Einbrüche im Versuch stecken bleiben, bedeutet, dass Präventionsarbeit der Schlüssel zum Erfolg ist. Die Verbesserung technischer Einrichtungen, sichererer Fenster und Türen aber auch das Befolgen einiger wichtiger Regeln können einem Dieb wertvolle Minuten kosten, die entweder dazu führen, dass er den Einbruch abbricht oder bestenfalls von der Polizei geschnappt wird.“

Kriminalitätslage

54.524 Straftaten wurden im Jahr 2018 im Bereich der Polizeidirektion West aufgenommen (2017: 54.390, Anstieg um 0,25%). Die Gesamtaufklärungsquote blieb konstant auf dem Vorjahresniveau bei 54,6 %. (2017: 54,6%).

Im Bereich der Einbruchskriminalität (2018: 956, 2017: 1.003, -4,7%), ebenso wie im Bereich der Kfz-Diebstähle (2018: 680, 2017: 769, -11,6%) konnte ein Rückgang der Fallzahlen verzeichnet werden.

Im Bereich der Fahrraddiebstähle kam es zu einem Anstieg der Fallzahlen (2018: 4.512, 2017: 4.025, +12,1%), wobei diese insbesondere auf die Fahrraddiebstähle im Bereich der Polizeiinspektion Potsdam zurückgehen. In den Inspektionen Brandenburg (-28) und Teltow-Fläming (-7) wurde eine rückläufige Tendenz  und in der Inspektion Havelland eine annähernd konstante Zahl von 880 (2017: 879) registriert. Im Stadtgebiet Potsdam wurden insgesamt 1.986 (2017: 1.416, +40,3%) Fahrräder entwendet. Demzufolge wurden fast die Hälfte aller Fahrräder in der PD West im Bereich der Stadt Potsdam gestohlen (44%). Da dieser Schwerpunkt erkannt wurde, wird die Polizei weiterhin und regelmäßig Präventivmaßnahmen, wie die kostenlose Fahrradcodierung anbieten und durchführen, um so einen Rückgang der Fahrraddiebstähle zu erreichen und die Bürgerinnen und Bürger für dieses Kriminalitätsfeld zu sensibilisieren.

Sven Mutschischk: „Unser selbst gestecktes Ziel, die Aufklärungsquote zu steigern oder auf gleich gutem Niveau zu halten, konnten wir im zurückliegenden Jahr trotz leicht gestiegener Fallzahlen wieder erfüllen. Der Kriminalpolizei ist es parallel sogar gelungen, mehr Tatverdächtige als im Jahr 2017 zu ermitteln.“

Der Leiter der Kripo PD West Sven Mutschischk. Foto: PD West

Im Bereich der Gewaltkriminalität musste die Polizeidirektion West auch im Jahr 2018 wieder steigende Fallzahlen verzeichnen (2018: 1.597, 2017: 1.563, +2,2%). Insbesondere im Bereich der Raubdelikte/räuberischer Erpressung (2018: 350, 2017: 338, +3,6%) sowie bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung (2018: 88, 2017: 71, +23,9%) wurden Anstiege registriert. Mit ursächlich für den Anstieg im Bereich der Sexualdelikte ist der im Jahr 2016 eingeführte Strafrechtsparagraph 184 i StGB, der den Tatbestand der sexuellen Belästigung definiert.
Ein Rückgang, bei denen unter der Definition Gewaltdelikten zusammengefassten Straftaten, ist für den Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung (-121) sowie für Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen (2018: 7, 2017: 21) zu erkennen.

Trotz der leicht angestiegenen Gesamtanzahl von Straftaten hat sich die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, zum Vorjahr wieder verringert (-0,8 %). 2016 hatte die Polizeidirektion West noch eine Zahl von 7.675 Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst, im Jahr 2018 waren es nur noch 6.916 Straftaten, die auf 100.000 Einwohner kamen.
Ebenfalls bemerkenswert ist der Rückgang der Diebstahlsdelikte um 966 Delikte (-4,4%). 2017 wurden in diesem Feld noch 21.739 und 2018 20.773 Strafanzeigen aufgenommen.
Der Phänomenbereich Ladungsdiebstahl auf Bundesautobahnen mit dem Modus Operandi “Planeschlitzen” hat zu lageangepassten Maßnahmen durch die Polizeikräfte im Bereich der Bundesautobahnen geführt. Im Jahr 2018 gingen die Fallzahlen um 24,8 Prozent zurück (2018: 298, 2017: 396). (PD West/wsw)