Postgeschichtliche Sammlung übergeben

v.l.: Baldur Martin, Wolfgang Heitsch und Christian Große, Foto: Klix

Werder (Havel), 5. Juni 2019 – Im Januar hat Wolfgang Heitsch ein neues Buch zur Werderaner Postgeschichte vorgestellt. Der Titel: „Von den Postreitern und den Briefen in der Waschküche.“ Jetzt hat der Heimatforscher seine komplette postgeschichtliche Sammlung dem Werderaner Stadtarchiv übergeben. Sie enthält Dokumente, die in dem Buch enthalten sind und dort erläutert werden, sowie weiteres Material, das Wolfgang Heitsch in den vergangenen Jahren zu dem Thema zusammengetragen und ersteigert hat.

Briefe, Postkarten, Briefmarken mit Sonderstempeln, Feldpost aus beiden Weltkriegen und Urlaubskarten, Lieferscheine sowie weitere historische Dokumente und postgeschichtliche Aufzeichnungen gehen damit an das Stadtarchiv. Alle Dokumente haben einen Bezug zu Werder (Havel) und stehen Interessierten nun für Recherchen zur Verfügung.

Ein besonders alter Briefwechsel aus der Sammlung stammt von der Schützengilde zu Werder, die sich bei anderen deutschen Schützenvereinen Mitte des 18. Jahrhunderts zum Thema Schützenfeste austauschte. Allein zum Thema Obstbau gibt es u.a. bemerkenswerte Frachtbriefe aus dem 18. Jahrhundert für die Anlieferung von Pferdedung oder sogenannte Bestellpostkarten eines Berliner Obstverwerters.

Wolfgang Heitsch stellte Werders 1. Beigeordneten Christian Große beispielhaft einen Briefwechsel zwischen dem damaligen Bürgermeister Franz Dümichen und dem Gutsherrn von Britzke vor, in dem es um den Streit um eine Gemarkungsgrenze geht. Interessant ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form: Es handelt sich um einen sogenannten Falt- oder Wendebrief.

Ein A3-Papierbogen wurde dabei für das Anschreiben und auch gleich für die Rückantwort genutzt. Der Bogen wurde so gefaltet, dass außen der jeweils richtige Adressat gestanden hat. „Ähnlich wie bei einem E-Mail-Austausch hatte man damit schon um 1900 den kompletten Vorgang auf einem Blatt“, kommentierte Christian Große.

Der Werderaner Ortschronist Baldur Martin, der die Sammlung für die Stadt in Augenschein genommen hatte, sprach von „einmaligen Stücken“. Gemeinsam mit dem im Januar veröffentlichten Buch entstehe ein umfassendes Bild der Postgeschichte in Werder (Havel), aus dem sich Erkenntnisse über die deutschlandweite Entwicklung zu diesem Thema ableiten ließen. (wh)