Rassegeflügel und Exoten – zwei gut besuchte Ausstellungen

Eine Stadt - zwei Ausstellungen: Rassegeflügel in der Turnhalle der Hagemeister-Schule und Exoten in der Havelauen-Halle

Stolze Hähne in der Ausstellung des Rassegeflügelzuchtverein RGZV „Hoffnung 1948“. Foto: wsw

Werder (Havel), 29. Oktober 2018 – „Wir nehmen uns überhaupt keine Gäste weg“, lautet die einhellige Bewertung der Organisatoren der beiden Ausstellungen am vergangenen Wochenende in Werder (Havel). In der Turnhalle der Karl-Hagemeister-Schule zeigten die Rassegeflügelzüchter ihre Jubiläumsausstellung zum 70. Geburtstag des Vereins. In der Havelauen-Halle hatten die Mitglieder des Vereins der Ziergeflügel- und Exotenzüchter ihre jährliche „Exotica“ aufgebaut. Zeigten die Vereine sonst an verschiedenen Wochenenden ihre Tiere vor Publikum, gab es in den vergangenen Jahren aber bereits schon einmal eine Überschneidung. Und auch die in diesem Jahr störte beide Veranstalter nicht.

Christian Kärger, Chef des Rassegeflügelzuchtvereins RGZV „Hoffnung 1948“. Foto: wsw

Hühner, Hähne, Enten, Tauben, Gänse – es gackerte, schnatterte, krähte und scharrte fröhlich – schon am Samstag kamen knapp 500 Interessierte in die Turnhalle auf der Jugendhöhe, der Sonntag lief nochmal so gut. „Wir sind sehr zufrieden. Besonders für die Kinder ist so eine Ausstellung immer sehr interessant – wo sehen die denn sonst noch Tiere? Die kennen zwar ein Ei, wissen aber nicht, wo es her kommt“, sagte Christian Kärger, Chef des RGZV „Hoffnung 1948“ und freute sich über den Zuspruch. Zudem stellten die Züchter ihre Tiere den gestrengen Augen einer Bewertung durch die Preisrichter. Auch Kärgers Zwergbrahma wurden bewertet – erfolgreich. Viele Fragen der neugierigen Gäste haben die betreuenden Vereinsmitglieder an diesen zwei Tagen beantwortet. „Wen Hahnenschrei am Morgen stört und wen ein Taubenschwarm empört, den meid’ als Freund an deiner Seit’, ihm wird das Herze niemals weit“, kündet ein Banner an der Wand der Turnhalle vom Grundsatz der Züchter.

Die Tombola mit 300 Preisen war bereits am Samstag ausverkauft, Kaffee und der von den Vereinmitgliedern selbst gebackene Kuchen ging gut weg. Die begehrten Pokale und edle bestickte Bänder wurden am Sonntag um 15 Uhr verliehen, die Bürgermeisterin Manuela Saß war da, ebenso die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig, die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Annette Gottschalk und Werders Stadtsportbundchef Klaus-Dieter Bartsch.

Zur Auszeichnung kamen u.a. die Bürgermeisterin Manuela Saß und die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig in die Turnhalle der Karl-Hagemeister-Schule. Foto: wsw

Sonntagmittag wurde der 1000. Besucher in der Havelauen-Halle begrüßt. In der Potsdamer Straße lockten die „Exoten“ die Besucher an. Wir sprechen wieder mit einem „Kärger“. Nicht umsonst sind die Kärgers eine der ältesten Familien der Stadt. Und die Züchter sind auch miteinander verwandt. Während Christian Kärger Hühner züchtet, hat sich Großcousin Eberhard Kärger mit seiner Zuchtgemeinschaft, zu der auch die Tochter und der Schwiegersohn Randy Kärger gehört, der Vogelzucht verschrieben. Rund 100 Vögel gehören in die Zucht.

Eberhard und Randy Kärger von der Zuchtgemeinschaft Kärger. Foto: wsw
Rudi Pietsch, Randy Kärger und Mike Grunewald bei der „Exotica“ der der Havelauenhalle. Foto: wsw

„Wir waren selbst oben in der anderen Ausstellung“, sagte Randy Kärger. Sie hätten ihren Gästen sogar empfohlen, auch die andere Ausstellung zu besuchen. „Wir sind aus diesem Verein entstanden“, sagt Mike Grunewald, „warum sollte es da Konkurrenz geben?“ Der Glindower ist bekannt für seine erfolgreiche Papageien-Zucht. „Wir sind doch alle froh darüber, dass die Leute soviel Interesse an unseren Ausstellungen haben“, so Randy Kärger. Auch die Züchter kamen aus Nah und Fern, denn der Verein hat Mitglieder in Beelitz, Teltow, Brandenburg oder sogar Berlin. Bei der „Exotica“ konnten auch Tiere gekauft werden. „Das ist durchaus empfehlenswert, vom Züchter direkt zu kaufen“, so Randy Kärger. Züchter Rudi Pietsch stimmt zu: „Nicht nur der Preis ist hier günstiger, auch die Beratung ist fachlich einwandfrei“. Das passe für kleinere Vögel, Wellensittiche beispielsweise. Mike Grunewald würde hingegen keinen Ara-Papagei für die Wohnungshaltung verkaufen. „Das ist nicht artgerecht“. Besonders die möglichst naturgetreue Haltung liegt Randy Kärger am Herzen, wie er am Beispiel der Sitzstangen erläutert, bei denen er Naturäste favorisiert, die eben nicht ganz gerade seien.

Beide Vereine haben mit ihren Mitgliedern engagierte Arbeit geleistet, die große Zahl der Besucher spricht dafür, dass das Interesse an diesen Ausstellungen ungebrochen ist. (wsw)

Der Rosellasittich - Wappenvogel der Exotenzüchter von Werder (Havel). Foto: wsw