Ratgeber Tiere (6): Für eine gesunde Katze

Werder (Havel), 18. Oktober 2016 – Katzen zeigen es meist erst sehr spät an, dass es ihnen schlecht geht. Das hat einen ganz einfachen Grund – in ihren Genen steckt immer noch die Wildkatze, die in der Natur ein Einzelgänger ist. Und wer in der freien Natur Schwäche zeigt, wird schnell zum Opfer. Wer seine Katze liebt, beobachtet sie aufmerksam und kann ihre Zeichen deuten. Krankheiten werden so schnell erkannt und können zügig behandelt werden. Dieser Ratgeber bezieht sich vorwiegend auf Anzeichen von Krankheit, die durch die Ernährung hervorgerufen werden können.


Unsere Fragen richteten wir wieder an Dr. Inga Vetrella-Paare, Fachtierärztin für Klein- und Heimtiere mit Praxissitz in den Havelauen, die auch Spezialistin für Augenkrankheiten bei Tieren ist.

Es gibt zwei Arten von Verstopfung bei Katzen – Konstipation und Obstipation – was sind die wichtigsten Merkmale und worin unterscheiden sie sich?
Konstipation ist ein Synonym für Obstipation. Der erschwerte oder gar ausbleibende Kotabsatz kann vielerlei Ursachen haben.
Mögliche Gründe können zum Beispiel minderwertige Futtermittel, Knochenfütterung, Darmträgheit, aufgenommene Fremdkörper, Fettleibigkeit gepaart mit wenig Bewegung, Darmverschlüsse durch aufgenommene Haare beim Putzen sein.

Wie äußert sich eine Verstopfung bei der Katze?
Meistens fällt als erstes ein sehr harter Stuhlgang im Katzenklo auf oder die Tiere versuchen, Kot abzusetzten und schaffen es nicht. Das ist dann für die Katze sehr schmerzhaft und erfordert dringenden Handlungsbedarf.
Die Verstopfung kann weitere Ursachen haben. Im schlimmsten Fall kommen auch Darmtumore oder Darmverlegungen in Frage. Aber das ist zum Glück selten und selbst dann kann man durch eine Operation eingreifen.

Die Katze lässt sich nicht mehr streicheln, der Bauch fühlt sich hart an, beim Hochheben will sie sich wehren: Kann es sein, dass ein Fremdkörper im Darm oder gar eine Darmverschlingung vorliegt?
Wenn der Bauch einer Katze sich hart anfühlt, hat sie in der Regel Bauchschmerzen und spannt daher ihre Bauchmuskulatur an. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Im besten Fall sind es nur harmlose Bauchschmerzen, im schlimmsten Fall liegt eine ernstzunehmende Erkrankung vor.

Das andere Extrem – was macht man, wenn die Katze Durchfall hat?
Putzen! 😉 Kleiner Scherz!
Liegt dem Durchfall eine direkte Ursache zugrunde, die den veränderten Kotabsatz begründet, wie z.B. eine Futtermittelumstellung oder die Gabe von Essensresten vom Tisch, dann reicht es in der Regel, abzuwarten. Natürlich gibt es noch andere Ursachen wie z.B. ein Magen-Darm-Infekt, Einzeller, Futtermittelallergien … die gilt es dann, beim Tierarzt klären zu lassen.

Und wenn die Katze mehr als normal üblich erbricht?
Dann sollte man einen Tierarzt aufsuchen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Was kann hier die Ursache sein und was ist zu tun?
Dafür gibt es unzählige Ursachen. Wenn es der Katze dabei gut geht, dann kann man einen Tag abwarten und hoffen, dass es sich von alleine wieder gibt. Wenn es jedoch länger anhält oder man das Gefühl hat, dass das Tier schwach ist, raten wir zu einem Tierarztbesuch.

Fettleibigkeit bei Katzen – Ist Übergewicht überhaupt eine Krankheit?
In der Regel ist Fettleibigkeit durch falsche oder übermäßige Fütterung bedingt. Bei Wohnungskatzen kommt ggf. auch ein Bewegungsmangel hinzu. In den seltensten Fällen liegt dem eine Erkrankung zu Grunde.

Übergewicht kann auch bei Katzen Folgen haben.
Übergewicht kann auch bei Katzen Folgen haben.

Welche gesundheitlichen Folgen kann Übergewicht bei Katzen haben?
Diabetes mellitus, Gelenkprobleme, Herz-Kreislaufprobleme, Verdauungsprobleme und weitere Erkrankungen.

Werden Katzen nach der Kastration dicker?
Jain, da ist schon etwas Wahres dran. Katzen nehmen nach einer Kastration manchmal zu, weil die Fütterung nicht angepasst wird.
Mit der Hormonumstellung wird die Nahrung besser verwertet und es gelangt somit mehr Energie in den Stoffwechsel. Hinzu kommt, dass das Hungergefühl steigt. Somit sollte man nach der Kastration ein darauf abgestimmtes Futter anbieten. Dieses Futter bekommt man sowohl in der Tierarztpraxis als auch im freien Handel.

Wieviel sollte eine gesunde erwachsene Katze wiegen?
Das kann man nicht pauschalisieren. Das kommt auf die Rasse und die persönliche Statur an. Eine weibliche, zierliche Katze wiegt 3,5 kg, ein männlicher Maine-Coon kann auch mal 12 kg Idealgewicht auf die Waage bringen.

Wie kann man eine Katze wieder schlanker bekommen?
Bewegung, Diätfutter, „FDH“.

Was dürfen Katzen überhaupt niemals fressen?
Die Liste ist lang, wenn wir uns auf Nahrungsmittel beschränken, dann sind das: Kaffee, Knoblauch, Obstkerne, Schokolade, Schwarzer Tee, Zwiebeln.

zwiebelnschwarzerteeschokoladekaffeebohnenDiabetes bei Katzen – wie äußert sich das?
Durch starkes Trinkverhalten, vermehrten Harnabsatz, Abnahme durch Appetitmangel, Erbrechen, Unruhe und Zittern bei Unterzuckerung.

Wie ist die Behandlung?
Nachdem die Diagnose gestellt wurde, muss der Katze täglich Insulin gespritzt werden. In der Regel können das Herrchen und Frauchen innerhalb kurzer Zeit und lernen, mit der Krankheit ihres Stubentigers zu leben.

Wie ist die Prognose?
Bei richtiger und konsequenter Behandlung von Seiten des Tierarztes und der Besitzer kann die Prognose recht gut sein. Katzen mit guten Krankheitsverlauf und ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen können mehrere Jahre gut mit dieser Behandlung leben.

Kann sich Diabetes bei Katzen vererben?
Das ist wissenschaftlich noch nicht belegt, die vorhandenen Studien beziehen sich momentan noch auf den humanen Bereich.

Wie kann man vorsorgen, dass diese Krankheit gar nicht erst auftritt?
Zwei wesentliche Faktoren sind die Vermeidung von Übergewicht und die Fütterung von hochwertigem Futter.

Informationsabend in der Tierarztpraxis

Das erste Lebensjahr im Leben eines Hundes ist das anspruchsvollste für den Besitzer.
Um Sie in dieser Zeit bestmöglich unterstützen zu können, bieten wir Ihnen die Möglichkeit uns monatlich einen Abend zusammenzusetzen um uns um alle Ihre Fragen und Sorgen zu kümmern. Bringen Sie dazu sehr gerne Ihren kleinen Liebling mit, sodass er auch Kontakt mit seinesgleichen knüpfen kann.
Wir planen für jeden dieser Abende einen kleinen Vortrag bei einem Aperitif in gemütlicher Runde.

Das erste Thema wird „Alles rund um die Impfung“ sein.

Die Veranstaltung wird am 26. Oktober 2016 ab 18 Uhr in unserer Tierarztpraxis in den Havelauen stattfinden.

Diese Abende sind kostenfrei.
Wir bitten um Anmeldung unter der 03327-7274702.

Wir freuen uns auf Sie und Ihren kleinen Vierbeiner.

Mielestr. 2, 14542 Werder (Havel).
Öffnungszeiten: Mo 9-12 und 15-20, Di bis Fr 9-12 und 15-18,
Sa Termin-Sprechstunde.
Tel. 03327 – 7274702, info@tierarzt-havelauen.de