Regionalentscheid des 60. Vorlesewettbewerbs

Am 27. Februar fand mit zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs in der Stadtbibliothek in Werder (Havel) statt. Gewonnen hat am Ende eine Schülerin aus Glindow.

Die Gewinnerin Angelina umringt von den neun weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Fotos: wsw

Werder (Havel), 28. Februar 2019 – Gestern wurde in der Stadtbibliothek in Werder (Havel) die beste Vorleserin oder der beste Vorleser in Potsdam-Mittelmark West gesucht. Sieben Schülerinnen und drei Schüler haben sich bei den vorherigen Schulentscheiden gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt und wollten nun auch beim Regionalentscheid des 60. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels als Sieger hervorgehen.

Mit circa 600.000 Teilnehmern jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb der älteste und größte Schülerwettbewerb Deutschlands. Er wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Ziele des Vorlesewettbewerbs sind, die Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit zu tragen, Freude am Lesen zu wecken sowie die Lesekompetenz von Kindern zu stärken. Der Wettbewerb wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch in diesem Jahr unterstützen wieder vier Sparda-Regionalbanken den Wettbewerb. Die Etappen des Vorlesewettbewerbs führen über Stadt-/Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Bundesfinale am 26. Juni 2019 in Berlin. Die über 600 Regionalwettbewerbe der Städte und Landkreise organisieren Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weitere kulturelle Einrichtungen. Daran beteiligen sich bundesweit rund 7.000 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen.

Die TeilnehmerInnen des Regionalentscheids Potsdam-Mittelmark West waren Anton Binas von der Karl Hagemeister Grundschule Werder, Joris Böhm von der Albert-Einstein-Schule Caputh, Lara Goldmann von der Inselschule Töplitz, Tamara Klinge von der Geschwister Scholl Schule Bad Belzig, Luisa Noa von der Albert-Schweitzer-Grundschule Treuenbrietzen, Maike Schmidt von der Wilhelm-Götze Schule Wusterwitz, Jolene Schulze von der Carl-von-Ossietzky Schule Werder, Arian Seiffert von der Erich Kästner Grundschule Groß Kreutz, Angelina van Dyck von der Grundschule Glindow und Julia Zander von der Grundschule Wiesenburg.

Der Wettbewerb gliederte sich in zwei Teile: Im ersten Teil sollten die VorleserInnen ein selbstgewähltes Buch vorstellen, eine kurze Inhaltsangabe geben und erzählend zu einer Textstelle hinführen. Im Anschluss daran sollten sie drei Minuten aus dem Buch vorlesen. Im zweiten Teil mussten die TeilnehmerInnen zwei Minuten lang einen unbekannten Text lesen. Doch bevor es los ging, richtete Bibliotheksleiterin Birgit Mücke motivierende Worte an die SchülerInnen: „Ihr zehn Schulsieger seid heute die Hauptakteure! Es gehört eine Menge Mut dazu, vor Publikum in einem Wettkampf vorzulesen. Solltet ihr euch beim Lesen versprechen, lasst euch davon nicht verunsichern, Versprecher werden nicht berücksichtigt. Wichtiger sind die Geschichten, die ihr euch ausgesucht habt, und dass ihr die Atmosphäre und die Stimmung des Buches wiedergeben könnt. Ich drücke euch ganz fest die Daumen!“ Und Daumen drückte nicht nur Frau Mücke, sondern auch die Eltern, Großeltern und Freunde der VorleserInnen, die im Publikum Platz genommen haben. Bewertet wurden die zehn SchulsiegerInnen von einer Jury, bestehend aus Marlis Grzybek, Monika von dem Fange, Peggy Sinning, Irina Müller und Frédérique Delapré. Die Bewertungskriterien waren die Lesetechnik, die Interpretation und die Textstellenauswahl (nur beim selbstgewählten Text).

Nacheinander nahmen die Schülerinnen und Schüler auf dem bunten Stuhl auf der Lesebühne Platz und zogen das Publikum mit ihren selbstgewählten Büchern in ihren Bann. Es war wirklich toll zu sehen, welche Varianz innerhalb der selbstgewählten Bücher zum Vorschein kam. Von Science Fiction über Mystery bis hin zu Jugendliteratur wählten die Sechstklässler unterschiedliche Genres. Von Aufregung war bei den VorleserInnen keine Spur! Mit ruhiger Stimme und ohne große Versprecher meisterten sie den ersten Teil des Wettbewerbs.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Jury zu ersten Gesprächen zurückzog, folgte dann der zweite, schwierigere Teil. Birgit Mücke hat für das Vorlesen des Fremdtextes das Buch „Alles andere als normal“ von Jörg Isermeyer gewählt. Auch wenn die zehn Schülerinnen und Schüler dieses Buch nicht kannten, meisterten sie auch diese Aufgabe mit Bravour.

„Ihr habt das wirklich toll gemacht! Bleibt dran am Lesen und Vorlesen und pflegt die Gabe, die ihr habt. Ihr habt euren Teil erfüllt, jetzt ist die Jury am Zug“, so die Bibliotheksleiterin abschließend.
Da wir von Wirsindwerder beim Schulentscheid an der Carl-von-Ossietzky Schule als Jurymitglied dabei sein durften, wir hatten hier darüber berichtet, wissen wir, wie schwer der Jury die Bewertung fiel. Alle Vorleserinnen und Vorleser haben das nämlich wirklich großartig gemacht!
Baumblütenkönigin Peggy Sinning hatte die ehrenvolle Aufgabe, die neun zweiten Plätze und den Sieger zu verkünden. Alle teilnehmenden Kinder erhielten eine Urkunde und einen Buchpreis. Am Ende war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Jolene Schulze und Angelina van Dyck. Doch am Ende konnte nur eine gewinnen: Die Glindower Schülerin Angelina van Dyck holte sich gestern den Sieg beim Vorlesewettbewerb und wird Potsdam-Mittelmark West beim Bezirksentscheid vertreten. 

Auch wenn es nur einen Gewinner geben konnte, können doch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unheimlich stolz auf sich und ihre Leistung sein, die Familien und Freunde im Publikum waren es auf jeden Fall! (wsw)

Eine Übersicht der TeilnehmerInnen

Anton Binas, Karl Hagemeister Grundschule 
Otfried Preußler „Krabat“

Joris Böhm, Albert-Einstein-Schule Caputh
J.R.R. Tolkien „Der Herr der Ringe“

Lara Goldmann, Inselschule Töplitz
Judith Rossell „Stella Montgomery und der schaurige See von Wormwood Mire“

Tamara Klinge, Geschwister Scholl Schule Bad Belzig
Patricia Schröder „Beste Freundin, blöde Kuh! Verknallt, verkracht, versöhnt“

Luisa Noa, Albert-Schweitzer-Grundschule Treuenbrietzen
Kerstin Gier „Silber – Das erste Buch der Träume“

Maike Schmidt, Wilhelm-Götze Schule Wusterwitz
John Bellairs „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“

Jolene Schulze, Carl-von-Ossietzky Schule Werder
Janet Lee Carey „Drachenkuss“

Arian Seiffert, Erich Kästner Grundschule Groß Kreutz
Bodo Schäfer „Ein Hund namens Money“

Angelina van Dyck, Grundschule Glindow
Kerstin Gier „Silber – Das erste Buch der Träume“

Julia Zander, Grundschule Wiesenburg
Erin Hunter „Warrior Cats“

Die Vergabe der Urkunden
Vorlesewettbewerb1
Vorlesewettbewerb3