Richtfest vom Lindowschen Haus

Richtfest Lindowsches Haus, Fotos: wsw

Werder (Havel), 28. September 2018 – Bei bestem Kaiserwetter wurde heute Vormittag das Richtfest vom Lindowschen Haus am Plantagenplatz gefeiert. Das denkmalgeschützte Obstbauerngehöft ist noch eingerüstet. Dieser Tage wird die neue Dachkonstruktion des Haupthauses montiert, ein Teil steht bereits. Bei der Remise dahinter sind die Bauleute schon weiter: Sie ist schon wieder mit alten Biberschwanzziegeln aus Ton eingedeckt.

Das Lindowsche Haus soll zukünftig im Vorderhaus, dem früheren Wohnhaus, das neue Besucherzentrum der Stadt Werder (Havel) beherbergen. Dort ist auch eine Ausstellung regionaler Produkte geplant. Für den Bürgerservice sollen künftig die Remise und der Neubau bereitstehen. Der frühere Stall, der Remise und Wohnhaus verbindet, ist zur gemeinsamen Nutzung beider Bereiche vorgesehen. Ziel des Bauprojektes sei es, einen zentraleren Anlaufpunkt der Stadtverwaltung für die Bürger, aber auch einen besser gelegenen und größeren Standort der Tourist Information für die Gäste der Stadt bieten zu können, so Bürgermeisterin Manuela Saß. „Auch mit Blick auf die Haveltherme wird sich unser Staatlich anerkannter Erholungsort im touristischen Bereich in den kommenden Jahren noch breiter aufstellen“, sagte die Bürgermeisterin.

Bei der Sanierung erhalten bleiben nicht nur eine historische Räucherkammer, die Kellergewölbe, die historischen Fensterläden und Original-Fenster aus der Bauzeit. Auch das frühere Plumpsklo mit Herzausschnitt in der Tür wird wieder draußen aufgestellt. „Die künftige Gestaltung des Außenbereichs mit Obstkulturen wird zudem an die frühere Nutzung der Anlage erinnern“, so Christian Große weiter. Der neue Standort schaffe eine Achse zwischen Altstadt, Schuffelgärten, Galgenberg und Bismarckhöhe.

Die Sanierung begann zum Jahreswechsel 2017/2018 und wenn der Bau so reibungslos weitergeht wie bisher, kann das Besucherzentrum bereits Mitte des nächsten Jahres eröffnen, und der Bürgerservice soll seine neuen Räumlichkeiten in der zweiten Jahreshälfte 2019 beziehen. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 2,7 Millionen Euro – viel Geld, um ein Einzeldenkmal wieder zum Leben zu erwecken. 80 Prozent werden von der Städtebauförderung des Landes Brandenburg gefördert.

Das Lindowsche Haus ist eines der ältesten Obstbauerngehöfte im Festlandbereich von Werder (Havel). Benannt ist das Haus nach dem Obstzüchter Friedrich Lindow, Eigentümer von 1902 bis 1937. Das Gehöft am Hang des Galgenbergs ist aber bereits seit 1839 vorhanden. Es gilt als Beispiel für die Obstzüchtergehöfte, wie sie für die Vorstadtbereiche von Werder im 19. und frühen 20. Jahrhundert charakteristisch waren, und steht unter Denkmalschutz.

Nach dem Richtspruch des Zimmermanns konnten sich die Gäste das Lindowsche Haus von innen anschauen und im Anschluss Leckereien von Fleischerei Bothe, ein frisch Gezapftes vom Colonial Café oder einen köstlichen Wein vom Galgenberg genießen. (wh/wsw)