Sachbeschädigung auf dem Friedhof – Zeugen gesucht

Gemeinschädliche Sachbeschädigung an der Gedenkstätte auf dem Neuen Friedhof an der Kemnitzer Straße für Kriegsgefangene und Soldaten der Roten Armee.

Das Sowjetische Ehrenmal auf dem Neuen Friedhof an der Kemnitzer Straße. Hier wurde an der linken Seite die Tafel mit den Namen zerstört. Foto wsw

Werder (Havel), 30. August 2018 – Wie die Polizei mitteilte, sucht sie aktuell nach Zeugen, die eine Sachbeschädigung auf dem Friedhof in Werder in der Kemnitzer Straße beobachtet haben. Im Zeitraum von Montagnachmittag bis Mittwochvormittag wurde auf dem Friedhof durch bislang einen  oder mehrere unbekannte Täter das russische Denkmal erheblich beschädigt. Die nach 1945 errichtete Gedenkstätte erinnert an 26 namentlich genannte Kriegsgefangene bzw. Soldaten der Roten Armee.

Zum Vandalismus am Sowjetischen Ehrenmal auf dem Neuen Friedhof in Werder (Havel) erklärt Bürgermeisterin Manuela Saß:

„Das Sowjetische Ehrenmal ist nach dem Krieg für die Befreier der Stadt Werder errichtet worden. 26 Kriegsgefangene bzw. Soldaten der Roten Armee sind dort u.a. begraben worden, das Ehrenmal wird durch die Stadt gepflegt und erhalten. Es zeugt nicht nur von Geschichtslosigkeit, wenn in Werder versucht wird, die Namen von Kriegsopfern mit dem Hammer auslöschen zu wollen. Es handelt sich auch um eine beispiellose Störung der Totenruhe auf einem Werderaner Friedhof. Menschen, die so unterwegs sind, haben jedes Recht verwirkt, an einem ernsthaften Diskurs über unsere Stadt teilzunehmen. Ich hoffe, dass diese Straftäter durch die Ermittlungen der Polizei dingfest gemacht werden können. Die Stadt setzt für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, eine Belohnung von 500 Euro aus.“

Durch den oder die Täter wurde eine Schiefertafel teilweise zertrümmert. Der entstandene Sachschaden beläuft sich den Informationen zufolge auf mehrere tausend Euro. Die Polizei nahm eine Strafanzeige wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung auf und bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, sich an die Polizeiinspektion Potsdam unter 0331-55080 zu wenden. (wsw)

Das war rohe Gewalt - die beschädigte, fast völlig zerstörte Platte mit den russischen Namen. Foto: wsw
Detailfoto der zerstörten Platte am sowjetischen Denkmal auf dem Neuen Friedhof in Werder (Havel). Foto: wsw