Schiffshochzeit auf der MS Bismarckhöhe

Wenn Braut und Bräutigam beim Ja-Wort zukünftig weiche Knie bekommen, kann dies auch an der neuen Traulocation auf dem Wasser liegen.

Elvira Schröder vom Standesamt und Patrick Kuhl auf der MS Bismarckhöhe, Foto: Klix

Werder (Havel), 20. Mai 2019 – In Werder (Havel) gibt es eine neue Möglichkeit der Eheschließung auf der Havel. Paare, die gern heiraten wollen, können das von Mai bis September an jedem dritten Freitag im Monat auf der MS Bismarckhöhe tun. Die erste Werderaner Schiffshochzeit fand am 17. Mai statt. Bis dahin traute Werders Standesamt Paare im Alten Rathaus oder in der Petzower Kirche, sagt Werders langjährige Standesbeamte Elvira Schröder.

Von den jährlich bis zu 170 Trauungen finden rund 60 Prozent im Rathaus, 40 Prozent in der Kirche statt, sagt Elvira Schröder. Mit der neuen Variante möchte man Heiratswilligen nun einen dritten attraktiven Ort bieten, um den Bund fürs Leben zu schließen. „Ich glaube, dass das von den Leuten gut angenommen wird.“ Die ersten Paare, die sich angemeldet haben, hätten ihr von ihrer Verbindung zum Wasser und zur Natur erzählt, so Elvira Schröder weiter. „Die finden unsere Idee richtig schön.“

Partner der Havelhochzeit ist die Reederei Bernd Kuhl. Sie bietet mit der MS Bismarckhöhe seit Jahren Ausflugsfahrten durch die Werderaner Havelregion an und verchartert das Fahrgastschiff auch für Feiern und Events. Das Team von Geschäftsführer Patrick Kuhl stattet für die Termine den Salon im Bug des Motorschiffs entsprechend festlich aus. Bis zu 16 Gäste haben im Trauzimmer Platz, insgesamt passen 70 Personen aufs Schiff. Wenn die Ringe getauscht werden, ertönt das Typhon.

Da es sich um einen amtlichen Akt handelt, muss der Steuermann eine wichtige Regel beachten: Er muss in der Gemarkung Werder bleiben. „Schließlich steht ja ,Werder (Havel)‘ auf der Eheurkunde“, sagt Elvira Schröder. Da gebe es keinen Spielraum. „Zum Glück ist die Fahrrinne von der Insel auf Werderaner Seite, aber wenn wir durch die Baumgartenbrücke fahren, wird es schwierig“, sagt Patrick Kuhl augenzwinkernd. Rund 45 Minuten soll die Fahrt mit Trauung dauern. Die Gäste haben auf Wunsch die Möglichkeit, anschließend eine längere Runde zu drehen und auf dem Schiff zu feiern.

Der 60 Tonnen schwere Kahn wird von Dieselmotoren aus den 1970er-Jahren angetrieben, „Damit sind wir eher gemütlich unterwegs“, so Patrick Kuhl. Neun bis zwölf Kilometer schnell fahre die MS Bismarckhöhe, in diesem Jahr werden neben den üblichen Tagesfahrten erstmals auch Linienfahrten mit den Stationen Resort Schwielowsee in Petzow und dem Schiffsanleger in Töplitz angeboten. In Werderaner Heimathafen liegt die MS Bismarckhöhe direkt auf der Inselstadt südlich der Inselbrücke.

Die Idee der Trauung an Bord, erzählt Patrick Kuhl noch, gehe ursprünglich auf seinen Vater Bernd Kuhl zurück, der 2016  verstorben ist. Die Reederei trägt seinen Namen. Als gute Erinnerung und zum Stolz seiner Mutter hat er die Idee übernommen und setzt sie nun mit dem Werderaner Standesamt in die Praxis um. (wh)