Schluss, aus, vorbei – Die 140. Baumblüte ist Geschichte

Jetzt ist alles wieder vorbei, die Fahrgeschäfte und Stände sind so gut wie abgebaut.

Werder (Havel), 6. Mai 2019 – Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat gestern ein positives Zwischenresümee des diesjährigen 140. Baumblütenfestes gezogen. „Das Wetter hat gehalten und es gab viele tolle Momente auf der Festmeile“, sagte sie am Nachmittag des letzten Festsonntags. So habe Frank Zander am Donnerstag wenige Wochen nach der zweiten Hüft-OP einen mitreißenden Auftritt an der Regattastrecke gehabt, am Sonntagabend gab er auf der Bismarckhöhe ein weiteres Konzert. Die Deutschrockband Brenner war dort bereits am Mittwochabend zu erleben.

70 Bands und Diskotheken waren am Fest beteiligt. Zu den Höhepunkten am Rande zählten zwei Hochzeitsanträge oder ein gefeiertes Gitarrensolo der Band “Blind Bankers” auf einem Biertisch am Freitagabend. „Auch der Obstwein hat wieder geschmeckt, solange er in Maßen getrunken wurde“, so die Bürgermeisterin. Erstmals gab es in diesem Jahr auch echt Werdersches Craftbeer vom Rittmeister auf der Festmeile. Rund jeder fünfte Verkaufsstand war von regionalen Anbietern.

Manuela Saß betonte, dass das Blütenfest nicht nur ein überregionales Großereignis, sondern auch wieder ein Höhepunkt des städtischen Lebens in Werder (Havel) gewesen sei. Zum Blütenball sei mit Howard Carpendale in diesem Jahr wieder eine Punktlandung gelungen. Vor den mehr als 400 Gästen sei auch die neue Baumblütenkönigin Madeleine Reichelt gekrönt worde, das diesmal lindgrüne Kleid sei von vielen Gästen bewundert worden.

„Der Festumzug ist in diesem Jahr dann eine Viertelstunde überzogen worden, weil es bei der Moderation durch Klaus-Dieter Bartsch so viel über die 70 beteiligten Gruppen und Vereine zu erzählen gab.“ Drei Bands aus Werder seien auf den Bühnen aufgetreten (Black Smith, Extraleicht, Hot Rock). Zum Werdertag mit Kitas, Schulen, Vereinen und Gruppen gab es bei schönstem Sonnenschein 20 Programmpunkte. „Das Hähnewettkrähen am 1. Mai hatte so viele Gäste wie noch nie“, so die Bürgermeisterin. Beim Baumblütenlauf sei in diesem Jahr wieder der Werderaner Olympionik Christopher Linke mitgelaufen – und gewann wenig überraschend.

Für Bürgermeisterin Saß gehört zu den größten Erfolgen des Baumblütenfestes, dass es auf den Obsthöfen wieder zu seinen Ursprüngen zurückgefunden hat. „Die Busse konnten an den beiden Samstagen gar nicht alle Fahrgäste mitnehmen, die vom Bahnhof auf die Höfe wollten“, so die Bürgermeisterin. Auf dem Obtspanoramaweg seien Fahrradkarawanen unterwegs gewesen. „Dort wird das Fest seit einigen Jahren auch zu einem Fahrradereignis.“ Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienunterkünfte seien sehr gut gebucht gewesen.

Die Bürgermeisterin räumte ein, dass es auch Probleme gebe, über die in diesem Jahr umfassend berichtet wurde. „Uns ist klar, dass die Gastfreundschaft der Werderaner mit dem Baumblütenfest teilweise stark strapaziert wird.“ Unter den Zehntausenden Anreisenden gebe es leider „Randalierer und Spinner“. „Das war besonders an den beiden Samstagen zu spüren.“ Teilweise reisten Gäste stark alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss an. „Das soziale Miteinander besteht leider auch nicht mehr immer: Wenn jemand die Wirkung des Obstweins unterschätzt hat, wird er von Freunden manchmal einfach liegengelassen.“

Die Bürgermeisterin betonte, dass der Veranstalter die Lage mit Unterstützung der Sicherheitspartner und der Polizei immer unter Kontrolle hatte. Die Zusammenarbeit sei gut eingespielt. „Das frühe Eingreifen und der deeskalierende Ansatz der Bundes- und Landespolizei haben wieder Wirkung gezeigt. Unsere Gäste konnten trotz einiger negativer Vorfälle an allen Tagen sicher feiern und auch die Schnapsleichen wurden umfassend betreut.“ Das Thema Jugendschutz sei zudem noch umfassender als bisher betrachtet worden.

„Der übermäßige Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist ein gesellschaftliches Problem, dem wir uns auch beim Baumblütenfest verstärkt stellen müssen“, so Manuela Saß. Auf der einen Seite gebe es schon immer die Jugendschutzkontrollen der Ordnungsbehörde. „In diesem Jahr gab es zusätzliche Streifen von Sozialarbeitern, die nicht ordnungsrechtlich, sondern pädagogisch unterwegs waren.“

Das erste Feedback sei außerordentlich positiv. „Der Jugendschutzbeauftragte des Landkreises sagte uns, dass die Erwartungen übertroffen wurden.“ Von Jugendlichen seien die Streifen sehr gut angenommen worden, teilweise habe es es sogar ein Dankeschön gegeben. „Wir werden das Thema gemeinsam mit dem Landratsamt und der Stiftung Job evaluieren und über die Ergebnisse informieren“, kündigte sie an.

Und auch die Polizeidirektion West verzeichnet eine positive Bilanz: „Die Besucher konnten auch in diesem Jahr wieder ein schönes Familienfest genießen. Aus polizeilicher Sicht verlief das Fest weitestgehend ruhig und friedlich. Die guten Absprachen, die bereits im Vorfeld mit allen Verantwortlichen erfolgten und das Zusammenwirken aller Sicherheitspartner trugen zu einem sicheren Ablauf bei,” so Polizeidirektor Andreas Wimmer.

Von den 335 bis Sonntagabend 21.00 Uhr registrierten Straftaten, waren 89 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Weiterhin mussten die Einsatzkräfte u.a. 107 Körperverletzungsdelikte aufnehmen sowie 38 Widerstandshandlungen. 37 Beleidigungen und 15 Diebstähle zählen u.a. zur bisherigen Einsatzbilanz. Weiterhin wurden bis einschließlich Sonntagabend 21.00 Uhr insgesamt 381 Platzverweise ausgesprochen und 64 Personen in Gewahrsam genommen. „Der Anstieg der Anzahl der Platzverweise zeigt, dass die Polizei konsequent gegen Störer vorgegangen ist. Wir sind jeder Störung unmittelbar begegnet und haben all jene Besucher, die sich nicht benehmen konnten, sofort nach Hause geschickt. Damit konnte die Polizei zusammen mit der Bundespolizei, der Stadt und dem Veranstalter eine friedliche Baumblüte 2019 garantieren. Schlussendlich können wir zum Abschluss eine positive Bilanz ziehen. Neben den volksfesttypischen Delikten gab es keine besonders herausragenden polizeilichen Einsätze. Auch unsere offene Präsenz führte zu vielen positiven Rückmeldungen der Festbesucher“, so das Festresümee des Polizeiführers.

Manuela Saß dankte allen am friedlichen Festverlauf Beteiligten, der Bundes- und Landespolizei, den Sicherheitsleuten, den Ehrenamtlern von DLRG und Feuerwehr, den Notärzten, dem Landratsamt und den Veranstaltungspartnern. „Mein Dank gilt auch den Werderanern, die das Baumblütenfest mit ihrer Gastfreundschaft möglich machen und deren Geduld dabei gelegentlich leider auf eine harte Probe gestellt wird.“ Dies stehe auch als Thema für die zukünftige Ausrichtung des Festes auf der Agenda.

Auch wir möchten uns dem Dank der Bürgermeisterin anschließen und das großartige Engagement aller Beteiligten hervorheben. Die Baumblütenwoche ist für alle Werderaner, die es direkt betrifft, immer eine Herausforderung. Aber nun kehrt wieder Ruhe in unserem beschaulichen Städtchen ein. (wh, wsw)