SMG kritisieren das gescheiterte Vergabeverfahren

Die StadtMitGestalter äußern sich in einer Pressemitteilung zum Ausfall der Baumblüte.

Werder (Havel), 11. September 2019 – Der Verein StadtMitGestalter e.V. kritisiert das gescheiterte Vergabeverfahren und fordert Klärung bezüglich der Gründe ein. Er sieht aber auch eine große Chance darin, das Baumblütenfest unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger neu zu gestalten, wobei ein Totalausfall des Festes während dieses Prozesses unnötig ist.

Nach der überraschenden Nachricht, dass es 2020 kein 141. Baumblütenfest in Werder (Havel) geben wird, muss über die Zukunft der sogenannten Baumblüte nachgedacht werden. „Wir haben einen Partner gesucht, mit dem wir das Baumblütenfest unseren Vorstellungen entsprechend neu ausrichten können“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) in der MAZ am 11.09.19.
Dass die Suche nach einem Veranstalter der Baumblüte erfolglos war, begründet die Stadtverwaltung mit der allgemeine Sicherheitslage und einem verändertem Publikum. Doch neu sind diese Probleme nicht. Seit vielen Jahren wird die Belastung der Anwohner diskutiert und der Frage nachgegangen, wie sicher das größte Volksfest im Osten Deutschlands sein kann.

Dass das einzige Angebot zur Veranstaltung des Baumblütenfestes vom Betreiber der letzten Jahre kam, erweckt den Eindruck, dass man sich zu sehr auf diesen verlassen hat. „Unserer Meinung nach sind Vergabeverfahren bereits dann gescheitert, wenn sich nicht ausreichend Optionen für die Vergabe ergeben. Denn ohne Wahlmöglichkeiten macht man sich abhängig und muss eben auch damit rechnen, dass die Sache platzt“, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende Meiko Rachimow. Deshalb sollte jetzt dringend geprüft werden, wie Ausschreibungen der Stadt bekannt gemacht und durchgeführt werden.

Die Bürgermeisterin Saß geht “von einem breiten Konsens für das weitere Vorgehen in der Stadtverordnetenversammlung aus”. Doch nicht nur die Mitglieder des Vereins StadtMitGestalter e.V. oder der Fraktion SMG/ Ingo Krüger sondern auch die Bürgerschaft Werders sind sich in der Frage über die Ausgestaltung des Baumblütenfestes uneinig. Den Komplettausfall des Festes wünscht sich jedoch kaum jemand. „Werder (Havel) ist gerade wegen der Baumblüte deutschlandweit bekannt und viele Werderanerinnen und Werderaner profitieren von der Veranstaltung. Auf der anderen Seite gilt es, die Interessen von Anwohnern zu wahren, die es mit einer großen alkoholisierten Menschenmasse zu tun haben“, sagt die Stadtverordnete Anika Lorentz.
Längst überfällig wird nun über einen Prozess zur Einwohnerbeteiligung nachgedacht, in dem Werder (Havel) klärt, was für ein Fest in welcher Form stattfinden soll. „Die StadtMitGestalter und die Fraktion SMG/Ingo Krüger begrüßen den Prozess, der nicht mit dem einen Ergebnis enden wird“, ergänzt Fraktionsvorsitzender Elmar Schlenke. Stattdessen muss gemeinsam mit Sachkundigen, Veranstaltern und vor allem mit den Werderanerinnen und Werderanern fortwährend diskutiert und ausgearbeitet werden, wie das Fest gestaltet wird.

Parallel dazu ist es an der Zeit, gegenüber der Öffentlichkeit transparent zu sein:
Was kostet die Stadt Werder (Havel) die Baumblüte?
Warum beschäftigt die Stadt nicht einen Mitarbeiter für die Konzeption und Organisation, wie es zum Beispiel München mit dem Oktoberfest macht?
Welche Flächen kommen für die Festwiese in Betracht?
Wie können Kontrollen besser sicherstellen, dass Alkohol nicht an Minderjährige ausgeschenkt wird?
Wie kann ein sinnvolles Bürgerbeteiligungsverfahren gestaltet werden?

Wenn man diese Fragen jetzt angeht, wird das große Volksfest auch wieder stattfinden, so dass die Werderanerinnen und Werderaner stolz darauf sein können. Jetzt sollte schnell und pragmatisch eine Lösung gefunden werden, wie die Baumblüte 2020 zumindest im kleineren Rahmen gefeiert werden kann. Die Stadtmitgestalter gehen davon aus, dass zumindest die Veranstaltungen in den Gärten und Höfen genehmigt werden und viele Besucher anziehen. (smg)