Spatenstich für neue Kita in der Glindower Poststraße

Die neue Kita in der Poststraße in Glindow soll voraussichtlich im Januar 2020 Platz für bis zu 100 Kinder bieten., Fotos: wsw

Werder (Havel), 8. Mai 2019 – Bei schönstem Sonnenschein fand gestern um 10 Uhr der Spatenstich für die neue Kita in der Poststraße 22 in Glindow statt. In direkter Nachbarschaft zur Kita “Spatzennest” soll hier in Modulbauweise eine neue Kindertagesstätte für bis zu 100 Kinder entstehen. Mit dem Bau wurde die kommunale Haus- und Grundstücksgesellschaft beauftragt. Der Neubau wird als Modulbau von der Firma ALHO errichtet. Die Anlage hat die Kita “Havelzwerge” in der Adolf-Damaschke-Straße zum Vorbild, die 2017 ebenfalls in Partnerschaft mit der HGW entstanden ist. Die Kosten dafür betragen 3,6 Millionen Euro, die HGW hat dafür einen Kredit bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg aufgenommen.

Zum Spatenstich waren neben Vertretern der Stadt auch die Orstvorsteher, unter anderem aus Glindow, Kemnitz und Bliesendorf, sowie die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig und Walter Kassin anwesend. Die einleitenden Worte sprach der HGW-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Große. “Werder ist eine der Städte, die am meisten wachsen. Erfreulich ist, dass Werder im gesamten Kreis die Stadt mit der zweithöchsten Geburtenrate hat”, begann Werner Große seine Begrüßung. “Dies hat natürlich zur Folge, dass zur Zeit rund 300 Kitaplätze fehlen. 100 Kinder werden hier voraussichtlich ab Anfang Januar 2020 einen geeigneten Platz finden, mitten im Grünen.”

Auf dem rund 6.000 Quadratmeter großen Grundstück wird nicht nur Platz für den eingeschossigen Kitaneubau, sondern auch für großzügige Spiel- und Tobeflächen für Kita- und Krippenkinder sein.

“Sobald die Kita in Glindow fertig gebaut ist und auch die neue Kita in der Adolf-Damaschke-Straße neben den ‘Havelzwergen’ bezugsfertig ist, ist der größte Druck erstmal raus”, so Werner Große weiter. Lange haben die Verantwortlichen auf die Baugenehmigung in Glindow warten müssen. Akazien, die auf dem Grundstück standen, mussten zuvor für 25.000 Euro ausgelöst und Waldameisen mussten umgesiedelt werden.

Auch wenn die Kitasituation in Werder unbefriedigend ist und Plätze fehlen, sei die Stadt in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen beim Ausbau der Infrastruktur, betont Bürgermeisterin Manuela Saß. Die Werderaner Bevölkerung sei seit dem Jahr 2013 um 9 Prozent auf gut 26.000 Einwohner gewachsen. Die Altersgruppe von 0 bis 12 Jahren sei besonders stark daran beteiligt und sogar um fast 20 Prozent angestiegen.

„Das zeigt, dass Werder auch wächst, weil die Stadt ein nachbarschaftliches und familienfreundliches Klima hat.“ Der Landkreis reagiere mit seiner Baugenehmigungspraxis auf den Wohnungsbedarf. Von einem solchen Einwohnerschub sei Werder (Havel) wie viele andere Gemeinden im Speckgürtel allerdings zunächst überrascht worden, zumal sie in massivem Widerspruch zu früheren Landesprognosen stehe.

So sei die Prognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr für das Jahr 2030 für Werder in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 5000 Einwohner nach oben korrigiert worden. Bürgermeisterin Saß: „Eine solcher Sprung macht in einer Stadt von unserer Größenordnung schon einen Unterschied in der langfristigen Planung. Statt Schrumpfung wird uns nun Wachstum prognostiziert.“ In der Kitabedarfsplanung des Landkreises sei die neue Einwohnerentwicklung erst spät abgebildet worden.

„Wir haben in den vergangenen Jahren dennoch auf die Entwicklung reagiert und massiv am Aufbau neuer Kitaplätze gearbeitet. Das werden wir natürlich auch weiter tun“, so die Bürgermeisterin. Dazu bestünden auch Kooperationen mit Freien Trägern. So seien allein seit dem Jahr 2012 seien in Werder 420 neue Kitaplätze entstanden. 55 weitere Kitaplätze seien zunächst durch Ausnahmegenehmigungen in den kommunalen Einrichtungen geschaffen worden.

Die Stadt hat nicht nur in die kommunalen Kitas, sondern auch in die bauliche Infrastruktur für neue Kitas Freier Träger investiert und bezuschusst deren Betrieb. (wsw, wh)

Folgende Entwicklungen gab es in dem Bereich seit 2012:

  • 2012    
    neue Kita Hanna Legoranto in den Havelauen mit 106 Plätzen (Freier Träger)
  • 2012      
    30 neue Kitaplätze bei Stadtstrolchen im Hohen Weg durch Ausbau
  • 2012/ 2013
    Ausnahmeanträge auf Kapazitätserhöhung in allen kommunalen Einrichtungen, 55 zusätzliche Plätze
  • 2014  
    Neubau Kita Inselnest in Töplitz mit 20 zusätzlichen Plätzen
  • 2016     
    60 Plätze in neuer Kita Abenteuerland (Freier Träger)
  • 2016    
    23 neue Kita- und Krippenplätze bei den Stadtstrolchen im Hohen Weg
  • 2017   
    neue Kita Havelzwerge mit 96 Plätzen
  • 2012-2018
    In der Waldorf-Kita wird die Kapazität in mehreren Schritten um 85 Plätze erhöht
  • 2019       
    Baubeginn für zusätzliche Kita in Glindow/ Poststraße mit 100 Plätzen
  • Perspektive 2019
    -Planungsbeginn für zweiten Kitaneubau in der Adolf-Damaschke-Straße mit 200 Plätzen
    -Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrens für Bildungscampus Glindow mit 120 Kitaplätzen als Ersatz für Kita Inselstadt. 42 zusätzliche Kitaplätze